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Schwangere sollten an ihre Zähne denken

Montag, Februar 3rd, 2014

Seit Anfang der 90er-Jahre weiß die zahnmedizinische Forschung um den Zusammenhang zwischen Zahnfleischerkrankungen (Parodontalerkrankung) und dem erhöhten Risiko von Frühgeburten bzw. Neugeborenen mit unterdurchschnittlichem Geburtsgewicht. Unklar war indes, wie sich eine Erkrankung des Zahnfleisches auf die Gebärmutter und das sich entwickelnde Kind auswirken kann. Denn die Gebärmutter schützt das werdende Leben erstaunlich stark vor gefährlichen Prozessen im Köper der Mutter. Sie entwickelt gleichsam einen „Körper im Körper“. Gynäkologen sprechen in diesem Zusammenhang auch von der „Plazentasperre“.

Auch wenn letzte Klarheit nach wie vor nicht gegeben ist: Wissenschaftler in Europa, den USA und in Japan sind sich einig, dass für Frühgeburten und untergewichtige Neugeborene jene Stoffe mitverantwortlich sind, die von den Bakterien gebildet werden, die die Parodontalerkrankung auslösen. Der Parodontologe Dr. Matthias Folwaczny, Privatdozent und Oberarzt an der Universitätszahnklinik München, sagt: „Im Wesentlichen sind das sogenannte Endotoxine, giftige Bestandteile der Bakterienzellen, die Zahnfleischentzündungen verursachen, und sogenannte Zytokine. Das sind wiederum Signalstoffe, die die Abwehrkräfte des Körpers, das eigene Immunsystem also, beim Kampf gegen die schädlichen Bakterien erzeugen.“ Diese Stoffe gelangen in den Blutkreislauf der Mutter und belasten bei entsprechender Konzentration auch die Blutversorgung der Plazenta und damit die Entwicklung des ungeborenen Kindes. Dies kann dann zu vorzeitigen Wehen und damit zu Frühgeburten führen. Die Folgen für das zu früh geborene Kind sind bekannt: in der Regel deutlich verzögerte körperliche Entwicklung und erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten.

Entzündungen grundsätzlich schädlich

Allerdings: Die Ursachen für Frühgeburten und untergewichtige Neugeborene sind vielfältig. Allgemein bekannt ist eine ungesunde Lebensweise der Mutter wie erhöhter Alkoholgenuss und Rauchen. Weniger bekannt ist indes, dass typische Entzündungen weiblicher Geschlechtsorgane, vor allem sogenannte Vaginalentzündungen (bakterielle Vaginitis), wesentlichen Anteil an einem ungünstigen Verlauf der Schwangerschaft haben können. Die Verbindung zwischen sogenannten Vaginalentzündungen und Entzündungen des Zahnfleisches ist: In beiden Fällen entstehen die gleichen, für das ungeborene Leben schädlichen Stoffe im Immunsystem der Mutter.

Einen Durchbruch in der Forschung über den Zusammenhang zwischen Zahnfleischerkrankung und Schwangerschaftsverlauf erbrachte der amerikanische Wissenschaftler Prof. Steven Offenbacher von der Universität Chapel Hill in North Carolina (USA). Er berichtete in einer Studie von 1996, dass Frauen, die eine Frühgeburt erlitten oder untergewichtige Kinder geboren hatten, signifikant starke Zahnfleischerkrankungen vorwiesen. Das Risiko einer Frühgeburt oder eines untergewichtigen Neugeborenen ist bei diesen Frauen fast achtmal höher als bei zahngesunden Frauen. Er wies auch erstmals einen offenkundigen Zusammenhang zwischen den giftigen bakteriellen Stoffen sowie den Abwehrprodukten des körpereigenen Immunsystems und dem ungünstigen Verlauf einer Schwangerschaft nach. Ananda P. Dasanaya, Professorin für Oralbiologie an der Zahnklinik der University of Alabama in Birmingham (USA), bestätigte zwei Jahre später den von ihrem US-Kollegen Offenbacher beschriebenen Verdacht. Sie untersuchte 55 schwangere Frauen in einer doppelt angelegten Studie (Fall- und Kontrollgruppe). Das Ergebnis: Das Risiko einer Fehlgeburt bzw. eines untergewichtigen Neugeborenen war bei zahngesunden Müttern praktisch vernachlässigbar gegenüber Frauen mit schweren, unbehandelten Zahnfleischerkrankungen.

