Archive for Februar, 2014

Früh übt sich

Montag, Februar 10th, 2014

Kindern die Zahnpflege schmackhaft zu machen, ist keine leichte Aufgabe. Das tägliche Zähneputzen kann schnell zur Qual werden und in einen Machtkampf zwischen unwilligem Kind und genervten Eltern ausarten. Ein frühes und vor allem zwangloses Heranführen an das tägliche Zähneputzen hilft, eine solche Situation zu vermeiden, und kann dem Kind sogar Spaß an der Zahnpflege vermitteln. Denn je früher sie zur Routine wird, desto kleiner ist die Gefahr von schmerzhaftem Kariesbefall und umso angstfreier wird der regelmäßige Vorsorgetermin beim Zahnarzt wahrgenommen.

Früh übt sich, wer ein Meister werden will – dieser Sinnspruch gilt auch für die Zahnpflege. Schon das erste Zähnchen sollte täglich vorsichtig mit einem Wattestäbchen und Wasser gereinigt werden, denn schon Fläschchen und Brei bringen Kohlenhydrate und Zucker in den Mundraum und können die Zähne schädigen.

Hat das Kleinkind dann einen großen Teil seiner Zähne, sollte es eine eigene Babyzahnbürste mit weichen Borsten für die tägliche Pflege bekommen. Wichtig sind hier folgende Kriterien:

  • ein kleiner Bürstenkopf, der dem Kindermund angepasst ist,
  • weiche abgerundete Borsten, die das empfindliche Zahnfleisch und die gerade durchbrochenen Zähne nicht verletzen, und
  • ein bequemer Griff – dreieckige Form –, der für Kinderhände leicht und sicher zu greifen ist.

Wichtig: Besonders Kinderzahnbürsten sollten alle zwei bis drei Monate ausgetauscht werden und ausschließlich vom Kind persönlich genutzt werden, um Erkrankungen vorzubeugen.

Durch spielerische Herangehensweisen wie Zahnbürsten mit lustigen Melodien, die die Länge der Zahnpflege anzeigen, sowie durch Motivation und Belohnung können die Eltern ihren Kindern schon früh nahebringen, dass das notwendige Zähneputzen durchaus Spaß machen kann. Noch wichtiger ist jedoch die Vorbildfunktion. Kinder ahmen instinktiv das Verhalten ihrer Eltern nach und mit dem richtigen Vorbild wird die tägliche Zahnpflege nach dem Essen zum festen Ritual.

Da Kinder eine relativ kurze Aufmerksamkeitsspanne haben, können die zwei Minuten Zahnpflege und die richtige Technik schnell in Vergessenheit geraten. Daher sollten Eltern die Zahnpflege überprüfen und gegebenenfalls „nachputzen“.
Nachfolgend sind einige Tipps und Tricks zusammengestellt, mit denen das Zähneputzen für Kinder attraktiv gemacht werden kann:

  • Gemeinsames Zähneputzen von allen Familienmitgliedern am Abend bringt Spaß und stärkt das Wir-Gefühl und erfüllt damit auch die Vorbildfunktion.
  • Eine Zahnputzuhr oder ein spezieller Timer mit unterschiedlichen farbigen Lämpchen gibt die Dauer des Zähneputzens vor und verlängert die Aufmerksamkeitsspanne des Kindes.
  • Kinder dürfen auch mal die Zähne der Eltern putzen, das verstärkt die Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, dann auch das eigene „Nachputzen“ der Eltern zuzulassen.
  • Abwechselnd mal mit der rechten, mal mit der linken Hand putzen, das erfordert Konzentration und die Zeit vergeht wie im Flug.
  • Mit Plaque- Färbe-Tabletten das Ergebnis des Putzvorgangs überprüfen. Die rot eingefärbten Stellen zeigen, wo noch geputzt werden muss, und dokumentieren den Erfolg der Zahnpflege.

