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Auch die Dritten brauchen Pflege

Die Mundgesundheit älterer Menschen hat sich in der Vergangenheit deutlich verbessert. Ganz ohne Prothesen geht es dennoch bei den meisten nicht. Herausnehmbare Zahnersatz muss heute jedoch kein Handicap mehr bedeuten - wenn er sorgfältig gepflegt wird.

Fehlende Zähne müssen heut kein gesundheitliches oder gesellschaftliches Handicap mehr sein. Denn die moderne Zahnmedizin und Zahntechnik ist in der Lage, auch mit einer Prothese die volle Funktion und eine ansprechende Ästhetik wieder herzustellen. Solange der Patient noch einige Zähne hat, ist grundsätzlich die Anfertigung einer Teilprothese möglich. Voraussetzung ist allerdings, dass die natürlichen Zähne fest im Knochen sitzen, um der Teilprothese als Ankerung dienen zu können. Viele Patienten, die eine Vollprothese erhalten haben, machen sich Sorgen, ob dritten unter allen Umständen haften. Gegen die Furcht von peinlichen Situationen helfen spezielle Haftmittel: Moderne Haftcremes gewährleisten einen starken Halt der Prothese und geben Sicherheit. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass weniger Speisereste in den Raum zwischen Prothese und Schleimhaut eindringen - damit verringert sich das Risiko von Entzündungen.

Aller Anfang ist schwer

Wenn der Zahnarzt die Dritten einsetzt, hat sein Patient allen Grund zum Strahlen : endlich kann er wieder kraftvoll zubeißen und aus vollem Herzen lachen. Das neue Leben mit Dritten Zähnen ist allerding gewöhnungsbedürftig. Denn anfangs empfinden die meisten Menschen ihre Prothese als Fremdkörper im Mund. Und wenn sie zum ersten Mal etwas sagen wollen, erschrecken sie über ihre eigene Stimme: Die Aussprache hat sich verändert, und vor allem Zischlaute kommen nicht ganz reibungslos über die Lippen. Viele Prothesenträger haben deshalb in den ersten Tagen Angst vorm Sprechen und fürchten sich vor dem Essen. Die schwierige Anfangsphase lässt sich aber mit Geduld und Übung sehr gut meistern:

*Beim reden muss sich die Zunge erst an die veränderten Verhältnisse im Mund gewöhnen. Aber keine Sorge: Das Sprechen mit der Prothese können Sie trainieren. Lesen Sie sich laut etwas vor, und plaudern Sie zunächst möglichst viel mit vertrauten Menschen.

*Essen Sie anfangs nur weiche und zerkleinerte Speisen, die sich leicht kauen lassen. Belasten Sie den Kiefer gleichmäßig, damit die Prothese nicht abhebeln kann.

*Tragen Sie Ihre Prothese möglichst ständig, auch im Schlaf. Jedes Herausnehmen erschwert die Eingewöhnung.

Schmerzhafte Druckstellen und Entzündungen

Selbst bei optimalem Sitz der Prothese lassen sich Druckstllen nicht immer vermeiden. Beim Tragen neuer Prothesen kann es oft schon in der Eingewöhungsphase zu Beschwerden kommen, weil die Schleimhaut verstärkt angegriffen wird. Doch dagegen ist Abhilfe möglich : Ein Mundgel mit natürlichen oder syntetischen Wirkstoffen kann Schmerzen und Entzündungen lindern. Wenn die Prothese drückt oder wehtut, sollte der Patient in jedem Falle seinen Zahnarzt aufsuchen, um ihren korrekten Sitz prüfen zu lassen. Grundsätzlich gilt: Auch die Dritten brauchen Pflege - und der halbjährliche Kontrollbesuch beim Zahnarzt ist genauso wichtig wie zuvor. Wird die Prothese zu selten überprüft, ist ein optimaler Sitz nicht gewährleistet. Es besteht dann die Gefahr einer chronischen Entzündung der Schleimhaut. Wird sie nicht rechtzeitig behandelt, kann sich die Entzündung auf den gesamten Mundbereich ausdehnen und schließlich auch innere Organe wie Herz und Lunge in Mitleidenschaft ziehen. Passt die Prothese nicht mehr richtig, wirkt sich das außerdem ungünstig aufs Essverhalten aus. Wenn das Kauen Beschwerden bereitet, werden feste Nahrungsmittel und Rohkost schließlich gemieden. Das beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit, mit dem Spaß am Essen geht auch Lebensqualität verloren.

Nach jeder Mahlzeit putzen

Die “Dritten” können zwar nicht an Karies erkranken. Dennoch müssen auch sie sorgfältig gepflegt werden - eine unzureichende Reinigung reduziert schon bald den Tragekomfort der Prothese erheblich. Bakterielle Beläge am Zahnersatz begünstigen Entzündungen im Mund, die die Schleimhaut schädigen und Schmerzen verursachen können. Zahnprothesen sollten nach jeder Mahlzeit gereinigt werden. Das ist ohne weiteres mit der normalen Zahnbürste möglich. Etwas effektiver und leichter zu handhaben sind spezielle Prothesenzahnbürsten. Besser als eine normale Zahncreme eignet sich ein Prothesen-Zahngel. Zur Reinigung wird der Zahnersatz aus dem Mund genommen. Vor dem Wiedereinsetzen der Prothese sorgt die Anwendung einer Mundspüllösung für ein frisches Gefühl. Bilden sich trotz regelmäßiger Pflege hartnäckige Ablagerungen auf den Dritten, sollten diese in der Zahnarztpraxis entfernt werden. Ob die Prothese auch im Schlaf getragen werden sollte, entscheidet der Zahnarzt. Rät er dazu, die Dritten herauszunehemen, sollten Sie sie über Nacht in einem Glas sauberem Wasser aufbewahren.

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Bürsten gegen Bakterien

Auf Zähnen, Zahnfleisch und Zunge siedeln mehr als 700 Bakterien-Arten. Die meisten Keime sind harmlos oder sogar nützlich. Manche können jedoch großen Schaden anrichten - wenn die Mundhygiene vernachlässigt wird.

Ein Platz für Keime : Unsere Mundhöhle bietet Bakterien ein wahres Schlaraffenland. Tropische Temperaturen, ständige Feuchte, zahllose Schlupfwinkel zwischen den Zähnen und auf der Zunge sowie regelmäßige Mahlzeiten sorgen für eine Bevölkerungsexplosion - täglich wachsen zwischen Lippen und Rachen Milliarden von Mikroorganismen heran. Auf ihren Siedlungsflächen bilden die Bakterien einen so genannten Biofilm: In dieser Lebensgemeinschaft “kommunizieren” die verschiedenen Arten miteinander, organisieren teilweise gemeinsam die Versorgung mit Nährstoffen und die Entsorgung von Abfallprodukten.

In den Schluchten der Zunge

Die meisten Keime siedeln in den Krypten auf dem Zungenrücken. Diese schluchtartigen Vertiefungen bieten optimalen Schutz und ständig Nahrung - an jeder einzelnen Schleimhautzelle drängeln sich hier bis zu 100 Bakterien. Wer unten keinen Platz findet, weicht nach oben aus, auf die Papillen; diese warzenartigen Erhebungen nehmen unter anderem Geschmachsreize wahr. Vermengt mit abgestorbenen Schleimhautzellen, Nahungsresten, Speichel und weißen Blutkörperchen bilden die Keime auf der Zunge einen pelzigen Belag. Er kann sich leicht zum Verursacher von Mundgeruch entwickeln. Gegen schlechten Atem hilft daher  in vielen Fällen ein Zungenreiniger, mit dem die Bakterien einmal täglich vom Zungenrücken abgeschabt werden. Die bakterielle Besiedlung der Schleimhäute im Mund stellt für den Körper in aller Regel kein Problem dar. Im Gegenteil: Viele Mitglieder der Lebensgemeinschaft Biofilm schützen das Gewebe vor Eindringlingen und unterstützen das Immunsystem. Krankheitserreger haben es zudem auf der Schleimhaut schwer, da sich deren Zellen rasch erneuern. Ganz anders sieht es an der Zahnoberfläche aus - der Schmelz ist zwar sehr hart, aber nicht zur Erneuerung fähig. Schädliche Keime können hier schnell einen Biofilm bilden, der sich innerhalb weniger Stunden zu einem geschlossenen Bakterienrasen entwickeln kann.

Klebrige Plaque 

Mit Zahnbürste, Zahnseide und Zwischenraumbürstchen werden bakterielle Biofilme auf mechanische Weise von den Zahnoberflächen entfernt. Das funktioniert am besten, wenn die Mikroorganismen wenig Zeit hatten, um am Schmelz Plaque zu bilden. Insbesondere Streptokokken sind in der Lage, schnell einen hartnäckigen Zahnbelag entstehen zu lassen. Die Hauptverursacher von Karies nutzen dazu einen Trick: Sie setzen den in der menschlichen Nahrung enthaltenen Zucker zu großen, langkettigen Kohlenhydraten zusammen. Diese Vielfachzucker ummanteln die Bakterien und dienen ihnen nicht nur als Nahrungsreserve - - die klebrigen Kohlenhydrate verfestigen zudem die Plaque und erschweren damit deren Entfernung mit der Zahnbürste. Deshalb ist das tägliche Putzen so wichtig: Erfolgt die Reinigung zu selten oder werden Gebissbereiche wie etwa die Zahnzwischenräume regelmäßig vernachlässigt, können speziell Karieserreger rasch einen stabilen Belag bilden, der sich mit den Mittel der häuslichen Mundhygiene nicht mehr beseitigen lässt.