Aktuelle japanische Studie

Eine aktuelle Studie kommt aus Japan. Das Interesse der Asiaten an der Erforschung dieses Phänomens liegt auf der Hand: Asien hat mit 18 Prozent die höchste Rate untergewichtiger Neugeborener der Welt. In Nordamerika liegt die Rate bei sieben, in Australien bei sechs und in Europa zwischen vier und zwölf (!) Prozent. Eine interdisziplinäre Forschergruppe an der Universitätsklinik Kagoshima (Japan) aus Zahnmedizinern, Gynäkologen und Molekular- und Labormedizinern um Kozue Hasegawa begleitete 2002 insgesamt 88 Frauen während ihrer Schwangerschaft. Bei 20 Prozent dieser Frauen kam es zu einer Frühgeburt bzw. der Geburt eines untergewichtigen Babys. Diese Frauen wiesen überwiegend schwere Zahnfleischerkrankungen auf und hatten einen auffallend erhöhten Anteil von Zytokinen, also körpereigenen Abwehrprodukten, in ihrem Blut.

Wie aber kann sich eine Frau mit Kinderwunsch vor einem solchen Verlauf ihrer Schwangerschaft schützen?

Auch wenn nicht mit letzter Klarheit auf einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen unbehandelter Zahnfleischerkrankung und Geburt geschlossen werden kann – das Risiko einer fortschreitenden Zahnfleischerkrankung ist für das ungeborene Kind zu hoch. Frauen mit Kinderwunsch empfiehlt sich daher, frühzeitig den Status der Mundgesundheit überprüfen und gegebenenfalls eine vorhandene Zahnfleischentzündung (Gingivitis), erst recht aber eine Zahnbettentzündung (Parodontitis) behandeln zu lassen. Das geht aber nicht von heute auf morgen. „Die Behandlung einer Zahnfleischerkrankung kann sich je nach Stadium über etliche Monate hinziehen“, weiß Oberarzt Dr. Folwaczny. Deswegen ist künftigen Müttern zu raten: Mindestens ein halbes, besser ein Jahr vor der Schwangerschaft die Gesundheit im Mund herstellen lassen.

Routine-Zahnarztbesuch

Spätestens mit dem Feststellen der Schwangerschaft sollte routinemäßig ein Besuch beim Zahnarzt erfolgen. Liegt eine Zahnfleischerkrankung vor, kann der Zahnarzt mit geeigneten Behandlungsmethoden helfen. Wird tatsächlich eine Parodontitis festgestellt, kann diese grundsätzlich auch während der Schwangerschaft behandelt werden. Idealerweise bietet sich für eine solche Behandlung der Beginn des vierten Schwangerschaftsmonats (2. Trimenon) an.

Vorsorge – Professionelle Zahnreinigung (PZR)

Montag, Februar 3rd, 2014

Die professionelle Zahnreinigung, kurz PZR, ist grundsätzlich für jeden Erwachsenen sinnvoll. Sie ist fast schmerzfrei, und am Ende bleibt das gute Gefühl von glatt polierten, sauberen Zähnen,  wenn man mit der Zunge darüberfährt.

Nur Optik oder auch medizinisch sinnvoll?

Bei einer PZR befreit eine Prophylaxe-Fachkraft in der Zahnarztpraxis die Zähne von allen harten und weichen Belägen. Auch Verfärbungen, die auf den Zähnen haften, wie Kaffee- und Teebeläge werden mit erfasst. Nach der Politur, am Ende einer PZR, erhalten die Zähne wieder ihre natürliche, ursprüngliche Zahnfarbe. Was man mit bloßem Auge nicht sieht: Viele schädliche Bakterien, die vorwiegend in den weichen Belägen vorhanden sind, werden ebenfalls gründlich entfernt. So entsteht der eigentliche Vorsorge-Effekt: Karies und Parodontitis – beides von bestimmten Bakterien verursachte Erkrankungen – haben wenig Chancen. Natürlich reicht eine einmalige professionelle Zahnreinigung nicht aus. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass eine PZR, abhängig vom individuellen Erkrankungsrisiko regelmäßig durchgeführt, eine ideale Ergänzung zur häuslichen Mundhygiene ist. Je nach individueller Situation muss der Zahnarzt die notwendigen Zeitabstände mit dem Patienten abstimmen.

