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- 7.4.2010: Fissurenversieglung - Wirksamer Kariesschutz für den Zahn
- 3.3.2010: Gesunde Zähne für Mutter und Kind
- 3.3.2010: Milchzähne - Was Sie selbst und Ihr Zahnarzt für gesunde Milchzähne tun können.
- 20.1.2010: Füllungsmaterialien
- 15.12.2009: Bleaching - Zahnaufhellung
- 20.10.2009: Implantate - auch etwas für mich?
- 11.8.2009: Parodontitis - Vorbeugen - Früherkennung und Behandlung
- 13.7.2009: Wurzelspitzenresektion
- 26.5.2009: Implantate - Künstliche Zähne schaffen neue Lebensqualität
- 26.5.2009: Wurzelkanalbehandlungen
Archiv der Kategorie Konservierende Zahnheilkunde
Milchzähne - Was Sie selbst und Ihr Zahnarzt für gesunde Milchzähne tun können.
3.3.2010 von Dr. S. Dilaver.
Gesunde Milchzähne sind wichtig!
Häufig wird die Bedeutung eines gesunden Milchgebisses unterschätzt. Milchzähne seien ja nicht so wichtig, weil sie schon nach einigen Jahren durch die bleibenden Zähne ersetzt werden - so die landläufige Meinung. Aus zahnärztlicher Sicht ist das jedoch falsch. Es gibt gute Gründe, die Pflege der kleinen Zähnchen ernstzunehmen:
Das Milchgebiss
Das Milchgebiss besteht aus 20 Zähnen: pro Kiefer aus 4 Schneidezähnen, 2 Eckzähnen und 4 Milchzähnen. Beim Zahnwechsel wird jeder Milchzahn durch einn bleibenden Zahn ersetzt und es kommen jeweils 6 Mahlzähne (incl. Weisheitszahn) pro Kiefer hinzu.
Milchzähne sind Platzhalter für die bleibenden Zähne. Ein vorzeitiger Milchzahnverlust kann beim Zahnwechsel dazu führen, dass bleibende Zähne “falsch” durchbrechen und es zu Zahnfehlstellungen kommt. Besonders wichtig ist die Erhaltung des zweiten, hinteren Milchbackenzahns. Dieser Milchzahn wird beim Zahnwechsel erst im Alter zwischen 9-11 Jahren ersetzt, wobei schon ab dem 6. Lebensjahr der erste bleibende Backenzahn hinter dem letzten Milchzahn durchbricht. Fehlt nun der Milchzahn, kann der benachbarte, bleibende Zahn in die Lücke hineinwachsen und es kommt zu Fehlstellungen.
Gesunde und vollzählige Milchzähne sind für die sprachliche Entwicklung wichtig und ermöglichen dem Kind eine deutliche Aussprache. So bringen Experten z.B. das Lispeln in Verbindung mit zu früh verlorenen Milchzähnen.
Auf vernachlässigten Milchzähnen bildet sich schnell Zahnbelag, in dem sich Kariesbakterien vermehren und die später durchbrechenden bleibenden Zähne gefährden können.
Die größte Gefahr für Milchzähne ist die Karies (Zahnfäule)
Sowohl Milchzähne als auch bleibende Zähne in den ersten Jahren nach dem Zahnwechsel haben einen noch nicht ausgereiften Zahnschmelz und damit eine empfindliche Zahnoberfläche. Die größte Gefahr für Milchzähne ist die Karies. Bei fortgeschrittener Karies wird Zahnsubstanz irreparabel zerstört. Der Zahnarzt kann den entstandenen Schaden dann nur noch durch Füllungen begrenzen. Ursache von Karies sind oft Verunreinigungen an den Zähnen (Zahnbeläge - Plaque), in denen sich Kariesbakterien ansiedeln. Diese Bakterien “ernähren” sich von Nahrungsresten und scheiden säurehaltige Substanzen aus, die dann den Zahn angreifen.
Milchgebiss und bleibende Zähne:
Bereits im ersten Lebensjahr entwickeln sich Anlagen für einige der bleibenden Zähne. Sie wachsen langsam im Kiefer heran, bis sie schließlichab etwa dem 6. Lebensjahr durchbrechen. Der Zahnwechsel beginnt dann oft mit dem ersten bleibenden Backenzahn, der hinter dem letzten Milchzahn durchbricht, ohne dass dieser herausfallen muss.
