Archiv der Kategorie Prohylaxe

“Her mit der Pasta!”

Putzhilfe aus der Tube: Ohne Zahncreme macht die Mundpflege nicht nur keinen Spaß, sonder auch ein wenig Sinn. Denn das Bürsten allein würde längst nicht ausreichen, um die bakteriellen Beläge zu entfernen , die sich im Laufe des Tages unvermeidlich auf jeder Zahnoberfläche bilden. Die Zahnpasta verbessert den Reinigungseffekt der Zahnbürste enorm- entscheidend sind dabei vor allem drei Dine:

1.Flourid schützt den Zahnschmelz.

2. So genannte Putzkörper- diese schmirgelnden Teilchen bestehen in der Regel aus Mineralien wie Kieselsäure, Kalziumkarbonat oder Phosphaten.

3. Oberflächenaktive Stoffe(Tenside) sorgen dafür, dass die Zahncreme schäumt.

Die Zahnfäulnis, medizinisch Karies genannt, befindet sich in Deutschland seit vielen Jahren auf dem Rückzug. Das gilt vor allem für Kinder: Heute haben mehr alls die Hälfte aller Schulanfänger kariesfreie Milchzähne. Kariesbakterien gefährden die Zahngesundheit, weil ihr Stoffwechsel aggressive Säuren produziert, die Mineralien aus dem Zahnschmelz herauslösen. Schreitet dieser Prozess ungehindert fort, entsteht schließlich ein Loch.

Flourid gegen Zahnfäule

Gründliches Putzen mit flouridhaltiger Zahncreme stoppt die Karies-Attacke. Mit Bürste und Pasta werden bakterielle Beläge mechanisch entfernt, und Flourid härtet den Zahnschmelz, indem es herausgelöste Mineralien ersetzt. Es ist heute wissenschaftlich belegt, dass Flouride am besten vor Karies schützen, wenn sie von außen auf die Zahnoberfläche einwirken. Die Verwendung einer flouridhaltigen Zahnpasta ist deshalb unbedingt zu empfehlen- putzen Sie zweimal täglich mindestens zwei Minuten. Bei den Kindern sollte ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns zunächst mit einer speziellen Kinderzahncreme mit niedrigem Flouridgehalt geputzt werden. Erst wenn das Kind in die Schule kommt und das Kind selbstständig ausspucken kann, darf eine Junior- oder Erwachsenenpasta mit höherem Flouridgehalt benutzt werden. Eine Ausnahme gilt allerdings, falls der Kinderarzt Flouridtabletten verordnet hat: Solange das Kind flouridhaltige Mittel einnimmt, sollte es zur Mundhygiene evtl. eine Zahncreme ohne Flourid verwenden und dies mit dem Zahnarzt des Vertrauens besprechen.

Putzkörperchen gegen Plaque und Verfärbungen

Für die Reinigungswirkung einer Zahncreme sorgen winzig kleine Putzkörperchen. Sie unterstützen die Zahnbürste beim Entfernen der bakteriellen Beläge. Die Kunst besteht darin, Putzkörper einzusetzen, die wirksam zum Abschmirgeln der Plaque beitragen und Verfärbungen beseitigen, dabei aber den Zahnschmelz nicht angreifen. Sie können bei allen handelsüblichen Zahncremes sicher sein, dass sie dem gesunden Zahnschmelz nichts anhaben können. Ein Maß für die Schmirgel- Wirkung der Zahnpasta st der so genannte RDA-Wert. Er hängt vor allem von der Härte, Größe und Oberflächenstruktur der Putzkörperchen ab. Die Aussagekraft des RDA- Werts in der Fachwelt umstritten, da er am vergleichsweise weichen Zahnbein(Dentin) gemessen wird und nicht am harten Zahnschmelz. Das Dentin, sozusagen der Kern des Zahnes, ist jedoch in der Regle vom schützenden Schmelz umgeben - eine Ausnahme bilden allerdings zum Beispiel freiliegende Zahnhälse. Nach Ansicht der Bundeszahnärztekammer sind für den alltäglichen Gebrauch Zahnpasten mit einem RDA-Wert zwischen 30und 70 zu empfehlen. Spezialcremes gegen Verfäbungen(Zahnweißcreme) enthalten in der Regel einen höheren Anteil an Schleifmitteln. Produkte mit einem RDA- Wert über 80 sollten nicht täglich zur Mundhygiene angewendet werden, empfiehlt die Bundeszahnärztekammer. Die Ergebnisse wisschenschaftlicher Forschungen deuten darauf hin, dass Zahnschäden generell weniger auf zu stark schmirgelnder Zahnpasten zurückzuführen sind, sondern vielmehr auf falsche Putztechnick:Wer regelmäßig mit zuviel Kraft und einer harten Bürste “schrubbt”, schädigt damit auf Dauer den Schmelz und unter Umständen auch das Zahnfleisch- es weicht vor dem Über-Druch zurück und legt den Zahnhals frei.

