Archive for the ‘Allgemein’ Category

Betäubung einer Nervenbahn

Mittwoch, Januar 22nd, 2014

William Stewart Halsted (1852-1922) war amerikanischer Chirurg und verabreichte sich ebenfalls im Selbstversuch Kokain-Injektionen zur Erprobung der Lokalanästhesie.Er spritzte die Kokainlösung als erster direkt in die Nähe des Unterkiefernerves und betäubte so die gesamte „Leitungsbahn“. Die Leitungsanästhesie war erfunden und etablierte sich in der Folge. Heute wird sie in jeder Zahnarztpraxis zur Betäubung der Unterkieferzähne eingesetzt – natürlich nicht mehr mit Kokain.

Betäubungsspritze während der Schwangerschaft?

Montag, Januar 13th, 2014

Schwangere Patientinnen müssen auf eine lokale Betäubung bei Zahnbehandlungen nicht verzichten. Der für zahnärztliche lokale Anästhesien häufig verwendete Wirkstoff Articain kann in der Schwangerschaft nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Zahnarzt eingesetzt werden. Adrenalin ist als blutgefäßverengender Zusatz in geringen Konzentrationen möglich. Grundsätzlich sollten in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft nur unbedingt notwendige Behandlungen vorgenommen werden.

Das Schmerzempfinden verringern

Montag, Januar 13th, 2014

Das Bewusstsein behalten und dennoch keinen Schmerz oder Angst spüren: So funktioniert die so genannte Analgosedierung. Dabei wird das Schmerzempfinden und die Angst durch das Eintropfen des Medikamentes in einen Zugang in den Arm verringert. Der Patient fühlt sich schläfrig und angstfrei, atmet aber selbst und kann auch auf die Anweisungen des Zahnarztes reagieren. Eine zusätzliche örtliche Betäubung ist nötig, weil dieses Verfahren nur das Empfinden beeinflusst, nicht aber den Schmerz selbst verhindert. Nach der Behandlung kann sich der Patient in der Regel nicht mehr daran erinnern.

Zahnarzt und Zahntechniker Hand in Hand

Donnerstag, Januar 2nd, 2014

Zahnarzt und Zahntechniker stellen gemeinsam teil- und vollkeramische Lösungen her – und sie müssen dabei sehr sorgfältig und Hand in Hand zusammenarbeiten. Denn von der Präzision ihrer Arbeit beim Präparieren des Zahns, bei der Werkstoffauswahl, bei Herstellung und Befestigung des Zahnersatzes im Mund hängt der dauerhafte Erfolg für den Patienten ab. Eine teilkeramische Krone oder Brücke besteht aus einem Metallkern, der mit einer ästhetisch ansprechenden und lichtdurchlässigen Keramik überzogen, „verblendet“ wird. Der Kern selbst ist jedoch nicht lichtdurchlässig. Ein natürlicherer Eindruck lässt sich mit einer vollkeramischen Versorgung erzielen. Sie ist im besten Fall gar nicht von den echten eigenen Zähnen zu unterscheiden. Zu den von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) wissenschaftlich anerkannten Indikationen für vollkeramische Restaurationen gehören adhäsiv befestigte (geklebte) Inlays und Teilkronen im Front- und Seitenzahnbereich und schließlich Keramik-Veneers. Hinzu kommen konventionell mit Zement befestigte Kronen aus neuen, besonders harten Keramiken.

Die Entwicklung geht stetig weiter

Donnerstag, Januar 2nd, 2014

Keramische Werkstoffe sind aufgrund der sehr guten Bioverträglichkeit eine ideale Alternative zum Zahnersatz aus Metall. Vollkeramische Füllungen und Kronen haben inzwischen schon den Haltbarkeitsstandard erreicht, der früher nur dem Gold zugesprochen wurde. Doch auch mit Keramik gibt es keine Standard-Therapielösungen und nicht jedes Gebiss ist für eine Versorgung mit Vollkeramik-Kronen oder -Brücken geeignet. So spielen etwa die Platzverhältnisse im Mund des Patienten eine Rolle. Für kleinere Brücken im Front- und Seitenzahnbereich hat sich Keramik bereits bewährt, größere Gebisslücken sind mit solchen Lösungen aber zurzeit noch nicht zu versorgen. Allerdings ist die Entwicklung schon auf dem Weg dorthin: Für mehr als viergliedrige Brücken aus Vollkeramik liegen zwar kaum Langzeiterfahrungen vor, die ersten Ergebnisse sind aber vielversprechend. Besonders mit dem noch recht neuen und hoch belastbaren Werkstoff Zirkonoxidkeramik wachsen die Spannen, die sich mit Vollkeramik überbrücken lassen. Bedenkt man also, welche Fortschritte in den vergangenen zehn bis 15 Jahren mit keramischen Werkstoffen in der Zahnmedizin erzielt wurden, so ist von diesem Material auch in der Zukunft noch einiges zu erwarten.