Um die Milchzähne Ihres Kindes vor Karies zu schützen, haben Sie zunächst einmal alle Mittel selbst in der Hand. Der Eckpfeiler einer wirksamen Kariesvorbeugung sind:
- Einhalten einiger Ernährungsregeln
- Gründliche Zahnreinigung
- Einsatz von Fluoriden
- Regelmäßige Zahnarztbesuche
Ernährung - Zahnkiller Zucker
Süße Leckereien sind auch für Kariesbakterien eine besondere Delikatesse. Bereits wenige Minuten nach dem Essen von Süßigkeiten wird der darin enthaltene Zucker zu Säure verarbeitet. Der sonst harte Zahnschmelz wird “angeätzt” und weicher. Das natürliche Mundmilieu des Menschen reagiert jetzt auf solche Angriffe: Mit Hilfe des Speichels werden Säuren neutralisiert und der angegriffene Zahnschmelz remineralisiert (wiederaufgebaut). Dieses natürliche System kommt aber aus dem Gleichgewiht, wenn es oft und langanhaltend mit Zucker belastet wird. Entscheidend ist also nicht, WIEVIEL, sondern WIE OFT Süßigkeiten gegessen werden und WIE LANGE sie auf die Zähne einwirken können. Tipps:
- Bei Säuglingen Dauernuckeln zuckerhaltiger Getränke aus Saugerflaschen vermeiden (auch Muttermilch enthält Zucker)
- kein ständiges Naschen zwischendurch
- keine klebrigen Süßigkeiten
- keine “Betthupferl” abends nach dem Zähneputzen (vor allem keine Süßigkeiten und Obstsäfte)
Zahnreinigung
Eine gründliche Zahnreinigung beseitigt Zahnbeläge und schränkt so die Ausbreitung der Kariesbakterien ein. Beginnen Sie bereits nach dem Durchbruch der ersten Zähnchen mit der Zahnreinigung. Benutzen Sie dafür spezielle Kinderzahnbürsten oder Fingerzahnbürsten. In dem Maße, wie sich die motorischen Fähigkeiten Ihres Kindes entwickeln, sollten Sie ihm Schritt für Schritt Zahnputzaufgaben übertragen bis hin zum völlig eigenständigen Zähneputzen. Wichtig dabei ist, dass Ihr Kind ein positives Verhältnis zum Zähneputzen entwickelt und es als normalen Bestandteil seines Lebens begreifen lernt. Tipps:
- ab dem 2. Geburtstag 2mal täglich Zähneputzen - morgens und abends NACH dem Essen
- fluoridhaltige Kinderzahnpasta verwenden
- möglichst 3 Minuten putzen
- alle 6-8 Wochen Zahnbürste wechseln
- Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt zu Putztechniken und Zahnbürsten beraten
Fluoride
Fluoride hemmen die Schädigung des Zahnschmelzes (Demineralisation) nach dem Essen und unterstützen gleichzeitig der Reparatur angegriffener Zahnoberflächen (Remineralisation). Sie werden deshalb gezielt zur Kariesprophylaxe eingesetzt. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse haben gezeigt, dass Fluoride vor allem lokal durch Anreicherung im Mundmilieu (Speichel, Zahnoberflächen) karieshemmend wirken. Deshalb ist gerade das regelmäßige Zähneputzen kariesvorbeugend. Fluoridtabletten werden dagegen nur noch in besonderen Fällen empfohlen.
Tipps:
- Bis zum 6. Monat sind keine Fluoridierungsmaßnahmen notwendig
- als Basisprophylaxe fluoridiertes Speisesalz verwenden
- die ersten Milchzähne 1mal täglich mit einer erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta putzen (keine Zahnpasten mit Bonbongeschmack, um keinen Anreiz zum Verschlucken zu geben)
- ab dem 2. Geburtstag 2mal täglich mit Kinderzahnpasta putzen
- ab dem Schulalter können Zahnpasten mit höherem Fluoridgehalt verwendet werden
- Fluoridgele, -lacke und -wässer nur unter zahnärztlicher Kontrolle anwenden
Regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt
Die ersten Besuche beim Zahnarzt beschränken sich auf die Kontrolle der Zahnstellung und die Einschätzung und Anwendung von Fluoriden. Sollte doch einmal gebohrt werden müssen, dann machen Sie dem Kind keine falschen Versprechungen. Sätze wie “Es tut gar nicht weh” sind fehl am Platze. Sagen Sie die Wahrheit und helfen Sie Ihrem Kind, die Unannehmlichkeiten zu meistern. Sparen Sie nicht mit anerkennenden Worten, wenn die Behandlung vorüber ist.
