Archive for the ‘Prophylaxe’ Category

Professionelle Zahnreinigung

Montag, Februar 24th, 2014

Professor Dr. Thomas Attin, Direktor der Klinik für Präventivzahnmedizin, Parodontologie und Kariologie am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Zürich, berichtet im Interview mit proDente über versteckte Beläge und die professionelle Zahnreinigung als wichtiger Teil der Vorsorge.

Warum sind einige Beläge auf den Zähnen nicht sichtbar?

Beläge in Form von farbigen Zahnauflagerungen, die z.B. bei häufigem Konsum von Tabak, Tee, Kaffee oder Rotwein entstehen, werden vom Patienten meist selbst wahrgenommen. Bakterielle Beläge sind jedoch erst ab einer bestimmten Dicke mit bloßem Auge sichtbar. Ist diese Schicht noch sehr dünn, helfen Anfärbelösungen, sogenannte Revelatoren, den Belag sichtbar zu machen. Die bakteriellen Zahnbeläge können aber auch auf den Wurzeloberflächen vorliegen, wenn infolge einer Zahnfleischerkrankung (Gingivitis oder Parodontitis) ein Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch entstanden ist. Diese Beläge kann der Patient nicht erkennen.

Bakterien sammeln sich gerne in Schlupfwinkeln. Wo befinden sich solche Stellen in meinem Mund?

Es gibt typische schwer zugängliche Stellen für bakterielle Zahnbeläge, die bei jedem Patienten vorliegen. Dazu zählen die Grübchen auf den Kauflächen der Zähne (Fissuren), der Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch (Zahnhals) sowie die Zahnzwischenräume. Darüber hinaus finden sich oftmals Schlupfwinkel für Bakterien an den Rändern von Füllungen und künstlichen Kronen, unter Brückenzwischengliedern oder an festsitzenden kieferorthopädischen Apparaturen wie Zahnspangen. Zudem bieten vorhandene Zahnfleischtaschen Nischen, die von Bakterien leicht besiedelt werden können. Insbesondere die Gabelung der Wurzeln der Seitenzähne stellt dann einen Schlupfwinkel dar, der vom Patienten oftmals nur schwierig zu reinigen ist.

Wie schnell siedeln sich Bakterien im Mund an?

Unmittelbar nach der Reinigung der Zahnoberflächen kommt es zur Wiederbesiedelung mit Bakterien. Zunächst lagert sich ein dünner, fest haftender Speichelfilm auf der Zahnoberfläche ab. Hier können sich die Bakterien aus dem Speichel über bestimmte Bindungsstellen ansiedeln. Von dem Moment an kommt es zu einem kontinuierlichen Wachstum des Bakterienrasens. Bisher ist jedoch nicht genau geklärt, ab welcher Dicke dieser Bakterienfilm im Hinblick auf eine Kariesentstehung kritisch ist. Je nach Patient kann die Zusammensetzung des bakteriellen Belags sehr unterschiedlich sein, sodass im Einzelfall schon geringe Bakterienansammlungen Probleme bereiten können. Dies gilt besonders für bestimmte Formen von Zahnfleischerkrankungen, bei denen Stoffwechselprodukte bestimmter Bakterien oftmals eine Entzündung auslösen.

Wann wird ein Ultraschallgerät eingesetzt und wann kommt ein Pulverstrahlgerät (Air Flow) zum Einsatz?

Mit einem Ultraschallgerät können Zahnstein und Bakterienbelag entfernt werden. Um einer Hitzeentwicklung an der Zahnoberfläche entgegenzuwirken, ist dabei immer eine ausreichende Kühlung mit einer Flüssigkeit erforderlich. Bestimmte Ultraschallgeräte erlauben auch den Einsatz unterhalb des Zahnfleisches zur Reinigung der Wurzeloberflächen. Pulverstrahlgeräte können zur Entfernung von schwer zu beseitigenden farbigen Zahnauflagerungen (Tee, Kaffee, Nikotin usw.) verwendet werden. Diese Beläge lassen sich aber auch mit einer rotierenden Bürste oder einem Gummikelch unter Zuhilfenahme von speziellen Pasten beseitigen. Aufgrund der Härte der Pulverstrahlpartikel sollten die üblichen Pulver (Natrium-Bikarbonat) nicht direkt auf das Zahnfleisch auftreffen, da es sonst zu Verletzungen kommen kann. Auch kann der unsachgemäße Gebrauch dieser Geräte zu einem Abtrag von Zahnhartsubstanz führen. Spezielle Pulver aus weichen Glyzinpartikeln erlauben die Anwendung unterhalb des Zahnfleisches zur Entfernung des weichen Bakterienbelags (Plaque) auf den Wurzeloberflächen.