Schaum erfrischt nicht nur

Die meisten Verbraucher empfinden es als angenehm  und erfrischen, wenn die Zahnpast schäumt. Die Schaumbildner oder auch Netzmittel leisten noch mehr: Sie unterstützen die gleichmäßge Verteilung der Zahncreme und damit auch den Putzeffekt. Speisereste werden von den kleinen Bläschen “eingefangen”, die Zahnbürste kann sie dadurch besser entfernen. Die Netzmittel binden außerdem abgelöste bakterielle Beläge, nach Abschluss des Putzvorgangs lassen sie sich deshalb leicht ausspülen.Darüber hinaus ermöglicht der Schaum eine bessere Benetzung der Zahnoberflächen mit den Wirkstoffen in der Zahncreme.

Der Zahnarzt gibt gerne Tipps

Auf dem deutschen Markt sind zund 300 verschiedene Zahnpasten erhältlich- eine verwirrende Vielfalt. Zahlreiche Produkte enthalten besondere Zusätze oder Inhaltsstoffe, die zum Beispiel das Zahnfleisch kräftigen, die Bildung von Zahnstein reduzieren, gegen Mundgeruch wirken oder speziell für ” reifere” Zähne geeignet sein sollten. Dann gibt es Cremes für sensible, schmerzempfindliche Zähne, und wieder andere enthalten antibakteriell wirkende Substanzen, um Zahnfleischentzündungen vorzubeugen. Fragen sie vor der Anwendung einer Zahncreme mit besonderen Eigenschaften am besten Ihren Zahnarzt. Er kann beurteilen, ob das Produkt in Ihrem ganz persönlichem Fall gut geeignet ist- und Ihnen außerdem weitere wertvolle Tipps zur richtigen Zahnpflege geben.

Quelle: Magazin”Lückenlos”

ABC der Kinderzahnpflege

Gesund im Mund von Anfang an: Wird schon ab dem ersten Zähnchen richtig geputzt, hat Karies kaum eine Chance. Ein gut gepflegtes Milchgebiss bildet die Basis für gesunde Zähne im Jugend- und Erwachsenenalter.

 Altersgerechte Zahnpflege

0 bis 2 Jahre: Bereits mit Durchbruch des ersten Milchzahns sollte die Mundhygiene beginnen. Eltern putzen die Zähne eines Kinder mit einer Baby- oder Minizahnbürste einmal täglich, am besten abends. Die Kinder- Zahnpasta (Flouridgehalt 500ppm) sparsam verwenden-in höchstens erbsengroßer Menge.

2 bis 4 Jahre: Ab dem zweiten Geburtstag sollten die Zähne zweimal täglich geputzt werden (morgens und abends). Die Kinder greifen nun die Zahnbürste auch schon selbst. Eine spezielle Lernzahnbürste erleichtert das eigenständige Putzen nach der KAI- Methode.

4 bis 6 Jahre: Im Schulalter erscheinen die ersten bleibenden Zähne. Den Anfang machen die Backenzähne am Ende der Milchzahnreihe- ihre Kaufläche ist besonders anfällig für Karies. Das Kind kann jetzt eine Junior- Zahnpasta mit höherem Flouridgehalt benutzen (1.000 bis 1.500 ppm).

8 bis 12 Jahren: Zahnärzte empfehlen eine Umstellung der Putzmethode auf die Bass- Technik. Dabei wird die Zahnbürste schräg in einem Winkel von etwa 45 Grad am Zahnfleischsaum angesetzt und mit kleinen Rüttelbewegungen über die Zähne geführt. Weil durchbrechende bleibende Zähne, Lücke und engere Zwischenräume die Zahnpflege erschweren, sollten die Eltern weiterhin regelmäßig den Putzerfolg kontrollieren.

Angst vorm Zahnarzt ?

Am besten lernt das Kind den Zahnarzt und sein Team bereits gegen Ende des ersten Lebensjahres kennen. Beim entspannten Besuch auf dem Schoß von Mama oder Papa kann es sich an die Räume und Geräusche gewöhnen, den Zahnarztstuhl und Instrumente erkunden - so kommen keine Ängste auf. Steht dann der erste Vorsorgetermin an, brauchen Eltern ihr Kind gar nicht weiter darauf vorzubereiten. Keinesfalls sollten die Erwachsenen sagen, dass es nicht wehtun wird - diese Bemerkung könnte die Furcht vor Schmerzen erst hervorrufen!

Fissurenversiegelung

Die Kauflächen der bleibenden Backenzähne weisen Furchen und Brübchen auf. Viele Kinder sind bis weit ins Schulalter  hinein motorisch noch nicht in der Lage diese Fissuren gründlich zu putzen. Deshalb bleiben hier oft Speisereste zurück - für Kariesbakterien ein gefundenes Fressen. Als vorbeugende zahnärztliche Maßnahme empfiehlt sich die Fissurenversiegelung: Der Zahnarzt reinigt zunächts die Kauflächen, raut den Schmelz dann leicht an und versiegelt schließlich die Fissuren mit einem Kunststofflack. Die Behandlung sollte möglichst bald nach Durchbruch der Backenzähne erfolgen. Sie dauert in der Regel nur wenige Minuten, ist völlig schmerzfrei- und kostet nichts: Die Fissureversiegleung der ersten und zweiten bleibenden Backenzähne zählt zu den kassenzahnärztlichen Leistungen, die gesetzlich versicherte Patienten im Alter zwischen 6 und 17 Jahren zuzahlungsfrei in Anspruch nehmen dürfen.