Metallfreie Zone für Patienten

Donnerstag, Januar 2nd, 2014

Gerade in punkto Bioverträglichkeit sind die Anforderungen an die Zahnmedizin in den letzten Jahren gewachsen. Die Gesundheit gefährdende Materialien sind für den aufgeklärten Patienten von heute tabu. Besonders auf metallhaltige Materialien, die durch den sauren Speichel korrosionsanfällig sind, reagieren viele allergisch. Bekanntester Vertreter solcher Stoffe: das Amalgam. „Es gibt zunehmend Versorgungslösungen ohne Metall“, erklärt Dr. Ahlers, „und dabei steht Keramik an erster Stelle.“

Jede Lösung ist individuell

Freitag, Dezember 13th, 2013

Die tolle Brücke der Nachbarin muss nicht die ideale Lösung für das eigene Problem sein. Jede Zahnbehandlung ist individuell. Es gibt keine Standardlösung, denn bei allen Menschen sind die Voraussetzungen unterschiedlich. Ein gründlicher Befund und eine exakte Diagnose sowie die Erwartung und Mitarbeit des Patienten sind wichtige Faktoren bei der Planung von Zahnersatz. Oftmals kann der Patient zwischen verschiedenen Methoden und Möglichkeiten auswählen. Das persönliche Gespräch zwischen Patient und Zahnarzt ist von enormer Wichtigkeit. Zahnärzte müssen sich konkret mit jedem Patienten, seinem gesundheitlichen Zustand und eventuellen Vorerkrankungen auseinandersetzen. Nur so kann der behandelnde Zahnarzt die beste zahnmedizinische Versorgung für den Patienten gewährleisten. Der Patient sollte deshalb seinen Zahnarzt ausführlich über vorherige Zahnbehandlungen und eventuelle gesundheitliche Beschwerden informieren. Nur wenn der Zahnarzt über mögliche Unverträglichkeiten des Patienten Bescheid weiß, kann er allergische Reaktionen auf das gewählte Material ausschließen.

Immer den Zahnarzt ins Vertrauen ziehen

Es empfiehlt sich deshalb, vor einer komplizierten Behandlung mit den Zahnarzt, die Chancen und Risiken genau zu besprechen. Dabei kann es sein, dass bestimmte Behandlungsschritte von weiteren Experten durchgeführt werden sollen, der auf ein bestimmtes Gebiet spezialisiert ist. Dieser Experte wird im Rahmen eine Überweisung über die Behandlungsplanung und über mögliche vorherige Erkrankungen und Behandlungen fachgerecht unterrichtet. Der Zahnarzt muss bei seiner Entscheidung, welche Behandlungsmethode gewählt wird, immer auch Umstände berücksichtigen, die in der Erwartung und Mitarbeit des Patienten liegen. Mangelnde Pflege der Zähne und sporadische Besuche beim Zahnarzt beeinflussen die Behandlungsplanung des Zahnarztes.

Jedes Material ist unterschiedlich

Es gibt sehr vielfältige zahnmedizinische Lösungen. Insbesondere bei der Entscheidung, welches Material verwendet wird, ist der Rat des behandelnden Zahnarztes oder Zahntechnikermeisters gefragt. Materialien wie Keramik, Kunststoff oder Gold unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch in Haltbarkeit und Funktionalität. Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile, die im Vorfeld im Hinblick auf die individuellen Bedingungen ausgiebig erörtert werden sollten. Zudem ist es möglich, unterschiedliche Meinungen zur bevorstehenden Behandlung einzuholen. Hierbei bietet das Internet viele Informationen und auch Beratungsmöglichkeiten. Jedoch kann eine Information im Internet niemals das direkte Beratungsgespräch bei einem praktizierenden Zahnarzt ersetzen und dient nur zur Grund- oder als ergänzende Information. Bereits bei der Planung von Zahnersatz durch den Zahnarzt kann es sinnvoll sein, den Zahntechniker in die Beratung und Entscheidung einzubeziehen.