Welche Pasten werden bei einer professionellen Zahnreinigung verwendet und zu welchem Zweck?

Prophylaxepasten werden eingesetzt, um nach den ersten Schritten einer Zahnreinigung die verbliebenen Zahnbeläge zu entfernen, eventuell vorhandene Verfärbungen der Zähne zu beseitigen und die bearbeiteten Oberflächen abschließend zu polieren. Eine optimale Prophylaxepaste sollte daher eine hohe Reinigungs- und Polierwirkung bei einer möglichst geringen Abrasivität haben. Abravisität bezeichnet hierbei die abtragende Wirkung der Putzkörper. Die Schleifwirkung der zur Entfernung von Verfärbungen eingesetzten Pasten ist meist deutlich höher als die von herkömmlichen Zahnpasten. Daher sollten diese Pasten nur gezielt bei vorliegenden Verfärbungen zum Einsatz kommen, um das Risiko eines übermäßigen Abtrags an den Zahnoberflächen zu minimieren.

Was macht der Fluoridlack?

Maßnahmen zur Fluoridierung verfolgen in erster Linie zwei Ziele:
Sie fördern das Einlagern von Mineralien (Kalzium und Phosphat) aus dem Speichel in die durch Karies oder Säureeinwirkung angegriffene Zahnoberfläche. Darüber hinaus erhöhen sie die Säureresistenz der Zähne durch den Einbau von Fluorid in das Zahnmineral und die Ausbildung einer Kalzium-Fluorid-Deckschicht auf den Zahnoberflächen. Aus dieser Deckschicht wird über einen längeren Zeitraum Fluorid zur Verfügung gestellt, das einen sofortigen Wiedereinbau von Zahnmineral bei einem Säureangriff unterstützt. Fluoridlacke weisen dafür eine bis zu 50-fach höhere Fluoridkonzentration als Zahnpasten auf.

Wer führt die PZR durch?

In Deutschland dürfen folgende Berufsgruppen PZRs durchführen: Zahnärzte und Zahnärztinnen, Dentalhygieniker/-innen (DH), Zahnnmedizinische Prophylaxeassistent(inn)en (ZMP) oder Zahnmedizinische Fachassistent(inn)en (ZMF).

Gibt es dafür eine entsprechende Ausbildung?

Für diese Berufsgruppen gibt es entsprechende Fortbildungsordnungen. So kann eine Zahnmedizinische Fachangestellte (frühere Bezeichnung: Zahnarzthelferin) nach Erfüllung bestimmter Voraussetzungen die Ausbildung zur ZMF oder ZMP absolvieren. Darauf aufbauend ist die Fortbildung zur Dentalhygienikerin möglich.

Was kostet eine PZR und wie erklären sich die Preisunterschiede?

Die Kosten für den Patienten liegen zwischen 50 und 150 €. Diese Preisspanne lässt sich mit einem unterschiedlichen Aufwand bei der Behandlung begründen. So ist z.B. in einem intakten Gebiss von einem höheren Aufwand auszugehen als bei einem Gebiss, das durch einen herausnehmbaren Zahnersatz ergänzt wurde. Eine Preisdifferenzierung hängt darüber hinaus auch vom Schweregrad der vorliegenden Erkrankung und dem damit verbundenen höheren zeitlichen Aufwand der professionellen Zahnreinigung ab.

Wie häufig sollte ich eine PZR durchführen lassen?

Studien haben eindrucksvoll belegt, dass regelmäßig durchgeführte PZRs das Risiko erheblich reduzieren, an Karies oder einer Parodontitis zu erkranken. Daher sollten auch gesunde Patienten oder Patienten mit einem niedrigen Risiko für Karies- oder Parodontalerkrankungen 1–2-mal pro Jahr eine PZR durchführen lassen. Für Patienten mit einem hohen Erkrankungsrisiko oder bei Vorliegen tiefer, schwer zu reinigender Zahnfleischtaschen kann eine PZR durchaus bis zu 4- oder 6-mal pro Jahr sinnvoll sein. Professionelle Zahnreinigungen sind auch Bestandteil einer Einstiegstherapie bei der Behandlung einer Parodontalerkankung, an die sich weiterführende Behandlungsmaßnahmen anschließen können. Nach erfolgreicher Parodontalbehandlung ist die PZR ein wesentliches Element der unterstützenden Nachsorge. Auch ist eine PZR am Anfang einer zahnärztlichen Untersuchung bzw. Behandlung empfehlenswert, um eine optimale Diagnostik und Therapie zu ermöglichen.

