Archive for Januar, 2014

Zahnpflege – aber richtig

Montag, Januar 27th, 2014

Unsere Zähne vollbringen täglich Höchstleistungen: 18 Tonnen Nahrungsmittel kaut der Mensch durchschnittlich in seinem Leben. Das sind umgerechnet 45 Schweine, für Vegetarier ein Brot in der Länge von viereinhalb Kilometern oder für Geflügelliebhaber 10.000 Hähnchen. Die Zahlen machen deutlich: Um die regelmäßige und vor allem richtige Pflege seiner Zähne kommt man nicht umhin, möchte man sie bis ins hohe Alter behalten.

Für eine gelungene Zahnpflege braucht man zwei Dinge: Zeit und das Wissen, wie’s richtig geht. Out sind heftiges Querschrubben und seitliches Auf-und-ab-Bürsten mit zu viel Druck. „Dadurch wird der Zahnbelag nicht effektiv entfernt und die Zähne auf Dauer beschädigt“, so Dr. Dietmar Oesterreich, ProDente-Experte und Zahnarzt.

Rütteln gegen Bakterien

Dagegen eignet sich die sogenannte „Vibrationstechnik“ oder auch „Rütteltechnik“  sehr gut zur schonenden Reinigung der Zähne. Dazu die Bürste im 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand aufsetzen und leicht rütteln. „Auf diese Weise werden die hartnäckigsten Zahnbeläge, welche am Zahnfleischsaum sitzen, gelockert“, so Dr. Oesterreich. Streichen Sie diese dann mit der Bürste mit sanftem Druck vom Zahnfleisch in Richtung Zähne aus und rücken Sie zu den nächsten beiden Zähnen weiter. Ein Tipp – putzen mit KAI: erst die  Kauflächen, dann die Zahnreihen außen, danach die Zahnreihen innen. Diese Technik erfordert Übung und kann beim Zahnarzt in einer Prophylaxe-Sitzung erlernt werden. Träger von Kronen und Brücken oder Patienten mit freiliegenden Zahnhälsen bedürfen oftmals einer gezielt individuellen Zahnpflege, die vom zahnärztlichen Behandlungsteam erläutert wird.

Morgens, nachmittags, abends?

Weiß man, wie man richtig putzt, bleibt noch die Frage, wie oft, wann und womit. Nach wie vor gilt: Zweimal am Tag sollten die Zähne gereinigt werden – mindestens jeweils drei Minuten. Dabei ist einmal am Tag eine gründliche Zahnpflege mit Reinigung der Zahnzwischenräume erforderlich. Die Zahnzwischenräume sollten entweder mit Zahnseide oder mit Interdentalbürsten gereinigt werden. Bei der Zahncreme darauf achten, dass sie Fluoride enthält.

Bei der Frage nach der optimalen Zahnbürste scheiden sich die Geister. Dr. Oesterreich: „Prinzipiell gilt – eine gute Zahnbürste ist daran erkennbar, dass sie ein optimales Verhältnis zwischen gründlicher Reinigung und Verletzungsfreiheit von Zahnfleisch und Zähnen garantiert. Daraus folgt, dass möglichst weiche Kurzkopfzahnbürsten mit abgerundeten Borstenenden benutzt werden sollten.“ Elektrische Zahnbürsten haben den Vorteil, dass sie sehr bequem in der Anwendung sind. Die empfohlene „Vibrationstechnik“ erledigt die elektrische Zahnbürste automatisch. Auch besitzt diese oft ein kleines Bürstenfeld, was die genaue Pflege jedes Zahnes erfordert. Neueste Schallzahnbürsten sollen zusätzlich die Beläge lockern. Zahnärzte empfehlen ihren Patienten Zahnbürsten und Techniken, je nach Alter und individuellen Voraussetzungen.

Auf die Zunge kommt es an

Sorgfältiges Zähneputzen und Zahnzwischenraumpflege ist ein Baustein in der Zahnpflege. Nach Meinung von Experten reicht es aber längst nicht mehr aus, um dauerhaft Parodontose und Karies zu verhindern. Wer gesund bleiben will, muss auch gegen versteckte Bakterien im Mund vorgehen, gegen die die Zahnbürste nicht ankommt. „Mundhöhlenbakterien siedeln sich vorzugsweise ungestört auf dem hinteren Zungenabschnitt an und bilden dort ein Reservoire, wenn sie nicht beseitigt werden“, erklärt Dr. Oesterreich. Abhilfe schafft ein spezieller Zungenschaber oder auch ein umgekehrter Esslöffel, der morgens und abends zum Einsatz kommt. Und so geht’s: Zunge herausstrecken und an der Spitze festhalten. Von hinten nach vorne schaben.

