Frühjahresputz für die Zähne

Die ersten Knospen lugen hervor und wir sehnen die ersten Sonnenstrahlen herbei. Für viele Menschen beginnt das Jahr erst mit dem Frühlingsbeginn. Ausmisten, sauber machen und eventuell Neues ergänzen: Der Frühjahrsputz steht an – warum nicht auch für die Zähne? Hinter gesunden und schönen Zähnen steckt keine Zauberformel.

Regelmäßige Mundhygiene im heimischen Bad und halbjährliche Kontrollen beim Zahnarzt schaffen die wichtigste Grundlage für saubere und vor allem gesunde Zähne. Für die häusliche Zahn- und Mundpflege gibt es eine Vielzahl verschiedener und teilweise sehr spezieller Hilfsmittel und Techniken. Hier den Überblick zu behalten, ist nicht ganz einfach. Welche Utensilien sind sinnvoll und wie läuft eine effektive Zahnpflege ab?

Effektive Zahnpflege in fünf Minuten

Morgens und abends jeweils fünf bis zehn Minuten in die Zahnpflege zu investieren, lohnt sich. Besteht zusätzlich die Möglichkeit, auch mittags nach dem Essen die Zähne zu reinigen – umso besser. Das gründliche Putzen mit Bürste und Zahnpasta sollte laut zahnärztlicher Empfehlung mindestens drei Minuten dauern und systematisch alle Zähne abdecken. Das klingt nicht lange, wird jedoch häufig unterschätzt. Zur Orientierung: Das weich gekochte Ei am Morgen dauert fünf Minuten. Um das richtige „Zeitgefühl“ beim Zähneputzen herzustellen, empfiehlt es sich, auf eine sogenannte „Zahnputzuhr“ zurückzugreifen. Ob in der althergebrachten Version einer Sanduhr, als spezieller Timer oder neuerdings in die elektrische Zahnbürste integriert, zeigt sie genau an, wie lange das Putzen dauern sollte, um gründlich zu sein.

Druck mit Küchenwaage testen

Mund auf, Zahnbürste rein und wild drauflosschrubben mag zwar dynamisch sein, ist aber nicht wirklich effektiv. Mit der richtigen Technik werden die drei Minuten Zähneputzen sinnvoller und mit weit weniger Kraftaufwand genutzt. Wichtig ist eine horizontale Putzbewegung, bei der die Zähne vom Zahnfleisch zur Zahnkrone in einem Winkel von ca. 45 Grad zum Zahn gereinigt werden (von Rot nach Weiß). Um keine Stelle zu übersehen, ist eine gewisse Systematik sinnvoll: erst die Kauflächen, dann die Außen- und zum Schluss die Innenflächen. Übermäßiger Druck ist bei der richtigen Technik nicht nötig. Zu festes Aufdrücken kann Verletzungen des Zahnfleischs verursachen und macht die Reinigung keineswegs wirkungsvoller. Empfohlen wird ein Druck von 150 Gramm, was mit einer Küchenwaage getestet werden kann.

Weich oder mittel – nie hart

Die Auswahl an Zahnbürsten ist groß und die Entscheidung fällt schwer: Soll es eine elektrische sein oder doch lieber die gute alte Handzahnbürste? Welcher Härtegrad ist zu empfehlen und nehme ich lieber Kurz- oder Langkopf? Um die Entscheidung ein wenig zu erleichtern, hier ein paar Anhaltspunkte:

  • Weiche bis mittelharte Bürsten schonen das Zahnfleisch und verhindern Verletzungen bei zu starkem Aufdrücken.
  • Kurzkopfzahnbürsten mit einem 25 bis 30 mm langen Bürstenfeld haben einen kleineren Kopf, sind damit handlicher und erreichen auch schwierige Stellen.
  • Bei richtiger Technik unterscheiden sich elektrische und Handzahnbürsten in ihrer Reinigungsleistung kaum.

Der Vorteil der modernen elektrischen Zahnbürste liegt darin, dass je nach Modell automatisch die richtige Putztechnik, die korrekte Putzzeit und der richtige Anpressdruck gewährleistet werden kann. Diese Bequemlichkeit hat aber ihren Preis.

Mindestens vier Bürsten jährlich

Neue Besen kehren gut – das Gleiche gilt im übertragenen Sinn auch für die Zahnbürste. Alle zwei bis drei Monate muss eine neue her – egal ob es sich um die Köpfe der elektrischen oder die Handzahnbürste selbst handelt. Ein sofortiger Austausch der Bürste sollte in jedem Fall nach einer schweren Erkältung oder einer Entzündung im Mund erfolgen, um ein erneutes Anstecken zu verhindern. Nach dem Putzen muss die Zahnbürste unter heißem Wasser ausgespült und zum Trocknen mit dem Kopf nach oben an die Luft gestellt werden. Bakterien und Keime haben dann keinen Nährboden.

Hauptsache Fluorid

Bei der Wahl der Zahnpasta geben individuelle Vorlieben den Ausschlag. Ein wichtiges Merkmal ist jedoch ein ausreichender Fluoridgehalt. Durch das regelmäßige Putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta wird der Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Säureattacken. Gel und Pulver sind nicht zu empfehlen. Gel „verklebt“ die Zahnoberflächen und erschwert eine spätere Reinigung. Dagegen verursacht Pulver einen zu starken Abrieb der Zahnsubstanz.

Die richtigen Hilfsmittel für schwierige Stellen

Zähneputzen alleine reicht für eine umfassende und vor allem effektive Pflege der Zähne nicht aus. In den Zahnzwischenräumen, bei Zahnspangen oder festsitzendem Zahnersatz setzen sich trotz gewissenhaftem Putzen Essensreste und Plaque ab, die eine Bakterienquelle bilden und zum Auslöser für Karies und Parodontitis werden können. Hilfsmittel wie Zahnseide und Interdentalbürsten schaffen hier Abhilfe und sollten in die tägliche Zahnpflege integriert werden. Wichtig ist ihr regelmäßiger Gebrauch, wobei das geschulte Personal in der Zahnarztpraxis die richtige Technik vermittelt und bei der Entscheidung für das passende Produkt hilft.

Zunge nicht vergessen

Verstärkt rückt auch die Zunge als Träger von Bakterien in den Fokus. Hier kann sich ein regelrechter Belag bilden, der nicht nur den Zähnen schaden, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden beeinflussen und Mundgeruch auslösen kann. Spezielle Zungenbürsten und Zungenschaber gehen dem Belag an den Kragen und sorgen für frischen und gesunden Atem. Das abschließende Ausspülen mit klarem Wasser macht die häusliche Zahnpflege komplett. Die zusätzliche Verwendung von Mundspüllösungen oder Mundwassern kann die Zahnpflege ergänzen, aber nicht ersetzen.

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