Professionelle Hilfe

Montag, Februar 17th, 2014

Von Grund auf gereinigt, von krankmachenden Belägen wie Plaque und Zahnstein befreit und auf Hochglanz poliert: Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) ist Wellness für die Zähne und sollte die Zahnpflege regelmäßig (alle sechs Monate) unterstützen. Sie stellt zahnmedizinisch gesehen die wichtigste Vorsorgemaßnahme dar. Auch wenn die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer PZR nicht übernehmen, lohnt sich die Investition in die Zahngesundheit.

Früh übt sich

Montag, Februar 10th, 2014

Kindern die Zahnpflege schmackhaft zu machen, ist keine leichte Aufgabe. Das tägliche Zähneputzen kann schnell zur Qual werden und in einen Machtkampf zwischen unwilligem Kind und genervten Eltern ausarten. Ein frühes und vor allem zwangloses Heranführen an das tägliche Zähneputzen hilft, eine solche Situation zu vermeiden, und kann dem Kind sogar Spaß an der Zahnpflege vermitteln. Denn je früher sie zur Routine wird, desto kleiner ist die Gefahr von schmerzhaftem Kariesbefall und umso angstfreier wird der regelmäßige Vorsorgetermin beim Zahnarzt wahrgenommen.

Früh übt sich, wer ein Meister werden will – dieser Sinnspruch gilt auch für die Zahnpflege. Schon das erste Zähnchen sollte täglich vorsichtig mit einem Wattestäbchen und Wasser gereinigt werden, denn schon Fläschchen und Brei bringen Kohlenhydrate und Zucker in den Mundraum und können die Zähne schädigen.

Hat das Kleinkind dann einen großen Teil seiner Zähne, sollte es eine eigene Babyzahnbürste mit weichen Borsten für die tägliche Pflege bekommen. Wichtig sind hier folgende Kriterien:

  • ein kleiner Bürstenkopf, der dem Kindermund angepasst ist,
  • weiche abgerundete Borsten, die das empfindliche Zahnfleisch und die gerade durchbrochenen Zähne nicht verletzen, und
  • ein bequemer Griff – dreieckige Form –, der für Kinderhände leicht und sicher zu greifen ist.

Wichtig: Besonders Kinderzahnbürsten sollten alle zwei bis drei Monate ausgetauscht werden und ausschließlich vom Kind persönlich genutzt werden, um Erkrankungen vorzubeugen.

Durch spielerische Herangehensweisen wie Zahnbürsten mit lustigen Melodien, die die Länge der Zahnpflege anzeigen, sowie durch Motivation und Belohnung können die Eltern ihren Kindern schon früh nahebringen, dass das notwendige Zähneputzen durchaus Spaß machen kann. Noch wichtiger ist jedoch die Vorbildfunktion. Kinder ahmen instinktiv das Verhalten ihrer Eltern nach und mit dem richtigen Vorbild wird die tägliche Zahnpflege nach dem Essen zum festen Ritual.

Da Kinder eine relativ kurze Aufmerksamkeitsspanne haben, können die zwei Minuten Zahnpflege und die richtige Technik schnell in Vergessenheit geraten. Daher sollten Eltern die Zahnpflege überprüfen und gegebenenfalls „nachputzen“.
Nachfolgend sind einige Tipps und Tricks zusammengestellt, mit denen das Zähneputzen für Kinder attraktiv gemacht werden kann:

  • Gemeinsames Zähneputzen von allen Familienmitgliedern am Abend bringt Spaß und stärkt das Wir-Gefühl und erfüllt damit auch die Vorbildfunktion.
  • Eine Zahnputzuhr oder ein spezieller Timer mit unterschiedlichen farbigen Lämpchen gibt die Dauer des Zähneputzens vor und verlängert die Aufmerksamkeitsspanne des Kindes.
  • Kinder dürfen auch mal die Zähne der Eltern putzen, das verstärkt die Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, dann auch das eigene „Nachputzen“ der Eltern zuzulassen.
  • Abwechselnd mal mit der rechten, mal mit der linken Hand putzen, das erfordert Konzentration und die Zeit vergeht wie im Flug.
  • Mit Plaque- Färbe-Tabletten das Ergebnis des Putzvorgangs überprüfen. Die rot eingefärbten Stellen zeigen, wo noch geputzt werden muss, und dokumentieren den Erfolg der Zahnpflege.

Mit der richtigen Zahnpflege wird der regelmäßige Kontrollbesuch beim Zahnarzt zum Kinderspiel. Ab zwei Jahren sollte mit den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen begonnen werden. Je früher die Kontrolluntersuchungen zur Routine werden, desto besser kann Karieserkrankungen und Fehlstellungen vorgebeugt werden. Um dem Kind die Angst zu nehmen, haben sich viele Praxen auf jungen Patienten eingestellt. Durch Erklären, Anfassen und die beruhigende Anwesenheit der Eltern wird der Zahnarztbesuch zum positiven Erlebnis.