Vorsorgetermine
1. Termin 6.-8. Monat (nach dem Durchbruch der ersten Milchzähne)
2. Termin 16.-18. Monat (nach dem Durchbruch der ersten Milchbackenzähne)
3. Termin ca. 30. Monat (wenn das Milchgebiss vollständig ausgebildet ist)
Ab dem 30. Monat werden viertel- bis halbjährliche Kontrolltermine empfohlen.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) www.dgzmk.de
Fissuren sind Einkerbungen oder spaltartige Vertiefungen in der Zahnoberfläche, die bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Bei einem stark zerklüfteten Zahnrelief ist es praktisch unmöglich, die Fissuren vorbeugend mit einem Füllungsmaterial versiegelt werden. Es entsteht eine glatte Zahnoberfläche, die weniger kariesanfällig ist. Leider bezahlen die gesetzlichen Kassen nur Fissurenversiegelungen an bleibenden Zähnen.
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Füllungsmaterialien
20.1.2010 von Dr. S. Dilaver.
Die beste Füllung ist die, die nicht gelegt werden muss.
Die Diskussion um Gesundheitsgefährdungen durch Amalgam hält unvermindert an. Das Problem dieser Debatte besteht darin, dass einerseits immer wieder neue Publikationen auftauchen, die auf einen Zusammenhang zwischen Amalgam und Gesundheitsgefährdungen hindeuten, andererseits aber wissenschaftlich anerkannte Belege für konkret durch Amalgam verursachte Krankheitsbilder bislang nicht erbracht werden konnten. Einzig die sehr seltene Amalgamallergie, ist ausreichend belegt. In einer solchen Situation können Spekulationen gedeihen und Amalgamängste aufkommen. Die weitreichenden Facetten der Amalgamdiskussion darzustellen, würde den Rahmen dieses Info Betrags sprengen.
Doch wie soll sich der Patient nun angesichts dieser unbefriedigenden Situation verhalten? Die besten Füllung ist diejenige, die nie gelegt werden muss. Durch konsequente Mundhygiene lassen sich Zahnschäden und damit auch so mache Füllungen vermeiden.
Dieser Beitrag soll als soll eine Orientierungshilfe sein und kann das Gespräch zwischen Patient und Zahnarzt nicht ersetzen. Bei der Auswahl des Füllungsmaterials sind verschiedene Aspekte zu berüchsichtigen : die individuelle Gebisssituation, der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten, ästhetische Ansprüche und nicht zuletzt der Zeit- und Kostenaufwand beim Legen einer Füllung. Das Risiko des Auftretens unerwünschter allgemeiner und lokaler Nebenwirkungen von zahnärztlichen Füllungsmaterialien ist gering, aber nicht völlig auszuschließen.
Für diejenigen, die kein Amalgam wollen, gibt es erfreuliche Entwicklungen: Mit den Komposit-Kunststoffen steht inzwischen eine starke Amalgamalternative als Füllungsmaterial zur Verfügung: Da Amalfamfüllungen die kostenfreie Standardversorgung der gesetzlichen Krankenkassen sind, muss für Kunststofffüllungen je nach Befund privat zugezahlt werden.
Nachfolgend stellen wir Ihnen die für eine hochwertige Versorgung relevanten Füllungsmaterialien vor. Auf die Diskussion von Glasionomerzementen und Kompomeren wird verzichtet, da sie eher als Provisorien bzw. im Milchgebiss Anwendung finden.
Amalgam
- Zahnärtzliches Amalgam wird durch Vermischen etwa gleicher Teile eines Legierungspulvers und des flüssigen Quecksilber hergestellt. Im Ergebnis entsteht eine eine plastisch formbare Masse, die nach dem Einbringen in das Zahnloch (Kavität) zu festem Amalgam aushärtet. Seit rund 150 Jahren werden Amalgame für Zahnfüllungen eingesetzt, nicht zuletzt wegen der hervorragenden Materialeingenschaften, der einfachen Verarbeitungstechnik und der geringen Kosten. Abgesehen von der Bioverträglichkeit hat Amalgam aber auch werkstoffbedingte Nachteile:
- Amalgamfüllungen benötigen aus Stabilitätsgrunden eine Mindestdicke und so muss bei kleinen Kavitäten oft über das eigentliche Kariesloch hinau gesunde Zahnsubstanz weggebohrt werden, um die Füllung stabil legen zu können.