Flourid

Flourid härtet den Zahnschmelz und beugt Karies vor, wenn es kontinuierlich angewendet wird - am besten durch den täglichen Gebrauch einer fluoridhaltigen Zahnpasta. Ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns bis zum Durchbruch des ersten bleibenden Zahns sollten Kinderzahncremes mit niedrigemFluoridgehalt (500 ppm) benutzt werden. Etwa ab der Einschulung empfehlen Zahnärzte den Wechsel zu einer Junoior- oder Erwachsenenzahnpasta (1.000 bis 1.500 ppm Flourid).

KAI- Putztechnik

Vom Kleinkind- bis zum Grundschulalter putzen Kinder am besten nach der Kai- Mehtode. Die Abkürzung steht für Kau-, Außen-, Innenflächen: Zuerst wird die Zahnbürste auf den Kauflächen hin- und hergeführt. Dann folgen die Außenflächen- dazu beißt das Kind die Kauflächen aufeinander, setzt die Bürste im hinteren Backenzahnbereich an und führt sie mit kreisenden Bewegungen nach vorn. Danach werden auch die Schneidezähne geputzt, ebenfalls möglichst kreisend, nicht schrubbend. Abschließend erfolgt die Reinigung der Innenflächen, das Kind kann entweder in kleineren Kreisen bürsten oder vom Zahnfleisch ausgehend mit Ausweichbewegungen putzen (von rot nach weiß).

Karies

Karies muss nicht sein: Gewissenhafte Mundhygiene sorgt vor. Ein gesundes Milchgebiss ist äußerst wichtig - haben Kariesbakterien erst einmal Löcher verursacht,drohen unangehneme Folge. So kann die Infektion das Allgemeinbefinden beeinträchtigen, und es besteht ein erhöhtes Kariesrisiko für dich nachfolgenden bleibenden Zähne. Muss der Zahnarzt einen zerstörten Milchzahn ziehen, drohen Fehlstellungen im Gebiss, die später mit einer Spange behandelt werden müssen.

Kauen

Frische und feste Lebensmittel regen zum Kauen an, fördern den Speichelfluss und reinigen die Zähne. Beispiele für zahngesunde Esswaren sind Obst, Frischgemüse, Salat, Müsli und Vollkornbrot. Ist das Zähneputzen nach einer Mahlzeit nicht möglich, hilft zuckerfreier Kaugummi - durch das Kauen bildet sich vermehrt Speichel, der den Zähnen Mineralien zuführt.

Naschen

Zucker schadet den Zähnen, das weiß jedes Kind. Verbote sind jedoch keine Lösung - stattdessen sollten Eltern von Anfang an auf einen vernünftigen Umgang mit Süßigkeiten achten. Entscheiden für die Zahngesundheit ist weniger die Gesamtmenge des verzehrten Zuckers als vielmehr die Häufigkeit des Konsums. Wird öfter zwischendurch genascht, bekommen die Kariesbakterien immer wieder Nachschub und produzieren ständig Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Am besten ist es, Süßigkeiten direkt im Anschluss an Hauptmahlzeiten zu essen - und danach die Zähne zu putzen.

Schnuller 

Den Schnuller sollten Kinder nach Vollendung des ersten Lebensjahres nicht mehr lange benutzen. Selbst ein gutgeformter Nuckel kann die natürliche Gebissentwicklung stören. Ist er zu oft und zu lange im Mund, entwickelt sich ein Überbiss: Die oberen Schneidezähne liegen deutlich vor den unteren - dadurch wird normales Abbeißen erschwert.  Überbiss führt außerdem häufig zu Sprechproblemen, das Kind beginnt zu lispeln.

Zahnungsbeschwerden

Wenn die ersten Zähnchen durchbrechen, sind viele Babys unruhig, weinen viel und schlafen schlecht. Das Zahnfleisch kann gerötet und geschwollen sein, manche Kinder bekommen auch leichtes Fieber. Kauen bringt Erleichterung und fördert außerdem den Zahndurchbruch: Hilfreich ist zum Beispiel ein gekühlter Beißring. Auch sanfte Zahnfleischmassagen mir dem sauberen Finger lindern die Beschwerden. Bleibt das Baby trotzdem quengelig oder soll das Einschlafen erleichtert werrden, wirken Zahnungshilfen beruhigend - sie sind als Gel, Salbe oder Tropfen erhältlich.

(Quelle: “Lückenlos-Magazin, 04-06/11)

Knackig gegen Karies

Gesundes Essen,gesunde Zähne: Gemüse, Vollkornbrodukte und Rohkost erfordern ausgiebiges Kauen - das fördert den schützenden Spechelfluss. Außerdem wichig: nicht so oft zwischendurch naschen.