Fluorid – Eine Frage der Dosis

Montag, Februar 3rd, 2014

Die Wirksamkeit von Fluorid in puncto Kariesschutz ist in der Vergangenheit in zahlreichen Studien belegt worden. Zahnmediziner sind sich heute einig, dass der größte Kariesschutzeffekt das Fluorid erzielt, das nach dem Zahndurchbruch auf den Zahn einwirkt – also lokal. Früher nahm man an, dass das über Tabletten eingenommene Fluorid, welches noch vor dem Zahndurchbruch in die Zahnsubstanz eingebaut wird, die größere Schutzwirkung hervorruft.

 

Auf Grundlage dieser neueren Erkenntnisse haben sich auch die Empfehlungen der Zahnmediziner zur Fluoridanwendung geändert. „Grundlage jeder Empfehlung – insbesondere für Eltern – ist eine genaue Befragung, die sogenannte Fluoridanamnese, aus welchen Quellen bisher Fluorid aufgenommen wird“, erklärt Prof. Dr. Dietmar Oesterreich von proDente, „sei es über Zahnpasta, Mundspüllösungen, fluoridiertes Speisesalz, Fluoridtabletten, bestimmte Mineralwässer oder das natürliche Trinkwasser.“

 

Fluoridzahnpasta für Kinder

 

Gerade bei Kindern ist die korrekte Dosierung des Fluorids besonders wichtig. Zu wenig Fluorid bietet keinen ausreichenden Kariesschutz. Zu viel Fluorid kann sich schon vor dem Durchbruch der bleibenden Zähne in diese einlagern und kreidig-weiße Flecken verursachen – ein erstes Anzeichen einer Dental-Fluorose, einer Fluoridüberdosierung. Die allgemeine Empfehlung lautet daher, ab dem ersten Milchzahn mit einem Hauch fluoridhaltiger Kinderzahncreme (enthält maximal 500 ppm Fluorid) einmal am Tag zu putzen. Ab dem zweiten Lebensjahr empfehlen Zahnärzte, die Zähne zweimal am Tag mit fluoridierter Kinderzahncreme zu putzen. Ab dem sechsten Lebensjahr sollten Kinder Erwachsenenzahncreme mit durchschnittlich 1000 bis 1.500 ppm Fluorid benutzen, um für eine ausreichende Fluoridversorgung der Zähne zu sorgen. Zusätzlich empfehlen Zahnärzte, im Haushalt von Anfang an fluoridiertes Speisesalz zu verwenden.

 

Fluoridtabletten notwendig?

 

Nur bei der Verwendung von fluoridfreier Zahnpasta sowie fluoridfreiem Speisesalz im Haushalt ist nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde die Gabe von Fluoridtabletten in den ersten Lebensjahren sinnvoll. Allerdings hält die wissenschaftliche Dachorganisation der deutschen Zahnärzte übereinstimmend mit der internationalen Wissenschaft das Zähneputzen mit fluoridierter Kinderzahnpasta ab dem Durchbruch des ersten Milchzahnes – mit etwa sechs Monaten – und die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz für die Fluoridversorgung von Säuglingen und Kleinkindern für den besten Kariesschutz.

 

Fluoridschutz bei erhöhtem Kariesrisiko

 

Stellt der Zahnarzt bei einem Kind ein erhöhtes Kariesrisiko fest, beispielsweise weil schon Milch- oder bleibende Zähne befallen sind, kommen weitere Schutzmaßnahmen in Betracht. Ab sechs Jahren sollten die Zähne dann einmal wöchentlich zusätzlich zum normalen Zähneputzen mit einem speziellen höher dosierten Fluoridgel geputzt werden. Je nach Kariesrisiko kann auch die Anwendung mehrmals wöchentlich über einen bestimmten Zeitraum angezeigt sein. Alternativ können fluoridierte Mundspüllösungen zusätzlich zum Zähneputzen verwendet werden. Der Zahnarzt trägt bei erhöhtem Kariesrisiko mindestens zweimal pro Jahr – in Einzelfällen auch häufiger – einen hochkonzentrierten Fluoridlack auf die Zähne auf. Fluoride sind natürlich nicht nur für Kinder und Jugendliche wichtig. Auch bei Erwachsenen wird neben den bereits genannten Möglichkeiten im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung Fluorid auf die Zähne aufgetragen.