Allgemeinerkrankungen und die Mundhöhle

Einige Erkrankungen stehen mit Belägen in der Mundhöhle in ungünstiger Wechselbeziehung. So haben Diabetiker beispielsweise ein erhöhtes Risiko, dass aus einer von Belägen verursachten Zahnfleischentzündung eine Parodontitis entsteht – eine Zahnbetterkrankung, die in der Folge zu starkem Knochenabbau und Zahnlockerung bis hin zum Zahnverlust führt. Doch auch umgekehrt beeinflusst eine bereits bestehende, unbehandelte Parodontitis die Einstellung des Zuckerstoffwechsels beim Diabetiker sowie andere Erkrankungen negativ. Wissenschaftliche Studien geben deutliche Hinweise, dass der Verlauf von Parodontitis-Erkrankungen mit der Dauer und Schwere von Rheumaerkrankungen zusammenhängt. So konnte eine Studie zeigen, dass durch die Behandlung einer Parodontitis die Entzündungswerte im Blut von Rheumapatienten sinken. Bei einer Parodontitis können Entzündungsbotenstoffe ebenso die  Blutgefäße im Körper beeinflussen und so eine Arteriosklerose begünstigen.
Die PZR hilft, einer Parodontitis vorzubeugen, aber auch, eine Parodontitis so zu behandeln, dass die Erkrankung nicht weiter fortschreitet.

Gesunde Zähne sparen bares Geld

Für Kinder und Jugendliche werden in Zahnarztpraxen individuelle Prophylaxeleistungen von 6 bis einschließlich 17 Jahren angeboten, die von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Erwachsene müssen für eine PZR selbst aufkommen. Die Kosten sind abhängig vom Umfang und Zeitaufwand der PZR. Eine Investition, die sich im Interesse der Lebensqualität lohnt, und auf Dauer noch Geld spart. Denn: Von Karies zerstörte Zähne müssen meist aufwendig durch Füllungen behandelt oder sogar ersetzt werden. Wer gerade neuen Zahnersatz bekommen hat – vielleicht gar in Form von Implantaten –, hat möglicherweise bereits tief in die Tasche greifen müssen. Wichtig ist jetzt, den Status quo mit gründlicher Zahn- und Zahnersatzpflege möglichst lange zu erhalten. Gerade die Pflege von Implantaten oder die Reinigung zum Beispiel unter Brücken fällt vielen zu Hause schwer. Die Prophylaxe-Fachkraft erklärt bei der PZR die Reinigung von schwer zugänglichen Stellen mit Zahnseide, Floss und Zahnzwischenraumbürstchen. So hilft sie, diese Stellen dauerhaft sauber zu halten. Eine Voraussetzung dafür, dass der Zahnersatz lange Freude macht.

Auch Prothesen brauchen Pflege!

Nicht nur die eigenen Zähne, auch eine Zahnprothese muss regelmäßig gereinigt werden. Auf Voll- oder Teilprothesen bilden sich ebenfalls immer wieder Beläge, die Bakterien enthalten. Die Zahnprothese sollte daher nach Möglichkeit nach jedem Essen herausgenommen und gereinigt werden. Reinigt man die Prothese nur im Mund, erwischt man die Beläge an der Prothesenunterseite nicht. Auf Dauer entstehen so Entzündungen und Mundgeruch. Für die Reinigung empfiehlt sich eine spezielle Prothesenbürste. Zahncremes mit groben Putzkörpern sind nicht geeignet, sie könnten den Prothesenkunststoff zerkratzen. Besser geeignet sind spezieller Prothesenreinigungsschaum oder eine flüssige Handseife. Auch Reinigungsbäder sind zu empfehlen, zusätzlich sollte allerdings immer auch eine mechanische Reinigung mit der Bürste erfolgen. Tipps für die Prothesenreinigung geben zahnmedizinische Prophylaxe-Assistentinnen sowie der Zahnarzt. In hartnäckigen Fällen kann eine Reinigung mit anschließender Politur der Prothese im Dentallabor notwendig sein.

Zahnpflege – aber richtig

Montag, Januar 27th, 2014

Unsere Zähne vollbringen täglich Höchstleistungen: 18 Tonnen Nahrungsmittel kaut der Mensch durchschnittlich in seinem Leben. Das sind umgerechnet 45 Schweine, für Vegetarier ein Brot in der Länge von viereinhalb Kilometern oder für Geflügelliebhaber 10.000 Hähnchen. Die Zahlen machen deutlich: Um die regelmäßige und vor allem richtige Pflege seiner Zähne kommt man nicht umhin, möchte man sie bis ins hohe Alter behalten.