Mit der richtigen Zahnpflege wird der regelmäßige Kontrollbesuch beim Zahnarzt zum Kinderspiel. Ab zwei Jahren sollte mit den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen begonnen werden. Je früher die Kontrolluntersuchungen zur Routine werden, desto besser kann Karieserkrankungen und Fehlstellungen vorgebeugt werden. Um dem Kind die Angst zu nehmen, haben sich viele Praxen auf jungen Patienten eingestellt. Durch Erklären, Anfassen und die beruhigende Anwesenheit der Eltern wird der Zahnarztbesuch zum positiven Erlebnis.

Perfekte Optik für das Gebiss – Ein Inlay aus Keramik ist nahezu unsichtbar

Montag, Februar 10th, 2014

Behandlung in zwei Schritten

Die Patientin ist bereit, sich die dauerhaft schöne Füllung ihrer Zähne etwas kosten zu lassen, und vereinbart zwei Behand­lungs­termine. Beim ersten bereitet der Zahnarzt ihre Zähne vor: Er entfernt die Kariesund beschleift den Zahn so, dass das Inlay später perfekt sitzt. Dann fertigt er einen Abdruck an und setzt ein Provisoriumin die Löcher ein. Anhand des Ab­drucks werden die beiden Inlays für Renate Bender im zahntechnischen Labor exakt gefertigt und beim zweiten Termin eingesetzt. Dazu benutzt der Zahnarzt spezielle Kleber und sorgt während des Einklebens mit Spanngummis dafür, dass der betroffene Bereich trocken bleibt. Nur so ist später ein sicherer Halt des Inlays gewähr­leistet.

Perfekte Optik für das Gebiss – Ein Inlay aus Keramik ist nahezu unsichtbar

Montag, Februar 10th, 2014

„Rechts unten müssen wir ran“, lautet der Befund des Zahn­arztes bei Renate Benders Gebiss. Die alten Füllun­gen in den Backenzähnen sind porös geworden, Karies­bak­terien können eindringen und den Zahn
zerstören. Die Patientin möchte nun statt der bisherigen dunklen Amal­gamfül­lungen eine besonders langlebige und attrak­tive Lösung für ihre Zähne. Im Gespräch mit dem Arzt fällt die Entscheidung: Renate Bender erhält zwei Keramik­inlays.

Weil man Inlays aus Metall nun einmal beim Lachen im Mund aufblitzen sieht, hat die Patientin die besonders unauffällige und ästhetisch schöne Art der Einlagefüllungen gewählt. Die Inlays aus Keramik sind zahn­farben und werden heute so perfekt gestaltet, dass selbst der Zahnarzt sie manchmal auf den ersten Blick nicht erkennt. Sie sind aller­dings wegen der aufwänd­igen Herstellung und Behand­lung nicht billig. Diese hoch­­wertige Versorgung übernehmen die gesetz­lichen Kran­ken­­kassen nicht. Sie steuern nur den Betrag bei, der für eine herkömmliche Füllung entstanden wäre. Deshalb erstellt der Zahnarzt vor der Behandlung einen Kostenvor­anschlag. Anhand der Angaben zu Material-, Labor- und Behandlungs­kosten kann sich Renate Bender ein Bild machen, welche Investition auf sie zukommt. Dabei richtet sich die Höhe der Kosten nach der Größe des Zahndefektes und des entspre­chenden Inlays. Der Kostenvoranschlag ist eine rein private Vereinbarung zwischen Patient und Zahnarzt – im Gegensatz zum Heil- und Kostenplan, wie er bei Zahnersatz erstellt und von der Krankenkasse genehmigt wird, die dabei einen Teil der Kosten übernimmt.

