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Parodontitis, die schleichende Entzündung…

Dienstag, Oktober 30th, 2012

Zahnbettentzündung

Die Folgeerkrankung von Parodontose wird als Parodontitis bezeichnet, das eine entzündliche Erkrankung vom Zahnbett bzw. Zahnhalteapparat ist.

Parodontitis wird durch Bakterien in der Mundhöhle und der Reaktion des Körpers auf deren Eindringen ins Zahnfleisch hervorgerufen.

Zahnbetterkrankung

Eine Zahnbetterkrankung wird umgangssprachlich häufig als Parodontose bezeichnet was eine Zahnbettentzündung (Parodontitis) ist.

Unter dem Zahnbett versteht man die den Zahn umgebenden Strukturen, wie das Zahnfleisch und die Fasern mit denen der Zahn in seinem Zahnfach aufgehängt ist. Eine Parodontitis ist eine Zahnbetterkrankung beinhaltet immer eine Entzündung vom Zahnfleisch (Gingivitis). Parodontose kommt von Parodont, was Zahnhalteapparat bedeutet.

Der Zahnarzt kann bei der Untersuchung (PSI=Periodontal-Screening-Index) die Symptome einer Zahnbetterkrankung erkennen. Anzeichen für eine entzündliche Veränderung des Zahnfleisches sind rötliche, geschwollene und vor allem leicht blutende Areale. Viele Patienten reduzieren aus Angst vor erneuten Blutungen das Zähneputzen, was aber das Fortschreiten der Parodontitis fördert. Eine Entzündung vom Zahnbett kann zu heftigen Schmerzen führen, wobei man subjektiv zwischen parodotalem Schmerz und dem Zahnschmerz nicht differenzieren kann. Kennzeichnend für den Zahnschmerz, ausgelöst von einer Zahnbettentzündung ist der Aufbiss-Schmerz und Perkussionsschmerz, häufig in Verbindung mit einer Zahnlockerung.

Symptome der Zahnbettentzündung

Zahnfleischbluten ist ein ernstzunehmendes Signal für ein entzündetes Zahnbett bzw. Zahnbettentzündung.

Die Zahnbettentzündung nimmt einen schleichenden Verlauf und macht sich erst mit fortschreiten der Krankheit durch geschwollenes, empfindliches und stark gerötetes sowie leicht blutendes Zahnfleisch bemerkbar.
Bei einer Parodontitis greifen Bakterien Zahnfleisch, Zähne und Kieferknochen an, denn die Zahnbettentzündung ist eine Infektionskrankheit im Zahnbett, bei der sich der Zahnhalteapparat (Parodont) durch Bakterien entzündet hat. Symptom für die Entzündung vom Zahnbett kann ein veränderter sehr spezieller süsslicher Mundgeruch sein, denn die Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung vom Zahnhalteapparat, das mit einem eitrigen Prozess, Zahnfleischschwund und Zahnfleischwucherungen umhergeht. Parodontitis ist eine entzündliche Reaktion vom Zahnhalteapparat, ausgelöst durch Plaquebaktieren, die sich am Zahnhals und in der Zahnfleischtasche ansiedeln. Unzureichende Mundhygiene, Vererbung, schlecht eingestellter Diabetes (Zucker), Stress und Nikotin können den Krankheitsverlauf der Zahnbettentzündung beschleunigen. Aufgrund des langsamen und meist schmerzlosen Verlaufs der Erkrankung wird die Zahnbettentzündung häufig unterschätzt da sie teilweise erst im fortgeschrittenen Alter zu sichtbaren Anzeichen wie Zahnfleischrückgang, Zahnlockerung (Wackelzähne) und Zahnverlust führt.

Putzen gegen Parodontitis

Dienstag, Oktober 30th, 2012

Mit der richtigen Vorsorge können Zähne und Zahnfleisch bis ins hohe Alter gesund bleiben – und damit auch natürlich schön.

Ihre Zähne sind in Ordnung, aber Ihr Zahnfleisch geht zurück!“ Vielleicht erinnern Sie sich noch an diesen Satz aus der Fernseh-Werbung in den siebziger Jahren. Die Warnung vor „Parodontose“ ist also schon älter – aber noch immer aktuell. Heute sogar mehr denn je: Die medizinisch korrekt als Parodontitis bezeichnete Erkrankung befindet sich seit vielen Jahren auf dem Vormarsch. Laut der letzten Deutschen Mundgesundheitsstudie von 2006 leiden 53 Prozent aller Erwachsenen unter einer mittelschweren und weitere 21 Prozent unter schwerer Parodontitis. Das heißt im Klartext: Komplett gesundes Zahnfleisch ist inzwischen die Ausnahme.
Warum erkranken so viele Menschen an Parodontitis? Ein wesentlicher Grund dürfte sein, dass die Mehrzahl der Patienten noch gar nichts von der Zahnbettentzündung bemerkt hat. Denn Parodontitis tut sehr lange Zeit nicht weh, die typischen Symptome werden von den meisten Betroffenen entweder gar nicht wahrgenommen oder für harmlos gehalten. Und wer nichts von einer Erkrankung weiß, kann natürlich auch nichts dagegen tun.
Alarmsignale beachten
Die Parodontitis beginnt immer mit einer Zahnfleischentzündung – der Zahnarzt nennt sie Gingivitis (von Gingiva, dem lateinischen Wort für Zahnfleisch). Eine Gingivitis entwickelt sich stets am Zahnfleischsaum: Hier am Übergang von „rot nach weiߓ bilden sich schnell bakterielle Beläge – wird der Bereich nicht überall geputzt (zum Beispiel in den Zahnzwischenräumen, wo die Bürste nicht hinkommt), kann sich das Zahnfleisch bereits nach wenigen Tagen entzünden.
Die meisten Menschen bemerken eine Gingivitis nicht, denn sie verursacht keine unmittelbaren Beschwerden. Manchmal ist der bakterielle Belag am Zahnfleischsaum erkennbar, wenn er sich farblich vom Zahnschmelz abhebt. Einige Menschen können die Plaque mit der Zunge tasten, sie spüren ein pelziges Gefühl. Mit der Zeit entwickelt sich in den meisten Fällen eine erhöhte Neigung zum Zahnfleischbluten – dies fällt gewöhnlich vor allem beim Putzen auf. Ein weiteres häufiges Symptom: Das Zahnfleisch ist leicht geschwollen.