Für eine gelungene Zahnpflege braucht man zwei Dinge: Zeit und das Wissen, wie’s richtig geht. Out sind heftiges Querschrubben und seitliches Auf-und-ab-Bürsten mit zu viel Druck. „Dadurch wird der Zahnbelag nicht effektiv entfernt und die Zähne auf Dauer beschädigt“, so Dr. Dietmar Oesterreich, ProDente-Experte und Zahnarzt.

Rütteln gegen Bakterien

Dagegen eignet sich die sogenannte „Vibrationstechnik“ oder auch „Rütteltechnik“  sehr gut zur schonenden Reinigung der Zähne. Dazu die Bürste im 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand aufsetzen und leicht rütteln. „Auf diese Weise werden die hartnäckigsten Zahnbeläge, welche am Zahnfleischsaum sitzen, gelockert“, so Dr. Oesterreich. Streichen Sie diese dann mit der Bürste mit sanftem Druck vom Zahnfleisch in Richtung Zähne aus und rücken Sie zu den nächsten beiden Zähnen weiter. Ein Tipp – putzen mit KAI: erst die  Kauflächen, dann die Zahnreihen außen, danach die Zahnreihen innen. Diese Technik erfordert Übung und kann beim Zahnarzt in einer Prophylaxe-Sitzung erlernt werden. Träger von Kronen und Brücken oder Patienten mit freiliegenden Zahnhälsen bedürfen oftmals einer gezielt individuellen Zahnpflege, die vom zahnärztlichen Behandlungsteam erläutert wird.

Morgens, nachmittags, abends?

Weiß man, wie man richtig putzt, bleibt noch die Frage, wie oft, wann und womit. Nach wie vor gilt: Zweimal am Tag sollten die Zähne gereinigt werden – mindestens jeweils drei Minuten. Dabei ist einmal am Tag eine gründliche Zahnpflege mit Reinigung der Zahnzwischenräume erforderlich. Die Zahnzwischenräume sollten entweder mit Zahnseide oder mit Interdentalbürsten gereinigt werden. Bei der Zahncreme darauf achten, dass sie Fluoride enthält.

Bei der Frage nach der optimalen Zahnbürste scheiden sich die Geister. Dr. Oesterreich: „Prinzipiell gilt – eine gute Zahnbürste ist daran erkennbar, dass sie ein optimales Verhältnis zwischen gründlicher Reinigung und Verletzungsfreiheit von Zahnfleisch und Zähnen garantiert. Daraus folgt, dass möglichst weiche Kurzkopfzahnbürsten mit abgerundeten Borstenenden benutzt werden sollten.“ Elektrische Zahnbürsten haben den Vorteil, dass sie sehr bequem in der Anwendung sind. Die empfohlene „Vibrationstechnik“ erledigt die elektrische Zahnbürste automatisch. Auch besitzt diese oft ein kleines Bürstenfeld, was die genaue Pflege jedes Zahnes erfordert. Neueste Schallzahnbürsten sollen zusätzlich die Beläge lockern. Zahnärzte empfehlen ihren Patienten Zahnbürsten und Techniken, je nach Alter und individuellen Voraussetzungen.

Auf die Zunge kommt es an

Sorgfältiges Zähneputzen und Zahnzwischenraumpflege ist ein Baustein in der Zahnpflege. Nach Meinung von Experten reicht es aber längst nicht mehr aus, um dauerhaft Parodontose und Karies zu verhindern. Wer gesund bleiben will, muss auch gegen versteckte Bakterien im Mund vorgehen, gegen die die Zahnbürste nicht ankommt. „Mundhöhlenbakterien siedeln sich vorzugsweise ungestört auf dem hinteren Zungenabschnitt an und bilden dort ein Reservoire, wenn sie nicht beseitigt werden“, erklärt Dr. Oesterreich. Abhilfe schafft ein spezieller Zungenschaber oder auch ein umgekehrter Esslöffel, der morgens und abends zum Einsatz kommt. Und so geht’s: Zunge herausstrecken und an der Spitze festhalten. Von hinten nach vorne schaben.