 

Fluorid ist nicht alles

Trotz einer gewissenhaften Vorsorge mit Fluorid sollte nicht aus dem Blickfeld geraten, dass bestimmte Mikroorganismen im Zusammenspiel mit häufigem Zuckerkonsum und zu wenig Zahnpflege Karies verursachen. Eine schlechte Mundhygiene, häufige zuckerhaltige Mahlzeiten, wie zum Beispiel gesüßte Kindertees aus der Nuckelflasche oder Limonade, können mit Fluoridgaben nicht ausgeglichen werden. Eltern müssen deswegen konsequent mit Durchbruch des ersten Milchzahnes für regelmäßige Mundhygiene sorgen. So führen sie ihre Kinder an eigenständiges Putzen heran, welches ab der ersten bis zweiten Klasse beherrscht wird. Auch Kinder und Jugendliche mit festen Zahnspangen sowie Patienten, die unter Mundtrockenheit leiden, müssen zusätzlich zur regelmäßigen Fluoridanwendung auf ihren Zuckerkonsum achten und eine sehr gewissenhafte Mundhygiene betreiben.

Fluorid: Kur für die Zähne

Montag, Februar 3rd, 2014

Über die regelmäßige Zahnpflege hinaus gibt es eine tägliche Kur für schöne und gesunde Zähne. Der Clou: Ein unermüdlich hilfsbereiter „Kurschatten“ steht uns bequem zur Seite – Fluorid. Jede von Zahnmedizinern empfohlene Zahnpasta – auch Sorten für Kinder – enthält Fluorid. Die tägliche Zahnpflege versorgt also die Zähne grundsätzlich mit dem Mineralstoff.

In Bezug auf diese Pflichtübung darf man sich sogar eine kleine Nachlässigkeit erlauben. Mit dem Ausspülen muss man es nicht so genau nehmen. So verbleibt mehr Fluorid in der Mundhöhle.

Warum Fluorid?

Der Mineralstoff härtet den Zahnschmelz, hemmt die Entkalkung und das Bakterienwachstum und hilft zudem bei der Remineralisierung der Zahnoberfläche. Neben der Versorgung über die Zahnpasta empfiehlt ProDente-Experte Prof. Dr. Noack, Universität Köln, Folgendes:

  1. Mit Fluorid angereichertes Kochsalz verwenden. Geschmacklich ist es völlig neutral und vergessen kann man diese Form der Fluoridaufnahme auch nicht.
  2. Fluorid ist auch in großer Menge in grünem, vor allem aber in schwarzem Tee enthalten. Ein Liter schwarzer Tee enthält 2,2 mg Fluorid. Das entspricht mehr als der doppelten Menge der wünschenswerten Fluoridzufuhr für einen Erwachsenen.

 

Zuckerfreie Kaugummis

Auch zuckerfreie Kaugummis, die Xylit enthalten, sind hilfreich. ProDente-Experte und Zahnarzt Joachim Hoffmann: Die Kaugummis kann man als Zahnmediziner beruhigt empfehlen. Sie regen die Speichelproduktion an.“

Mit jeder Nahrungsaufnahme wird den Zähnen Kalzium entzogen. Im Speichel befinden sich Kalzium-Ionen, die die Zähne nach dem Essen wieder remineralisieren – also wieder härten. Das Fluorid wirkt wie ein Biokatalysator: Es fördert den Wiedereinbau der Mineralien.

Was können Fluoride?

Montag, Februar 3rd, 2014

Fluorid kommt in der Natur fast überall vor, hauptsächlich in Mineralien wie dem Flussspat. In geringen Mengen findet man es aber auch im Wasser und in der Luft. Deshalb ist es in allen pflanzlichen und tierischen Geweben enthalten. Für den Menschen ist Fluorid ein lebenswichtiges Spurenelement. Er braucht es insbesondere für die Bildung von Knochen und Zähnen. Aber auch wenn die Bildung der Zähne abgeschlossen ist, erfüllt Fluorid für sie einen wichtigen Zweck.

Schutz vor Karies

Es bietet Schutz vor Karies, indem es den Zahn (Schmelz und Dentin) säureresistenter macht. Karies ist die Folge der Einwirkung organischer Säuren, vor allem von Milchsäure. Diese wird in Zahnbelägen (Plaque) aus Zucker gebildet, der den dort vorkommenden Bakterien (vor allem Mutans-Streptokokken) als Nahrung dient. Grundsätzlich könnte man Karies also verhindern, indem man entweder überhaupt keinen Zucker zu sich nimmt oder regelmäßig perfekte Plaqueentfernung im Rahmen der Mundhygiene betreibt. Beides hat sich in der Vergangenheit als unrealistisch erwiesen. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Zucker liegt in Deutschland seit vielen Jahren unverändert bei ca. 35 kg und die Mundhygiene der Deutschen ist nach den neuesten bevölkerungsrepräsentativen Untersuchungen deutlich verbesserungsbedürftig. Da also die Vorbeugung der Karies durch Bekämpfung der eigentlichen Ursachen, nämlich Plaque und Zucker, zwar theoretisch möglich, in der Praxis aber kaum realisierbar ist, ist der bevölkerungsweite Einsatz von Fluoriden unverzichtbar, wenn man die Karies eindämmen möchte.