Angriff aufs Zahnfleisch 

Durch regelmäßige Zahnpflege kann der Mensch die “Evolution” in seiner Mundhöhle positiv beeinflussen. Denn das Bürsten und Fädeln bekämpft jene Mikroorganismen, deren unkontrollierte Vermehrung gesundheitliche Probleme schafft. So lassen sich insbesondere die Verursacher von Zahnfleischentzündungen relativ leicht von den Zahnoberflächen entfernen. Anders als die kariesauslösenden Kokken können sie nicht so bald fest anhaftende Plaque bilden. Dennoch leiden rund 80 Prozent der Erwachsenen in Deutschland unter einer Zahnfleischentzündung ( der Zahnarzt spricht von Gingivitis ). Eine wesentliche Ursache dürfte sein, dass die Reinigung der Zahnzwischenräume von vielen Menschen vernachlässigt wird. Werden die Gingivitis-Erreger hier längere Zeit in Ruhe gelassen, können sie sich krankhaft vermehren und das Zahnfleisch angreifen.

Wenn es beim Putzen blutet 

Typisches Symptom einer Gingivitis ist rotes, geschwollenes und empfindliches Zahnfleisch, das beim normalen Putzen oder bei der Anwendung von Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen blutet. Auch ein anhaltend schlechter Atem oder unangenehmer Geschmack im Mund sind häufig Folge einer Zahnfleischentzündung. Wird nichts gegen die Gingivitis unternommen, kann sie sich zur Parodontitis verschlimmern: Die Entzündung breitet sich im gesamten Zahnbett aus und greift schließlich sogar den Knochen an - die befallenen Zähne verlieren ihren Halt. Werden die Zähne oder einzelne Gebissbereiche nicht regelmäßig geputzt, können sich schädlich Bakterien dort schnell vermehren - unter Umständen entzündet sich das Zahnfleisch an den befallenen Stellen bereits nach einer Woche.

Zahnzwischenräume nicht vergessen 

Ohne Unterstützung von außen haben die Abwehrzellen nur geringe Chancen, dem Ansturm der Erreger dauerhaft standzuhalten. Die Bürste bringt’s: Wird der Belag am Zahnfleischsaum konsequent mechanisch attackiert, klingt eine Gingivitis schon nach wenigen Tagen wieder ab. Unterstützend hilft der Zahnarzt - bei einer professionellen Zahnreinigung in der Praxis werden alle Beläge und damit die Auslöser von Zahnfleischentzündungen gründlich beseitigt. Um einer erneuten Infektion vorzubeugen, kommt es ganz entscheidend darauf an, bei der täglichen Mundhygiene auch an die Zahnzwischenräume zu denken. Sie werden jedoch viel zu oft vergessen: Das zeigt der auffallend niedrige Verbrauch von Zahnseide und Zwischenraumbürsten in Deutschland. So müsste der Konsum von Zahnseide etwa 40 Mal höher sein, würden die Zwischenräume den zahnärztlichen Empfehlungen entsprechend häufig und intensiv gereinigt.

Zahnseide oder Mundspüllösung 

Ist das Zahnfleisch noch nicht zurückgewichen und stehen die Zähne normal nebeneinander, ist Zahnseide das Hilfsmittel der Wahl, um Beiträge aus den den Zwischenräumen zu entfernen. Für Ungeübte und bei eng stehenden Zähnen erleichtert gewachste Zahnseide das Einführen. Hilfreich für Erstverwender und Kinder kann Zahnseide im Halter sein. Ist der Anwender etwas routinierter, empfiehlt sich wegen des besseren Putzeffekts ungewachste Seide.Wer Schwierigkeiten im Umgang mit Zahnseide hat, kann zur Not auf eine Mundspülung zurückgreifen. Nach einer aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest (Zeitschrift “test”, Heft 2/2010) können mehrere Produkte bei täglicher Anwendung effektiv zur Zahnpflege beitragen: Die Note “gut” sowohl beim Schutz vor Karies als auch vor Gingivitis erhielten Chlorhexamed Zahnfleisch-Schutz Mundspül-Lösung, Meridol Mundspül-Lösung, One Drop Only Mundspüllösung Zx3 und Sensodyne Zahnspül-Lösung für schmerzempfindliche Zähne.

Kleine Bürstchen, große Wirkung

Sind die Zahnzwischenräume bereits größer, werden sie am besten mit Interdentalbürstchen gesäubert. Ihre mikrofeinen Borsten sind bezüglich der Effektivität allen anderen Hilfsmitteln zur Reinigung der Zahnzwischenräume überlegen. Interdentalbürsten sind im Prinzip leicht anzuwenden - einfach behutsam in den Zwischenraum einführen und vorsichtig mehrfach hin und her bewegen. Wichtig ist jedoch die Wahl der richtigen Größe: lässt sich das Bürstchen nur unter Krafteinsatz in die Lücke schieben, ist es zu groß. Besteht andererseits zu viel Spielraum, erfolgt keine optimale Reinigung. Im Zweifel hilft der Zahnarzt - er kann seinem Patienten genau sagen, welche Zwischenraumbürste für ihn geeignet ist.

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Die synthetische Alternative ohne biologische Vorgeschichte

Die Entwicklung von Knochenersatzmaterialien hat in den letzten Jahren stark zugenommen, da bei fast jedem 2. Patienten von einer Implantation aufgrund starker Kieferkammatrophie ein Knochenaufbau nötig ist. Den Anwendern steht mittlerweile eine Vielzahl an Knochenersatzmaterialien organischen oder anorganischen Ursprungs zur Verfügung. Nach ihrer Herkunft werden sie in autologe, xenogene oder alloplastische Materialien unterteilt.

Neben dem autologen Knochen als sog. Goldstandart entscheiden sich inzwischen viele Anwender auch für alloplastische/vollsynthetische Produkte, wie beispielsweise Materialien auf Hydroxylapatitbasis. Diese bergen keinerlei potenzielles Infektions-oder Allergierisiko und können allein oder auch in Kombination mit autologem Knochen appliziert werden. Die synthetischen Hydroxylapatite früherer Generationen zeigten allerdings wegen ihrer geringen Porosität oft unzureichende biokompatible Eigenschaften. Moderne Hydroxylapatite, können inzwischen in einer Struktur hergestellt werden, die dem menschlichen Knochen genauestens nachempfunden sind. Diese Materialien sind ist als biokompatible, stabile Knochenersatzmaterialien für die MKG-Chirurgier, Implantologie und Parodontologie zur Auffüllung größerer Defekte entwickelt worden und stellen so als synthetisches Hydroxylapatit eine zeitgemäße Alternative zu Hydroxylapatiten allogenen oder xenogenen Ursprungs dar. Aufgrund moderner Herstellungsverfahren sind diese Produkte biokompatibel, ermöglichen so eine schnelle Osseointegration und damit ein stabiles Implantatlager. Dazu liegen jetzt erste Ergebnisse einer Großstudie mit Schafen vor, die nach 3 Monaten eine gute Durchdringung des syntetischen Hydroxylapatits mit neugebildetem Knochen zeigen. Sowohl in der Peripherie des Defekts als auch zentral in einer Geflechtknochenbildung um die Partikel und in deren Poren in Kombination mit einem hohen Maß an direktem Knochen-Partikelkontakt sichtbar. Die Partikel zeigen sowohl nach 1 als auch nach 3 Monaten einen stimulierenden Effekt auf die Osteoblastenaktivität, Matrixmineralisation und Knochenbildung an ihrer Oberfläche.Dabei ist die Osteokalzinexpression in den mit Partikeloberfläche in Kontakt stehenden Markräumen stark ausgeprägt. Somit zeichnet sich das synthetische Hydroxylapatit nach 3 Monaten Implantationszeit durch eine sehr gute Osteokonduktion aus, was auch in Mikro-CT-Bilder gut erkennbar ist. Die bisherigen histologischen Auswertungen zeigen, dass die Hauptvorderung an ein Knochenersatzmaterial, gute Osseokonduktion und Osseointegration, von vollsynthetischen Hydroxylapatit erfüllt wird. Darüber hinaus bringt es aufgrund seiner syntetischen Herstellung keine Risiken für Infektionen oder Allergien, wie sie bei Materialien biologischen Ursprungs potenziell immer bestehen können. Für Anwender und Patient bedeutet das mehr Sicherheut und Transparenz.

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Herstellung von Knochenersatzmaterialien humanen Ursprungs

Bei diesem Verfahren  zur Reinigung, Konservierung und Sterilisation von Spendergeweben werden alle Anforderungen an die Gewerbesicherheit und Verwendbarkeit berücksichtigt. Das mehrstufige Herstellungsverfahren konserviert das Binde-und Stützgewebe mit dem Ziel, Biomechanik, Regenerationsfähigkeit und Umbaubarkeit des Materials zu erhalten bei gleichzeitiger Entfernung von Antigenität und Infektiösität.