Keramik – die Antwort auf höchsten Anspruch

Montag, Februar 10th, 2014

Grundsätzlich bestehen zahnärztliche Keramiken aus Quarz, Feldspat, Kaolin, Aluminiumoxid, Yttrium und Leucit. „Eine Allround-Keramik für alle Fälle gibt es aber nicht“, erklärt Dr. M. Oliver Ahlers, Privatdozent und Oberarzt am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf. „Vielmehr wird der Werkstoff Keramik je nach Einsatzort und Anforderung so zusammengesetzt, dass die jeweiligen Eigenschaften optimal wirken können.“ Zum Beispiel: Teilkeramische Kronen oder Brücken mit Metallkern, vollkeramische Inlays oder auch Keramik-Veneers, hauchdünne Verblendschalen, die auf die Oberfläche verfärbter oder abgebrochener Zähne geklebt werden.

Keramik im Himmel und auf Erden

Montag, Februar 10th, 2014

Bewährt seit Jahrtausenden

Keramikgehört zu den ältesten Werkstoffen, die der Mensch künstlich herstellt und hat sich schon in den Jahrtausenden vor Christus bewährt. In der Zahnheilkunde macht das Material allerdings erst seit den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts mehr und mehr Karriere: als substanzschonende Lösung für den Zahnersatz. Zahnärztliche Keramiken bestehen aus Quarz, Feldspat, Kaolin, Aluminiumoxid, Zirkonoxid, Yttrium und Leucit. Je nach Anwendungszweck wird der Werkstoff so zusammengesetzt, dass seine Eigenschaften den spezifischen Anforderungen entsprechen. Durch Schmelzen bei hohen Temperaturen und anschließendes Verdichten („Sintern“) wird die Keramikverfestigt.

„Neben der Härte und Beständigkeit sind im Bereich der Zahnmedizin die perfekte Ästhetik und die sehr gute Bioverträglichkeit die großen Pluspunkte der Keramik“, erklärt Dr. M. Oliver Ahlers, proDente-Experte und Oberarzt an der Hamburger Universitätszahnklink. Außerdem sorgt die geringe Wärmeleitfähigkeit der Keramikdafür, dass der Zahnnerv geschont wird, der sonst auf heiße Getränke oder Eis empfindlich reagiert.

Hightech für die Zähne – Keramik ist immer öfter Alternative zu Metall

Montag, Februar 10th, 2014

„Hauptsache gut verträglich und am besten im Mund gar nicht zu sehen!“ Diese Forderungen stellen immer mehr Menschen an ihren Zahnersatz. Erste Wahl in Sachen Ästhetik und Bioverträglichkeitsind Lösungen aus moderner Hightech-Keramik. Doch welche Zusammensetzung ist für die jeweiligen Defekte im Gebiss die richtige? Ein Gespräch mit Ihrem Zahnarzt schafft Klarheit.

„Von der Füllung bis zu Kronen und Brücken reicht das Spektrum keramischer Zahnersatzmaterialien – doch die Allroundkeramik für alle Fälle, die gibt es nicht“, stellt Dr. M. Oliver Ahlers, proDente-Experte und Oberarzt am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, klar. Dem Zahnarzt stehen vielmehr zahlreiche keramische Werkstoffe zur Verfügung, aus denen er den geeigneten auswählen und fachgerecht einsetzen muss. Besonders gut geeignet ist Keramikfür alle Menschen, die allergisch auf Metalle reagieren und darum auf einen metallfreien Zahnersatz setzen. „Aber auch Patienten ohne solche Allergien bevorzugen wegen der hohen Verträglichkeit und der sehr guten Ästhetik zunehmend Lösungen ohne Metall“, schildert Dr. Ahlers seine Erfahrungen.