Taschen im Zahnfleisch
Schreitet eine Gingivitis fort, können die Bakterien schleichend an der Zahnwurzel entlang immer weiter vordringen – bis in den Knochen hinein. Das liegt an der Reaktion des Körpers auf die Infektion: Chronisch entzündetes Zahnfleisch löst sich ganz allmählich vom Zahnhals ab. Dadurch entsteht ein Spalt, in den sich die Bakterien einnisten. Unbehandelt vergrößert er sich mit der Zeit und wird zur Zahnfleischtasche. Darin sammeln sich Bakterien, die eine Infektion bilden. Ohne Behandlung kann die Infektion auf den Knochen übergreifen – wird sie nicht gestoppt, kann die Parodontitis den Knochen teilweise zerstören; der Zahn verliert den Halt. Nicht Karies, sondern Parodontitis ist heute die Hauptursache für Zahnverlust.
Früherkennung ist möglich
Auch wenn aus der Gingivitis bereits eine Parodontitis geworden ist, nehmen viele Menschen noch keine deutlichen Anzeichen davon wahr. Aber selbst vermeintlich harmlose Symptome wie gelegentliches Zahnfleischbluten oder Mundgeruch sind immer ein Alarmsignal. Auch wenn die Zähne länger wirken als früher oder falls die Zahnstellung verändert aussieht, sollte so bald wie möglich der Zahnarzt konsultiert werden. Das gilt selbstverständlich auch, wenn Schmerzen auftreten oder sich ein Zahn lockert.
Die Parodontitis wird häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Der Zahnarzt kann die Erkrankung aber schon sehr viel früher diagnostizieren – eine spezielle Früherkennungsmethode nennt sich Parodontaler Screening Index (PSI). Dabei prüft der Zahnarzt an jedem einzelnen Zahn mit einer so genannten Parodontalsonde, ob sich Zahnfleischtaschen gebildet haben und wenn ja, wie tief diese bereits sind. Außerdem testet der Zahnarzt, ob das Zahnfleisch bei Berührung blutet oder an einzelnen Stellen schon ein wenig zurückgewichen ist.

Vorsorge kostet nichts
Mit Hilfe des PSI ist es möglich, Erkrankungen des Zahnhalteapparates bereits in einem frühen Stadium festzustellen. Und je eher eine Parodontitis erkannt wird, desto einfacher ist die Behandlung und desto größer sind die Chancen, die Zähne lange zu erhalten. Gesetzlich versicherte Patienten können ihren PSI alle zwei Jahre im Rahmen der normalen Kontrolluntersuchungen auf Kosten der Krankenkasse bestimmen lassen. Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach dieser Leistung – die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie empfiehlt, dass alle Menschen diese wichtige Vorsorgeun- tersuchung in Anspruch nehmen.

Behandlung ohne Bohrer
Die Therapie einer Parodontitis beginnt gewöhnlich mit der so genannten Vorbehandlung. Mittels professioneller Zahnreinigung werden alle Beläge entfernt, um möglichst glatte Zahnoberflächen zu bekommen. Ergänzend informiert der Zahnarzt mit seinem Team den Patienten über die richtige Mundpflege.
Ist die Entzündung durch konsequentes häusliches Putzen zurückgegangen die aktive Mitarbeit des Patienten ist sehr wichtig –, folgt die zweite Phase der Behandlung: Eine Intensivreinigung der Zahnfleischtaschen. Hierfür nutzt der Zahnarzt so genannte Küretten. Diese Spezialinstrumente wählt er je nach Tiefe und Beschaffenheit der Zahnfleischtaschen aus. Unter örtlicher Betäubung reinigt und glättet der Arzt dann die Zahnwurzel. Selbst tiefliegende und harte Beläge kann er schmerzfrei entfernen.
Unter bestimmten Voraussetzungen werden die Kosten für eine systematische Parodontitistherapie in einem gewissen Rahmen von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen. Der Behandlungsplan muss zuvor von der Kasse bewilligt werden Grundsätzlich gilt dabei, dass die GKV eine Therapie erst dann als medizinisch notwendig ansieht, wenn Taschentiefen von mehr als 3,5 mm vorliegen. Viele Zahnärtze raten jedoch schon ab Taschentiefen von 1,5 mm zu einer Behandlung. Entsprechend frühzeitige Therapiemaßnahmen müssen gesetzlich Versicherte allerdings selbst bezahlen.

Kontinuierlich zur Kontrolle

Eine Parodontalbehandlung kann nur dann auch langfristig erfolgreich sein, wenn der Patient auf Dauer aktiv mitar- beitet. Denn Parodontitis ist im Prinzip eine chronische Erkrankung – der Spalt zwischen Zahnfleisch und Zahnwurzel bleibt auch nach der Therapie bestehen. Nur durch gründliche Mundhygiene lässt sich verhindern, dass erneut Bakterien die Zahnfleischtaschen besiedeln. Dabei kommt der Zahnzwischenraumpflege mit geeigneten Hilfsmitteln eine besondere Bedeutung zu. Ebenso wichtig ist eine kontinuierliche Nachbetreuung in der Praxis. Regelmäßige Kontrollbesuche stellen sicher, dass der Zahnarzt Probleme frühzeitig erkennt.
Anhaltende Entzündungen des Zahnbetts können sich zu einem Gesundheitsrisiko für den ganzen Körper entwickeln. Denn mit der Zeit wächst die Gefahr, dass die Krankheitskeime aus den Zahnfleischtaschen ins Blut gelangen und sich über die Gefäße verbreiten. Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass bei unbehandelter Parodontitis ein erhöhtes Risiko für Herz und Kreislauf erkrankungen, Lungenentzündung und Diabetes besteht. Außerdem sind Komplikationen in der Schwangerschaft möglich. Darüber hinaus sehen Mediziner Anhaltspunkte für Wechselwirkungen zwischen Parodontitis und Rheuma.

Parodontitis ist vermeidbar

Auch wenn viele Menschen betroffen sind – Parodontitis ist kein Schicksal: Sorgfältige häusliche Mundhygiene in Kombination mit der regelmäßigen professionellen Betreuung beim Zahnarzt beugt vor. Sie brauchen dazu allerdings Disziplin: Zweimal täglich Zähneputzen mit der normalen Zahnbürste reicht nicht aus, denn die besonders kritischen Zahnzwischenräume können Sie damit nicht reinigen. Das schaffen Sie nur, wenn Sie einmal pro Tag weitere Hilfsmittel einsetzen entweder Zwischenraumbürstchen oder Zahnseide.

Quelle: Lückenlos“

Zahnerkrankungen

Dienstag, Oktober 16th, 2012

Parodontose

Die Parodontitis bezeichnet eine Entzündungen (Parodont“itis) des Zahnhalteapparates und wird umgangssprachlich häufig auch Parodontose genannt.

Bei der Parodontose handelt es sich um eine Erkrankung oder auch einer degenerativen Veränderung vom Zahnfleisch sowie des zahntragenden Kieferknochens.

Parodontose als Erkrankung verläuft vielfach lange Zeit unbemerkt. Sie kann als chronische und schmerzfreie Entzündung über Jahre hinweg ganz langsam verlaufen. Um die Parodontose frühzeitig erkennen und behandeln zu können, ist eine Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt notwendig, denn hinter einem scheinbar harmlosen Zahnfleischproblem kann sich der Beginn einer Parodontitis verstecken.  Als Parodont wird das Zahnbett bzw. Zahnhalteapparates mit Zahnfleisch, Wurzelhaut, dem zahntragenden Kieferknochen und das Gewebe die den Zahn im Kiefer verankern bezeichnet.

Auch wenn der Begriff Parodontose weit verbreitet ist, handelt es sich dabei immer korrekt ausgedrückt, um eine entzündliche Parodontitis.

Die Zahnfleisch-Entzündung wird auch als Gingivitis (Gingivitis) bezeichnet, wobei es sich um eine sehr häufig auftretende Entzündung handelt die meistens harmlos ist, aber der Beginn einer Parodontitis sein kann.

Die Zahnfleischentzündung ist, sofern sie rechtzeitig vom Zahnarzt behandelt wird reversibel und kann vollständig abheilen.

