Archive for Dezember, 2013

Weiterentwicklung und kein Ende in Sicht

Montag, Dezember 30th, 2013

Noch ist der Einsatz von Keramik nicht unbegrenzt möglich. Für kleinere Brücken im Front- und Seitenzahnbereich eignet sich Keramik gut, größere Gebisslücken allerdings sind damit noch nicht zu versorgen. Doch die Wissenschaft ist bereits auf dem Weg, auch diese Lücke zu schließen – im wahrsten Sinne des Wortes. Erste Ergebnisse von Langzeitstudien klingen viel versprechend und lassen besonders auf den neuen und hoch belastbaren Werkstoff Zirkonoxidkeramik hoffen.

Innen extrem hart, außen so schön wie die eigenen Zähne

Montag, Dezember 30th, 2013

In der Zahnmedizin kommen verschiedene Keramikarten zum Einsatz. Sie eignen sich für unterschiedliche Anwendungsgebiete und Herstellungsverfahren. Verwendet werden vor allem Oxid- und Silikatkeramiken – mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

• Die Oxidkeramiken sind hochfest, aber weniger lichtdurchlässig. Sie werden vor allem als Kernmaterial für Kronen und Brücken verwendet und konventionell einzementiert. Da diese Werkstoffe einen sehr hohen Druck aushalten, sind sie auch für die stark belasteten Seitenzähne geeignet.

• Die etwas weniger festen, aber optisch exzellenten Silikatkeramiken werden für Veneers, Inlays und Teilkronen eingesetzt und dienen darüber hinaus zum Verblenden von Kronen mit einem Kern aus Metall oder hochfester Keramik. Diese Werkstoffe können mit dem Restzahn verklebt werden. So geht nur wenig Substanz verloren und eine optimale Stabilität ist gewährleistet.

Perfekte Optik für das Gebiss – Ein Inlay aus Keramik ist nahezu unsichtbar

Montag, Dezember 30th, 2013

„Rechts unten müssen wir ran“, lautet der Befund des Zahn­arztes bei Renate Benders Gebiss. Die alten Füllun­gen in den Backenzähnen sind porös geworden, Karies­bak­terien können eindringen und den Zahn zerstören. Die Patientin möchte nun statt der bisherigen dunklen Amal­gamfül­lungen eine besonders langlebige und attrak­tive Lösung für ihre Zähne. Im Gespräch mit dem Arzt fällt die Entscheidung: Renate Bender erhält zwei Keramik­inlays.

Weil man Inlays aus Metall nun einmal beim Lachen im Mund aufblitzen sieht, hat die Patientin die besonders unauffällige und ästhetisch schöne Art der Einlagefüllungen gewählt. Die Inlays aus Keramik sind zahn­farben und werden heute so perfekt gestaltet, dass selbst der Zahnarzt sie manchmal auf den ersten Blick nicht erkennt. Sie sind aller­dings wegen der aufwänd­igen Herstellung und Behand­lung nicht billig. Diese hoch­­wertige Versorgung übernehmen die gesetz­lichen Kran­ken­­kassen nicht. Sie steuern nur den Betrag bei, der für eine herkömmliche Füllung entstanden wäre. Deshalb erstellt der Zahnarzt vor der Behandlung einen Kostenvor­anschlag. Anhand der Angaben zu Material-, Labor- und Behandlungs­kosten kann sich Renate Bender ein Bild machen, welche Investition auf sie zukommt. Dabei richtet sich die Höhe der Kosten nach der Größe des Zahndefektes und des entspre­chenden Inlays. Der Kostenvoranschlag ist eine rein private Vereinbarung zwischen Patient und Zahnarzt – im Gegensatz zum Heil- und Kostenplan, wie er bei Zahnersatz erstellt und von der Krankenkasse genehmigt wird, die dabei einen Teil der Kosten übernimmt.

Bewährt seit Jahrtausenden

Montag, Dezember 30th, 2013

Keramik gehört zu den ältesten Werkstoffen, die der Mensch künstlich herstellt und hat sich schon in den Jahrtausenden vor Christus bewährt. In der Zahnheilkunde macht das Material allerdings erst seit den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts mehr und mehr Karriere: als substanzschonende Lösung für den Zahnersatz. Zahnärztliche Keramiken bestehen aus Quarz, Feldspat, Kaolin, Aluminiumoxid, Zirkonoxid, Yttrium und Leucit. Je nach Anwendungszweck wird der Werkstoff so zusammengesetzt, dass seine Eigenschaften den spezifischen Anforderungen entsprechen. Durch Schmelzen bei hohen Temperaturen und anschließendes Verdichten („Sintern“) wird die Keramik verfestigt.

„Neben der Härte und Beständigkeit sind im Bereich der Zahnmedizin die perfekte Ästhetik und die sehr gute Bioverträglichkeit die großen Pluspunkte der Keramik“, erklärt Dr. M. Oliver Ahlers, proDente-Experte und Oberarzt an der Hamburger Universitätszahnklink. Außerdem sorgt die geringe Wärmeleitfähigkeit der Keramik dafür, dass der Zahnnerv geschont wird, der sonst auf heiße Getränke oder Eis empfindlich reagiert.

Eine Krone ist eine Krone für die Krone?

Montag, Dezember 30th, 2013

Was tun, wenn mehr als die Hälfte einer Zahnkrone zerstört ist? Oder wenn wesentliche Teile eines Zahnes fehlen? Kann der Schaden mit einer Füllung nicht nachhaltig repariert werden, dann raten Zahnärzte in der Regel zu einer künstlichen Zahnkrone. Die Auswahl ist enorm.