Hightech für die Zähne – Keramik ist immer öfter Alternative zu Metall

Montag, Februar 10th, 2014

Zahnarzt und Zahntechniker Hand in Hand

Zahnarzt und Zahntechniker stellen gemeinsam teil- und vollkeramische Lösungen her – und sie müssen dabei sehr sorgfältig und Hand in Hand zusammenarbeiten. Denn von der Präzision ihrer Arbeit beim Präparieren des Zahns, bei der Werkstoffauswahl, bei Herstellung und Befestigung des Zahnersatzes im Mund hängt der dauerhafte Erfolg für den Patienten ab. Eine teilkeramische Kroneoder Brücke besteht aus einem Metallkern, der mit einer ästhetisch ansprechenden und lichtdurchlässigen Keramik überzogen, „verblendet“ wird. Der Kern selbst ist jedoch nicht lichtdurchlässig. Ein natürlicherer Eindruck lässt sich mit einer vollkeramischen Versorgung erzielen. Sie ist im besten Fall gar nicht von den echten eigenen Zähnen zu unterscheiden. Zu den von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) wissenschaftlich anerkannten Indikationen für vollkeramische Restaurationen gehören adhäsiv befestigte (geklebte) Inlays und Teilkronen im Front- und Seitenzahnbereich und schließlich Keramik-Veneers. Hinzu kommen konventionell mit Zementbefestigte Kronen aus neuen, besonders harten Keramiken.

Hightech für die Zähne – Keramik ist immer öfter Alternative zu Metall

Montag, Februar 10th, 2014

Schöner Zahnersatz bei wenig Substanzverlust

Für Inlays, Onlays und Teilkronen setzt man heute auf die so genannten Silikatkeramiken, die eine exzellente Optik bieten. Daher werden diese Keramikarten auch für die Anfertigung von Keramik-Veneerseingesetzt. Hierbei handelt es sich um hauchdünne transparente Keramikschalen, mit denen sich Verfärbungen und Fehlstellungen korrigieren und Zahnhartsubstanzdefekte der Frontzähne ausgleichen lassen. Für diese Behandlungsformen gilt, dass die Keramikrestauration mit dem Restzahn verklebt wird. Dies gewährleistet eine optimale Verbindung ohne Randspalten und ermöglicht sehr behutsame Präparationen unter minimalem Substanzverlust. So muss nur die Kariesentfernt werden und nicht auch noch gesunde Zahnsubstanz.

„Dieser Vorteil macht sich gerade bei geklebten Teilkronen bemerkbar, und Keramik-Veneerswären ohne diese sogenannte Adhäsivtechnikgar nicht möglich“, so Dr. Ahlers, der sich in seinen Forschungsarbeiten an der Hamburger Universitätszahnklinik mit diesen Adhäsivsystemen seit Jahren beschäftigt. Die Silikatkeramiken sind ebenso für kleine, bis zu dreigliedrige Brücken im vorderen Gebissbereich geeignet. Geht es um Zahnersatzan den Seitenzähnen, die Tag für Tag einen enormen Kaudruck aushalten müssen, kommen besonders feste und dichte Keramikarten zum Einsatz: Aus speziellen Zirkonoxidkeramiken lassen sich Gerüste für Kronen und Brücken fertigen, die dann wiederum mit einer Silikatkeramik verblendet werden. „Solche vollkeramischen Kronen und Brücken werden schon heute vielfach mit Unterstützung computergesteuerter CAD/CAM-Verfahren hergestellt – mit sehr guten Ergebnissen“, weiß Dr. Ahlers.

Die Herstellung von Vollkeramik-Kronen und -Brücken ist allerdings sehr aufwändig: Die Keramik wird schichtweise auf das Gerüst aufgetragen und unter Vakuum gebrannt. So kann der künstliche Zahnseinen natürlichen Nachbarn in Beschaffenheit und Farbe angepasst werden. Ein so hochwertiger Zahnersatzhat natürlich seinen Preis: Bei einer Vollkeramik-Kronemuss der Patient mit 1000.- Euro rechnen, die gesetzlich Versicherte in der Regel selbst bezahlen müssen. Auch deshalb ist eine gründliche Vorbesprechung mit dem behandelnden Zahnarzt wichtig.