Verlauf der Parodontose

Der Verlauf der Parodontose beginnt mit einer Entzündung vom Zahnfleisch die sich anschliessend auf den darunterliegenden Kieferknochen ausbreitet und das Gewebe zerstört.

Eine Parodontose die unbehandelt bleibt, führt zur Zahnlockerung, was anschliessend zum Ausfallen vom Zahn oder einigen Zähnen führen kann. Bakterien die in diesen Krankheitsprozess  der Parodontose bzw. Parodontitis involviert sind, können so auch in die Blutbahn gelangen und ernsthafte Komplikationen wie die Endokarditis, eine Entzündung der Herzinnenhaut verursachen oder können das Schlaganfall-Risiko erhöhen.

Die Parodontose beginnt als Folge einer chronischen Zahnfleischentzündung (Gingivitis)

Die wesentliche Ursache der Parodontose besteht in der Stoffwechselaktivität der bakteriellen Zahnbeläge, denn jeder Mensch hat im Mundraum ca. 500 verschiedenen Bakterienstämme, die sich bevorzugt auf den Zähnen ansiedeln, dort wo sich Plaque oder auch ein Biofilm bilden. In den klebrigen „Bakteriellen Zahnbelägen“ aus vielen unterschiedlichen Arten von Bakterien können sich diese im feuchtwarmen Klima ungehindert vermehren und verstecken. Wenn sich Zahnfleisch-Taschen gebildet haben ist das versteck für die Bakterien perfekt, so dass sie vor jeder Zahnbürste sicher sind und nicht mehr entfernt werden können. Durch den fortschreitenden Kieferknochenbau werden diese Taschen immer tiefer, sodass der Zahnstein sich unter dem Zahnfleisch verbreiten kann. Durch die zunehmende Taschentiefe nimmt auch die Anzahl der besonders aggressiven Bakterien (Anaerobier) zu, die ganz ohne Sauerstoff leben können. Ohne Zahnbehandlung führt die Parodontose zur Lockerung und zu Zahnverlust der befallenen Zähne.

Wenn die Gingivitis nicht behandelt wird

Wenn die Mundhygiene vernachlässigt wird, können sich klebrige Zahnbeläge (Plaques) bilden, in denen sich die Bakterien vermehren und durch Bakteriengiftstoffe (Toxine) kommt es dann zur Gingivitis bzw. Zahnfleischentzündung, die sich vielfach durch eine verstärkte Blutung vom Zahnfleisch bei der Zahnreinigung bemerkbar macht.

Wenn die Entzündung der Gingivitis nicht behandelt wird und über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt, können die Bakterien unter das Zahnfleisch vordringen und das Gewebe übergreifen sodass Zahnfleischtaschen  entstehen und die Gingivitis zur gefürchteten Parodontitis übergeht. Wenn die Zahnfleischentzündung nicht behandelt wird, kann sich dieser Zustand in einen degenerativen Prozess umwandeln und in eine Parodontitis übergehen, sodass der Zahnhalteapparat, wo die Zähne im Kieferknochen verankert sind, progressiv und irreversibel abgebaut wird. Wenn die Gingivitis länger unbehandelt bestehen bleibt greift die Entzündung vom Zahnfleisch auf den tragenden Kieferknochen über, der die Zahnwurzel trägt und beginnt den Knochen abzubauen. Im laufe der Zeit werden die Zähne locker und beweglich, so dass die Zähne einer nach dem anderen ausfallen.

Beginn der Parodontitis

Bei der Parodontitis ist zunächst nur das oberflächliche Zahnfleisch entzündet und geschwollen, sodass es gerötet sein kann und bei Berührung blutet.

Als Patient bemerkt man die Parodontitis meist erst, wenn der Knochenabbau schon so weit fortgeschritten ist und befallenen Zähne locker werden, denn die chronische Entzündung alleine verursacht keine Schmerzen.

Eine Parodontitis beinhaltet immer eine Gingivitis(Entzündung vom Zahnfleisch).

Bei Parodontitis erfolgt ein Zahnfleischrückgang der sich durch immer „länger werdende Zähne“ bemerkbar macht, was sich auch an der Zahnästhetik zeigt. Freiliegende Zahnhälse und Wurzelanteile können sehr sensibel reagieren auf Wärme, Kälte oder Druck und meist ist auch Zahnkaries noch mit im Spiel, was zusätzlich Mundgeruch erzeugen kann. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es dann zu Zahnlockerung und Zahnwanderung, was später zu Zahnverlust führt.

Langfristiger Erfolg nach Parodontaltherapie

Dienstag, Juni 26th, 2012

Das Gemeinsame Ziel von Zahnarzt, Team und Patient sollte eine dauerhafte Mund-und Zahngesundheit sein. Nur so könnnen Zähne und hochwertige Versorgungen lange erhalten bleiben. Dazu sind entsprechend durchstrukturierte Prophylaxe-, Parodontitis-und Pflege-Konzepte erforderlich

Erfolg steht und fällt mit unter einer  konsequenten täglichen Zahnpflege! Darum steht das gesamte Zahnarzt-Team mit all seinem ,,Wissen und können“ den Prophylaxe-Patienten kompetent zur Seite. Ein gut aufgestelltes Praxisteam, das regelmäßig geschult wird, ist der erste Schritt zu optimalen Behandlungsergebnissen für den Patient. Dazu gehöhren Bereiche von Erfassung, Maßnahmenplanung, Recall und Förderung der Patienten-Eigenverantwortung im Parodontitis – Intensivprophylaxe-Programm. Alle im Team – von der Auszubildenden bis zur Verwaltungsexpertin – sollten über die Abläufe und Empfehlungen geschult sein.

Wertschätzung und Offenheit im Patientengespräch

Heutzutage werden Prophylaxe-Behandlungen oft noch nebenbei und umsonst angeboten oder zu Tiefstpreisen. Und das trotz hochqualifizierter Expertinnen! Der Wert einer Prophylaxe-Leistung wird somit ernorm gemindert. Kein Wunder, dass Patienten verunsichert reagieren, wenn sie zwischen kostenlosen Angeboten und durchdachten, hochwertigen Konzepten über mehrere Sitzungen von 300 Euro wählen sollen.

In einem persönlichen Patientenvorgespräch lässt sich jedoch schnell Klärung finden. Ein gelungenes Patientengespräch beginnt mit dem ,, Einstieg in die Welt des anderen“ und die bewusste Wahrnehmung der Körpersprache des Gegenübers. Gehen Sie dann erst ,,in Führung“, wenn eine gute Beziehung hergestellt ist. Der Patient ist so für das Anliegen aufgeschlossen und kann der Argumentation aufmerksam folgen. Als Experte seiner Symptomatik, seiner Wünsche und seiner Anforderungen in die Kommunikation und in eine mögliche Entscheidungsfindung wird er aktiv mit einbezogen.

Am Schluss des Gesprächs sollte das Ergebnis zusammengefasst werden, das heißt Vereinbarungen noch einmal auf den Punkt bringen oder einen Termin fixieren. Sprache steuert die Interaktion und Kommunikation mit unseren Mitmenschen.