In der augmentativen Implantologie/Chirurgie ist autologer Knochen(eigener Knochen) weiterhin als Goldstandart beschrieben, allerdings mit den bekannten Nachteilen eines zusätzlich notwendigen chirurgischen Entnahmeeingriffs. Neben dem autologen Knochen stehen inzwischen eine Vielzahl von Knochenersatzmaterialien zur Verfügung, die sich klinisch und wissenschaftlich als geeignete Alternativen bewiesen haben. Bei allogenen Knochenersatzmaterialien dient als Ausgangsmaterial humanes Knochengewebe. Die Gewebeentnahme und vor allem die anschließende Aufbereitung erfolgen nach einem strengen Verarbeitungsprotokoll. In Deutschland ist die Prozessierung von humanen Geweben im Arzneimittelgesetz geregelt, sodass die zugelassenen Produkte als Arzneimittel klassifiziert sind. Das validierte Verfahren ist seit über 35 Jahren in der Medizin zur Aufbereitung von humanen Binde-und Stützgewebe etabliert. Bisher wurden über 3 Mio. Transplantate verwendet. In mehreren Prozessschritten wird das Spendermaterial gereinigt, sodass alle unerwünschten Zell-und Gewebereste aus dem Transplantat entfernt sowie Viren und Bakterien zerstört werden. Der potenzielle Spender wird im 1. Schritt serologisch auf verschiedene übertragbare Krankheiten getestet und in einem umfangreichen Anamnesebogen bewertet. Anschließend erfolgt die Entfettung des Gewebes mit Aceton, wobei bereits Viren und Prionen um 2log inaktiviert werden. Bei der folgenden osmotischen Behandlung in hypo-und hyperosmolaren Salzbädern werden die Zellwände vorhandener Bakterien und Zellen zerstört und das exponierte Material ausgewaschen, resultierend in einer weiteren Reduktion der Antigenität. Eine oxidative Behandlung mit 3%igem Wassersoffperoxid denaturiert verbliebene nicht kollagene Proteine, reduziert  die Antigenität und inaktiviert mögliche virale Bestandteile. Nach Lösungsmitteltrocknung mit Aceton erfolgt abschließend die Strahlensterilisation der Präparate. Die ursprünglche biomechanische Eigenschaften des Ausgansmaterials werden bei dem Verfahren nicht verändert, wie unterschiedliche biomechanische Studien an Hart-und Weichegewebe gezeigt haben. Gleichzeitig besitzt das Material keine antigenen Eigenschaften mehr und ruft keine Abwehrreaktionen hervor. Das Verfahren ist bisher in einer Vielzahl von Puplikationen beschrieben und beurteilt worden. Zahlreiche Untersuchungen von unabhängigen Institutionen belegen die Effizient der Verfahren zur Inaktivierung von Prionen, Viren und Bakterien. Gleichzeitig werden die Festigkeit des Gewebes und seine Biokompatibilität beibehalten. Dabei gilt festzuhalten, dass allogenes Knochenersatzmaterial ( Aufbereitung in dem beschriebenen Verfahren) volumenstabil ist und lediglich eine Platzhalterfunktion einnimmt. Nach 4-6 Monaten ist das Material nahezu vollständig zu körpereigenem Knochen umgebaut.

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Fissurenversieglung - Wirksamer Kariesschutz für den Zahn

Karies - Gefahr für die Zähne !

Karies zerstört den Zahn

Karies ist eine Zahnkrankheit, in deren Verlauf die Zahnsubstanz durch Säureeinwirkung Zug um Zug zerstört wird. Die Säuren stemmen überwiegend von Bakterienstämmen, die den Mundraum besiedeln und die aufgenommene Nahrung (Kohlenhydrante-Zucker) zu Milchsäure vergären. Da sich diese Bakterien direkt auf der Zahnoberfläche in Zahnbelägen befinden, kann die produzierte Säure sofort den Zahn angreifen. Nahezu alle Menschen haben je nach individueller Konstitution mehr oder weniger “Kariesbakterien” im Mundraum. Der menschliche Organismus ist auf diese Gefahren vorbereitet. Durch den Speichel werden die von den Bakterien produzierten Säuren neutralisiert und die angegriffene Zahnsubstanz wieder repariert. Dieses natürliche Gleichgewicht aus Zerstörung und Wiederaufbau der Zahnsubstanz kommt aus der Balance, wenn z.B. durch ungenügende Zahnhygiene ( Ausbreitung von Zahnbelägen ) die Menge an Plaquebakterien zunimmt und damit die Säurebelastung steigt.

Die Zahnreinigung hat Grenzen

Selbst eine gute häusliche Zahnreinigung erreicht nicht alle Zahnflächen. Insbesondere die Kauflächen der großen Backenzähne (Molaren), auch aber Front- und Eckzähne sind von spaltartigen kleinen Furchen (Fissuren) und/oder rundlichen Vertiefungen (Grübchen) durchsetzt. Hier bleibt die Zahnbürste wirkungslos, so dass sich Zahnbeläge bilden und Bakterien ungestört ansiedeln können - beste Bedingungen für eine Karies.

Die Fissurenversieglung

Die Idee der Fissurenversieglung ist es, die Furchen und Grübchen mit einem Füllmaterial zu verschließen. Dadurch werden zerklüftete Zahnreliefs geglättet, Angriffsanflächen für die Karies reduziert und es entsteht eine für die Zahnbürste gut zu reinigende Zahnoberfläsche. Als Versiegler kommen heute überwiegend dünnfließende kunststoffbasierte Materialien zum Einsatz, die nach dem Auftragen am Zahn entweder chemisch oder unter sichtbarem Licht aus sogenannten Polymerisationslampen aushärten. Am Beginn einer Behandlung steht immer eine Untersuchung des Zahnes auf bereits vorhandene Karies, um eine unbeabsichtigte Versieglung kariöser Fissuren zu vermeiden (die Karies könnte sich unter der Versieglung weiter ausbreiten und den Zahn zerstören). Sind die Fissuren kariesfrei, kann der Zahn sofort versiegelt werden. Wird dagegen Karies festgestellt, hängt es von der Ausdehnung der befallenen Areale ab, ob eine sogenannte erweiterte Fissurenversieglung (Fissuren werden “aufgebohrt”, kariöses Zahnmaterial wird entfernt) oder eine Füllungstherapie angezeigt ist.

Lebensdauer von Fissurenversiegelungen

Versiegelungen halten im allgemeinen 7-10 Jahre, wobei diese Angabe eher als ein statstischer Wert verstanden werden muss. Im Einzelfall kann eine Versieglung durchaus 20 Jahre halten. Andererseits besteht selbst bei sorgfältiger Arbeit besonders in den ersten 6 Monaten ein erhöhtes Risiko, die Versieglung zu verlieren. Deshalb sollte nach dieser Zeit immer eine Nachkontrolle erfolgen. Im Falle einer Materialverlustes kann ohne Probleme nachversiegelt werden.

Wann sollte versiegelt werden ?

Überall dort, wo sich Zahnbeläge ablagern können, steigt die Kariesgefahr. Dennoch müssen nicht gleich wahllos alle Zähne versiegelt werden. Die Frage, wann eine Versieglung sinnvoll ist, orientiert sich an Ihrem individuellen Kariesrisiko. Wir empfehlen Versieglungen bei

  • gefährdeten Fissuren und Grübchen an Milch- und bleibenden Backenzähnen, Einstülpungen an den Innenseiten von Front- und Eckzähnen
  • schwer zu reinigende Zahnflächen (zerklüftetes Zahnrelief)
  • andere ausgeprägte Kariesrisikofaktoren (z.B. kieferorthopädische Apparaturen, Mundtrockenheit)

Empfehlung

Fissurenversiegelung bei Milchzähnen

Milchzähne sind nicht so widerstandfähig wie bleibende Zähne. Deshalb ist der Schutz der empfindlichen Milchzähne wichtig und sinnvoll. Milchzähne sind Platzhalter für die bleibenden Zähne. Ein vorzeitiger Milchzahnverlust kann beim Zahnwechsel dazu führen, dass bleibende Zähne falsch durchbrechen und es zu Zahnfehlstellungen kommt. Eine Fissurenversiegelung ist vor allem dann anzuraten, wenn ein hohes Kariesrisiko besteht und die Zähne tiefe Fissuren aufweisen.

 Fissurenversiegelung bei Jugendlichen

Karies an den Kauflächen ist die häufigste Form der Karies bei Kindern und Jugendlichen. Deshalb ist eine Fissurenversieglung der bleibenden Zähne in diesem Alter besonders sinnvoll. Wichtig ist, dass die Zähne möglichst zeitnahe nach dem vollständigen Durchbruch versiegelt werden, damit sich Karies gar nicht erst entwickeln kann.

Fissurenversiegelung bei Erwachsenen

Die zahnmedizinische Forschung hat den positiven Effekt den Fissuresversiegelung überwiegend für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen herausgearbeitet. Für die Gruppe der Erwachsenen fehlt umfangreiches Datenmaterial. Dementsprechend unentscheiden ist das Meinungsbild unter Fachleuten zum Nutzen der Fissurenversiegelung bei Erwachsenen. Einerseits wird argumentiert, dass ein Zahn, der im Erwachsenenalter noch kariesfrei ist, seine Widerstandfähigkeit bereits bewiesen hat und eine Versiegelung unnötig sei. Andererseits ist es unstrittig, dass die Schaffung glatter, gut zu reinigender Zahnpberflächen (Reduktion von Zahnbelag) vorteilhaft für die Mundhygiene ist. Wir empfehlen besonders den jüngeren Erwachsenen (kariesfreier Zahn, zerklüftes Zahnrelief), im Gespräch mit dem Zahnarzt den möglichen Nutzen einer Fissurenversiegelung zu prüfen.

Behandlungsablauf

1. Untersuchung

Am Beginn einer Behandlung steht immer die Untersuchung der Fissuren auf bereits vorhandene Karies. Ein Problem dabei ist die sogenannte “versteckte Karies”, die sich unter der Zahnoberfläche entwickelt und für den Zahnarzt nur schwer zu erkennen ist. Im Zweifel müssen Röntgenaufnahmen abgefertigt und/oder spezielle Messungen durch geführt werden, um eine Diagnose stellen zu können.

 2. Reinigung der Fissuren

Zuerst müssen die zu versiegelnden Fissuren gereinigt werden. Anhafte Zahnbeläge werden wahlweise mit Pulvergeräten, rotierenden Bürsten oder sonstigen geeingten Instrumenten entfernt.

3. Trockenlegung und Vorbereitung

Nach der Reinigung wird der Zahn trockengelegt und dann mit Phosphorsäure-Gel angeätzt. Das schafft eine rauhe Oberfläche, auf der das Versiegelungsmaterial gut haften kann.

4. Versiegelung

Ist der Zahn vorbereitet, wird das Versiegelungsmaterial aufgebracht und durch Belichtung mit einer Halogenlampe ausgehärtet (Lichtpolymerisation). Es erfolgt eine kurze Politur, um nicht ausgehärtet Reste des Versieglers zu entfernen. Danach wird der Zusammenbiss kontrolliert und ggf. überschüssiges Versiegelungsmaterial mit feinen Bohrern “wegpoliert”.

5. Fluoridierung

Der Zahn word fluoridiert, um die angeätzten , aber nicht versiegelten Bereiche zu remineralisieren.