Zähne brauchen was zu beißen : Kräftiges Kauen massiert das Zahnfleisch und fördert seine Durchblutung. Gleichzeitig regt das Knabbern an Möhren, der Biss ins Vollkornbrot oder der Verzehr von Müsli die Speichelbildung an. Und das ist ernorm wichtig, denn Speichel sorgt für eine natürliche Selbtreinigung derZähne. Unsere Ernährung ist jedoch oft zu weich: Weißmehlbrötchen mit Marmelade, Spaghetti mit Tomatensauce oder Hamburger mit Hackfleisch lassen sich schon nach ein paar Kaubewegungen mühelos verdrücken. Fehlt der nötige Biss, mangelt es nicht nur am schützenden Speichel. Intensives Kauen festigt zudem den Zahnschmelz. Darüber hinaus entfalten faserreiche Lebensmittel wie Obst und Gemüse eine gewisse Reinigungswirkung an der Zahnoberfläche - bakterielle Beläge können sich nicht so gut anlagern wie bei weichen Speisen, von denen viele zudem oft noch klebrig  sind (wie zum Beispiel Honig,Konfitüre, Fruchtjogurt, Kuchen oder Kartoffelchips ).

Vitmine für die Zähne

Gesunde Genüsse liefern wertvolle Vitalstoffe für die Zähne. So enthalten zum Beispiel Seefische, Schweineleber, Blattspinat, Rinderfilet und schwarzer Tee Fluoride, die den Zahnschmelz härten und vor Säureangriffen schützen. Auch Vitamine verbessern die ‘Zahngesundheit:

  • So unterstützt Vitamin A das Wachstum und die Erneuerung der Mundschleimhaut. Es ist reichlich enthalten in Möhren, Grünkohl, Spinat, Feldsalat, Chicoree und Tunfisch.
  •  Vitamin C ist beim Aufbau des Zahnbeins ( Dentin ) maßgeblich beteiligt und stärkt außerdem das Zahnfleisch. Zu den Hauptquellen zählen Paprika, Brokoli, Rosenkohl, Kiwis undErdbeeren.
  • Vitamin D fördert die Einlagerung von Mineralien und härtet so den Zahnschmelz. Wichtige Lieferanten sind Hering, Forelle, Lachs, Tunfisch, Leber und Eier.

Zucker nagt am Zahn

Zahnfeind Nummer Eins ist und bleibt der Zucker. Er schädigt allerdings den Zahnschmelz nicht direkt - zur Entwicklung von Karies führt ausschließlich  die Kombination ” Zucker plus Zahnbelag plus Zeit “. Den Bakterien im Mund schmeckt Zucker nämlich auch gut, sie wandeln ihn aber leider in Säuren um, die Mineralien aus dem Zahnschmelz herauslösen. Geschieht dies über längere Zeit, enstehen Löcher in der ursprünglich glatten Schmelzoberfläche - die Karies beginnt. Ohne Bakterien könnte Zucker unseren Zähnen nichts anhaben. Aber selbst bei bester Mundhygiene schafft es niemand, seine Zähne immer absolut sauber zu halten. Dennoch heißt zahnfreundliche Ernährung nicht, komplett auf Zucker verzichten zu müssen. Entscheidend ist weniger die Gesamtmenge des verzehrten Zuckers, sondern vielmehr, wie oft genascht wird - und wie lange das ” Bakterienfutter ” im Mund verweilt.

Schädliche Zwischenmahlzeiten

Wenn Süßigkeiten über den Tag verteilt immer wieder zwischendurch verzehrt werden, bekommen die Plaquebakterien kontinuierlich Nachschub und produzieren ständig Säuren. Die Kariesgefahr lässt sich stark reduzieren, indem der Genuss von Schokolade, Keksen, Kuchen & Co. ausschließen nach den Hauptmahlzeiten erfolgt - und anschließend die Zähne geputzt werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, auch auf “versteckten” Zucker zu achten. Viele industriell verarbeitete Lebensmittel enthalten große Zuckermengen - auch solche, bei denen man es gar nicht unbedingt erwartet: wie etwa Senf, Ketchup, Frühstücksflocken, Fertigflocken, Dosengemüse, Eistee, Biermixgetränke oder Fettreduzierte Light-Produkte.

Säureangriff durch Softdrinks

Aggressive Säuren stammen nicht nur von Bakterien. So enthalten viele Erfrischungs- und Sportgetränke Zusätze wie Zitronen- und Ascorbinsäure, die den Zahnschmelz direkt angreifen. Die meisten Konsumenten ahnen davon nichts: Denn der gewöhnliche süße Geschmack von Softdrinks täuscht über ihren Säuregehalt hinweg. Einige Obstsorten, Salat-Dressing, Fruchtriegel, viele Fertiggerichte sowie Fruchtsäfte und Smoothies enthalten ebenfalls Säuren, die Kalzium und Phosphat aus dem Zahnschmelz  herauslösen und ihn damit aufweichen. Wenn Säuren die Zähne attackieren, sprechen Zahnärzte von Erosion. Sie ist häufig die Ursache für schmerzempfindliche Zähne: Weil Zahnschmelz weggeätzt wurde, liegt das weichere Dentin frei, in dem sensible Nervenfasern verlaufen. Typisches Symptom ist ein plötzlicher, scharfer Schmerz beim Konsum heißer oder kalter Speisen und Getränke. Um Zahnerosion zu vermeiden, genügt oft schon eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Besonders wichtig: Sofdrinks, Fruchtsäfte und Sportgetränke nur in Maßen genießen. Danach sollte mindestens eine halbe Stunde vergehen, bevor die Zähne geputzt werden, um den durch die Säure angelösten Zahnschmelz nicht zusätzlich strapazieren.