- Ästhetik (silber-metalische Farbe)
Gesundheitsgefahren durch Amalgam?
Die Zahnärtzlichen Fachangestellten sehen bislang keine Belege für eine Gesundheitsgefährdung durch Amalgamfüllungen. Andererseits können Gefährdungen auch nicht explizit ausgeschlossen werden. Deshalb wird empfohlen, Amalgam in bestimmten Fällen nicht einzusetzten:
- bei Schwangeren und Stillenden aus vorbeugenden Gesundheitsschutz
- bei nachgewiesenen Allergien gegen Amalgambestandteile
- ber Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen
Bei Allergien und schweren Nierenfunktionsstörungen bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen abweichend von der sonstigen Praxis auch die etwas teureren Kunststoffversorgungen. Bei Schwangeren und Stillenden sollten verhandene Amalgamfüllungen möglichst nicht ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen entfernt werden, da beim Ausbohren vermehrt Quecksilber freigesetzt wird. Der Einsatz vom Amalgam im Milchgebiss ist nicht mehr erforderlich. Hier stehen mit Glasionomerzementen und Kompomeren geeignete Alternativen zur Verfügung.
Komposit (Kunststoff)
Komposites sind zahnfarbende Kunststoffe, die in plastischer Form verarbeitet werden. Füllungen werden meist in der sogenannten Mehrschichttechnik ausgeführt:
Zuerst wird das zu füllende Loch leicht angeätzt und ein Haftmittel (Kleber) verteilt. Dann wird das Komposite in dünnen Schichten aufgetragen und Schicht für Schicht unter Lichteinwirkung gehärtet (Polymerisation). Ältere Komposites hatten 3 schwerwiegende Nachteile: 1. Beim Aushärten schrumpfte das Material so sehr, dass es zu Lücken zwischen Füllung und Zahn kommen konnte. 2. Ältere Komposites waren wenig kaudruckbeständig, sodass sie für Füllungen im Seitenzahnbereich schlecht einsetzbar waren. 3. Sie waren nicht farbstabil. Moderne Komposites haben diese “Kinderkrankheiten” hinter sich gelassen. Was die Werkstoffeigenschaften betrifft, sind Komposites heute auf Augenhöhe mit dem Amalgam. In puncto Ästhetik, Einsetzbarkeit (Front- und Seitenzähne) und Schonung der Zahnsubstanz haben Komposites die Nase vorn. Einziger Wermutstropfen ist die aufwendigere Verarbeitung und der damit verbundene Preis.
Inlays
Inlays sind so genannte Einlagefüllungen. Im Unterschied zu den plastischen Materialien Amalgam und Komposit, die in die Kavität eingebracht werden und dort aushärten, wird die Inlay-Füllung nach den Vorgaben des Zahnarztes im zahntechnischen Labor gefertigt und anschließend in die Kavität eingeklebt oder zementiert. Das Procedere ist sehr aufwendig und verlangt Zahnarzt und Zahntechniker höchste Präzision in der Ausführung ab.
Inlays können aus Metallen (z.B. Gold) oder aus Keramik gearbeitet sein. Goldinlays sind extrem stabil und langlebig. Nachteilig ist nur die Ästhetik: Gold ist nicht zahnfarben. Wer die Ästhetik aufbessern will, kann das Goldinlay zahnfarben verblenden lassen. Es bleibt aber immer ein dünner Metallrand sichtbar.
Seit einigen Jahren werden auch Inlays aus Keramikmaterial angeboten, die der individuellen Zahnfarbe angepasst werden können und selbst von Zahnärzten kaum von den natürlichen Zähnen zu unterscheiden sind.
Rechliches:
Urteil des Bundessozialgerichts: Krankenkassen sind nicht verpflichtet, den Austauch von Amalgamfüllungen zu bezahlen.Im Oktober 1999 stellte das BSG in einem Grundsatzurteil(Az.:B 1 KR 13/96 R) fest, dass die Krankenkassen den Austausch einer intakten Amalgamfüllung gegen eine andere Art Zahnfüllung nicht bezahlen müssen. Ein Zusammenhang gesundheitlicher Beschwerden mit dem Füllungsmaterial Amalgam sei wissenschaftlich nicht ausreichend nachgewiesen und hypothetisch.
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Wurzelspitzenresektion
13.7.2009 von Dr. S. Dilaver.
Was ist eine Wurzelspitzenresektion?