6. Wichtig : Nachkontrolle

Eine Fissurenversiegelung sollte 4-6 Monate nach der Behandlung kontrolliert werden, da sich evtl. Beschädigungen meist in diesem Zeitraum zeigen. In solchen Fällen kann problemlos nachversiegelt werden.

Die Behandlung

Die Fissurenversiegelung ist im Vergleich zum Legen einer Füllung ein weniger zeitintensives Procedere. Die Behandlung dauert in der Regel nur wenige Minuten und ist normalerweise schmerzfrei.

Wann kann nicht versiegelt werden?

 Während der Behandlung muss der Zahn  für kurze Zeit trockengelegt werden. Ist eine Trockenlegung der Fissur nicht möglich (Kinder: unvollständige durchgebrochene Zähne, mangelnde Mitarbeit), muss auf die Versiegelung verzichtet werden.

Risiken & Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind extrem selten. Weltweit wurden nur wenige ernsthafte Fälle beschreiben (Allergien gegen das Versiegelermaterial).

Mundhygiene bleibt wichtig!

Die Fissurenversiegelung beseitigt einige, aber nicht alle Angriffspunkte für die Karies. Sie ersetzt daher nicht die tägliche Zahnreinigung! Auch die regelmäßige Kontrolluntersuchung ist wichtig, um frühzeitig Schäden an der Versiegelung zu erkennen unf ggf. die Fissur nachzuversiegeln.

Die Wirksamkeit der Fissurenversiegelung ist wissenschaftlich belegt.

Die Fissurenversiegelung ist seit langem eine bewährte Methode oder Kariesvorbeugung. Der kariesschutz Effekt ist  wissenschaftlich belegt: “Bis zu 90% aller versiegelten Molaren (Backenzähne) lassen sich vor einem kariösen Befall schützen. Seit die Fissurenversiegelung 1993 Kassenleistung wurde, die ist Zahl der Behandlungen stark angestiegen. Heute haben 71,7%  der 12-jährigen Kinder mindestens einen versiegelten Zahn. Den Erfolg dieser Maßnahme zeigen auch die Daten der aktuellen Deutschen Mundgesundheitsstudie. Bei Kindern ohne Versiegelung waren mit durchschnittlich 1,1 Zähnen fast doppelt so viele Zähne von Karies befallen als bei Kindern mit Versiegelung (0,6 Zähne).

Kosten und Kassenleistung

Die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Fissurenversiegelung unter folgenden Bedingungen:

  • nur bei 6-17jährigen  Patienten
  • nur an bleibenden Zähnen 6 und 7
  • nur an einer Fläche pro Zahn

Versiegelungen an Milchzähnen und allen anderen bleibenden Zähnen müssen Privat bezahlt werden.

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Gesunde Zähne für Mutter und Kind

Vor der Schangerschaft

Ein Kind wird erwartet - Denken Sie jetzt auch an ihre Zähne !                                                      Wenn ein Kind erwartet wird, ist das ein Grund zur Freude. Wer denkt da sofort an seine Zahngesundheit. Und doch: Wenn es um die Gesundheit von Mutter und Kind geht, gibt es aus zahnmedizinischer Sicht einige Punkte zu beachten, um eine optimale Entwicklung zu fördern. Das betrifft die rechtzeitige Prophylaxe, die Zahnpflege und die Frage, welche Behandlungen während der Schwangerschaft besser unterbleiben sollten. Deshalb haben wir Ihnen nachfolgend einige Tipps zusammengestellt.

Was ihr Zahnarzt für Sie tun kann:

Vor der Schwangerschaft:

- Kontrolltermin vereinbaren: Zähne und Zahnfleisch in Ordnung bringen lassen, um Behandlungen während der Schwangerschaft zu vermeiden.                                                                                                                                                   

- Plaquetest durchführen lassen, um unsichtbare Zahnbeläge, die Karies auslösen können, zu erkennen                                                                                                                                                                

- Eine Professionelle Zahnreinigung entfernt gründlich hartnäckige Zahnbeläge und vermindert die Kariesgefahr:

Checkliste Schwangerschaftsvorsorge

- Karies entfernen: Wenn mit einem kariesfreien Gebiss in die Schwangerschaft starten, vermeiden Sie effektiv spätere Behandlungen.                                                                                          

- Zahnbeläge entfernen: Lassen Sie eine professionelle Zahnreinigung durchführung - hier werden hartnäckige Zahnbeläge auch an schwierigen Stellen entfernt und das Kariesrisiko sinkt.                                                                                                                                                                     

- Paradontitis behandeln: Paradontitis (im Volksmund: Paradontose) erhöht das Risiko von Frühgeburten und zu geringen Geburtsgewicht. Lassen Sie eine Paradontitis unbedingt behandeln.                                                                                                                                                             

- Zahnfüllungen überprüfen und gegebenenfalls erneuern: Ältere Füllungen können mit der Zeit “undicht” werden. Über winzige Spalten zwischen Zahn und Füllung können dann Bakterien eindringen und Karies auslösen. Ein Ausbohren von Amalgamfüllungen ist wegen der damit verbundenen Quecksilberbelastung während der Schwangerschaft nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen zu empfehlen.                                                                                                        

 - Kronen, Brücken, Veneers: Wenn Sie Zahnersatz benötigen, schließen Sie die Behandlung möglichst bis zum Beginn der Schwangerschaft ab.

Während der Schwangerschaft

Mundhygiene ist immer wichtig                                                                                                                   

Durch den veränderten Hormonspiegel in der Schwangerschaft wird das Zahnfleisch stärker duchblutet und es kann zu Schwellungen, Entzündungen und Zahnfleischbluten kommen. Achten Sie jetzt besonders penibel auf Ihre Mundhygiene! Benutzen Sie weiche Zahnbürsten, um das Zahnnfleisch nicht unnötig zu reizen. Reinigen Sie die Zahnzwischenräume täglich mit Zahnseide, damit bakterieller Zahnbelag vermieden wird. Zusätzlich können Sie fluoridhaltige Mundspülungen verwenden, um die Remineralisation Ihrer Zähne zu unterstützen.

Erbrechen                                                                                                                                                                   

Viele Schwangere leiden in den ersten Monaten unter Übelkeit ud Bruchreiz. Beim Erbrechen gelangt aggressive Magensäure an die Zähne. Greifen Sie jetzt NICHT sofort zur Zahnbürste. Der durch die Säure angeätzte Zahnschmelz kann durch die Bürstenbewegungen abgetragen und beschädigt werden. Spülen Sie den Mund mit Wasser aus und warten Sie ab, bis sich der Zahnschmelz regeneriert hat. Nach ca. einer halben Stunde können Sie dann gefahrlos Zähne putzen.

Auf die Ernährung achten!                                                                                                                                 

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle in der Schwangerschaft. Durch die Veränderung der Essgewohnheiten (z.B. Heißhunger auf Süßigkeiten) wächst die Kariesgefahr. Der aufgenommene Zucker wird von Bakterien in der Mundhöhle in Säure verwandelt, die dann die Zahnsubstanz zersetzt. Da Zucker die Nahrungsgrundlage für die “Kariesbakterien” ist, führt ein erhöhter Zuckerkonsum zu deren Vermehrung und in der Folge zu mehr Säurebelastung für die Zähne. Doch keine Sorge: Sie müssen nicht gänzlich auf Süßigkeiten verzichten. Essen Sie Süßes zu den Hauptmahlzeiten, nach denen Sie die Zähne putzen. Vermeiden Sie aber das häufige Naschen “zwischendurch”, um die Zähne vor langandauernder Säurebelastung zu schützen.

Eine bewusste Ernährung ist auch für Ihr Kind sehr wichtig. Die Zahnentwicklung beginnt bereits im Mutterleib. In der 8. - 10. Schwangerschaftswoche entwickeln sich die Anlagen für die künftigen Milchzähne. Achten Sie deshalb auf eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse, die nicht zuletzt auch eine ausreichende Versorgung mit Mineralien für die Zähne des Kindes sichert.

Was Ihr Zahnarzt für Sie tun kann:

Während der Schwangerschaft:                                                                                                         

Auch während der Schwangerschaft sind Zahnbehandlungen möglich. Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach schonenden Behandlungsmethoden.

Nach Durchbruch der ersten Zähne:                                                                                             

Ein erster Vorsorgetermin ohne Spritzen und Bohren ermöglicht dem Kind eine angstfreie “Erkundung” des Praxisumfeldes und Ihr Zahnarztwird Ihnen wertvolle praktische Tipps für die Babyzahnpflege geben. Nutzen Sie auch die weitergehenden Vorsorgetermine, damit frühzeitig Probleme wie Zahnfehlstellungen oder Karies erkannt werden können. Übrigens: Vorsorgetermine werden von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Die ersten Zähnchen

Stillen ist für den Säugling die beste Ernährung in den ersten Lebensmonaten. Die Muttermilch enthält alles, was Ihr Kind braucht und passt sich in ihren Inhaltsstoffen dem Lebensalter des Kindes an. Aus zahnmedizinischer Sicht ist Stillen auch vorteilhaft für die Entwicklung des Kiefers und der Kaumuskulatur, denn der Säugling muss intensive Mundbewegungen ausführen, um an die Milch zu gelangen. Wenn Sie Flaschennahrung geben wollen/müssen, dann achten Sie auf Sauger, dei dem Kind das Trinken nicht zu leicht machen.

Zahnreinigung vom ersten Tag an                                                                                                                       

Der erste Milchzahn zeigt sich nach etwa 6 Monaten. Dann brechen bis zum Alter von 2 Jahren nach und nach alle anderen Zähne durch. Die Durchbruchzeiten können jedoch auch erheblich differieren. Milchzähne besitzen einen weichen, noch nicht vollständig ausgereiften Zahnschmelz und sind besonders anfällig für Karies. Deshalb ist tägliche Zahnpflege vom ersten Zahn an besonders wichtig. Reinigen Sie die kleinen Zähnhen mit einer weichen Finger- oder Kinderbürste.