Das meiden von Fachbegriffen bewirkt eine verständliche und sympathische Patientensprache und legt die Basis für ein wertschätzendes Gesrpäch auf allen Seiten. Auf diese Art und Weise fördern erfolgreiche Teams nicht nur das Patienteninteresse und -verständnis, sondern auch die Akzeptanz ihrer Dienstleistung.

Erstuntersuchung, Risikoklassifizierung und Anamnese

Mittels PSI Code (Parodontaler Screening Index) wird die Erstdiagnostik vom Zahnarzt aufgenommen, woran sich die weiteren Behandlungsschritte anlehnen, Dazu gehört auch die Abdeckung einer speziellen Anamnese unter Berücksichtigung iatrogener, systemischer und genetischer Faktoren.

Aspekte wie:
– Allergien
– genetische Disposition
– Medikamente (u.a. Antieleptika, Anorektika, Antiepileptika, Kalzium-Antagonisten, Anxiolytika, Neuroleptika)
– Diabetes
– Autoimmunerkrankung
– Candidiasis
– Viruserkrankung (Herpes/HIV)
– Leukämie
– Essverhalten
– Rauch- und Alkoholverhalten

Besonders Rauchen sowie Nikotin in Verbindung mit Alkohol sind die stärksten extrinsischen Risikofaktoren für Die Parodontitis.

Hinreichend dokumentiert und besprochen werden auch:

– Schleimhautveränderung
– subgingivale Mikroflora
– Furkationsbeteiligung
– Suppuration
– Erosionen
– Abrasionen
– Attritionen
– Rezessionen.

Risikofaktoren geben Aufschluss über Recall-Empfehlungen:

– niedriges Risiko ( alle 6 Monate)
– mittleres Risiko ( alle 4 Monate)
– hohes Risiko       (alle 3 Monate)

Tipp: Einmal jährlich den Intervall überprüfen und neu festlegen. Bei einer Veränderung – egal ob positiv oder negativ – müssen Behandlungsschritte und Patientenmotivation beachtet und angepasst werden.

Behandlungsablauf

Um Bakterien in der Mundhöhle und im Aerosol zu minimieren (Schutz vor Infektionen), spült der  Patient vor dem Schall- oder Ultraschall-Scaling für 60 Sekunden mit einer unverdünnten 0,12 bis 0,2 % CHX-Lösung. Nach der maschinellen Biofilmentfernung im Sulkus werden mit der feinen After Five Sonde (Hu-Friedy) noch vorhandene, tiefsitzende Zahnstein oder konkrementese geprüft. Diese werden schonend punktuell mit Handinstrument entfernt.

 Der Einsatz eines Soft Glycin Pulvers hat sich danach sehr bewährt. Nach der Anwendung wird der Sulkus noch einmal gut gespült, um Pulverreste zu beseitigen. Die Abschlusspolitur rundert das Ergebnis ab.. Erst nach den praktischen Pflegetipps wird ein  Fluorid oder CHX-Lack (Fluorprotector und/oder Cervitec) aufgetragen.

Aktive Mundhygieneberatung

Anhand der jeweiligen Ausgangssituation lernen Patienten durch eigene Erfahrungen (Einsatz von Einbüschelbürste, Zahnbürsten, Zahnpasten, Interdentalbürstschen), dass Mundpflege durchaus leicht und einfach durchführbar ist.
Das Ergebnis: Hochmotivierte Patienten mit guter Mundpflege.

Quelle: „DI“

Zahnpflege ist Herzenssache

Dienstag, Mai 15th, 2012

Zwischen Mundgesundheit und Allgemeinbefinden besteht ein enger Zusammenhang. Beispiel Parodontitis: Die chronische Zahnbettentzündung erhöht das Infarktrisiko. Gründliches Zähneputzen ist also im wahrsten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit.

Herzgesund beginnt im Mund. Denn chronische Zahnfleischentzündungen begünstigen die Entwicklung einer Arteriosklerose: Diese Schädigung der Blutgefäß verläuft schleichend über Jahrzehnte. Schreitet sie ungehindert fort, verengen sich die betroffenen Adern mehr und mehr. Schließlich können sie schlagartig verstopfen – passiert das in einem Herzkranzgefäß, erleidet der Patient einen Infarkt. Laut Weltgesundheitsorganisation handelt es sich bei Arteriosklerose um eine krankhafte Veränderung der Gefäßinnenwand, an der sich herdförmige Beläge bilden – bestehend aus Fetten, Kohlenhydraten, Blutbestandteilen, Bindegewebe und Kalzium (daher der Begriff ,,Verkalkung“). Kreislauferkrankungen wie Arteriosklerose und Bluthochdruck sind mit Abstand die häufigste Todesursache in Deutschland. Zu den Faktoren, die das individuelle Risiko für Infarkt und Schlaganfall erhöhen, zählen vor allem Übergewicht, Rauchen, ungesunde Ernährung. Bewegungsmangel, Stress – und Paradontitis

Volkskrankheit Parodontitis      
Wie die aktuelle Deutsche Mundgesundheitsstudie ergab, leidet jeder zweite Bundesbürger über 35 unter einer mittelschweren Form der Parodontitis. Bei etwa jedem zehnten Erwachsenen ist die Zahnbetterkrankung sogar stark fortgeschritten – das Zahnfleisch ist bereits weit zurückgewichen, viele Zahnhälse liegen frei. Warum leiden so viele Menschen unter Parodontitis, oft ohne es zu wissen? Auslöser für Zahnfleischentzündungen sind bakterielle Zahnbeläge. Sie bilden sich bevorzugt an Stellen, die beim Putzen regelmäßig nicht erreicht werden – das sind vor allem die Zahnzwischenräume. Wo selten oder nie eine Bürste hinkommt, entwickelt sich Plaque. Bleibt sie längere Zeit am Zahn haften, alarmieren giftige Stoffwechselprodukte der Plaque-Bakterien das Immunsystem – schon nach wenigen Wochen kann sich eine leichte Zahnfleischentzündung entwickeln.

Taschen im Zahnfleisch
Erfolgt weiterhin keine Reinigung, etabliert sich eine chronische Entzündung. Schließlich überfordern die permanenten Giftattacken der Bakterien das Immunsystem, es kann die Krankheitserreger nicht mehr in Schach halten. In seiner Not weicht das angegriffene Zahnfleischgewebe zurück – zwischen Zahnhals und Zahnfleisch bilden sich Spalten. Diese Taschen bieten den schädlichen Keimen ideale Schlupfwinkel: Sie können sich hier ungestört vermehren, da sie nun vor den Borsten der Zahn- und Zwischenraumbürsten sicher sind. In Zahnfleischtaschen brüten bevorzugt besonders aggresive Bakterien, die einem weiteren Abbau des Bindegewebes Vorschub leisten. Das Zahnfleisch geht deshalb immer mehr zurück, und die Infektion kann sich entlang der Zahnwurzel schließlich bis in den Kieferknochen ausbreiten

Mundkeime im Blut
Bei fortgeschrittener Parodontitis ist das komplette Zahnbett entzündet. Das bedroht auf die Dauer nicht nur den festen Halt der betroffenen Zähne – es stellt außerdem ein Gesundheitsrisiko für den ganzen Körper dar. Denn in den tiefen Zahnfleischtaschen kommt es durch den permanenten Angriff  der Bakterien  zu geschwürartigen Gewebeschädigungen, die den Keimen Tür und Tor in den Körper öffnen. Dann genügen schon alltägliche Aktivitäten wie Kauen oder Zähneputzen, um den Krankheitserregern das Eindringen in die Blutbahn zu ermöglichen. Je weiter eine Parodontitis fortschreitet, desto mehr Bakterien werden ins Blut eingeschwemmt. Über den Kreislauf können Parodontitiskeime bis in das Herz vordringen. Die Bakterien wandern in bestehende Kalkablagerungen an der Gefäßwand ein und lösen Entzündungsvorgänge aus, die das Fortschreiten der Arteriosklerose fördern. Mit der Plaque in den Adern wächst auch die Gefahr eines Herzinfarkts.         