Warum Anästhesie manchmal versagt

Mittwoch, Oktober 30th, 2013

Hilfe durch Kommunikation

Häufig kann dem Phänomen durch ein intensives Gespräch mit dem Zahnarzt der Garaus gemacht werden. Ein Beispiel: Besonders im Kopfbereich werden trotz der lokalen Betäubung durch die Knochenleitung Geräusche hörbar übertragen und Manipulationen über Muskel- und Gelenkrezeptoren spürbar, was oft als Schmerzfalsch interpretiert wird. Es ist ein Lernprozess, dass es sich bei diesem Erleben nicht um Schmerzhandelt.

Zahnstress für Jugendliche

Dienstag, Oktober 22nd, 2013

Nicht alles, was Teenagern Spaß macht, bleibt ohne Konsequenzen. Eine britische Studie mit mehr als 1.000 Kindern hat einen direkten Zusammenhang zwischen dem Limonadenkonsum und der Zahnerosion nachgewiesen. Bei 14-Jährigen stieg mit über 4 Gläsern Limonade das Risiko zu erkranken um über 500%. Neben der Limo können auch Mixgetränke, Alkohol und Zigaretten bleibende Spuren an den Zähnen hinterlassen.

Genau in der Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein, wo Teenager für Argumente zuweilen schwer zugänglich sind, nimmt die Verantwortung für den eigenen Körper und damit auch die Gesundheit zu. Besonders die Zähne werden dabei oftmals vernachlässigt. Schäden durch Karies kann der Zahnarzt zwar reparieren, einen neuen Satz Zähne erhält man jedoch nicht. Alles, was jetzt „kaputt“ geht, kann nur noch repariert und muss im schlimmsten Fall ersetzt werden. Wichtiger als rein kosmetische Maßnahmen wie etwa Bleaching ist die grundlegende Mundhygiene.

Saure Attacken

Säure in Lebensmitteln greift die Zähne ohne Umwege an und weicht sie auf. Vor allem Lebensmittel mit einem Übermaß an sauren Komponenten wie säurehaltige Softdrinks, Säfte und Cocktails machen den Zähnen zu schaffen. Bei häufigem Konsum scheinen schwerwiegende Schäden der Zahnhartsubstanz vorprogrammiert.

Denn zu allem Übel halten Softdrinks den pH-Wert im Mund lange Zeit auf saurem Niveau – beste Bedingungen für Kariesbakterien.
ProDente-Tipp: Solche Getränke sollten nicht zwischendurch und in regelmäßigen Abständen, sondern nur zu den Hauptmahlzeiten getrunken werden. Wasser oder Milch puffern das saure Milieu ab. Keinesfalls gleich nach säurehaltigen Getränken und Speisen die Zähne putzen, sondern mindestens eine halbe Stunde warten. Der weich gewordene Zahnschmelz kann sich so wieder regenerieren.

Alcopops, Biermixgetränke und Cocktails

Neben den allgemein bekannten Folgen des Alkoholkonsums können auch langfristige Gesundheitsprobleme auftreten. Forscher der Universität Birmingham haben einen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Zahnschäden bei Jugendlichen festgestellt. Dabei handelt es sich um eine chemische Zersetzung der Zahnhartsubstanz, bei der zuerst der Zahnschmelz und dann das Zahnbein betroffen sein können. Die Effekte können nicht rückgängig gemacht werden. Kommt bei Alcopops und Cocktails noch eine größere Menge Zucker hinzu, kann sich bei ungenügender Zahnpflege Karies ungehindert ausbreiten. Kein oder gemäßigter Alkoholkonsum und vor allem eine regelmäßige und gründliche Zahnreinigung kann solchen Schäden vorbeugen.

Der blaue Dunst

Rauchen ist vielfach gleichbedeutend mit „erwachsen sein“. Erwachsen werden wird an bestimmten Ereignissen gemessen: der erste Kuss, die erste Zigarette, der erste Vollrausch, die erste Fahrstunde. Auch das Gefühl, dazuzugehören, spielt eine wichtige Rolle. Was viele Jugendliche nicht wissen: Rauchen schadet auch den Zähnen. Nach einer Studie der „University of Helsinki“ gefährdet Rauchen bereits in jungen Jahren die Gesundheit von Zahnfleisch und Zähnen. Auch Mundschleimhautveränderungen und Mundhöhlenkrebs hängen stark mit dem Tabakgenuss zusammen. Zudem beeinflussen Teer und Nikotin die Zahnfarbe. Ein gelbes Lächeln und schlechter Atem sind die Folge. Damit wird übrigens die Lust aufs Küssen erheblich eingeschränkt.