Zahnpflege- Kaugummis: Sinnvoll für zwischendurch

Morgens und abends mindestens zwei Minuten Zähne putzen, das empfehlen Zahnärzte. Aber auch zwischendurch kann jeder zusätzlich etwas für die Mundhygiene tun: Das Kauen von Zahnpflege-Kaugummis nach dem Mittagessen, nach Zwischenmahlzeiten und dem Genuss von Säften oder Softdrinks regt den Speichelfluss an - dadurch werden Säuen aus den Nahrungsmitteln neutralisiert. So kann zum Beispiel die regelmäßige Anwendung von zuckerfreien Kaugummis mit dem Süßstoff Xylit das Kariesrisiko vermindern. Die vermehrte Speichelbildung wirkt Entzüngsprozessen entgegen und fördert damit auch die Zahnfleischgesundheit. Regelmäßiges Kaugummi-Kauen kann aber Zähneputzen nicht ersetzen!

 

Bürsten gegen Bakterien

Auf Zähnen, Zahnfleisch und Zunge siedeln mehr als 700 Bakterien-Arten. Die meisten Keime sind harmlos oder sogar nützlich. Manche können jedoch großen Schaden anrichten - wenn die Mundhygiene vernachlässigt wird.

Ein Platz für Keime : Unsere Mundhöhle bietet Bakterien ein wahres Schlaraffenland. Tropische Temperaturen, ständige Feuchte, zahllose Schlupfwinkel zwischen den Zähnen und auf der Zunge sowie regelmäßige Mahlzeiten sorgen für eine Bevölkerungsexplosion - täglich wachsen zwischen Lippen und Rachen Milliarden von Mikroorganismen heran. Auf ihren Siedlungsflächen bilden die Bakterien einen so genannten Biofilm: In dieser Lebensgemeinschaft “kommunizieren” die verschiedenen Arten miteinander, organisieren teilweise gemeinsam die Versorgung mit Nährstoffen und die Entsorgung von Abfallprodukten.

In den Schluchten der Zunge

Die meisten Keime siedeln in den Krypten auf dem Zungenrücken. Diese schluchtartigen Vertiefungen bieten optimalen Schutz und ständig Nahrung - an jeder einzelnen Schleimhautzelle drängeln sich hier bis zu 100 Bakterien. Wer unten keinen Platz findet, weicht nach oben aus, auf die Papillen; diese warzenartigen Erhebungen nehmen unter anderem Geschmachsreize wahr. Vermengt mit abgestorbenen Schleimhautzellen, Nahungsresten, Speichel und weißen Blutkörperchen bilden die Keime auf der Zunge einen pelzigen Belag. Er kann sich leicht zum Verursacher von Mundgeruch entwickeln. Gegen schlechten Atem hilft daher  in vielen Fällen ein Zungenreiniger, mit dem die Bakterien einmal täglich vom Zungenrücken abgeschabt werden. Die bakterielle Besiedlung der Schleimhäute im Mund stellt für den Körper in aller Regel kein Problem dar. Im Gegenteil: Viele Mitglieder der Lebensgemeinschaft Biofilm schützen das Gewebe vor Eindringlingen und unterstützen das Immunsystem. Krankheitserreger haben es zudem auf der Schleimhaut schwer, da sich deren Zellen rasch erneuern. Ganz anders sieht es an der Zahnoberfläche aus - der Schmelz ist zwar sehr hart, aber nicht zur Erneuerung fähig. Schädliche Keime können hier schnell einen Biofilm bilden, der sich innerhalb weniger Stunden zu einem geschlossenen Bakterienrasen entwickeln kann.

Klebrige Plaque 

Mit Zahnbürste, Zahnseide und Zwischenraumbürstchen werden bakterielle Biofilme auf mechanische Weise von den Zahnoberflächen entfernt. Das funktioniert am besten, wenn die Mikroorganismen wenig Zeit hatten, um am Schmelz Plaque zu bilden. Insbesondere Streptokokken sind in der Lage, schnell einen hartnäckigen Zahnbelag entstehen zu lassen. Die Hauptverursacher von Karies nutzen dazu einen Trick: Sie setzen den in der menschlichen Nahrung enthaltenen Zucker zu großen, langkettigen Kohlenhydraten zusammen. Diese Vielfachzucker ummanteln die Bakterien und dienen ihnen nicht nur als Nahrungsreserve - - die klebrigen Kohlenhydrate verfestigen zudem die Plaque und erschweren damit deren Entfernung mit der Zahnbürste. Deshalb ist das tägliche Putzen so wichtig: Erfolgt die Reinigung zu selten oder werden Gebissbereiche wie etwa die Zahnzwischenräume regelmäßig vernachlässigt, können speziell Karieserreger rasch einen stabilen Belag bilden, der sich mit den Mittel der häuslichen Mundhygiene nicht mehr beseitigen lässt.