Hilfe vom Profi

Außerdem sollte der Mundraum regelmäßig vom Zahnarzt untersucht werden. „Erwachsene sollten eine professionelle Zahnreinigung abhängig vom individuellen Risiko ein- oder mehrmals jährlich in der Zahnarztpraxis machen lassen“, betont Dr. Oesterreich. Dabei werden Zahnbelag und Zahnstein sehr gründlich entfernt, die Zähne poliert und fluoridiert. Gleichzeitig erhält der Patient zahlreiche Hinweise zur individuellen Zahn- und Mundhygiene. Die Kosten muss der Patient selbst tragen – sie liegen zwischen 50 und 150 Euro. Das Ergebnis sind saubere und helle Zähne sowie die deutliche Senkung von Risikofaktoren für Zahn- und Munderkrankungen.

Ablauf der Behandlung

Montag, Januar 27th, 2014

Um die individuelle Mundhygiene besser einzuschätzen, steht vor einer PZR immer die gründliche Untersuchung der gesamten Mundhöhle. Hierbei werden mögliche Gefahrenstellen und Beläge aufgespürt und sichtbar gemacht.

Dann werden zunächst die hartnäckigen Beläge wie Zahnstein mit einem Ultraschallgerät gelöst. Um dann im Rahmen der PZR auch die weichen Ablagerungen möglichst schonend aus allen Winkeln zu entfernen, ist wieder Handarbeit gefragt. Mit speziellen Instrumenten, kleinen Bürstchen und Zahnseide befasst sich die Dentalhygienikerin vorsichtig mit jedem einzelnen Zahn. Diese Reinigung erreicht auch die Ablagerungen, die der Patient trotz gewissenhaftem Putzen nicht entfernen kann. Beim so genannten Pulverstrahlgerät treffen ein Luft-Natriumbikarbonat-Gemisch und ein Wasserstrahl zur schnellen und schmerzlosen Entfernung von Verfärbungen wie beispielsweise Kaffee, Tee oder Nikotin aufeinander. Jetzt werden die Zähne noch auf Hochglanz poliert und mit einem schützenden Fluoridlack versehen um einen erneutes Festsetzen von Plaque und Zahnstein zu erschweren und das Putzen zu erleichtern.

Wichtiger Teil der Vorsorge

Montag, Januar 27th, 2014

Die gründliche und regelmäßige Reinigung der Zähne stellt zahnmedizinisch gesehen die wichtigste Vorsorgemaßnahme dar. Auch wenn die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer PZR nicht übernehmen, lohnt sich die Investition in die Zahngesundheit. Eine zweimal jährlich durchgeführte PZR sichert den langfristigen Zahnerhalt bis ins hohe Alter. Greifen die gewissenhafte Zahnpflege zu Hause, die kostenfreie Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt und eine regelmäßige PZR ineinander können schmerzhafte Zahnerkrankungen oder teurer Zahnersatz vermieden werden. Und eine gründliche Mundhygiene kann sogar noch mehr: Sie mindert das allgemeine Krankheitsrisiko. Denn Erkrankungen im Gebiss wirken sich nachweislich auf den gesamten Organismus aus.
So können Bakterien aus dem Mundraum in die Blutbahn gelangen und an anderen Stellen im Körper Entzündungen verursachen. Auch das Risiko von Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen ist bei Patienten mit Parodontitis höher.

Schmerzfrei – ohne lang anhaltende Taubheit

Montag, Januar 27th, 2014

Das wäre praktisch: Morgens vor der Arbeit oder zwischen zwei Terminen schnell zum Zahnarzt, eine kleine Kariesstelle entfernen lassen und dann sofort wieder voll im Einsatz ohne ein lang anhaltendes Taubheitsgefühl. Adrenalinfreie Substanzen machen es möglich. Mit ihnen schaltet der Zahnarzt Schmerzen nicht nur zuverlässig aus, sondern verkürzt das sonst über Stunden anhaltende, unangenehme Taubheitsgefühl nach der Behandlung auf Minuten. Die Substanzen sind nur bei kurzen und nicht sehr großen Eingriffen geeignet.

Welche Betäubungsmethode der Zahnarzt auswählt, ist abhängig davon, an welcher Stelle im Mund behandelt wird und wie umfangreich der Eingriff ist. Bei der örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie) werden durch bestimmte eingespritzte Substanzen die Schmerzen nicht mehr zum zentralen Nervensystem geleitet. In Bereichen, in denen die Knochenschicht nicht so dick ist, also im Oberkiefer und im Frontzahnbereich des Unterkiefers, hat sich die so genannte Infiltrationsanästhesie bewährt. Sie schaltet den Schmerz in der Umgebung der Einstichstelle aus. Das Betäubungsmittel dringt in den Knochen ein und betäubt die Zähne und ihre nahe Umgebung. Ist der Knochen zu dick oder sind umfangreichere Maßnahmen geplant, wie insbesondere im Seitenzahnbereich des Unterkiefers, kommt die Leitungsanästhesie zum Einsatz. Dabei wird das Anästhetikum in die Nähe des Knochenaustrittspunktes des Nervs gespritzt, der den zu betäubenden Kieferbereich versorgt.