Besonders kritisch: die Zahnzwischenräume
Nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand stellt Parodontitis einen eigenständigen Risikofaktor für Herz und Kreislauf dar. Sorgfältige Mundhygiene schützt also nicht nur die Zähne, sie dient auch der Allgemeingesundheit. Zweimal täglich mindestens zwei Minuten Zähneputzen mit der normalen Zahnbürste – das ist die Basis, genügt allein jedoch nicht, um Zahnfleischentzündungen vorzubeugen. Denn die kritischen Zahnzwischenräume werden dabei nicht gesäubert. Um auch sie zu reinigen, müssen einmal am Tag spezielle Hilfmittel zum Einsatz kommen: entweder Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen. Sehr wichtig sind außerdem regelmäßige Besuche in der 
 Zahnarztpraxis. Bei der halbjährlichen Routinekontrolle kann der Zahnarzt Entzündungen im Zahnbett frühzeitig erkennen. Darüber hinaus empfiehlt es sich mindestens einmal pro Jahr in der Praxis eine professionelle Zahnreinigung (PZR) durchführen zu lassen. Diese Maßnahme trägt erheblich zur Vorsorge bei, da in ihrem Rahmen alle bakteriellen Beläge sowie Zahnstein und Verfärbungen entfernt werden. Eine aktuelle Studie zeigt, dass professionelle Zahnreinigungen die Gefahr für Herz und Kreislauf mindern: Teilnehmer, die im Beobachtungszeitraum von sieben Jahren regelmäßig zur PRZ in ihrer Zahnarztpraxis kamen, hatten um ein 24 Prozent vermindertes Infarktrisiko (Im Vergleich zu Personen, die nie eine PRZ durchführen ließen).

Warnsignale beachten                                           
Viele Menschen bemerken Zahnfleischentzündungen lange Zeit nicht, weil selbst eine fortgeschrittene Parodontitis in der Regel keine Schmerzen verursacht. Doch es gibt Warnsignale – wenn bei ihrem Auftreten baldmöglichst ein Zahnarztbesuch erfolgt, lässt sich die Erkrankung gewöhnlich schnell stoppen. Zu den ersten Anzeichen zählen Veränderungen des Zahnfleischs: Es ist leicht getötet oder geschwollen, an manchen Stellen weicht es vielleicht schon ein wenig zurück. Auch Zahnfleischbluten sollte man keinesfalls ignorieren, sondern als Alarmsignal ernst nehmen. Zu den Symptomen, die auf eine Zahnfleischentzündung hindeuten, zählt außerdem ein unangenehmer Mundgeruch. Auch wenn die Zahnhälse beim Verzehr kalter oder heißer Speisen und Getränke empfindlich reagieren, sollte die Ursache immer vom Zahnarzt 
 abgeklärt werden. Je früher eine Zahnfleischentzündung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Im Anfangsstadium genügt es häufig, die Mundhygiene zu optimieren. Aber selbst eine fortgeschrittene Parodontitis kann der Zahnarzt erfolgreich behandeln – ganz ohne Bohrer.

Quelle:“Lückenlos“

Rauchen

Donnerstag, September 29th, 2011

Parodontitis bei Zigarettenrauchern

In zahlreichen retrospektiven und prospektiven Studien wurde sowohl für Zigaretten- als auch für Zigarren- und Pfeifenrauchen ein erhöhtes Risiko für das Vorhandensein einer chronischen Parodontitis nachgewiesen. Zur weiterführenden Vertiefung in die Literatur sei der Leser auf aktuelle und ausführliche Übersichtsarbeiten verwiesen. Dem Zigarettenrauchen wird in der Ätiopathognese von Paradontalerkrankungen eine Dosis-Wirkungsbeziehung zugeschrieben. Raucher, die mehr als 10 Zigaretten pro Tag rauchen, erleiden ein größeres Voranschreiten der Parodontalerkrankung als Nichtraucher oder ehemalige Raucher mit chronischer Parodontitis. Zur klinischen Erfassung der pro Zeit konsumierten Tabakmenge wurden deshalb in einer Vielzahl von klinischen Studein die Anzahl der pro Tag gerauchten Zigaretten, oder die „pack years“ (ein pack year entrspricht dem Konsum von einer Packung oder 20 Zigaretten pro Tag über ein Jahr) in der Anamnese festgehalten,obwohl diese Angaben relativ ungenau sind. Kürzlich wurde deshalb eine neue Messgröße zur Erfassung des Tabakkonsums von Dietrich und Hoffmann eingeführt. Der sogenannte Comprehesive Smoking Index(CSI) erlaubt es, durch das Einbeziehen der Anzahl täglich gerauchter Zigaretten sowie der verstrichenen Zeit nach dem Rauchstopp bei ehemaligen Rauchern in Zusammenhang mit der errechneten Halbwertszeit eine Abschätzung der zu erwartenden Dauer der parodontalen Geweberegeneration zu vollziehen. Raucher weisen im Vergleich zu Nichtrauchern folgende Verschlechterungen des parodontalen Befundes auf:

• höhere parodontale Sondierungswerte und eine größere Anzahl von Stellen mit Sondierungstiefen von mehr als 3mm,

• mehr Attachmentverlust und mehr gingivale Rezessionen,

• mehr Alveolarknochenverlust,

• mehr Zahnverlust,

• weniger Anzeichen von Gingivitis und weniger Bluten auf Sondieren und

• mehr furkationsbefallene Zähne.

Das typische klinische Bild der Parodontitis eines Rauchers zeigt eine relativ blasse marginale Gingiva mit reduzierten Entzündungszeichen sowie das Vorhandensein von parodontalen Sondierungstiefen mit mehr als 4 mm, gehäuft an interproximalen Stellen, die aber eine geringe Blutungsneigung auf paradontales Sondieren zeigen.

Pfeifen- und Zigarrenrauchen

Das Zigarettenrauchen ist in Bezug auf die parodontale Schädigung bislang am Besten dokumentiert worden. Obwohl frühere Untersuchungen zunächst keine Unterschiede zwischen Nichtrauchern und Pfeifen- oder Zigarrenrauchern feststellen konnten, wurde bei Pfeifen- und Zigarrenrauchern in Langzeitstudien über 20 Jahre dennoch ein erhöhtes Risiko für Alveolarknochenrückgang und Zahnverlust ermittelt.