Angriff aufs Zahnfleisch 

Durch regelmäßige Zahnpflege kann der Mensch die “Evolution” in seiner Mundhöhle positiv beeinflussen. Denn das Bürsten und Fädeln bekämpft jene Mikroorganismen, deren unkontrollierte Vermehrung gesundheitliche Probleme schafft. So lassen sich insbesondere die Verursacher von Zahnfleischentzündungen relativ leicht von den Zahnoberflächen entfernen. Anders als die kariesauslösenden Kokken können sie nicht so bald fest anhaftende Plaque bilden. Dennoch leiden rund 80 Prozent der Erwachsenen in Deutschland unter einer Zahnfleischentzündung ( der Zahnarzt spricht von Gingivitis ). Eine wesentliche Ursache dürfte sein, dass die Reinigung der Zahnzwischenräume von vielen Menschen vernachlässigt wird. Werden die Gingivitis-Erreger hier längere Zeit in Ruhe gelassen, können sie sich krankhaft vermehren und das Zahnfleisch angreifen.

Wenn es beim Putzen blutet 

Typisches Symptom einer Gingivitis ist rotes, geschwollenes und empfindliches Zahnfleisch, das beim normalen Putzen oder bei der Anwendung von Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen blutet. Auch ein anhaltend schlechter Atem oder unangenehmer Geschmack im Mund sind häufig Folge einer Zahnfleischentzündung. Wird nichts gegen die Gingivitis unternommen, kann sie sich zur Parodontitis verschlimmern: Die Entzündung breitet sich im gesamten Zahnbett aus und greift schließlich sogar den Knochen an - die befallenen Zähne verlieren ihren Halt. Werden die Zähne oder einzelne Gebissbereiche nicht regelmäßig geputzt, können sich schädlich Bakterien dort schnell vermehren - unter Umständen entzündet sich das Zahnfleisch an den befallenen Stellen bereits nach einer Woche.

Zahnzwischenräume nicht vergessen 

Ohne Unterstützung von außen haben die Abwehrzellen nur geringe Chancen, dem Ansturm der Erreger dauerhaft standzuhalten. Die Bürste bringt’s: Wird der Belag am Zahnfleischsaum konsequent mechanisch attackiert, klingt eine Gingivitis schon nach wenigen Tagen wieder ab. Unterstützend hilft der Zahnarzt - bei einer professionellen Zahnreinigung in der Praxis werden alle Beläge und damit die Auslöser von Zahnfleischentzündungen gründlich beseitigt. Um einer erneuten Infektion vorzubeugen, kommt es ganz entscheidend darauf an, bei der täglichen Mundhygiene auch an die Zahnzwischenräume zu denken. Sie werden jedoch viel zu oft vergessen: Das zeigt der auffallend niedrige Verbrauch von Zahnseide und Zwischenraumbürsten in Deutschland. So müsste der Konsum von Zahnseide etwa 40 Mal höher sein, würden die Zwischenräume den zahnärztlichen Empfehlungen entsprechend häufig und intensiv gereinigt.

Zahnseide oder Mundspüllösung 

Ist das Zahnfleisch noch nicht zurückgewichen und stehen die Zähne normal nebeneinander, ist Zahnseide das Hilfsmittel der Wahl, um Beiträge aus den den Zwischenräumen zu entfernen. Für Ungeübte und bei eng stehenden Zähnen erleichtert gewachste Zahnseide das Einführen. Hilfreich für Erstverwender und Kinder kann Zahnseide im Halter sein. Ist der Anwender etwas routinierter, empfiehlt sich wegen des besseren Putzeffekts ungewachste Seide.Wer Schwierigkeiten im Umgang mit Zahnseide hat, kann zur Not auf eine Mundspülung zurückgreifen. Nach einer aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest (Zeitschrift “test”, Heft 2/2010) können mehrere Produkte bei täglicher Anwendung effektiv zur Zahnpflege beitragen: Die Note “gut” sowohl beim Schutz vor Karies als auch vor Gingivitis erhielten Chlorhexamed Zahnfleisch-Schutz Mundspül-Lösung, Meridol Mundspül-Lösung, One Drop Only Mundspüllösung Zx3 und Sensodyne Zahnspül-Lösung für schmerzempfindliche Zähne.

Kleine Bürstchen, große Wirkung

Sind die Zahnzwischenräume bereits größer, werden sie am besten mit Interdentalbürstchen gesäubert. Ihre mikrofeinen Borsten sind bezüglich der Effektivität allen anderen Hilfsmitteln zur Reinigung der Zahnzwischenräume überlegen. Interdentalbürsten sind im Prinzip leicht anzuwenden - einfach behutsam in den Zwischenraum einführen und vorsichtig mehrfach hin und her bewegen. Wichtig ist jedoch die Wahl der richtigen Größe: lässt sich das Bürstchen nur unter Krafteinsatz in die Lücke schieben, ist es zu groß. Besteht andererseits zu viel Spielraum, erfolgt keine optimale Reinigung. Im Zweifel hilft der Zahnarzt - er kann seinem Patienten genau sagen, welche Zwischenraumbürste für ihn geeignet ist.

Fissurenversieglung - Wirksamer Kariesschutz für den Zahn

Karies - Gefahr für die Zähne !