Wörtlich beudeutet “Resektion” soviel wie Abschneiden. Bei einer Wurzelspitzenresektion (WSR) wird also die entzündete Spitze einer Zahnwurzel gekappt. Dies geschieht normalerweise in einem kleinen operativen Eingriff unter örtlicher Betäubung. Dabei wird das entzündete Gewebe entfernt, der innenraum des Zahnes gereinigt und der verbleibende Hohlraum versiegelt.
Welche Untersuchungen sind für die Entscheidung über eine WSR nötig?
Der allgemeine Gesundheitszustand wird überprüft. Vor einer WSR muss Klarheit über die Schwere der Entzündung an der Zahnwurzel und deren Ausdehnung bestehen. Es wird geprüft, ob nicht auch eine Wuzelbehandlung zum Ziel führen kann. Zur Kärung werden Röntgenbilder erstellt. Schließlich werden die Risiken bei einem Eingriff mit Erfolgsaussicht einer Wurzelbehandlung abgewogen. Erst dann fällt die Entscheidung für eine WSR.
Welche Gefahren können von Zahnentzündungen ausgehen?
Zahnentzündungen können dauerhafte Entzündungen des Kieferknochens hervorrufen oder zur Bildung vom umkapselten Eiteransammlungen (Abszess) und Gewebehohlräumen (Zyste) führen. Auch Allgemeinerkrankungen des Körpers können durch Knochenentzündungen beeinflusst werden. Entzündungsherde der Zahnwurzel können gefährlich werden, wenn Erkrankungen oder Behandlungen das körpereigene Abwehrsystem ohnehin schwächen.
Welche Risiken birgt die WSR?
Zunächst gelten die üblichen Risiken eines operativen Eingriffs. Dazu zählen etwa die Wundinfektion oder -selten- Blutungskomplikationen. Darüber hinaus entstehen weitere Risiken, die mit dem genauen Entzündungsort (also etwas Ober- oder Unterkiefer) und der eigenen Zahnstellung zutun haben.
Durch den Unterkiefer läuft beispielsweise ein Nerv, der bei der WSR geschädigt werden kann. Dadurch kann ein - in seltenen Fällen dauerhaftes - Taubheitsgefühl entstehen. Im Oberkiefer können Reizungen oder Entzündungen der Kieferhöhle die Folge sein. Bei sehr eng stehenden Zahnwurzeln können benachbarte Zahnwurzeln bei der Operation beschädigt werden.
Ein Risiko lässt sich auch mit sorgfältigster Behandlung nicht ausschließen: erneut auftretende Entzündungen können die Entfernung des Zahnes nötig machen. Die Häufigkeit solche Komplikationen ist insgesamt gering. Dennoch sollten Sie ihren Zahnarzt/ ihre Zahnärztin um eine Einschätzung ihrer persönlichen Risiken bei einer WSR bitten.
Wann sollte eine WSR durch geführt werden?
Einfach gesagt: wenn Ihr Zahnarzt / Ihre Zahnärztin dies vorschlägtund Sie gemeinsam Nutzen und Risiken geprüft haben. Die Grundlage für die Entscheidung zu einer WSR bieten Expertenempfehlungen, wissenschaftliche Fachliteratur und die klinische Erfahrung die Ihr Zahnarzt / Ihre Zahnärztin mit Ihrem Befund vergleicht. Grundsätzlich kann das Ergebnis des Befundes zu einer Empfehlung für die WSR führen. Da hier sehr viel vom Einzelfall abhängt, sollten Sie sich von Ihrem Zahnarzt / Ihrer Zahnärztin genau beraten lassen.
Wird wird eine WSR überlicherweise durchgeführt?
Üblicherweise handelt es sich um eine ambulante Behandlung unter örtlicher Betäubung. Eine weitere gehende Schmerz - oder auch Angstausstrahlung (Dämmerschlaf/Narkose) richtet sich nach dem Umfang der chirugischen Maßnahmen und nach allgemeinmedizinischen Gesichtspunkten. Bei besonderen OP-Verläufen oder schwerwiegenden Allgemeinerkrankung kann eine stationäre Behandlung nötig sein.
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Wurzelkanalbehandlungen
26.5.2009 von Dr. S. Dilaver.