Zahnkiller Zucker                                                                                                                                                      

Mit dem Durchbrechen der ersten Zähnchen beginnt auch meist die Zeit des Abstillens und des Zufütterns von Breien und Getränken. Eine Gefahr für die Milchzähne sind vor allem zuckerhaltige Getränke. Verzichten Sie am besten ganz auf gesüßte Tees. Bei Obstsäften ist Vorsicht angeraten, da selbst bei Etikettierungen wie “ohne Zuckerzusatz” Fruchtzucker enthalten sein kann. Übrigens: Auch Säuren aus Obstsäften greifen die Zähne an.

Verhindern Sie das Dauernuckeln!                                                                                                              

Zähne besitzen ein natürliches Regenerationspotential, das aber durch spezielle Essgewohnheiten und Ernährung überfordert werden kann. Das Dauernuckeln zuckerhaltiger Getränke führt zu einer Langzeitbelastung der Zähne und verhindert die Remineralisation des schützenden Zahnschmelzes. Kariesschäden werden so geradezu provoziert.

Fluoride                                                                                                                                                                    

Fluoride unterstützen die Regeneration des Zahnschmelzes und schützen so vor Karies. Aus zahnärztlicher Sicht ist die Gabe von Fluoriden in den ersten 6 Lebensmonaten nicht notwendig. Auch danach werden Fluoridtabletten nur empfohlen, wenn im Haushalt kein fluoridhaltiges Speisesalz und für das Zähneputzen keine fluoridhaltige Zahnpasta verwendet wird.

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn -, Mund- und Kieferheilkundehat Empfehlungen für den Einsatz und die Dosierung zusätzlicher Fluoridierungen veröffentlicht (www.dgzmk.de - Rubrik Patienteninformation). Ratsam ist eine maßvolle Fluoridzufuhr - unter Berücksichtigung möglichst aller Fluoridquellen (Trinkwasser, Zahnpasten, fluoridiertes Speisesalz, Nahrung und Getränke).

Zur Kariesprophylaxe der Milchzähne werden heute lokale Fluoridierungen (v. a. fluoridhaltige Zahnpasten) empfohlen - wegen der effektiven Wirkung durch den direkten Kontakt zum Zahn. Zu den Voraussetzungen der Kariesentstehung zählt das Vorhandensein spezieller Bakterien in der Mundhöhle. Der Säugling besitzt diese Kariesbakterien nicht von Geburt an, sondern erwirbt sie durch “Ansteckung” - meist von den Eltern. Achten Sie also auf die möglichen Infektionsquellen: Lecken Sie niemals den Nuckel des Kindes ab. Verwenden Sie zum Vorkosten von Breien nicht den Kinderlöffel. Jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit Kariesbakterien, aber je länger Sie die Ansteckung des Kindes hinauszögern, desto geringer ist das spätere Kariesrisiko.

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Milchzähne - Was Sie selbst und Ihr Zahnarzt für gesunde Milchzähne tun können.

Gesunde Milchzähne sind wichtig!

Häufig wird die Bedeutung eines gesunden Milchgebisses unterschätzt. Milchzähne seien ja nicht so wichtig, weil sie schon nach einigen Jahren durch die bleibenden Zähne ersetzt werden - so die landläufige Meinung. Aus zahnärztlicher Sicht ist das jedoch falsch. Es gibt gute Gründe, die Pflege der kleinen Zähnchen ernstzunehmen:

Das Milchgebiss

Das Milchgebiss besteht aus 20 Zähnen: pro Kiefer aus 4 Schneidezähnen, 2 Eckzähnen und 4 Milchzähnen. Beim Zahnwechsel wird jeder Milchzahn durch einn bleibenden Zahn ersetzt und es kommen jeweils 6 Mahlzähne (incl. Weisheitszahn) pro Kiefer hinzu.

Milchzähne sind Platzhalter für die bleibenden Zähne. Ein vorzeitiger Milchzahnverlust kann beim Zahnwechsel dazu führen, dass bleibende Zähne “falsch” durchbrechen und es zu Zahnfehlstellungen kommt. Besonders wichtig ist die Erhaltung des zweiten, hinteren Milchbackenzahns. Dieser Milchzahn wird beim Zahnwechsel erst im Alter zwischen 9-11 Jahren ersetzt, wobei schon ab dem 6. Lebensjahr der erste bleibende Backenzahn hinter dem letzten Milchzahn durchbricht. Fehlt nun der Milchzahn, kann der benachbarte, bleibende Zahn in die Lücke hineinwachsen und es kommt zu Fehlstellungen.

Gesunde und vollzählige Milchzähne sind für die sprachliche Entwicklung wichtig und ermöglichen dem Kind eine deutliche Aussprache. So bringen Experten z.B. das Lispeln in Verbindung mit zu früh verlorenen Milchzähnen.

Auf vernachlässigten Milchzähnen bildet sich schnell Zahnbelag, in dem sich Kariesbakterien vermehren und die später durchbrechenden bleibenden Zähne gefährden können.

Die größte Gefahr für Milchzähne ist die Karies (Zahnfäule)

Sowohl Milchzähne als auch bleibende Zähne in den ersten Jahren nach dem Zahnwechsel haben einen noch nicht ausgereiften Zahnschmelz und damit eine empfindliche Zahnoberfläche. Die größte Gefahr für Milchzähne ist die Karies. Bei fortgeschrittener Karies wird Zahnsubstanz irreparabel zerstört. Der Zahnarzt kann den entstandenen Schaden dann nur noch durch Füllungen begrenzen. Ursache von Karies sind oft Verunreinigungen an den Zähnen (Zahnbeläge - Plaque), in denen sich Kariesbakterien ansiedeln. Diese Bakterien “ernähren” sich von Nahrungsresten und scheiden säurehaltige Substanzen aus, die dann den Zahn angreifen.

Milchgebiss und bleibende Zähne:

Bereits im ersten Lebensjahr entwickeln sich Anlagen für einige der bleibenden Zähne. Sie wachsen langsam im Kiefer heran, bis sie schließlichab etwa dem 6. Lebensjahr durchbrechen. Der Zahnwechsel beginnt dann oft mit dem ersten bleibenden Backenzahn, der hinter dem letzten Milchzahn durchbricht, ohne dass dieser herausfallen muss.

Um die Milchzähne Ihres Kindes vor Karies zu schützen, haben Sie zunächst einmal alle Mittel selbst in der Hand. Der Eckpfeiler einer wirksamen Kariesvorbeugung sind:

  • Einhalten einiger Ernährungsregeln
  • Gründliche Zahnreinigung
  • Einsatz von Fluoriden
  • Regelmäßige Zahnarztbesuche

Ernährung - Zahnkiller Zucker

Süße Leckereien sind auch für Kariesbakterien eine besondere Delikatesse. Bereits wenige Minuten nach dem Essen von Süßigkeiten wird der darin enthaltene Zucker zu Säure verarbeitet. Der sonst harte Zahnschmelz wird “angeätzt” und weicher. Das natürliche Mundmilieu des Menschen reagiert jetzt auf solche Angriffe: Mit Hilfe des Speichels werden Säuren neutralisiert und der angegriffene Zahnschmelz remineralisiert (wiederaufgebaut). Dieses natürliche System kommt aber aus dem Gleichgewiht, wenn es oft und langanhaltend mit Zucker belastet wird. Entscheidend ist also nicht, WIEVIEL, sondern WIE OFT Süßigkeiten gegessen werden und WIE LANGE sie auf die Zähne einwirken können. Tipps:

  • Bei Säuglingen Dauernuckeln zuckerhaltiger Getränke aus Saugerflaschen vermeiden (auch Muttermilch enthält Zucker)
  • kein ständiges Naschen zwischendurch
  • keine klebrigen Süßigkeiten
  • keine “Betthupferl” abends nach dem Zähneputzen (vor allem keine Süßigkeiten und Obstsäfte)

Zahnreinigung

Eine gründliche Zahnreinigung beseitigt Zahnbeläge und schränkt so die Ausbreitung der Kariesbakterien ein. Beginnen Sie bereits nach dem Durchbruch der ersten Zähnchen mit der Zahnreinigung. Benutzen Sie dafür spezielle Kinderzahnbürsten oder Fingerzahnbürsten. In dem Maße, wie sich die motorischen Fähigkeiten Ihres Kindes entwickeln, sollten Sie ihm Schritt für Schritt Zahnputzaufgaben übertragen bis hin zum völlig eigenständigen Zähneputzen. Wichtig dabei ist, dass Ihr Kind ein positives Verhältnis zum Zähneputzen entwickelt und es als normalen Bestandteil seines Lebens begreifen lernt. Tipps:

  • ab dem 2. Geburtstag 2mal täglich Zähneputzen - morgens und abends NACH dem Essen
  • fluoridhaltige Kinderzahnpasta verwenden
  • möglichst 3 Minuten putzen
  • alle 6-8 Wochen Zahnbürste wechseln
  • Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt zu Putztechniken und Zahnbürsten beraten

Fluoride

Fluoride hemmen die Schädigung des Zahnschmelzes (Demineralisation) nach dem Essen und unterstützen gleichzeitig der Reparatur angegriffener Zahnoberflächen (Remineralisation). Sie werden deshalb gezielt zur Kariesprophylaxe eingesetzt. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse haben gezeigt, dass Fluoride vor allem lokal durch Anreicherung im Mundmilieu (Speichel, Zahnoberflächen) karieshemmend wirken. Deshalb ist gerade das regelmäßige Zähneputzen kariesvorbeugend. Fluoridtabletten werden dagegen nur noch in besonderen Fällen empfohlen.