Fluorid – Eine Frage der Dosis

Montag, Februar 3rd, 2014

Die Wirksamkeit von Fluorid in puncto Kariesschutz ist in der Vergangenheit in zahlreichen Studien belegt worden. Zahnmediziner sind sich heute einig, dass der größte Kariesschutzeffekt das Fluorid erzielt, das nach dem Zahndurchbruch auf den Zahn einwirkt – also lokal. Früher nahm man an, dass das über Tabletten eingenommene Fluorid, welches noch vor dem Zahndurchbruch in die Zahnsubstanz eingebaut wird, die größere Schutzwirkung hervorruft.

 

Auf Grundlage dieser neueren Erkenntnisse haben sich auch die Empfehlungen der Zahnmediziner zur Fluoridanwendung geändert. „Grundlage jeder Empfehlung – insbesondere für Eltern – ist eine genaue Befragung, die sogenannte Fluoridanamnese, aus welchen Quellen bisher Fluorid aufgenommen wird“, erklärt Prof. Dr. Dietmar Oesterreich von proDente, „sei es über Zahnpasta, Mundspüllösungen, fluoridiertes Speisesalz, Fluoridtabletten, bestimmte Mineralwässer oder das natürliche Trinkwasser.“

 

Fluoridzahnpasta für Kinder

 

Gerade bei Kindern ist die korrekte Dosierung des Fluorids besonders wichtig. Zu wenig Fluorid bietet keinen ausreichenden Kariesschutz. Zu viel Fluorid kann sich schon vor dem Durchbruch der bleibenden Zähne in diese einlagern und kreidig-weiße Flecken verursachen – ein erstes Anzeichen einer Dental-Fluorose, einer Fluoridüberdosierung. Die allgemeine Empfehlung lautet daher, ab dem ersten Milchzahn mit einem Hauch fluoridhaltiger Kinderzahncreme (enthält maximal 500 ppm Fluorid) einmal am Tag zu putzen. Ab dem zweiten Lebensjahr empfehlen Zahnärzte, die Zähne zweimal am Tag mit fluoridierter Kinderzahncreme zu putzen. Ab dem sechsten Lebensjahr sollten Kinder Erwachsenenzahncreme mit durchschnittlich 1000 bis 1.500 ppm Fluorid benutzen, um für eine ausreichende Fluoridversorgung der Zähne zu sorgen. Zusätzlich empfehlen Zahnärzte, im Haushalt von Anfang an fluoridiertes Speisesalz zu verwenden.

 

Fluoridtabletten notwendig?

 

Nur bei der Verwendung von fluoridfreier Zahnpasta sowie fluoridfreiem Speisesalz im Haushalt ist nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde die Gabe von Fluoridtabletten in den ersten Lebensjahren sinnvoll. Allerdings hält die wissenschaftliche Dachorganisation der deutschen Zahnärzte übereinstimmend mit der internationalen Wissenschaft das Zähneputzen mit fluoridierter Kinderzahnpasta ab dem Durchbruch des ersten Milchzahnes – mit etwa sechs Monaten – und die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz für die Fluoridversorgung von Säuglingen und Kleinkindern für den besten Kariesschutz.

 

Fluoridschutz bei erhöhtem Kariesrisiko

 

Stellt der Zahnarzt bei einem Kind ein erhöhtes Kariesrisiko fest, beispielsweise weil schon Milch- oder bleibende Zähne befallen sind, kommen weitere Schutzmaßnahmen in Betracht. Ab sechs Jahren sollten die Zähne dann einmal wöchentlich zusätzlich zum normalen Zähneputzen mit einem speziellen höher dosierten Fluoridgel geputzt werden. Je nach Kariesrisiko kann auch die Anwendung mehrmals wöchentlich über einen bestimmten Zeitraum angezeigt sein. Alternativ können fluoridierte Mundspüllösungen zusätzlich zum Zähneputzen verwendet werden. Der Zahnarzt trägt bei erhöhtem Kariesrisiko mindestens zweimal pro Jahr – in Einzelfällen auch häufiger – einen hochkonzentrierten Fluoridlack auf die Zähne auf. Fluoride sind natürlich nicht nur für Kinder und Jugendliche wichtig. Auch bei Erwachsenen wird neben den bereits genannten Möglichkeiten im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung Fluorid auf die Zähne aufgetragen.