Wurzelkanäle
Die Frontzähne besitzen meist nur einen Wurzelkanal hingegen besitzen die Backenzähne in der Regen 2-3 Würzelkanäle. Da jeder Zahn ein “Naturprodukt” ist, kann sowohl die Zahl als auch die Form der Wurzelkanäle individuell verschieden sein. Selbst 5 Wurzelkanäle in einem Zahn sind möglich. Wichtig für den Erfolg einer Behandlung ist, dass der Zahnarzt alle Wurzelkanäle findet, damit keine bakteriellen Infektionsherde im Zahn zurück bleiben. Wurzelkanäle können stark gekrümmt sein und diverse Hohlräume, Verengungen und Verbindungskanäle ausbilden, so dass die Aufbereitung, Desinfektion und Reinigung sehr schwierig werden. Besonderst im Bereich der Wurzelspitze findet sich oft ein ganzes Netzwerk kleiner Seitenkanälchen, aus denen Bakterien kaum restlos zu entfernen sind und die deshalb mit einer Wurzelfüllung dicht “eingemauert” werden müssen.
Die Wurzelkanalbehandlung
Teif im Inneren des Zahnes - gut geschützt durch Zahnschmelz und Dentin - befindet sich in einem Hohlraum die Pulpa (Zahnmark), ein Mischgewebe aus Blutgefäßen, Nervenfasern und Bindegewebszellen. Gelangen Bakterien in dieses Gewebe - in den weitaus häufigsten Fällen passiert das durch eine Karies, die sich durch die Zahnhartsubstanz “durchgefressen” hat - kann sich die Zahnpulpa irreparabel entzünden. In dieses Situation gibt es im Wesentlichen nun zwei Möglichkeiten :
- Der Zahn wird entfernt (und damit die Entzündung)
- Eine Wurzelkanalbehandlung, bei der das entzündete Gewebe aus dem Wurzelkanal entfernt und dieser dann mit Füllungsmaterial verschlossen wird. Unter der Voraussetzung, dass der Zahn noch über genügend Stabilität verfügt, ist die Wurzelkanalbehandlung die einzigste Möglichkeit, den Zahn zu retten.
Bei Entzündungen unbedingt zum Zahnarzt gehen
Ein entzündeter Zahnnerv macht sich durch mehr oder weniger starke Schmerzen bemerktbar. Häufig treten eine Aufbissempfindlichkeit und eine ausgeprägte Heiß - Kalt - Sensibilität hinzu. Wird nun diese Entzündung nicht behandelt, weil die Schmerzen “erträglich” bleiben und sogar nach einiger Zeit wieder abklingen, dann können sich eitrige Abzesse an der Wurelspitze bilden (”dicke Backe”). Eingedrungene Bakterien könne sich nun über das angrenzende Weichgewebe im ganzen Körper verteilen und dort Erkrankungen hervorrufen.
Der Behandlungsablauf
Ursachen der Entzündungen im Wurzelkanal sind fast immer eingedrungene Bakterien. Ziel der Wurzelkanalbehandlung ist es daher, den Wurzelkanal mit Füllmaterial vollkommen dicht zu verschließen, so dass eine Wiederbesiedlung mit Keimen verhindert wird. Der Behandlungsablauf gliedert sich im Wesentlichen in folgende Schritte:
- Auffinden/Freilegen der Wurzelkanäle
- Entfernung des Pulpengewebes
- Aufbereiten, Desinfektion, Reinigung
- Verschlieben der Wurzelkanäle mit einem Füllungsmaterial
- Abschließende Versorgung (z.B. Krone)
Die Behandlung kann sich über mehrere Sitzungen erstrecken und viel Zeit beanspruchen, da in den Kanälchen mit winzigen Instrumenten gearbeitet wird und jeder Arbeitsschritt äußerst sorgfältig ausgeführt werden muss. Für den Patienten ist die Behandlung weitgehend schmerzfrei.
Risiken
Bei jeder Wurzelkanalbehandlung gibt es immer ein Risiko des Therapieversagens, da Undichtigkeiten selbst bei sorgfältigster Arbeit nicht ausgeschlossen werden können.
Vorteile der Wurzelkanalbehandlung
Alternative zum Zahnverlust - Der natürliche Zahn wird erhalten - die auch aus kauphysiologischen Gründen (gleichmäßige Kieferbelastung) beste Lösung
Keine Weitergehende Behandlung nötig - Sie benötigen keinen, möglicherweise teuren Zahnersatz zum Schließen der sonst entstandenen Zahnlücke.
Der erhaltene Zahn kann als Stützelement für Brücken und Prothesen dienen.
Wann wird eine Wirzelkanalbehandlung notwendig?