Anwendungsmöglichkeiten des Fluorids

Fluorid kann dem Zahn auf unterschiedliche Weise zugeführt werden, so zum Beispiel durch fluoridiertes Speisesalz, aber auch durch Zahnpasten, Gelees oder Spüllösungen. Wie wirksam diese Maßnahmen in der Vorbeugung der Karies sind, zeigen Hunderte wissenschaftlicher Untersuchungen. Die regelmäßige und ausschließliche Verwendung von fluoridiertem Speisesalz kann zum Beispiel die Karies um die Hälfte zurückdrängen. Ähnliches gilt für die Verwendung von Fluoridzahnpasten und Fluoridgelees. Als besonders wirksam haben sich dabei die Aminfluoride erwiesen, da sie über oberflächenaktive Eigenschaften verfügen. Dadurch kann das Fluorid die Zahnoberfläche sehr gut benetzen und dort eine stabile Schicht bilden, die einen lang anhaltenden Schutz gewährt.

Kariesbeseitigung

Fluorid kann Karies nicht nur vorbeugen, es kann sie in ihrem Anfangsstadium sogar beseitigen. Das erste sichtbare Stadium einer Karies ist der sogenannte Kreidefleck, der anzeigt, dass die Zahnoberfläche bereits in einem bedeutenden Umfang durch bakterielle Säuren entmineralisiert wurde. Wird dieser Entwicklung nicht umgehend Einhalt geboten, so entsteht ein Kariesloch, das nur mit einer Füllung „repariert“ werden kann. Der Kreidefleck ist jedoch noch heilbar, er kann bei Anwendung von Fluorid remineralisiert werden. Auch hier hat sich die überlegene Wirksamkeit der Aminfluoride gezeigt, die zu einer besonders intensiven Remineralisation führen. Eigene Untersuchungen ergaben, dass das Risiko „Kreidefleck“ bei Kindern weit verbreitet ist. Neunjährige Kinder hatten im Durchschnitt 5 Kreideflecken. Bei Zwölfjährigen waren es bereits 13.

Erkennung von Kreideflecken

Wenn ein Kreidefleck im gut sichtbaren Bereich liegt, kann er oft auch vom zahnmedizinischen Laien erkannt werden. Allerdings befinden sich die meisten dieser beginnenden Zahnschäden in schwer einsehbaren Regionen des Gebisses und können nur vom Zahnarzt diagnostiziert werden. Da sich Kreideflecken insbesondere bei Kindern sehr schnell entwickeln können, ist es wichtig, den Zahnarzt in halbjährlichen Abständen aufzusuchen. Er kann dann rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten und z. B. hochkonzentriertes Fluoridgelee für die wöchentliche Anwendung verordnen. Für Kinder und Jugendliche bis zum 19. Lebensjahr kann diese Verordnung auf Kassenrezept erfolgen. Der Zahnarzt verfügt neuerdings auch über die Möglichkeit, beginnende kariöse Schäden durch Laserdiagnostik zu erkennen. Diese Form der Diagnose ermöglicht es auch, den Fortschritt einer Remineralisationsbehandung zu messen.

Pflegemittel

Montag, Februar 3rd, 2014

Ob eine elektrische Zahnbürste oder die gute alte Handzahnbürste: Weiche bis mittelharte Kunststoffbürsten sollten es sein. Kurzkopfzahnbürsten erreichen in der Regel auch schwer zugängliche Stellen. Zahnseide, Zahnhölzer und Interdentalbürsten bekämpfen die Plaque in den Zahnzwischenräumen. Verstärkt rückt auch die Zunge als Träger von Bakterien in den Blickpunkt. Spezielle Zungenbürsten und Zungenschaber helfen den Belag zu verringern und sorgen für frischen und gesunden Atem.

Tschüss Zahnbürste – Nach Erkältungskrankheiten Zahnbürste wechseln

Montag, Februar 3rd, 2014

Herbstzeit ist Erkältungszeit. Die ersten stürmischen Tage lassen die Infektionsgefahr ansteigen. Wer sich erkältet oder gar an einem grippalen Infekt leidet, überträgt seine Krankheit schnell auf Familienmitglieder, Freunde und Kollegen. Niesen in die Armbeuge und regelmäßiges Händewaschen hilft, die Gefahr einer Ansteckung zu vermeiden. Aber auch die Zahnbürste kann Gefahren bergen. Selbst wenn die Borsten gründlich mit Wasser abgespült werden, bleiben doch eine Reihe von Keimen an der Bürste zurück. Gemeinsam genutzte Zahnbecher sorgen dann für eine Übertragung der Bakterien.