 

Fluorid ist nicht alles

Trotz einer gewissenhaften Vorsorge mit Fluorid sollte nicht aus dem Blickfeld geraten, dass bestimmte Mikroorganismen im Zusammenspiel mit häufigem Zuckerkonsum und zu wenig Zahnpflege Karies verursachen. Eine schlechte Mundhygiene, häufige zuckerhaltige Mahlzeiten, wie zum Beispiel gesüßte Kindertees aus der Nuckelflasche oder Limonade, können mit Fluoridgaben nicht ausgeglichen werden. Eltern müssen deswegen konsequent mit Durchbruch des ersten Milchzahnes für regelmäßige Mundhygiene sorgen. So führen sie ihre Kinder an eigenständiges Putzen heran, welches ab der ersten bis zweiten Klasse beherrscht wird. Auch Kinder und Jugendliche mit festen Zahnspangen sowie Patienten, die unter Mundtrockenheit leiden, müssen zusätzlich zur regelmäßigen Fluoridanwendung auf ihren Zuckerkonsum achten und eine sehr gewissenhafte Mundhygiene betreiben.

Fluorid: Kur für die Zähne

Montag, Februar 3rd, 2014

Über die regelmäßige Zahnpflege hinaus gibt es eine tägliche Kur für schöne und gesunde Zähne. Der Clou: Ein unermüdlich hilfsbereiter „Kurschatten“ steht uns bequem zur Seite – Fluorid. Jede von Zahnmedizinern empfohlene Zahnpasta – auch Sorten für Kinder – enthält Fluorid. Die tägliche Zahnpflege versorgt also die Zähne grundsätzlich mit dem Mineralstoff.

In Bezug auf diese Pflichtübung darf man sich sogar eine kleine Nachlässigkeit erlauben. Mit dem Ausspülen muss man es nicht so genau nehmen. So verbleibt mehr Fluorid in der Mundhöhle.

Warum Fluorid?

Der Mineralstoff härtet den Zahnschmelz, hemmt die Entkalkung und das Bakterienwachstum und hilft zudem bei der Remineralisierung der Zahnoberfläche. Neben der Versorgung über die Zahnpasta empfiehlt ProDente-Experte Prof. Dr. Noack, Universität Köln, Folgendes:

  1. Mit Fluorid angereichertes Kochsalz verwenden. Geschmacklich ist es völlig neutral und vergessen kann man diese Form der Fluoridaufnahme auch nicht.
  2. Fluorid ist auch in großer Menge in grünem, vor allem aber in schwarzem Tee enthalten. Ein Liter schwarzer Tee enthält 2,2 mg Fluorid. Das entspricht mehr als der doppelten Menge der wünschenswerten Fluoridzufuhr für einen Erwachsenen.

 

Zuckerfreie Kaugummis

Auch zuckerfreie Kaugummis, die Xylit enthalten, sind hilfreich. ProDente-Experte und Zahnarzt Joachim Hoffmann: Die Kaugummis kann man als Zahnmediziner beruhigt empfehlen. Sie regen die Speichelproduktion an.“

Mit jeder Nahrungsaufnahme wird den Zähnen Kalzium entzogen. Im Speichel befinden sich Kalzium-Ionen, die die Zähne nach dem Essen wieder remineralisieren – also wieder härten. Das Fluorid wirkt wie ein Biokatalysator: Es fördert den Wiedereinbau der Mineralien.