Schmerzfreie Behandlungen dank moderner Wirkstoffe

Montag, Januar 27th, 2014

Da Kokain bekanntermaßen abhängig macht, musste ein anderer Wirkstoff her. Zudem waren die hohen Konzentrationen mit toxischen Nebenwirkungen verbunden. Anfang des 20. Jahrhunderts war es soweit. Der Wirkstoff Procain kam 1905 auf den Markt. Es war dem Kokain chemisch ähnlich allerdings ohne dessen Nebenwirkungen hervorzurufen. Zudem kombinierte man den Wirkstoff jetzt mit Adrenalin. Das Adrenalin hielt die Betäubung über einen längeren Zeitraum an der gewünschten Stelle. Ohne diesen Zusatz verflog die Wirkung allzu rasch und der Zahnarzt musste ständig von dem Medikament nachspritzen. Das wiederum rief irgendwann starke Nebenwirkungen bis hin zu Vergiftungserscheinungen hervor.

Kurzfristiger punktgenauer Eingriff

Mittwoch, Januar 22nd, 2014

Mit adrenalinfreiem Articain schaltet der Zahnarzt heute im Rahmen der Infiltrations- und Leitungsanästhesie den Schmerz bei kleineren Eingriffen, wie Kariesentfernung, Füllungsmaßnahmen oder kleineren chirurgischen Eingriffen in der Frontzahn- oder Gaumenregion punktgenau aus. Er setzt die Spritze und kann ein bis drei Minuten später mit der Behandlung beginnen. Voraussetzung: Der Eingriff ist begrenzt und kurz. Wenige Minuten nach einer 20-minütigen Behandlung – ein Großteil der zahnärztlichen Eingriffe bewegen sich in diesem Zeitrahmen – ist das Taubheitsgefühl verschwunden. Das heißt, nach der Behandlung fühlt der Patient sich wieder einsatzbereit. Allerdings beschreiben einige Patienten eine nicht ausreichende Anästhesietiefe, die auf ein sehr schnelles Abfluten des Anästhetikums hinweisen kann. Der besseren Wundheilung steht zudem eine längere Blutungsphase entgegen. Hier sollten Patienten und Zahnärzte intensiv abwägen.

Tiefschlaf in der Vollnarkose

Mittwoch, Januar 22nd, 2014

Die Vollnarkose wird bei größeren Eingriffen wie Operationen und manchmal auch bei extremen Angstpatienten angewendet. Neue Narkosemittel, die für eine gute Verträglichkeit, eine schnelle Ausscheidung aus dem Organismus und geringe Nebenwirkungen sorgen, senken das Narkoserisiko. Auch bei zahnärztlichen Behandlungen kann die Narkosedauer problemlos mehrere Stunden betragen, so dass aufwändige Behandlungen in wenigen Sitzungen abgeschlossen werden können.

Keramik im Himmel und auf Erden

Mittwoch, Januar 22nd, 2014

Ob auf dem Kaffeetisch oder im Bad – aus dem Alltag ist das Material Keramik nicht mehr wegzudenken. Doch der Werkstoff kann noch viel mehr: Dank ihrer herausragenden Eigenschaften sind spezielle Hightech-Keramiken optimal geeignet für den Einsatz in Technik, Luft- und Raumfahrt und in der Zahmedizin.

Extreme Härte, hohe Abriebfestigkeit, Formstabilität und Beständigkeit gegen chemische Einflüsse aller Art – damit sticht Keramik andere Werkstoffe aus. Ob Antriebssysteme für die Raumfahrt, Gehäuse für superschnelle Chips, künstliche Hüftgelenke oder eben Zahnersatz: Die innovative Hightech-Keramik kommt überall dort zum Einsatz, wo Metalle aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften an ihre Grenzen stoßen.

Betäubung einer Nervenbahn

Mittwoch, Januar 22nd, 2014

William Stewart Halsted (1852-1922) war amerikanischer Chirurg und verabreichte sich ebenfalls im Selbstversuch Kokain-Injektionen zur Erprobung der Lokalanästhesie.Er spritzte die Kokainlösung als erster direkt in die Nähe des Unterkiefernerves und betäubte so die gesamte „Leitungsbahn“. Die Leitungsanästhesie war erfunden und etablierte sich in der Folge. Heute wird sie in jeder Zahnarztpraxis zur Betäubung der Unterkieferzähne eingesetzt – natürlich nicht mehr mit Kokain.

Fehlstellungen werden auch operativ behoben

Mittwoch, Januar 22nd, 2014

Kieferknochen werden zurecht gerückt

In vielen Fällen hilft die kieferorthopädische Korrektur der Zahnbögen nicht aus. Der oder die Kieferknochen müssen zusätzlich chirurgisch verlagert werden. Dabei werden erforderliche Hautschnitte vom MKG-Chirurgen im Mundinneren ausgeführt, damit später keine sichtbaren Narben verbleiben. Durch die kleinen Zugänge präpariert der Chirurg den Knochen und stellt ihn in die anatomisch korrekte Position. So kann z.B. ein vor- oder zurückstehender Ober- bzw. Unterkiefer nach vorne oder nach hinten verlagert werden. Ebenso lassen sich Höhe und Breite der Kiefer verändern. Abschließend wird der Knochen mit kleinen Titanplättchen und –schrauben fixiert.