„Erkrankte sollten ihre Zahnbürste daher mit Abstand vor den Bürsten der anderen Familienmitglieder aufbewahren“, rät Dirk Kropp, Geschäftsführer von proDente.  Nach einer überstandenen Erkrankung gehören die Bürsten dann in den Abfallkorb. „Das gilt für Handzahnbürsten und für Aufsätze von elektrischen Zahnbürsten“, betont Kropp. Denn nach einer überstandenen Erkältung können sich Bakterien oder Viren von den Borsten der Zahnbürste in der Mundhöhle einnisten. Das gilt beispielsweise auch für eine Herpes-Infektion und nach einer behandelten Zahnfleischentzündung.

Herbstzeit ist Erkältungszeit. Die ersten stürmischen Tage lassen die Infektionsgefahr ansteigen. Wer sich erkältet oder gar an einem grippalen Infekt leidet, überträgt seine Krankheit schnell auf Familienmitglieder, Freunde und Kollegen. Niesen in die Armbeuge und regelmäßiges Händewaschen hilft, die Gefahr einer Ansteckung zu vermeiden. Aber auch die Zahnbürste kann Gefahren bergen. Selbst wenn die Borsten gründlich mit Wasser abgespült werden, bleiben doch eine Reihe von Keimen an der Bürste zurück. Gemeinsam genutzte Zahnbecher sorgen dann für eine Übertragung der Bakterien.

„Erkrankte sollten ihre Zahnbürste daher mit Abstand vor den Bürsten der anderen Familienmitglieder aufbewahren“, rät Dirk Kropp, Geschäftsführer von proDente.  Nach einer überstandenen Erkrankung gehören die Bürsten dann in den Abfallkorb. „Das gilt für Handzahnbürsten und für Aufsätze von elektrischen Zahnbürsten“, betont Kropp. Denn nach einer überstandenen Erkältung können sich Bakterien oder Viren von den Borsten der Zahnbürste in der Mundhöhle einnisten. Das gilt beispielsweise auch für eine Herpes-Infektion und nach einer behandelten Zahnfleischentzündung.

Vorsorge – Professionelle Zahnreinigung (PZR)

Montag, Februar 3rd, 2014

Die professionelle Zahnreinigung, kurz PZR, ist grundsätzlich für jeden Erwachsenen sinnvoll. Sie ist fast schmerzfrei, und am Ende bleibt das gute Gefühl von glatt polierten, sauberen Zähnen,  wenn man mit der Zunge darüberfährt.

Nur Optik oder auch medizinisch sinnvoll?

Bei einer PZR befreit eine Prophylaxe-Fachkraft in der Zahnarztpraxis die Zähne von allen harten und weichen Belägen. Auch Verfärbungen, die auf den Zähnen haften, wie Kaffee- und Teebeläge werden mit erfasst. Nach der Politur, am Ende einer PZR, erhalten die Zähne wieder ihre natürliche, ursprüngliche Zahnfarbe. Was man mit bloßem Auge nicht sieht: Viele schädliche Bakterien, die vorwiegend in den weichen Belägen vorhanden sind, werden ebenfalls gründlich entfernt. So entsteht der eigentliche Vorsorge-Effekt: Karies und Parodontitis – beides von bestimmten Bakterien verursachte Erkrankungen – haben wenig Chancen. Natürlich reicht eine einmalige professionelle Zahnreinigung nicht aus. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass eine PZR, abhängig vom individuellen Erkrankungsrisiko regelmäßig durchgeführt, eine ideale Ergänzung zur häuslichen Mundhygiene ist. Je nach individueller Situation muss der Zahnarzt die notwendigen Zeitabstände mit dem Patienten abstimmen.

Allgemeinerkrankungen und die Mundhöhle

Einige Erkrankungen stehen mit Belägen in der Mundhöhle in ungünstiger Wechselbeziehung. So haben Diabetiker beispielsweise ein erhöhtes Risiko, dass aus einer von Belägen verursachten Zahnfleischentzündung eine Parodontitis entsteht – eine Zahnbetterkrankung, die in der Folge zu starkem Knochenabbau und Zahnlockerung bis hin zum Zahnverlust führt. Doch auch umgekehrt beeinflusst eine bereits bestehende, unbehandelte Parodontitis die Einstellung des Zuckerstoffwechsels beim Diabetiker sowie andere Erkrankungen negativ. Wissenschaftliche Studien geben deutliche Hinweise, dass der Verlauf von Parodontitis-Erkrankungen mit der Dauer und Schwere von Rheumaerkrankungen zusammenhängt. So konnte eine Studie zeigen, dass durch die Behandlung einer Parodontitis die Entzündungswerte im Blut von Rheumapatienten sinken. Bei einer Parodontitis können Entzündungsbotenstoffe ebenso die  Blutgefäße im Körper beeinflussen und so eine Arteriosklerose begünstigen.
Die PZR hilft, einer Parodontitis vorzubeugen, aber auch, eine Parodontitis so zu behandeln, dass die Erkrankung nicht weiter fortschreitet.