Karies zerstört den Zahn

Karies ist eine Zahnkrankheit, in deren Verlauf die Zahnsubstanz durch Säureeinwirkung Zug um Zug zerstört wird. Die Säuren stemmen überwiegend von Bakterienstämmen, die den Mundraum besiedeln und die aufgenommene Nahrung (Kohlenhydrante-Zucker) zu Milchsäure vergären. Da sich diese Bakterien direkt auf der Zahnoberfläche in Zahnbelägen befinden, kann die produzierte Säure sofort den Zahn angreifen. Nahezu alle Menschen haben je nach individueller Konstitution mehr oder weniger “Kariesbakterien” im Mundraum. Der menschliche Organismus ist auf diese Gefahren vorbereitet. Durch den Speichel werden die von den Bakterien produzierten Säuren neutralisiert und die angegriffene Zahnsubstanz wieder repariert. Dieses natürliche Gleichgewicht aus Zerstörung und Wiederaufbau der Zahnsubstanz kommt aus der Balance, wenn z.B. durch ungenügende Zahnhygiene ( Ausbreitung von Zahnbelägen ) die Menge an Plaquebakterien zunimmt und damit die Säurebelastung steigt.

Die Zahnreinigung hat Grenzen

Selbst eine gute häusliche Zahnreinigung erreicht nicht alle Zahnflächen. Insbesondere die Kauflächen der großen Backenzähne (Molaren), auch aber Front- und Eckzähne sind von spaltartigen kleinen Furchen (Fissuren) und/oder rundlichen Vertiefungen (Grübchen) durchsetzt. Hier bleibt die Zahnbürste wirkungslos, so dass sich Zahnbeläge bilden und Bakterien ungestört ansiedeln können - beste Bedingungen für eine Karies.

Die Fissurenversieglung

Die Idee der Fissurenversieglung ist es, die Furchen und Grübchen mit einem Füllmaterial zu verschließen. Dadurch werden zerklüftete Zahnreliefs geglättet, Angriffsanflächen für die Karies reduziert und es entsteht eine für die Zahnbürste gut zu reinigende Zahnoberfläsche. Als Versiegler kommen heute überwiegend dünnfließende kunststoffbasierte Materialien zum Einsatz, die nach dem Auftragen am Zahn entweder chemisch oder unter sichtbarem Licht aus sogenannten Polymerisationslampen aushärten. Am Beginn einer Behandlung steht immer eine Untersuchung des Zahnes auf bereits vorhandene Karies, um eine unbeabsichtigte Versieglung kariöser Fissuren zu vermeiden (die Karies könnte sich unter der Versieglung weiter ausbreiten und den Zahn zerstören). Sind die Fissuren kariesfrei, kann der Zahn sofort versiegelt werden. Wird dagegen Karies festgestellt, hängt es von der Ausdehnung der befallenen Areale ab, ob eine sogenannte erweiterte Fissurenversieglung (Fissuren werden “aufgebohrt”, kariöses Zahnmaterial wird entfernt) oder eine Füllungstherapie angezeigt ist.

Lebensdauer von Fissurenversiegelungen

Versiegelungen halten im allgemeinen 7-10 Jahre, wobei diese Angabe eher als ein statstischer Wert verstanden werden muss. Im Einzelfall kann eine Versieglung durchaus 20 Jahre halten. Andererseits besteht selbst bei sorgfältiger Arbeit besonders in den ersten 6 Monaten ein erhöhtes Risiko, die Versieglung zu verlieren. Deshalb sollte nach dieser Zeit immer eine Nachkontrolle erfolgen. Im Falle einer Materialverlustes kann ohne Probleme nachversiegelt werden.

Wann sollte versiegelt werden ?

Überall dort, wo sich Zahnbeläge ablagern können, steigt die Kariesgefahr. Dennoch müssen nicht gleich wahllos alle Zähne versiegelt werden. Die Frage, wann eine Versieglung sinnvoll ist, orientiert sich an Ihrem individuellen Kariesrisiko. Wir empfehlen Versieglungen bei

  • gefährdeten Fissuren und Grübchen an Milch- und bleibenden Backenzähnen, Einstülpungen an den Innenseiten von Front- und Eckzähnen
  • schwer zu reinigende Zahnflächen (zerklüftetes Zahnrelief)
  • andere ausgeprägte Kariesrisikofaktoren (z.B. kieferorthopädische Apparaturen, Mundtrockenheit)

Empfehlung

Fissurenversiegelung bei Milchzähnen

Milchzähne sind nicht so widerstandfähig wie bleibende Zähne. Deshalb ist der Schutz der empfindlichen Milchzähne wichtig und sinnvoll. Milchzähne sind Platzhalter für die bleibenden Zähne. Ein vorzeitiger Milchzahnverlust kann beim Zahnwechsel dazu führen, dass bleibende Zähne falsch durchbrechen und es zu Zahnfehlstellungen kommt. Eine Fissurenversiegelung ist vor allem dann anzuraten, wenn ein hohes Kariesrisiko besteht und die Zähne tiefe Fissuren aufweisen.

 Fissurenversiegelung bei Jugendlichen

Karies an den Kauflächen ist die häufigste Form der Karies bei Kindern und Jugendlichen. Deshalb ist eine Fissurenversieglung der bleibenden Zähne in diesem Alter besonders sinnvoll. Wichtig ist, dass die Zähne möglichst zeitnahe nach dem vollständigen Durchbruch versiegelt werden, damit sich Karies gar nicht erst entwickeln kann.