Tipps:

  • Bis zum 6. Monat sind keine Fluoridierungsmaßnahmen notwendig
  • als Basisprophylaxe fluoridiertes Speisesalz verwenden
  • die ersten Milchzähne 1mal täglich mit einer erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta putzen (keine Zahnpasten mit Bonbongeschmack, um keinen Anreiz zum Verschlucken zu geben)
  • ab dem 2. Geburtstag 2mal täglich mit Kinderzahnpasta putzen
  • ab dem Schulalter können Zahnpasten mit höherem Fluoridgehalt verwendet werden
  • Fluoridgele,  -lacke und -wässer nur unter zahnärztlicher Kontrolle anwenden

Regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt

Die ersten Besuche beim Zahnarzt beschränken  sich auf die Kontrolle der Zahnstellung und die Einschätzung und Anwendung von Fluoriden. Sollte doch einmal gebohrt werden müssen, dann machen Sie dem Kind keine falschen Versprechungen. Sätze wie “Es tut gar nicht weh” sind fehl am Platze. Sagen Sie die Wahrheit und helfen Sie Ihrem Kind, die Unannehmlichkeiten zu meistern. Sparen Sie nicht mit anerkennenden Worten, wenn die Behandlung vorüber ist.

Vorsorgetermine

1. Termin    6.-8. Monat (nach dem Durchbruch der ersten Milchzähne)

2. Termin    16.-18. Monat (nach dem Durchbruch der ersten Milchbackenzähne)

3. Termin    ca. 30. Monat (wenn das Milchgebiss vollständig ausgebildet ist)

Ab dem 30. Monat werden viertel- bis halbjährliche Kontrolltermine empfohlen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) www.dgzmk.de

Fissuren sind Einkerbungen oder spaltartige Vertiefungen in der Zahnoberfläche, die bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Bei einem stark zerklüfteten Zahnrelief ist es praktisch unmöglich, die Fissuren vorbeugend mit einem Füllungsmaterial versiegelt werden. Es entsteht eine glatte Zahnoberfläche, die weniger kariesanfällig ist. Leider bezahlen die gesetzlichen Kassen nur Fissurenversiegelungen an bleibenden Zähnen.

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Füllungsmaterialien

Die beste Füllung ist die, die nicht gelegt werden muss.

Die Diskussion um Gesundheitsgefährdungen durch Amalgam hält unvermindert an. Das Problem dieser Debatte besteht darin, dass einerseits immer wieder neue Publikationen auftauchen, die auf einen Zusammenhang zwischen Amalgam und Gesundheitsgefährdungen hindeuten, andererseits aber wissenschaftlich anerkannte Belege für konkret durch Amalgam verursachte Krankheitsbilder bislang nicht erbracht werden konnten. Einzig die sehr seltene Amalgamallergie, ist ausreichend belegt. In einer solchen Situation können Spekulationen gedeihen und Amalgamängste aufkommen. Die weitreichenden Facetten der Amalgamdiskussion darzustellen, würde den Rahmen dieses Info Betrags sprengen.

Doch wie soll sich der Patient nun angesichts dieser unbefriedigenden Situation verhalten? Die besten Füllung ist diejenige, die nie gelegt werden muss. Durch konsequente Mundhygiene lassen sich Zahnschäden und damit auch so mache Füllungen vermeiden.

Dieser Beitrag soll als soll eine Orientierungshilfe sein und kann das Gespräch zwischen Patient und Zahnarzt nicht ersetzen. Bei der Auswahl des Füllungsmaterials sind verschiedene Aspekte zu berüchsichtigen : die individuelle Gebisssituation, der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten, ästhetische Ansprüche und nicht zuletzt der Zeit- und Kostenaufwand beim Legen einer Füllung. Das Risiko des Auftretens unerwünschter allgemeiner und lokaler Nebenwirkungen von zahnärztlichen Füllungsmaterialien ist gering, aber nicht völlig auszuschließen.

Für diejenigen, die kein Amalgam wollen, gibt es erfreuliche Entwicklungen: Mit den Komposit-Kunststoffen steht inzwischen eine starke Amalgamalternative als Füllungsmaterial zur Verfügung: Da Amalfamfüllungen die kostenfreie Standardversorgung der gesetzlichen Krankenkassen sind, muss für Kunststofffüllungen je nach Befund privat zugezahlt werden.

Nachfolgend stellen wir Ihnen die für eine hochwertige Versorgung relevanten Füllungsmaterialien vor. Auf die Diskussion von Glasionomerzementen und Kompomeren wird verzichtet, da sie eher als Provisorien bzw. im Milchgebiss Anwendung finden.

Amalgam

  • Zahnärtzliches Amalgam wird durch Vermischen etwa gleicher Teile eines Legierungspulvers und des flüssigen Quecksilber hergestellt. Im Ergebnis entsteht eine eine plastisch formbare Masse, die nach dem Einbringen in das Zahnloch (Kavität)  zu festem Amalgam aushärtet. Seit rund 150 Jahren werden Amalgame für Zahnfüllungen eingesetzt, nicht zuletzt wegen der hervorragenden Materialeingenschaften, der einfachen Verarbeitungstechnik und der geringen Kosten. Abgesehen von der Bioverträglichkeit hat Amalgam aber auch werkstoffbedingte Nachteile:
  • Amalgamfüllungen benötigen aus Stabilitätsgrunden eine Mindestdicke und so muss bei kleinen Kavitäten oft über das eigentliche Kariesloch hinau gesunde Zahnsubstanz weggebohrt werden, um die Füllung stabil legen zu können.
  • Ästhetik (silber-metalische Farbe)

Gesundheitsgefahren durch Amalgam?

Die Zahnärtzlichen Fachangestellten sehen bislang keine Belege für eine Gesundheitsgefährdung durch Amalgamfüllungen. Andererseits können Gefährdungen auch nicht explizit ausgeschlossen werden. Deshalb wird empfohlen, Amalgam in bestimmten Fällen nicht einzusetzten:

  • bei Schwangeren und Stillenden aus vorbeugenden Gesundheitsschutz
  • bei nachgewiesenen Allergien gegen Amalgambestandteile
  • ber Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen

Bei Allergien und schweren Nierenfunktionsstörungen bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen abweichend von der sonstigen Praxis auch die etwas teureren Kunststoffversorgungen. Bei Schwangeren und Stillenden sollten verhandene Amalgamfüllungen möglichst nicht ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen entfernt werden, da beim Ausbohren vermehrt Quecksilber freigesetzt wird. Der Einsatz vom Amalgam im Milchgebiss ist nicht mehr erforderlich. Hier stehen mit Glasionomerzementen und Kompomeren geeignete Alternativen zur Verfügung.

Komposit (Kunststoff)

Komposites sind zahnfarbende Kunststoffe, die in plastischer Form verarbeitet werden. Füllungen werden meist in der sogenannten Mehrschichttechnik ausgeführt:

Zuerst wird das zu füllende Loch leicht angeätzt und ein Haftmittel (Kleber) verteilt. Dann wird das Komposite in dünnen Schichten aufgetragen und Schicht für Schicht unter Lichteinwirkung gehärtet (Polymerisation). Ältere Komposites hatten 3 schwerwiegende Nachteile: 1. Beim Aushärten schrumpfte das Material so sehr, dass es zu Lücken zwischen Füllung und Zahn kommen konnte. 2. Ältere Komposites waren wenig kaudruckbeständig, sodass sie für Füllungen im Seitenzahnbereich schlecht einsetzbar  waren. 3. Sie waren nicht farbstabil. Moderne Komposites haben diese “Kinderkrankheiten” hinter sich gelassen. Was die Werkstoffeigenschaften betrifft, sind Komposites heute auf Augenhöhe mit dem Amalgam. In puncto Ästhetik, Einsetzbarkeit (Front- und Seitenzähne) und Schonung der Zahnsubstanz haben Komposites die Nase vorn. Einziger Wermutstropfen ist die aufwendigere Verarbeitung und der damit verbundene Preis.

Inlays

Inlays sind so genannte Einlagefüllungen. Im Unterschied zu den plastischen Materialien Amalgam und Komposit, die in die Kavität eingebracht werden und dort aushärten, wird die Inlay-Füllung nach den Vorgaben des Zahnarztes im zahntechnischen Labor  gefertigt und anschließend in die Kavität eingeklebt oder zementiert. Das Procedere ist sehr aufwendig und verlangt Zahnarzt und Zahntechniker höchste Präzision in der Ausführung ab.

Inlays können aus Metallen (z.B. Gold) oder aus Keramik gearbeitet sein. Goldinlays sind extrem stabil und langlebig. Nachteilig ist nur die Ästhetik: Gold ist nicht zahnfarben. Wer die Ästhetik aufbessern will, kann das Goldinlay zahnfarben verblenden lassen. Es bleibt aber immer ein dünner Metallrand sichtbar.

Seit einigen Jahren werden auch Inlays aus Keramikmaterial angeboten, die der individuellen Zahnfarbe angepasst werden können und selbst von Zahnärzten kaum von den natürlichen Zähnen zu unterscheiden sind.

Rechliches:

Urteil des Bundessozialgerichts: Krankenkassen sind nicht verpflichtet, den Austauch von Amalgamfüllungen zu bezahlen.Im Oktober 1999 stellte das BSG in einem Grundsatzurteil(Az.:B 1 KR 13/96 R) fest, dass die Krankenkassen den Austausch einer intakten Amalgamfüllung gegen eine andere Art Zahnfüllung nicht bezahlen müssen. Ein Zusammenhang gesundheitlicher Beschwerden mit dem Füllungsmaterial Amalgam sei wissenschaftlich nicht ausreichend nachgewiesen und hypothetisch.

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Bleaching - Zahnaufhellung

Strahlend weiße Zähne

Weiße Zähne gelten als Symbol für Kraft und Gesundheit des ganzen Körpers. Daher wünschen sich viele Menschen strahlend weiße Zähne. Die Zahnmedizin kennt heute verschiedene Verfahren zur Zahnaufhellung - aber wie so oft im Leben gibt es auch hier kein Patentrezept für alle Patienten gleichermaßen. Die Zahnfarbe ist ein individuelles Merkmal des Menschen und kann von verschiedensten Faktoren beeinflusst werden. Daher ist es sinnvoll, VOR jeder Behandlung den Zahnarzt aufzusuchen, um die Gründe für eine Gebissverfärbung ausfindig zu machen. Erst nach einer solchen Diagnose können auch erfolgversprechende Therapien empfohlen werden.