Schmerzfrei – ohne lang anhaltende Taubheit

Montag, Oktober 21st, 2013

Das wäre praktisch: Morgens vor der Arbeit oder zwischen zwei Terminen schnell zum Zahnarzt, eine kleine Kariesstelle entfernen lassen und dann sofort wieder voll im Einsatz ohne ein lang anhaltendes Taubheitsgefühl. Adrenalinfreie Substanzen machen es möglich. Mit ihnen schaltet der Zahnarzt Schmerzen nicht nur zuverlässig aus, sondern verkürzt das sonst über Stunden anhaltende, unangenehme Taubheitsgefühl nach der Behandlung auf Minuten. Die Substanzen sind nur bei kurzen und nicht sehr großen Eingriffen geeignet.

Welche Betäubungsmethode der Zahnarzt auswählt, ist abhängig davon, an welcher Stelle im Mund behandelt wird und wie umfangreich der Eingriff ist. Bei der örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie Lokalanästhesie
Örtliche Betäubung zur Ausschaltung sensibler Nerven (Schmerzausschaltung) eines bestimmten Körpergebietes vor operativen Eingriffen und/oder bei starken Schmerzen. Nur geringe Beeinflussung des Zentralennervensystems. Je nach Art und Technik unterscheidet man die Infiltrationsanästhesie, die Leitungsanästhesie und die Oberflächenanästhesie. Die pharmakologischen Substanzen zur Lokalanästhesie wirken chemisch auf die Leitfähigkeit der Nervenströme.
) werden durch bestimmte eingespritzte Substanzen die Schmerzen nicht mehr zum zentralen Nervensystem geleitet. In Bereichen, in denen die Knochenschicht nicht so dick ist, also im Oberkiefer und im Frontzahnbereich des Unterkiefers, hat sich die so genannte Infiltrationsanästhesie Infiltrationsanästhesie
Örtliche Betäubung zur Schmerzausschaltung durch Einbringen von Anästhesie-Lösung in das Operationsgebiet selbst oder durch Umspritzung dieses Bereiches. Standardverfahren in der Zahnheilkunde für die Anästhesie der Oberkieferzähne: Eine kleine Menge Anästhetikum wird in den Wurzelspitzenbereich des entsprechenden Zahnes infiltriert. Es dringt dann durch den Knochen zum Zahn (Wurzelspitze), so dass dieser betäubt wird. Nicht für die Betäubung der Unterkieferzähne geeignet, da hier die äußere Knochenwand zu kompakt ist und das Anästhetikum nicht tief genug eindringen kann.
bewährt. Sie schaltet den Schmerz Schmerz
Die Schmerzempfindung wird durch Schmerzreize (Kälte, Hitze, Stress…) ausgelöst, von Schmerzrezeptoren aufgenommen und über sensible Nervenfasern dem Gehirn zugeleitet. Allen Schmerzreizen gemeinsam ist eine Gewebeirritation, bei der körpereigene Stoffe (Histamin, Wasserstoffionen, Serotonin usw.) freigesetzt werden, die die Erregung der Schmerzrezeptoren – welche auch bei häufigen Reizungen nicht abstumpfen – herbeiführen. Man unterscheidet den gut lokalisierbaren Oberflächenschmerz (z.B. Zahnschmerzen), den ungenau lokalisierbaren, dumpfen Tiefenschmerz (nach Prellungen o. Quetschungen, Kopfschmerz usw.) und den zu Krämpfen neigenden Eingeweideschmerz (Herz, Darm, Gallenblase) sowie akute und chronische Schmerzzustände. Eine Sonderform stellt der Phantomschmerz dar. Starke schmerzhafte Vorgänge sind mit vegetativen Begleiterscheinungen verbunden, die sich in Blässe, Schweißausbrüchen, Erweiterung der Pupillen, Blutdruckschwankungen bis hin zum Kollaps äußern können.
in der Umgebung der Einstichstelle aus. Das Betäubungsmittel dringt in den Knochen ein und betäubt die Zähne und ihre nahe Umgebung. Ist der Knochen zu dick oder sind umfangreichere Maßnahmen geplant, wie insbesondere im Seitenzahnbereich des Unterkiefers, kommt die Leitungsanästhesie Leitungsanästhesie
Örtliche Betäubung, bei der der Nerv an seinem Stamm mit Anästhetikum umspritzt wird, so dass die weiterführenden Nerven und das entsprechende Versorgungsgebiet betäubt sind. Im Gegensatz zur >>Infiltrationsanästhesie.
zum Einsatz. Dabei wird das Anästhetikum in die Nähe des Knochenaustrittspunktes des Nervs gespritzt, der den zu betäubenden Kieferbereich versorgt.