Passivrauchen

Nur etwa 30% des Tabakprodukten erzeugten Rauches gelangen in den Atmungstrakt eines Rauchers. Der größere Teil verbleibt schwebend in der Umgebungsluft, sodass Mitmenschen im gleichen Raum unvermeidlich schädliche Stoffe einatmen. Ein Passivraucher nimmt bis zu einem Drittel des Nikotins einer gerauchten Zigarette auf. Eine Untersuchung der Einwirkung von Passivrauchen auf das Parodont wurde mit 273 japanischen Arbeitern durchgeführt. Anhand der parodontalen Sondierungstiefen und des Attachmentniveaus, sowie der Messung des Nikotinsstoffwechselproduktes Cotinin im Speichel, konnte festgestellt werden, dass Raucher und Passivraucher je mit einem 5-fach erhöhten Risiko signifikant häufiger Parodontitis hatten als Nichtraucher. Diese Resultate lassen die Schlussfolgerung zu, dass Passivrauchen ein erhöhtes Risiko für das Entstehen einer chronischen Parodontis darstellen kann.

Pathogenetische Aspekte für Parodontitiden bei Rauchern

Nikotin

Nikotin wird an der Wurzeloberfläche abgelagert und ist im Serum, Speichel und im Sulkusfluid bei Rauchern erhöht. Für den Nachweis des Nikotins in den Körperflüssigkeiten eignet sich das Cotinin, ein Metabolit von Nikotin mit längerer Halbwertszeit. Nikotin stimuliert einerseits im Gehirn angenehme Reaktionen, die zu einem Suchtverhalten führen, ohne aber einen direkten Schaden auszulösen. Anderseits scheint Nikotin für einen großen Teil derparodontalen Schäden verantwortlich zu sein. Da aber generell das Rauchen, bzw. die zahlreichen Inhaltsstoffe des Tabakrauchs einen vielfältigen Einfluss auf die Gewebe, die mikrobielle Zusammensetzung oder das Immunsystem haben, können die in vitro gezeigten Effekte nicht ohne Weiteres auf die Situation in-vivo übertragen werden. Es kann im Zusammenhang mit den schädigen Folgen des Tabkkonsums vielfach nicht klar von ausschließlichen Wirkungen durch Nikotin oder Cotinin gesprochen werden.

Oxidative Mechanismen

Durch das Rauchen einer Zigarette werden freie Radikale, sogenannte „Reactive Oxygene Species“(ROS). d.h. chemische Verbindungen mit ungepaarten Elektronen, durch den Wirtsorganismus freigesetzt. Beispielweise sind die Hydroxyl- (HO-) und Peroxylradikale (HOO-) für zahlreiche Gewebeveränderungen verantwortlich, indem sie die Wirts-DNA zerstören, Lipidperoxidation der Zellmembran verursachen, endotheliale Zellen schädigen und das Wachstum der glatten Gefäßmuskulatur (VSMC) induzieren. Unter physiologischen Bedingungen herrscht im menschlichen Organismus ein Gleichgewicht zwischen oxidativem Stress. Dies wird auch durch Passivrauchen, wie z.B. bei Kindern im Haushalt rauchender Eltern induziert. Oxidativer Stress äußert sich , neben den potenziellen Effekten auf das Parodont, in einer Vielzahl weiterer krankhafter Prozesse, wobei besonders seine Rolle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen unbestritten ist.

Immunologische Apsekte

Die Immunantwort des Wirts auf den bakteriellen Reiz ist für die überwiegende Mehrzahl der parodontalen Schäden verantwortlich. Nikotin und andere Bestandteile des Tabakrauchs beeinflussen die Abwehrvorgänge des befallenen Organismus und tragen so weiter zur parodontalen Destruktion bei. Polymorphkernige neutrophile Granulozyten (PMN) spielen eine zentrale Rolle bei der primären antibakteriellen entzündlichen Abwehr. Wichtige Eigenschaften dieser Leukozyten sind die Fähigkeit zu Chemotaxis, die Phagozytose und gegebenfalls die Vernichtung von Bakterien, Pilzen oder bakteriellen Produkten. Die Anzahl und Vitalität an PMN variiert zwischen Nichtrauchergruppen und Rauchergruppen. Darüber hinaus ist die Fähigkeit zur Phagozytose in Abhängigkeit von der Anzahl gerauchter Zigaretten herabgesetzt. Fibroblastenfunktion bilden sezernieren Kollagen. Eine physiolohische Fibroblastenfunktin spielt eine zentrale Rolle für den Erhalt des parodontalen Gewebes und die Wundheilung nach chirurgischer oder konservativer Therapie. Nikotin wird an der Wurzeloberfläche abgelagert oder im Sulkusfluid ausgeschieden. Nikotin zeigte in mehreren Untersuchungen einen deutlichen dosisabhängigen zytotoxischen Effekt auf unterschiedliche Fibroblastenpopulationen und hemmt die Proteinsynthese im parodontalen Gewebe. Bei Rauchern wurde im Vergleich zu Nichtrauchern ein geringer Mineralgehalt des Knochens festgestellt und ein erhöhter Kalziumgehalt in Speichel gemessen.

Parodontaltherapie bei Rauchern

Nicht-chirurgische und konventionell chirurgische Therapie der Parodontitis

Zahlreiche klinische Studien der vergangenen zehn Jahre haben deutlich gezeigt, dass sowohl das Scaling und Wurzelglätten als konservative als auch die chirurgische Parodontaltherapie bei Rauchern weniger erfolgreich sind als bei Nichtrauchern. Raucher haben im Vergleich zu Nichtrauchern weniger „Taschenschrumpfung“, sowie weniger klinischen Attachmentgewinn. Die Wundheilung nach einem parodontalchirurgischen Eingriff läuft allgemein verzögert ab. Durch die Behandlung der chronischen Parodontitis werden bei Nichtrauchern, Rauchern und Ex- Rauchern die Sonierungstiefen allgemein reduziert. Der Unterschied des Therapieerfolges zwischen Rauchern und NIchtrauchern macht sich indes bei Stellen mit initial größeren Sondierungswerten deutlischer bemerkbar. Bei den Rauchergruppen wurden die Sondierungstiefen um 1,75mm, bei den Nichtrauchern um 2,23 mm reduziert.

Regenerative Parodontaltherapie

Im Rahmen parodontalchirurgischer Operationen bestehen heute vielfältige Möglichkeiten zur Unterstützung der Regeneration der parodontalen Gewebe. Dies kann durch die Applikation von Schmelzmatrixproteinen, durch autologen Knochen oder durch verschiedene Knochenersatzmaterialien im Rahmen einer gesteuerten Gewebegeneration erfolgen. In der Literatur besteht weitgehende Übereinstimmung darüber, dass regenerative Therapievarianten bei rauchenden Patienten deutlich schlechtere Ergebnisse aufweisen, als wenn diese bei Nichtrauchern durchgeführt werden.

Risikobeurteilung und professionell unterstützende Parodontaltherapie

Im Anschluss an eine erfolgreich abgeschlossene Parodontalbehandlung ist die Durchführung einer parodontalen Risikobeurteilung zur Bestimmung des zeitlichen Intervalls der professionell unterstützenden Parodontaltherapie angezeigt. Die Risikobeurteilun g ist gut bekannt und berücksichtigt:

•Bluten und Sondieren,

•Anzahl Stellen mit einer Sondierungstiefe von mehr als 4 mm,

•Alveolarknochenverlust,

•systemische Faktoren (z.B. Diabetes mellitus) und

•Umweltfaktoren.