Was sind und wie entstehen Zahnverfärbungen?

Man unterscheidet interne und externe Verfärbungen der Zähne. Interne Verfärbungen entstehen, wenn der Zahn mit verfärbend wirkenden Substanzen durchdrungen wird. Bereits während der Zahnentwicklung des Kinders können sich Farbstoffe in den Zahn einlagern. Auch Erkrankungen wie z.B. Gelbsucht können die Zahnfarbe von Kindern und Jugendlichen verändern. Spätere Ursachen für Farbveränderungen sind z.B. Medikamenteneinnahme (Tetrazyklin), Blut-, Lebererkrankungen oder eine Mangelernährung (Vitamine, Kalzium, Phosphat).

Externe Zahnverfärbungen sind Auflagerungen an der Zahnoberfläsche, die oft durch den Genuß von Tabak, Rotwein, Kaffee oder Tee hervorgerufen werden. Aber auch Medikamente (eisen - oder nitrathaltige Präparate) können Ursache für externe Zahnverfärbungen sein.

Zahnverfärbungen können auch einfach nur altersbedingt sein: Im laufe der Zeit nutzt sich der Zahnschmelz allmählich ab und das darunter liegende gelbliche Dentin schimmert durch. 

Beim Bleaching wird ein Bleichmittel in Kontakt mit den “verschmutzenden” Farbpigmentenam oder im Zahn gebracht. Das Bleichmittel bewirkt über eine chemische Reaktion der Zerstörung der Farbpigmente.

Man unterscheidet zwischen dem Bleichen vitaler (lebender) und devitaler (toter) Zähne. Während lebende Zähne nur an den Zahnoberfläschen gebleicht werden können, ist bei wurzelbehandlten, toten Zähnen auch ein Bleaching von innen durch Einlage eines Bleichmitteln möglich.

Als Wirksubstanz in den Bleichmitteln wird überwiegend Wasserstoffperoxid (H2O2) eingesetzt. Das bedeutet, dass die Farbpigmente nicht durch säurehaltige Stoffe, die die Zahnsubstanz selbst angreifen können, bekämpft werden, sondern “schonend” durch Oxidation mit dem aus dem wasserstoffperoxid freigesetzten Sauerstoff - eine chemische Reaktion, die man auch zum Blondieren der Haare beim Friseur nutzt.

HOME BLEACHING:

Nach der Einweisung in der Zahnarztpraxis erhält der Patient die zum Bleaching erforderlichen Utensilien zur häuslichen Anwendung. dabei muss er täglich eine individuell angefertigte Schiene mit Bleichgel befüllen und dann eine bestimmte Zeit tragen (z.B. während der Nachtruhe) Anwendungsdauer : ca. 2-3 Wochen.

IN-OFFICE -BLEACHING:

Hier wird das Bleaching in der Zahnarztpraxis durchgeführt und es kommen hochkonzentrierte, schnell wirksame Bleichmittel zum Einsatz. Bei dieser Methode kann der Erfolg des Bleachings sofort kontrolliert werden.

Fragen und Antworten

Welche Erfolgschancen hat das Bleaching? Wie lange hält das Weiß?

Die in der zahnmedizinischen Literatur angegebenen Erfolgsquoten differieren sehr stark. Einige z.B. durch Medikamenteneinnahme verursachten Verfärbungen sind nicht immer vollständig zu beseitigen. Praktische Erfahrungen zeigen, dass während der Behandlung zumeist eine deutliche Aufhellung der Zähne feststellbar ist. Die anfängliche deutliche Aufhellung schwächt sich im Laufe der Zeit langsam wieder ab. Erfahrungswerte zeigen, dass das Bleachen nach ca. 1-3 Jahren wiederholt werden muss. Die Wiederholungszyklen können durch die regelmäßige professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis ausgedehnt werden.

Wann ist das Bleaching abzuraten?

Grundsätzlich sollten nur gesunde Zähne gebleicht werden. Patienten, deren Zahnschmelz Risse oder tiefe Einkerbungen aufweist, sollten nicht bleichen, da die Zähne empfindlich reagieren könnten.

Bei stark transparenten Zähnen hilft auch Bleaching nicht weiter, da die Zähne immer von dem Hintergrund der dunkleren Mundhöhle gräulich wirken. Raucher leiden meist über Zahnbeläge und sollten zunächst eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen, um die Beläge zu entfernen.

Das Bleachen bei Kindern ist nicht zu empfehlen, da der Zahnschmelz noch nicht ausgereift ist. Auch Schwangere und stillende Frauen sollten nicht bleachen.

Muss ich beim Bleaching mit Nebenwirkungen rechnen?

Während der Behandlung können Schmerzen, Schleimhautbrennen, erhöhte Temperaturempfindlichkeit und allgemein erhöhte Empfindlichkeit an Zahn und Zahnfleisch auftreten. Alle diese Symptome verschwinden jedoch in der Regel nach Abschluss der Behandlung

Das Bleaching sollte grundsätzlich unter Kontrolle des Zahnarztes stattfinden, um auf evtl. unvorhersehbare Komplikationen reagieren zu können. Sollte es während der Behandlung zu übermäßigen Schmerzen oder sonstigen ungewöhnlichen Symptomen kommen, wird der Zahnarzt die Behandlung abbrechen.

Bleaching - wie gehe ich vor?

1. Beratung

Vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch mit ihrem Zahnarzt. Fragen Sie nach den Ursachen ihrer Zahnverfärbungen. Sind es Auflagerungen auf der Zahnoberfläsche oder Einlagerungen von Farbstoffen im Zahn selbst, die für die Verfärbungen ihrer Zähne verantwortlich sind?

2. Professionelle Zahnreinigung

Wenn ihr Zahnarzt Auflagerungen auf der Zahnoberfläsche feststellt, ist erst einmal eine professionelle Zahnreinigung durch die Zahnarztpraxis zu empfehlen, um die Zahnoberfläshe gründlich zu reinigen. In den meisten Fällen sind nach dieser Behandlung grobe Verfärbungen bereits vermindert oder in einiges Fällen sogar auch ganz beseitigt.

3. Vorbereitung zum Bleachen und Aufklärung

Erst wenn die professionelle Zahnreinigung durch den Zahnarzt kein befriedigendes Ergebniss bringt, empfiehlt sich der Weg über das Bleaching.

Vor dem Bleaching sollten

  • vorhandene Karies beseitigt werden und
  • Symptome von Zahnfleischerkrankungen (Zahnfleischbluten, Zahnfleischtaschen) erfolgreich behandelt sein. Bedenken Sie, das Füllungen und Zahnersatz wie Kronen, Brücken etc. durch das Bleaching farblich nicht beeinflusst werden. Unter Umständen muss Ihr Zahnersatz nach dem Bleachen farblich angepasst werden, was - da die Kassen dafür nicht zahlen - sehr teuer werden kann. Fragen Sie ihren Zahnarzt, welche weiteren Maßnahmen nach dem Bleachen ergriffen werden müssen, um ein optimales Ergebnis zu erziehlen.

4. Bleaching

Besprechen Sie jede Bleaching-Maßnahme mit Ihrem Zahnarzt - auch das Bleaching in Eigenregie mit Drogerieprodukten. Nur so können Sie sich sicher sein, dass Enttäuschungen vermieden werden und das Bleaching wirklich zum gewünschten Erfolg führt.

Zahnaufheller aus dem Supermarkt

Seitdem sich das Bleaching zunehmender Beliebtheit erfreut, bieten Drogerien, Apotheken und Supermärkte diverse Gele, Lacke und Klebestreifen zur kostengünstigen Selbstbehandlung an. Diese Zahnaufheller unterscheiden sich von den “professionellen”, in den Zahnarztpraxis verwendeten Mitteln durch eine niedrige Konzentration der bleichenden Substanzen (”Bleaching-Light”). Das heißt: Auch mit Drogerieprodukten lassen sich in Eigenregie Zähne aufhellen. Wegen der niedrigen Konzentration ist der Effekt aber nicht so stark und die Haltbarkeit ist nach derzeitigen Erfahrungen auf ca. 6 Monate begrenzt. Zu beachten ist auch, das die Drogeriepräparate nur Verfärbungen an der zahnoberfläsche, nicht aber solche im Zahn selbst aufhellen.

Drogerieprodukte sind geeignet insbesondere für junge Patienten ohne sichtbaren Zahnersatz, gutem Zustand von Zähnen und Zahnfleisch und insgesamt gleichmäßig geringer Zahnverfärbung an der Zahnoberfläche.

Vorsicht bei “Raucherzahnpasten”

Zahnpasten, die eine Aufhellung versprechen, enthalten oft einen hohen Anteil an Putzkörpern zum “Abschleifen” von Ablagerungen auf dem Zahn. Diese Putzkörper können dann nicht nur den Schmutz, sondern auch die Zahnsubstanz abschleifen.

Was kann ich sonst noch ohne viel Aufwand für weiße Zähne tun?

Pflegen Sie regelmäßig und gründlich ihre Zähne. So kann man nicht nur die Mundgesundheit erhalten und kostspielige Behandlungen ersparen, sondern auch viel für das natürliche Weiß seiner Zähne tun.

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Implantate - auch etwas für mich?

Implantate - Zahnersatz mit Zukunft

Implantate haben die Versorgung mit Zahnersatz revolutioniert und gelten heute als zahnmedizinischer, funktionelle und ästhetischer Sicht als der Zahnersatz der Zukunft. Keine andere Methode ersetzt einen verloren gegangenen Zahn so naturnah wie ein Implantat - und manchmal noch ein bisschen schöner als zuvor.

“Implantation” bedeutet - frei Übersetz - “Einpflanzung”. Das Implantat im eigentlichen Sinn, ist meist schraubenförmig und aus Metall. Es wird im Knochen eingepflanzt bzw. verankert. Auf diese “künstliche Zahnwurzel” wird wie auf einen natürlichen Zahn eine “Krone” gesetzt, meist aus Keramik, einem zahnfarbenen Material, das dem natürlichen Zahnschmelz sehr nahe kommt.