Hilfe vom Profi

Außerdem sollte der Mundraum regelmäßig vom Zahnarzt untersucht werden. „Erwachsene sollten eine professionelle Zahnreinigung abhängig vom individuellen Risiko ein- oder mehrmals jährlich in der Zahnarztpraxis machen lassen“, betont Dr. Oesterreich. Dabei werden Zahnbelag und Zahnstein sehr gründlich entfernt, die Zähne poliert und fluoridiert. Gleichzeitig erhält der Patient zahlreiche Hinweise zur individuellen Zahn- und Mundhygiene. Die Kosten muss der Patient selbst tragen – sie liegen zwischen 50 und 150 Euro. Das Ergebnis sind saubere und helle Zähne sowie die deutliche Senkung von Risikofaktoren für Zahn- und Munderkrankungen.

Ablauf der Behandlung

Montag, Januar 27th, 2014

Um die individuelle Mundhygiene besser einzuschätzen, steht vor einer PZR immer die gründliche Untersuchung der gesamten Mundhöhle. Hierbei werden mögliche Gefahrenstellen und Beläge aufgespürt und sichtbar gemacht.

Dann werden zunächst die hartnäckigen Beläge wie Zahnstein mit einem Ultraschallgerät gelöst. Um dann im Rahmen der PZR auch die weichen Ablagerungen möglichst schonend aus allen Winkeln zu entfernen, ist wieder Handarbeit gefragt. Mit speziellen Instrumenten, kleinen Bürstchen und Zahnseide befasst sich die Dentalhygienikerin vorsichtig mit jedem einzelnen Zahn. Diese Reinigung erreicht auch die Ablagerungen, die der Patient trotz gewissenhaftem Putzen nicht entfernen kann. Beim so genannten Pulverstrahlgerät treffen ein Luft-Natriumbikarbonat-Gemisch und ein Wasserstrahl zur schnellen und schmerzlosen Entfernung von Verfärbungen wie beispielsweise Kaffee, Tee oder Nikotin aufeinander. Jetzt werden die Zähne noch auf Hochglanz poliert und mit einem schützenden Fluoridlack versehen um einen erneutes Festsetzen von Plaque und Zahnstein zu erschweren und das Putzen zu erleichtern.

Wichtiger Teil der Vorsorge

Montag, Januar 27th, 2014

Die gründliche und regelmäßige Reinigung der Zähne stellt zahnmedizinisch gesehen die wichtigste Vorsorgemaßnahme dar. Auch wenn die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer PZR nicht übernehmen, lohnt sich die Investition in die Zahngesundheit. Eine zweimal jährlich durchgeführte PZR sichert den langfristigen Zahnerhalt bis ins hohe Alter. Greifen die gewissenhafte Zahnpflege zu Hause, die kostenfreie Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt und eine regelmäßige PZR ineinander können schmerzhafte Zahnerkrankungen oder teurer Zahnersatz vermieden werden. Und eine gründliche Mundhygiene kann sogar noch mehr: Sie mindert das allgemeine Krankheitsrisiko. Denn Erkrankungen im Gebiss wirken sich nachweislich auf den gesamten Organismus aus.
So können Bakterien aus dem Mundraum in die Blutbahn gelangen und an anderen Stellen im Körper Entzündungen verursachen. Auch das Risiko von Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen ist bei Patienten mit Parodontitis höher.

Schmerzfrei – ohne lang anhaltende Taubheit

Montag, Januar 27th, 2014

Das wäre praktisch: Morgens vor der Arbeit oder zwischen zwei Terminen schnell zum Zahnarzt, eine kleine Kariesstelle entfernen lassen und dann sofort wieder voll im Einsatz ohne ein lang anhaltendes Taubheitsgefühl. Adrenalinfreie Substanzen machen es möglich. Mit ihnen schaltet der Zahnarzt Schmerzen nicht nur zuverlässig aus, sondern verkürzt das sonst über Stunden anhaltende, unangenehme Taubheitsgefühl nach der Behandlung auf Minuten. Die Substanzen sind nur bei kurzen und nicht sehr großen Eingriffen geeignet.