Gesunde Zähne sparen bares Geld

Für Kinder und Jugendliche werden in Zahnarztpraxen individuelle Prophylaxeleistungen von 6 bis einschließlich 17 Jahren angeboten, die von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Erwachsene müssen für eine PZR selbst aufkommen. Die Kosten sind abhängig vom Umfang und Zeitaufwand der PZR. Eine Investition, die sich im Interesse der Lebensqualität lohnt, und auf Dauer noch Geld spart. Denn: Von Karies zerstörte Zähne müssen meist aufwendig durch Füllungen behandelt oder sogar ersetzt werden. Wer gerade neuen Zahnersatz bekommen hat – vielleicht gar in Form von Implantaten –, hat möglicherweise bereits tief in die Tasche greifen müssen. Wichtig ist jetzt, den Status quo mit gründlicher Zahn- und Zahnersatzpflege möglichst lange zu erhalten. Gerade die Pflege von Implantaten oder die Reinigung zum Beispiel unter Brücken fällt vielen zu Hause schwer. Die Prophylaxe-Fachkraft erklärt bei der PZR die Reinigung von schwer zugänglichen Stellen mit Zahnseide, Floss und Zahnzwischenraumbürstchen. So hilft sie, diese Stellen dauerhaft sauber zu halten. Eine Voraussetzung dafür, dass der Zahnersatz lange Freude macht.

Auch Prothesen brauchen Pflege!

Nicht nur die eigenen Zähne, auch eine Zahnprothese muss regelmäßig gereinigt werden. Auf Voll- oder Teilprothesen bilden sich ebenfalls immer wieder Beläge, die Bakterien enthalten. Die Zahnprothese sollte daher nach Möglichkeit nach jedem Essen herausgenommen und gereinigt werden. Reinigt man die Prothese nur im Mund, erwischt man die Beläge an der Prothesenunterseite nicht. Auf Dauer entstehen so Entzündungen und Mundgeruch. Für die Reinigung empfiehlt sich eine spezielle Prothesenbürste. Zahncremes mit groben Putzkörpern sind nicht geeignet, sie könnten den Prothesenkunststoff zerkratzen. Besser geeignet sind spezieller Prothesenreinigungsschaum oder eine flüssige Handseife. Auch Reinigungsbäder sind zu empfehlen, zusätzlich sollte allerdings immer auch eine mechanische Reinigung mit der Bürste erfolgen. Tipps für die Prothesenreinigung geben zahnmedizinische Prophylaxe-Assistentinnen sowie der Zahnarzt. In hartnäckigen Fällen kann eine Reinigung mit anschließender Politur der Prothese im Dentallabor notwendig sein.

Ablauf der Behandlung

Montag, Januar 27th, 2014

Um die individuelle Mundhygiene besser einzuschätzen, steht vor einer PZR immer die gründliche Untersuchung der gesamten Mundhöhle. Hierbei werden mögliche Gefahrenstellen und Beläge aufgespürt und sichtbar gemacht.

Dann werden zunächst die hartnäckigen Beläge wie Zahnstein mit einem Ultraschallgerät gelöst. Um dann im Rahmen der PZR auch die weichen Ablagerungen möglichst schonend aus allen Winkeln zu entfernen, ist wieder Handarbeit gefragt. Mit speziellen Instrumenten, kleinen Bürstchen und Zahnseide befasst sich die Dentalhygienikerin vorsichtig mit jedem einzelnen Zahn. Diese Reinigung erreicht auch die Ablagerungen, die der Patient trotz gewissenhaftem Putzen nicht entfernen kann. Beim so genannten Pulverstrahlgerät treffen ein Luft-Natriumbikarbonat-Gemisch und ein Wasserstrahl zur schnellen und schmerzlosen Entfernung von Verfärbungen wie beispielsweise Kaffee, Tee oder Nikotin aufeinander. Jetzt werden die Zähne noch auf Hochglanz poliert und mit einem schützenden Fluoridlack versehen um einen erneutes Festsetzen von Plaque und Zahnstein zu erschweren und das Putzen zu erleichtern.