Besseres Lebensgefühl

Implantatgetragener Zahnersatz hat einen festen Sitz - wie der eigene Zahn. Er wackelt nicht, vermittelt ein sicheres Gefühl, eine natürliche Mimik und ein attraktieves Aussehen und ist selbst für Patienten kaum von den eigenen Zähnen zu unterscheiden. Implantate sind langlebig und schützen Kieferknochen und Gewebe vor natürlichen und unnatürlichen Abbau-Vorgängen. Das Beschleifen von gesunden Nachbarzähnen und der damit einher gehende Verlust von Zahnsubstanz entfällt bei Implantaten.

Wie lange gibt es Implantate schon?

Zähne waren früher Lebenswichtig: Wer nicht mehr kauen konnte, litt Unter- und Mangelernährung. Zahnlosigkeit ging außerdem einher mit dem Verlust von Ansehen und Macht. Verständlich also, dass seit jeher versucht wurde, verlorene Zähne zu ersetzten. Aber lange blieb es ein Traum, sich mit künstlichen Zähnen so sicher fühlen zu können wie mit den eigenen.

Wissenschaftliche Anerkennung

Erst die modernen Implantate brachten die Sicherheit. Mitte des 20. Jahrhunderts gab es erste Versuche, bald auch klinische Erfahrunge. 1982 erkannte die Dachgesellschaft der zahnärztlichen Wissenschaft in Deutschland, die “Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde” die Implantate als “bewährtes Verfahren” an. Heute werden allein in Deutschland schätzungsweise mehr als 500.000 Implantate pro Jahr gesetz. Und der Erfolg geht weiter.

Wie kommt das Implantat in den Mund?

Um die häuftigste Befürchtung zuerst zu beantworten: Ohne Schmerzen. Die Behandlung selbst erfolgt unter lokaler Betäubung - mehr ist in aller Regel nicht nötig. Der Eingriff ist vergleichbar mit einer Zahnentfernung, die Wunde heilt im Normalfall binnen weniger Tage.

Und so geht es:

Mit einem kleinen Schnitt wird die Mundschleimhaut geöffnet und der Knochen freigelegt. Dann schafft das Zahnarzt mit einem speziellen Bohrer das genau passende Lager im Knochen. Nach dieser Vorbereitung, wird das Implantat eingesetzt und die Mundschleimhaut meist wieder geschlossen. Nach ca. 3 Monaten ist das Implantat so fest im Knochen verwachsen, dass es belastet werden kann. Während dieser Zeit ermöglicht ein Provisorium das Kauen und Sprechen.

Sobald das Implantat eingeheilt ist, wird - wieder unter lokaler Betäubing - die Mundschleimhaut direkt über dem Implantat geöffnet und ein “Aufbau” auf das Implantat gebracht, geklebt oder verschraubt. Darauf wird dann - ebenfalls fest verbunden - der Zahnersatz gebracht also die Krone.

Geht es auch schneller?

In den Medien wird heute oft von “Sofortversorgung” und “Sofortbelastung” gesprochen. Manchmal können Implantate schon innerhalb weniger Stunden belastet werden - dabei kommt es aber vor allem auf den Patienten an. In den meisten Fällen ist eine unbelastete Einheilung erfolgssicherer.

Wie heilt ein Implantat ein?

Das Implantat ist meist aus Titan oder einer Titanlegierung und wird von den Körperzellen im Knochen fast immer ohne Probleme aufgenommen. Es bildet nach der Einheilung eine feste Einheit mit dem Knochen und ist damit belastbar. Auch Herzschrittmacher und künstliche Gelenke in der Medizin sind übrigens auch Titan.

Die Natur braucht ihr Zeit

Das Einheilen ist ein natürlicher Vorgang, den man nicht beschleunigen kann. Die Bohrung im Kochen wird durch das Implantat verschlosssen, das von Anfang an fest sitzen soll. Durch die ständigen An-und Abbauvorgänge der Körperzellen wird das Implantat im Knochen integriert. Wenn das Implantat sicher eingeheilt ist, kann es belastet und der endgültige Zahnersatz auf dem Implantat befestigt werden.

Immer häuftiger setzt man Implantate kurz nach Zahnentfernungen (verzögerte Sofortimplantation), manchmal auch sofort nach der Zahnentfernung (Sofortimplantation). Wenn solche Implantate auch gleich eine  provisorichen Zahnersatz erhalten, der zwar nicht belastet wird aber schon das Gefühl vermittelt “alle Zähne zu haben” spricht man von “Sofortversorgung”. Die Belastung des provisorichen Zahnersatzes beim Kauen direkt nach der Implantation wird als “Sofortbelastung” bezeichnet. Diese Schilderung macht schon deutlich: es müssen ideale Voraussetztungen beim Patienten bestehen, damit eine Sofortversorgung bzw. Sofortbelastung durchgeführt werden kann. Hervorragende Knochenverhältnisse und ein gesundes Zahnbett müssen vorhanden sein. Diese Methode kommt also nur bei sehr wenigen Implantatpatienten in Frage.

Worauf muss ein Patient besonderst achten?

Auf Ruhe und Hygiene.

Um den Einheilprozess nicht zu stören, sollte man in den ersten Tagen,

  • die Implantatstelle nicht belasten, auch nicht durch das Provisorium
  • keine harte Nahrung kauen
  • nicht rauchen
  • und anstrengende körperliche Belastung vermeiden (kein Sport)

Immerhin handelt es sich um eine Operationswunde, die geschont werden muss. In Einzelfällen können weitere Verhaltensregeln notwendig sein, die mit dem Zahnarzt besprochen werden sollten.

Um Infektionen zu vermeiden, sollte man

  • bei der Mundhygiene schonend aber effektiv vorgehen. Anfangs reicht eine -oft antibakterielle- Mundspülung,
  • nach wenigen Tagen vorsichtig mit einer Zahnbürste nachputzen und an der Implantatstelle sanft aber sorgfältig die Beläge entfernen,
  • später wieder ganz normal die elektrische oder Handzahnbürste benutzen - und wirklich nie die Zahnpflege vergessen.

Auch wenn es manchen Patientin verwundert: Der Erfolg jeder Implantation hängt letztlich ab von der Qualität der Mundhygiene und damit der Vermeidung von bakteriellen Infektionen durch Zahnbelag. Individuelle Hygienetipps geben alle prophylaxeorientierten Zahnarztpraxen und selbstverständlich alle Zahnärzte und Implantologen. Für allgemeine Hygieneinformationen gibt es eine spezielle Broschüre des BDIZ EDI.

Wann ist ein Implantat sinnvoll?

Zunächst sollte klar sein: Kein Zahnersatz ist so gut wie eigene Zähne. Deshalb gilt das Interesse von Zahnarzt und Patient vor allem der Gesunderhaltung der natürlichen Zähne. Für viele der althergebrachten Zahnersatz-Lösungen gilt: Je mehr eigene Zähne vorhanden sind, umso komfortabler kann der Zahnersatz dann sein. Das ist bei Implantaten anders: Grundsätzlich kann jeder Zahn, der verloren gegangen ist, durch ein Implantat ersetzt werden, ohne dass Nachbarzähne beschliffen werden müssen. Auch eine Brücke allein auf Implantaten kann mehrere verloren gegangene Zähne ersetzen. Implantate sind so die modernste und variabelste Form von Zahnersatz.

Welche Risiken gibt es?

Manche Krankheiten oder gesundheiltliche Belastungen stellen ein Risiko dar, Beispiele:

  • Diabetes mellitus in besonders schweren Fällen,
  • ständige Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Psychopharmaka, Blutgerinnungsmedikamente, Osteoporosemedikamente u. a.)
  • Strahlungstheraphie an Kopf und Hals,
  • durch Krankheit oder Alter eingeschränkte Fähigkeit zur Mundhygiene.

Auch manches Verhalten ist riskant:

  • Starkes Rauchen
  • übermäßiger Alkoholismus
  • mangelhafte Mundhygiene
  • wenig Gedult

Biologische Vorraussetzungen

Der Kieferknochen muss ausreichend und gesund sein: Reicht die Knochenmenge nicht aus, muss sie aufgebaut werden. Eine bestehende Zahnbettentzündung (Parodontitis) muss vor der Implantation behandelt werden.

Wann ist das Implantat die beste Lösung?

Einzelner Zahn

Das Implantat ist der beinahe perfekte Ersatz eines gezogenen oder eines verloren gegangenen Zahns. Der Verlust wird quasi 1:1 ersetz. Nachbarzähne müssen nicht beschliffen werden, ein Implantat ersetz die sonst notwendige Brücke.

Freiendsituation

Die aus zahnmedizinischer Sicht bestmögliche Lösung ist ein Implantat auch dann, wenn die letzten Zähne am Ende der Zahnreihe fehlen. Implantate werden als Ersatz der verloren gegangenen Zähne gesetzt und als feste Brücke verbunden. Sie verhindern damit Abnutzung am Kieferknochen, Fehlbelastung der natürlichen Zähne bis hin zu Lockerung und Zahnverlust, sowie Reizungen am Zahnfleisch und Erkrankungen am Kiefergelenk.

Welche Vorraussetzungen sind nötig?

Ein sicheres Fundament, spricht ausreichend vorhandener Kieferknochen, ist für ein Implantat wichtig. Im Einzelfall entscheidet der Zahnarzt, ob ein Implantat sofort gesetz werden kann oder ob der Knochen zuvor entsprechend aufgebaut werden muss und kann. Heute gibt es zum Knochenaufbau verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Der Zahnarzt entscheidet mit seinem jeweiligen Patienten, ob und welche Möglichkeiten machbar und sinnvoll sind. Meist kann körpereigener Knochen an geeigneter Stelle entnommen und an den Ort der Implantation transplantiert werden. Als Alternative gibt es sogenannte Knochenersatzmaterialien, die als Ersatz für verloren gegangenen Knochen dienen.