Welche Betäubungsmethode der Zahnarzt auswählt, ist abhängig davon, an welcher Stelle im Mund behandelt wird und wie umfangreich der Eingriff ist. Bei der örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie) werden durch bestimmte eingespritzte Substanzen die Schmerzen nicht mehr zum zentralen Nervensystem geleitet. In Bereichen, in denen die Knochenschicht nicht so dick ist, also im Oberkiefer und im Frontzahnbereich des Unterkiefers, hat sich die so genannte Infiltrationsanästhesie bewährt. Sie schaltet den Schmerz in der Umgebung der Einstichstelle aus. Das Betäubungsmittel dringt in den Knochen ein und betäubt die Zähne und ihre nahe Umgebung. Ist der Knochen zu dick oder sind umfangreichere Maßnahmen geplant, wie insbesondere im Seitenzahnbereich des Unterkiefers, kommt die Leitungsanästhesie zum Einsatz. Dabei wird das Anästhetikum in die Nähe des Knochenaustrittspunktes des Nervs gespritzt, der den zu betäubenden Kieferbereich versorgt.

Schmerzfreie Behandlungen dank moderner Wirkstoffe

Montag, Januar 27th, 2014

Da Kokain bekanntermaßen abhängig macht, musste ein anderer Wirkstoff her. Zudem waren die hohen Konzentrationen mit toxischen Nebenwirkungen verbunden. Anfang des 20. Jahrhunderts war es soweit. Der Wirkstoff Procain kam 1905 auf den Markt. Es war dem Kokain chemisch ähnlich allerdings ohne dessen Nebenwirkungen hervorzurufen. Zudem kombinierte man den Wirkstoff jetzt mit Adrenalin. Das Adrenalin hielt die Betäubung über einen längeren Zeitraum an der gewünschten Stelle. Ohne diesen Zusatz verflog die Wirkung allzu rasch und der Zahnarzt musste ständig von dem Medikament nachspritzen. Das wiederum rief irgendwann starke Nebenwirkungen bis hin zu Vergiftungserscheinungen hervor.

Kurzfristiger punktgenauer Eingriff

Mittwoch, Januar 22nd, 2014

Mit adrenalinfreiem Articain schaltet der Zahnarzt heute im Rahmen der Infiltrations- und Leitungsanästhesie den Schmerz bei kleineren Eingriffen, wie Kariesentfernung, Füllungsmaßnahmen oder kleineren chirurgischen Eingriffen in der Frontzahn- oder Gaumenregion punktgenau aus. Er setzt die Spritze und kann ein bis drei Minuten später mit der Behandlung beginnen. Voraussetzung: Der Eingriff ist begrenzt und kurz. Wenige Minuten nach einer 20-minütigen Behandlung – ein Großteil der zahnärztlichen Eingriffe bewegen sich in diesem Zeitrahmen – ist das Taubheitsgefühl verschwunden. Das heißt, nach der Behandlung fühlt der Patient sich wieder einsatzbereit. Allerdings beschreiben einige Patienten eine nicht ausreichende Anästhesietiefe, die auf ein sehr schnelles Abfluten des Anästhetikums hinweisen kann. Der besseren Wundheilung steht zudem eine längere Blutungsphase entgegen. Hier sollten Patienten und Zahnärzte intensiv abwägen.

Tiefschlaf in der Vollnarkose

Mittwoch, Januar 22nd, 2014

Die Vollnarkose wird bei größeren Eingriffen wie Operationen und manchmal auch bei extremen Angstpatienten angewendet. Neue Narkosemittel, die für eine gute Verträglichkeit, eine schnelle Ausscheidung aus dem Organismus und geringe Nebenwirkungen sorgen, senken das Narkoserisiko. Auch bei zahnärztlichen Behandlungen kann die Narkosedauer problemlos mehrere Stunden betragen, so dass aufwändige Behandlungen in wenigen Sitzungen abgeschlossen werden können.

Keramik im Himmel und auf Erden

Mittwoch, Januar 22nd, 2014

Ob auf dem Kaffeetisch oder im Bad – aus dem Alltag ist das Material Keramik nicht mehr wegzudenken. Doch der Werkstoff kann noch viel mehr: Dank ihrer herausragenden Eigenschaften sind spezielle Hightech-Keramiken optimal geeignet für den Einsatz in Technik, Luft- und Raumfahrt und in der Zahmedizin.

Extreme Härte, hohe Abriebfestigkeit, Formstabilität und Beständigkeit gegen chemische Einflüsse aller Art – damit sticht Keramik andere Werkstoffe aus. Ob Antriebssysteme für die Raumfahrt, Gehäuse für superschnelle Chips, künstliche Hüftgelenke oder eben Zahnersatz: Die innovative Hightech-Keramik kommt überall dort zum Einsatz, wo Metalle aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften an ihre Grenzen stoßen.