Raucher mit einem Tabakakonsum von 20 Zigaretten und mehr pro Tag werden in der parodontalen Risikobeurteilung in der hohen Risikokategorie eingestuft. Für solche Raucher wird zur klinischen Betreuung ein Recall-Intervall von 3 Monaten empfohlen.

Tabakprävention und Entwöhnung

Die Tabakentwöhnung ist neben einer optimalen Plauqekontrolle zur wichtigsten Maßnahme bei der Behandlung von Parodontalerkrankungen geworden. Im Gegensatz zur allgemeinmedizinischen Praxis sieht das zahnmedizinische Praxisteam seine Patienten regelmäßig und kann sie deshalb durch mehrere Interventionen zum Tabakentzug bewegen. Die Tabakabhängigkeit besteht aus einer physischen, wie auch einer psychischen Abhängigkeit. Daher ist die Kombination einer medikamentösen Therapie zur Behandlung der phsychischen Entzugssymptome empfehlenswert. Für die Anwendung zur Tabak- Kurzinvention in der zahnmedizinischen Praxis scheint eine „Kurzform“ das sogenannte „Brief Motivational Interviewing“ (BMI), geeignet zu sein. Die Nikotinsubstitution ist die Therapie der Wahl für das zahnmedizinische Praxisteam, da die beiden rezeptpflichtigen Pharmazeutika Vareniclin und Bupropion SR der Verordnung durch Ärzte vorbehalten sind.

 Quelle: „Risikokompendium Parodontitis 2010“

Parodontitis – Vorbeugen – Früherkennung und Behandlung

Dienstag, August 11th, 2009

Parodontitis  – die schleichende Gefahr

War früher vor allem die Karies Hauptursache für Zahnverlust, so ist es heute die Parodontitis (im Volksmunde Parodontose genannt) – eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates – die zum Zahnverlust führen kann. Zahlen aus einer groß angelegten wissenschaftlichen Untersuchung, der Deutschen Mundgesundheitsstudie IV aus dem Jahr 2006, belegten, dass die Parodontitis eine weit verbreitete Krankheit ist, Experten sprechen sogar von einer Volkskrankheit:  75 Prozent der Bevölkerung über 35 Jahre haben Parodontitis, 40 Prozent der Bevölkerung zeigen Symptome einer mittelschweren Erkrankung und 6 Prozent der 35 – bis 44 – Jährigen, 18 Prozent der Senioren im Alter von 65 bis 74 Jahren leiden gar an einer schweren Erkrankungsform. Das Heimtückische an der Erkrankung ist, dass sie meist ohne Schmerzen schleichend fortschreitet und oftmals zunächst nicht vom Patienten erkannt wird. Gefährlich wird es dadurch, dass eine unbehandelte Parodontitis zum Teil schwerwiegende Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit haben kann.

Zu wenig ist in der Bevölkerung über die Parodontitis, ihre Folgen und Möglichkeiten der der Vorbeugung bekannt. Hier soll dieser Beitrag Abhilfe schaffen, Wissenslücken schließen und praktische Informationen geben, die es leichter machen, Parodontitis rechtzeitig zu erkennen und erfolgreich zu behandeln.

Was ist eine Parodontitis?

 Bei einer Parodontitis handelt es sich um eine Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontium). Nicht der Zahn ist also krank, sondern viel mehr das Gewebe, das ihn im Kieferknochen verankert und ernährt. Die Parodontitis zerstört die Fasern, die den Zahn festhalten; setzt sich der Prozess ungehindert fort, lockert sich der Zahn und fällt schließlich aus. In den meisten Fällen schreitet die Parodontitis nur langsam fort (chronische parodontitis), manchmal kann es aber schon im Jugendlichen Alter zu einem rasch sich entwickelnden Gewebeverlust kommen (aggressive Parodontitis).

Ursachen für die Entstehung einer Parodontitis

In der Mundhöhle gibt es mehr als 600 unterschiedliche Bakterien, die meisten von ihnen harmlose natürliche Bewohner des Mundes, die unsere Gesundheit nicht gefährden. Einige wenige jedoch greifen aktiv durch Enzyme und Giftstoffe des Zahnfleisch an und können zu deutlich sichtbaren Entzündungen führen. Wirklich gefährlich können diese Bakterien jedoch nur dann werden, wenn sie sich – meist durch nachlässiges Zahnputzen begünstigt – in großer Zahl als zäh anhaftender Belag auf den Zahnoberfläschen festgesetzt haben. Die nun einsetztende Entzündung ist äußerlich an einer Schwellung und Blutungsneigung des Zahnfleischs gut zu erkennen. Sie reicht tief unter das Zahnfleisch bis in den Bereich des Kieferknochens hinein und wird als Gingivitis bezeichnet. Werden die bakteriellen Beläge nachfolgend nicht rasch durch gründliches Zähnputzen entfernt, kann die Entzündung zu einem nicht wieder umkehrbaren Verlust von Zahnhaltefasern und Teilen des Kieferknochens führen und wird dann als Parodontitis bezeichnet. Beläge, die ungestört längere Zeit auf den Zähnen haften bleiben, können darüber hinaus zu Zahnstein mineralisieren. Dieser wird dabei so fest, dass er nicht mehr mir der Zahnbürste wegggeputzt, sondern nur noch vom Zahnarzt und seinen Assistenzkräften mit speziellen Reinigungsgeräten vollständig entfernt werden kann.

Verlauf einer Parodontitis

  1. Bildung von bakerieller Plaque am Zahn und am umgebenden Zahnfleisch
  2. Infektion
  3. Entzündung an Zahnfleisch und Zahnhalteapparat
  4. Zahnfleischtaschenbildung
  5. Gewebeabbau

Die Rolle des Immunsystems

Der Krankheitsverlauf ist individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Eine entscheidende Rolle spielt das Immunsystem des Körpers. Intakte Abwehrkräfte schützen sehr wirksam gegen aggresive Mundhöhlenbakterien. Doch jede Schwächung des Immunsystems kann zu einer starken Zunahme bakterieller Plaque am Zahn und damit zu einer schädlichen Entzündungsreaktion führen. Risikofaktoren, die die natürlichen Schutzmechanismen des Körpers beeinträchtigen können, sind das Rauchen, ein unbehandelter Diabetes mellitus (Zuckererkrankung), Stress, Übergewicht und Mangel- bzw. Fehlernährung. Aber auch hormonelle Schwankungen (wie z.B. in der Pubertät, Schwangerschaft oder in den Wechseljahren) und eine Reihe vererbter Funktionsstörungen können die körperlichen Abwehrkräfte schwächen und so eine Parodontitiserkrankung fördern.

 Risikofaktoren für eine Parodontitis

  1. Unzureichende Mundhygiene
  2. Rauchen
  3. Stress
  4. Hormonelle Veränderungen
  5. Unbehandelter Diabetes mellitus
  6. Übergewicht
  7. Mangel- bzw. Fehlernährung
  8. Übermäßiger Alkoholkonsum
  9. Vererbte Funktiosstörungen

Woran erkennt man eine Parodontitis?