Fissurenversiegelung bei Erwachsenen

Die zahnmedizinische Forschung hat den positiven Effekt den Fissuresversiegelung überwiegend für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen herausgearbeitet. Für die Gruppe der Erwachsenen fehlt umfangreiches Datenmaterial. Dementsprechend unentscheiden ist das Meinungsbild unter Fachleuten zum Nutzen der Fissurenversiegelung bei Erwachsenen. Einerseits wird argumentiert, dass ein Zahn, der im Erwachsenenalter noch kariesfrei ist, seine Widerstandfähigkeit bereits bewiesen hat und eine Versiegelung unnötig sei. Andererseits ist es unstrittig, dass die Schaffung glatter, gut zu reinigender Zahnpberflächen (Reduktion von Zahnbelag) vorteilhaft für die Mundhygiene ist. Wir empfehlen besonders den jüngeren Erwachsenen (kariesfreier Zahn, zerklüftes Zahnrelief), im Gespräch mit dem Zahnarzt den möglichen Nutzen einer Fissurenversiegelung zu prüfen.

Behandlungsablauf

1. Untersuchung

Am Beginn einer Behandlung steht immer die Untersuchung der Fissuren auf bereits vorhandene Karies. Ein Problem dabei ist die sogenannte “versteckte Karies”, die sich unter der Zahnoberfläche entwickelt und für den Zahnarzt nur schwer zu erkennen ist. Im Zweifel müssen Röntgenaufnahmen abgefertigt und/oder spezielle Messungen durch geführt werden, um eine Diagnose stellen zu können.

 2. Reinigung der Fissuren

Zuerst müssen die zu versiegelnden Fissuren gereinigt werden. Anhafte Zahnbeläge werden wahlweise mit Pulvergeräten, rotierenden Bürsten oder sonstigen geeingten Instrumenten entfernt.

3. Trockenlegung und Vorbereitung

Nach der Reinigung wird der Zahn trockengelegt und dann mit Phosphorsäure-Gel angeätzt. Das schafft eine rauhe Oberfläche, auf der das Versiegelungsmaterial gut haften kann.

4. Versiegelung

Ist der Zahn vorbereitet, wird das Versiegelungsmaterial aufgebracht und durch Belichtung mit einer Halogenlampe ausgehärtet (Lichtpolymerisation). Es erfolgt eine kurze Politur, um nicht ausgehärtet Reste des Versieglers zu entfernen. Danach wird der Zusammenbiss kontrolliert und ggf. überschüssiges Versiegelungsmaterial mit feinen Bohrern “wegpoliert”.

5. Fluoridierung

Der Zahn word fluoridiert, um die angeätzten , aber nicht versiegelten Bereiche zu remineralisieren.

6. Wichtig : Nachkontrolle

Eine Fissurenversiegelung sollte 4-6 Monate nach der Behandlung kontrolliert werden, da sich evtl. Beschädigungen meist in diesem Zeitraum zeigen. In solchen Fällen kann problemlos nachversiegelt werden.

Die Behandlung

Die Fissurenversiegelung ist im Vergleich zum Legen einer Füllung ein weniger zeitintensives Procedere. Die Behandlung dauert in der Regel nur wenige Minuten und ist normalerweise schmerzfrei.

Wann kann nicht versiegelt werden?

 Während der Behandlung muss der Zahn  für kurze Zeit trockengelegt werden. Ist eine Trockenlegung der Fissur nicht möglich (Kinder: unvollständige durchgebrochene Zähne, mangelnde Mitarbeit), muss auf die Versiegelung verzichtet werden.

Risiken & Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind extrem selten. Weltweit wurden nur wenige ernsthafte Fälle beschreiben (Allergien gegen das Versiegelermaterial).

Mundhygiene bleibt wichtig!

Die Fissurenversiegelung beseitigt einige, aber nicht alle Angriffspunkte für die Karies. Sie ersetzt daher nicht die tägliche Zahnreinigung! Auch die regelmäßige Kontrolluntersuchung ist wichtig, um frühzeitig Schäden an der Versiegelung zu erkennen unf ggf. die Fissur nachzuversiegeln.

Die Wirksamkeit der Fissurenversiegelung ist wissenschaftlich belegt.

Die Fissurenversiegelung ist seit langem eine bewährte Methode oder Kariesvorbeugung. Der kariesschutz Effekt ist  wissenschaftlich belegt: “Bis zu 90% aller versiegelten Molaren (Backenzähne) lassen sich vor einem kariösen Befall schützen. Seit die Fissurenversiegelung 1993 Kassenleistung wurde, die ist Zahl der Behandlungen stark angestiegen. Heute haben 71,7%  der 12-jährigen Kinder mindestens einen versiegelten Zahn. Den Erfolg dieser Maßnahme zeigen auch die Daten der aktuellen Deutschen Mundgesundheitsstudie. Bei Kindern ohne Versiegelung waren mit durchschnittlich 1,1 Zähnen fast doppelt so viele Zähne von Karies befallen als bei Kindern mit Versiegelung (0,6 Zähne).

Kosten und Kassenleistung

Die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Fissurenversiegelung unter folgenden Bedingungen:

  • nur bei 6-17jährigen  Patienten
  • nur an bleibenden Zähnen 6 und 7
  • nur an einer Fläche pro Zahn

Versiegelungen an Milchzähnen und allen anderen bleibenden Zähnen müssen Privat bezahlt werden.

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