Ursache: Sichtbare Karies:
Am einfachsten lassen sich Wurzelkanalbehandlungen vermeiden, die durch sichtbare Karies hervorgerufen werden. Vorbeugen Nr. 1 : Gute Mundhygiene. TIPP : Gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt und lassen Sie ihre Zähne kontrollieren. Selten wird sich eine Karies innerhalb eines Jahres bereits bis an den Zahnnerv durchgefressen haben, so dass hier immer genug Zeit bleibt, kariöse Stellen durch eine einfache Zahnfüllung zu behandeln.
Ursache: Unsichtbare Karies
Heimtückisch dagegen ist Karies, die sich - von außen nicht sichtbar - unter Zahnfüllungen und Kronen entwickelt. Über undichte Füllungs und - Kronenränder können Bakterien eindringen und dort unbemerkt den Zahn zerstören. TIPP 1: Bei Kunststofffüllungen auf Füllungsmaterial achten, das in Mehrschichttechnik aufgebracht wird - auch wenn der Zahnarzt dafür mehr Kosten berechnet. Hochwertiges Material dichtet besser ab und schützt vor Karies unter der Füllung. Eine Investition. die sich auszahlt. TIPP 2: Achten Sie auf Qualität bei der Versorgung mit Zahnersatz. Billig-Kronen aus dem Ausland sind bereits des Öffteren durch Randundichtungen aufgefallen, duch die eindringliche Bakterien Karies verursachen können. Übrigens: Auch ein zu schnelles Beschleifen der Zähne, kann den Zahnnerv durch Überhitzung beschädigen.
Ursache: Parodontitis
Parodontitis (im Volksmund Parodontose) entsteht, wenn Bakterien aus Zahnbelägen das Zahnfleisch und schließlich den Kieferknochen angreifen. Bei einer unbehandelten Parodontitis können Bakterien am Zahnhals entlang über Seitenkanäle und die Wurzelspitze zum Zahnnerv vordringen und diesen schädigen. Ergebnis sind eitrige Abzesse an der Zahnwurzel, gekoppelt mit Entzündungen des Zahnnervs, die sich - wenn überhaupt - noch sehr aufwendig (und teuer!) behandeln lassen. TIPP: Lassen Sie alle 2 Jahre die Parodontitis-Früherkennung (PSI) durchführen. Damit kann Parodontitis, die sich oft über lange Zeiträume entwickelt, frühzeitig erkannt und einer Therapie zugeführt werden.
Ursache: Unfälle
Durch Unfälle kann der Zahnnerv derart geschädigt werden, dass eine Wurzelkanalbehandlung notwendig wird. Bei Kindern und Jugendlichen muss nicht immer der gesamte Zahnnerv entfernt werden, so dass der Zahn zumindestens teilweise vital erhalten werden kann.
Vor der Versorgung mit Zahnersatz
Wurzelkanalbehandlungen können auch vor der Versorgung mit Zahnersatz notwedig sein. So muss z.B. vor dem Überkronen eines Zahnes viel Zahnsubstanz abgetragen werden, wobei die Pulpa geschädigt oder freigelegt werden kann. Um die Gefahr eine bakteriellen Infektion auszuschließen, weden dann vorsorglich die Pulpa entfernt und die Wurzelkanäle verschlossen.
Moderne Techniken
Auch schwierige Wurzelkanäle können heute mit Hilfe moderner Techniken erfolgversprechend behandelt werden. Leider müssen solche Leistungen überwiegend privat bezahlt werden.
Kassenleistung oder Privatleistung?
Einschränkungen der Kassenleistungen
Seit 2004 gelten neue Richtlinien, die den Leistungsumfang der gesetzlichen Kassen einschränken. Das bedeutet für Sie als Patient: Nicht jeder Zahn, der durch eine Wurzelkanalbehandlung erhalten werden kann, darf auf Kassenkosten behandelt werden. Es kann also vorkommen, dass Sie vor der Wahl stehen, den Zahn zu verlieren oder die Kosten für eine medizinisch sinnvolle Wuzelkanalbehandlung selbst tragen müssen.
Wann ist eine Wurzelkanalbehandlung Kassenleistung?
Eine Wurzelkanalbehandlung als Kassenleistung ist möglich, wenn der zu behandelnde Zahn im Sinne der Richtlinien BEHANDLUNGSWÜRDIG oder BEHANDLUNGSFÄHIG ist. Daüber hinaus spielen auch die Beurteilung der Gebisssituation und Fragen, ob der Zahn eine wichtige Funktion im Gesamtsystem hat oder ob eine Gegenbezahnung vorhanden ist, eine Rolle. Ob in ihrem Einzelfall die Behandlung auf Kassenkosten möglich ist, kann aber nur im Gespräch mit ihrem Zahnarzt abschließend geklärt werden.