Obwohl eine Parodontitis meist lange Zeit schmerzlos verläuft, gibt es dennoch einige Warnsignale, die auf eine Erkrankung des Zahnhalteapparates hindeuten:

  1. Zahnfleischbluten (beim Zähneputzen, oder auch spontan)
  2. Rötungen und Schwellungen des Zahnfleischs
  3. Rückgang vom Zahnfleischs
  4. Empfindliche Zahnhälse
  5. Dauerhafter Mundgeruch oder fortwährend unangenehmer Geschmack im Mund
  6. Zahnfleischtaschen
  7. Änderung der Zahnstellung
  8. Länger werdende, gelockerte Zähne (im späteren Erkrankungsstadium)
  9. Eiteraustritt am Zahnfleischrand bei Massieren des Zahnfleischs (im späteren Erkrankungsstadium)

Die gesicherte Diagnose einer Parodontitis kann letztendlich nur der Zahnarzt stellen. Viele Menschen messen Zahnfleischbluten beim täglichen Zähneputzen keine Bedeutung bei – ein fataler Irrtum, denn werden die Frühsymptome nicht behandelt, schreitet die Erkrankung voran und kann zu einem Gesundheitsrisiko für den ganzen Körper werden. Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie schätzt, dass ca. 30 Mio. Erkrankungsfälle in Deutschland bislang unbehandelt geblieben sind. Je früher eine Parodontitis erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Schon mit einfachen Mitteln lässt sích die Erkrankung stoppen. Auch im fortgeschrittenen Stadium ist die Parodontitis noch erfolgreich behandelbar. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Zahnarzt sind deshalb sehr wichtig.

Diagnostik beim Zahnarzt

Mit einem speziellen Messinstrument, der Parodontalsonde, kann der Zahnarzt weitgehend schmerzfrei die Blutungsneigung des Zahnfleischs feststellen und die Tiefe von Zahnfleischtaschen messen. Bei dieser Methode – Erhebung des Parodontalen Sceening Index (PSI) – wird des Gebiss in sechs verschiedene Abschnitte eingeteilt und jeder Zahn mit seinem umliegenden Gewebe systematisch mit der Sonde untersucht. Die Befunde werden in Codes von 0 bis 4 zusammengefasst. Code 0 bedeutet, dass das Zahnfleisch gesund ist, bei Code 1 und 2 liegt eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) vor, Code 3 und 4 stehen für flache und tiefe Zahnfleischtaschen und deuten auf eine mittelschwere bis schwere Parodontitis-Erkrankung hin. Für jeden der sechs Abschnitte ist jeweils der höchste Code maßgebend. Zeigt der PSI parodontale Probleme, untersucht der Zahnarzt den Zahnhalteapparat gründlich und erhebt den sog. Parodontalstatus. Dabei werden Röntgenaufnahmen gemacht, die zeigen, ob sich der Kiefer zurückgebildet hat.  Die Untersuchung klärt, welche Form der Parodontitis letzendlich vorliegt. Aufgrund der Diagnose wird dann gezielt die behandlung eingeleitet. Ergibt die zahnärztliche Untersuchung eine schwere Form der Parodontitis, kann man zusätzlich einen Bakterientest durchführen. Dieser Test gibt Aufschluss darüber, ob in den Zahnfleischtaschen resistente Keime oder ungünstige Bakterienkombinationen vorhanden sind. Wenn ja, kann zusätzlich eine gezielte Antibiotika-Therapie oder die Desinfektion der Zahnfleischtaschen mit einer antibakteriellen Spüllösung erforderlich sein. Der Bakterientest wird auch schon bei mittelschweren Parodontitisformen durchgeführt, wenn gleichzeitig Allgemeinerkrankungen vorliegen oder die Abwehrkräfte geschwächt sind.

Einfluss der Parodontitis auf die Allgemeingesundheit

Parodontal kranke Zähne können eine gefährliche Eintrittspforte für schädliche Bakterien in den Körper werden. Gelangen diese Keime in die Blutbahn, können sie unter Umständen die Entstehung chronisch-entzündlicher Erkrankung begünstigen. So zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass eine unbehandelte bleibende Parodontitis auch ein Risikofaktor für die Entstehung von Herz- bzw. Herz-Kreislauferkrankungen (allen voran Herzinfakt und Endokarditis), Atemwegserkrankungen (z.B. Lungenerkrankung) und Diabetes mellitus sein kann. Bei bereits vorgeschädigten Blutgefäßen verstärkt die Parodontitis das Risiko für einen Schlaganfall. Außerdem kann eine unbehandelte Parodontitis zu Komplikationen in der Schwangerschaft führen. Es werden auch wechselwirkungen zwischen Parodontitis und Osteoporose (Knochenschwund), rheumatoider Arthritis, Alzheimer sowei der Entstehung von Krebserkrankungen diskutiert.

Diabetes und Parodontitis

Die Wechselbeziehung zwischen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und Parodontitis werden bereits seit vielen Jahren untersucht. Inzwischen belegen viele Studien, dass das verstärkte Auftreten von Entzündungen am Zahnhalteapparat nicht nur eine der vielfältigen Komplikationen des Diabetes mellitus darstellt, sondern das umgekehrt eine unbehandelte Parodontitis die Einstellung der Blutzuckerspiegels massiv erschwert und somit die Folgen des Diabetes verschlimmern kann. Menschen, bei denen der Hausarzt eine Zuckerkrankheit festgestellt hat, sollten daher im Rahmen der Behandlung auch unbedingt den Zahnarzt aufsuchen. Diabetiker sollen besonders gewissenhaft auf ihre Mundgesundheit achten und die zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen zweimal im Jahr wahrnehmen.

Schwangerschaft und Parodontitis

Frauen sind in der Schwangerschaft anfälliger für Entzündungen des Zahnfleischs.  Eine schon vor der Schwangerschaft bestehende leichte Gingivitis kann sich zu einer heftigen Schwangerschaftsgingivitis ausweiten. Um dies zu vermeiden, sollten Zahnfleischentzündungen am besten schon vor einer Schwangerschaft therapiert und ausgeheilt sein. In der Schwangerschaft ist eine gründliche häusliche Mundhygiene besonders wichtig, um vor Emtzündungen geschützt zu werden. Liegt bei einer Schwangeren eine schwere Form der Parodontitis vor, so erhöht sich laut wissenschaftlicher Erkenntnis das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft. In der Wissenschaft wird diskutiert, on parodontitisauslösende Bakterien, wenn sie in die Blutbahn gelangen, durch frühzeitige Stimulation der Wehen eine Frühgeburt auslösen können. Sollte bei der werdenden Mutter eine Parodontitis festgestellt werden, sollte sie in jedem Fall – in Absprache mit dem Frauenarzt – behandelt werden. 

Parodontitis beeinflusst die Gesundheit

Dienstag, März 31st, 2009

Die Entzündungen im Mundraum können sich auf den ganzen Körper auswirken. So haben DIABETIKER nicht nur ein höheres Parodontitisrisiko, sondern umgekehrt kann die Parodontitits auch die Diabetes verschlimmern. Untersuchungen zufolge kann Parodontitis auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Weiterhin gibt es Hinweise auf Zusammenhänge der Parodontitis mit Frühgeburten und geringerem Geburtsgewicht bei Neugeborenen.

Zahnfleischerkrankungen Parodontitis (Parodontose)

Dienstag, März 3rd, 2009

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