Ist der Zahn Erhaltungswürdig?
Schneidezähne, Eckzähne und die anderen anschließenden “kleinen” Seitenzähne (Prämolaren) gelten als erhaltungswürdig, wenn die Wurzelkanalbehandlung den langfristigen Erhalt der Zähne erwarten lässt (gute Prognose). Das Kriterium ist auch erfüllt, wenn der Zahn als Anker für Zahnersatz dienen soll. Für die großen Seitenzähne (Molaren) gibt es weitere Bedingungen : Erhaltungswürdigkeit liegt vor, wenn :
- der Erhalt einer geschlossenen Zahnreihe möglich ist oder
- der Erhalt von funktionstüchtigen Zahnersatz möglich ist
- oder eine einseitige Freiendsituation vermieden wird.
Es gelten Zahnreiche zusätzliche Regelungen.
Nicht die gesamte Behandlung muss Privat finanziert werden!
Ist der Zahn Behandlungsfähig?
Ein zahn gilt als behandlungsfähig, wenn er einerseits medizinisch sinnvoll im Sinne der Richtlinien und anderseits unter dem Gebot der Wirtschaftlichkeitversorgt werden kann. Beide Bedingungen müssen erfüllt sein. Ist ein Zahn nur noch unter Ersatz teurer moderner Methoden zu behandeln, wird häufig das Wirtschaftlichkeit gebot verletzt und der Zahn gilt als nicht behandlungsfähig. Auch hier gibt es zahlreiche Detailregelungen, Definitionen, Ausnahmen etc.
Ein Teil der Behandlung wird von der Krankenkasse übernommen, den anderen Teil muss der Patient als Eigenanteil privat zahlen.
Bestimmte Leistungen, wie z.B. eine elektronische Längenmessung des Wurzelkanals oder die Laser-Sterilisation verbessern im Einzelfall die Qualität der Versorgung und damit die Chance auf eine langfristigen Erhalt des Zahnes. Diese Leistungen werden zwar nicht von den Gestzlichen Krankenkassen übernommen, können aber privat vereinbart werden.
Ärgerlich für den Patienten
Durch die komplizierten Regelungen stellt sich nicht selten erst während der Behandlung heraus, ob die Wurzelkanalbehandlung Kassenleistung ist oder nicht. Ein Beispiel : Ein kleiner Backenzahn im Oberkiefer hat einen entzündeten Zahnnerv und wäre nach der ersten Untersuchung auch dauerhaft zu erhalten. Im Sinne der Richtlinien ist der Zahn erhaltungswürdig und nichts spricht in dieser Phase gegen die Kassenleistung. Im Verlaufe der Behandlung stellt sich jedoch heraus, dass die Wurzelkanäle stark verästelt und nur unter Einsatz moderner Techniken aufzubereiten sind. In diesem Fall wird das Wirtschaftlichkeitsgebot der Kassen verletzt (Bahndlung zu teuer) und der Zahn gilt nun nach den Richtlinien als nicht behandlungsfähig. Konsequenz: Die Wurzalkanalbehandlung ist keine Kassenleistung mehr! Plötzlich steht der Patient vor der Situation, entweder die Behandlung abbrechen zu müssen (Zahn wird entfernt) oder die GESAMTEN Kosten selbst zu tragen. Besonders unglücklich ist die Situation auch deshalb, weil durch diesen klinischen Befund schnell Mißtrauen entstehen und das Vertrauensverhältnis zwischen Zahnarzt und Patient belastet werden kann.
Privatleistung
Mit neuen Techniken, Füllunsmethoden und Werkstoffen lassen sich heute auch schwierige Wurzelkanäle erfolgsprechend behandeln. Diese Therapien sind jedoch oft zeitaufwendiger und/oder teurer als die “Kassenleistung”. Dennoch lohnt die Inverstition, wenn dadurch die eigenen Zähne möglichst lange erhalten bleiben.
Vorsorge ist die beste Therapie !
Bedenken Sie, dass viele Ursachen für Wurzalkanalbehandlungen vermeidbar sind. Die beste und billigste Form der Zahnbehandlung haben Sie selbst in der Hand: Gründlich Zähne putzen und regelmäßig zum Zahnarzt gehen. Nutzen Sie die Chance!
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