Ebenso vielfältig sind die Gründe für eine Zahnkrone: Häufig ist es Karies, die die natürliche Zahnkrone so sehr angegriffen hat, dass eine Füllung allein aus statischen Gründen nicht mehr sinnvoll ist. Manchmal dienen Kronen als Anker für eine Brücke, die einen oder mehrere fehlende Zähne ersetzt.

Auch sogenannten „toten Zähnen“ – Zähnen, deren Wurzelkanal behandelt werden mussten – wird häufig aus Stabilitätsgründen eine Krone aufgesetzt. Denn ein „toter Zahn“ ist nicht mehr so elastisch wie ein lebender Zahn.

Mit Kronen oder Veneers gleichen Zahnärzte häufig aber auch ästhetisch störende Fehlstellungen der Zähne aus, wenn eine kieferorthopädische Regulierung nicht möglich ist. Welche Kronenart wann zum Einsatz kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel von der verbliebenen Zahnsubstanz, von der Art des auszugleichenden Defekts, von den Platzverhältnissen zum Gegenkiefer, vom Zustand des Zahnfleischs aber auch von der Erwartungshaltung des Patienten. Deswegen sollte man sich von seinem Zahnarzt ausführlich beraten lassen!

Kronen aus Verblend-Metall-Keramik

Die Keramik-Verblend-Krone stellt heute die Standard-Krone für den sichtbaren Bereich dar. Das hat viele Gründe: Zum einen können sehr gute kosmetische Ergebnisse erzielt werden, zum anderen sind Keramik-Verblend-Kronen durch das Metallgerüst und den relativ geringen Verlust von gesunder Zahnsubstanz beim Präparieren äußerst stabil. Außerdem ist die Lebenserwartung mit zirka 15 Jahren sehr hoch.

Die Kombination mit dem biokompatiblen, gewebefreundlichen Keramikmaterial sorgt zudem für eine sehr glatte Oberfläche, die Zahnbelägen (Plaque und Kariesbakterien) kaum eine Chance bietet. Auch nach mehreren Jahren verfärben sich diese Kronen in der Regel nicht.

Kronen und Verblendungen aus Vollkeramik

Kronen aus Vollkeramik sind heutzutage selbst für Fachleute kaum von natürlichen Zähnen zu unterscheiden. Sie werden aus keramischen Massen gefertigt, die in einem aufwendigen Prozess individuell an die natürlichen Zähne angepasst werden. Außerdem werden sie mit farblich angepassten Zementen eingesetzt. Durch die Metallfreiheit sind Kronen aus Keramik biologisch sehr gut verträglich. Allerdings muss aus kosmetischen und statischen Gründen viel – zum Teil auch gesunde Zahnsubstanz – bei der Aufbereitung geopfert werden. Bei Patienten, die stark mit den Zähnen knirschen und pressen, ist Vorsicht geboten.

Teleskopkronen – Stützpfeiler für Brücken

Teleskopkronen – ineinander gleitende Doppelkronen – verbinden natürliche Zähne oder Implantate mit herausnehmbaren Zahnersatz. Teleskopkronen bestehen aus zwei Teilen: Das Innenteleskop ist fest auf dem präparierten Zahn einzementiert. Darauf wird – ähnlich wie ein Lego-Baustein auf einen anderen – eine Außenteleskopkrone, die mit dem herausnehmbaren Zahnersatz verbunden ist, geschoben. Teilprothesen und abnehmbare Brücken erhalten so stabile Stützpfeiler.

Edelmetallfreie Brücken

Wenn neben einer Zahnlücke gesunde Zähne fest im Kiefer stehen, kann eine festsitzende Brücke die Funktionalität des Gebisses wieder vollständig herstellen. Der Zahnarzt setzt dabei jeweils eine Krone auf die gesunden Nachbarzähne. Das Brückenglied, das die Lücke füllt, verbindet er dann mit sogenannten Brücken-Ankern.

Die preiswerteste Lösung ist dabei eine aus einer Kobalt-Chrom-Legierung hergestellte silberfarbene Brücke. Solche Brücken erfüllen alle Ansprüche an eine gute Funktionalität. Wer Wert auf mehr Ästhetik legt, kombiniert die Lösung aus Kobalt-Chrom an sichtbaren Stellen mit einer Verblendung.

Brücken aus Verblend-Metall-Keramik

Die ästhetisch eleganteste Lösung zur Herstellung einer Brücke ist die Vollverblendung eines Metallgerüsts mit Keramik. Auf das Gerüst wird in einem aufwendigen Schicht- und Brennverfahren Keramikmasse aufgebracht und zu einem Zahn geformt, der in Kontur, Farbe und Oberfläche den natürlichen Zähnen nahezu entspricht.

Keramikverblendungen zeichnen sich durch sehr gute Gewebeverträglichkeit aus, verbinden sich sicher mit dem Metallgerüst und überzeugen durch eine sehr glatte, Beläge abweisende Oberfläche.

Teilkronen – Edles Metall ergänzt den Zahn

Manchmal ist ein Zahn nicht so stark beschädigt, dass man ihn mit einer Krone vollständig umkleiden muss. Dann sind neben großen gegossenen Füllungen wie Inlays, Onlays oder Overlays Teilkronen eine gute Lösung. Je nach Ausdehnung der Kronenpräparation spricht man auch von Halb- und Dreiviertelkronen.
In nicht direkt sichtbaren Bereichen wird häufig Gold für die Teilkrone verwendet.

Teilkronen – Auch Keramik kommt zum Einsatz

Alternativ zu einer Teilkrone aus Edelmetall bevorzugen Patienten besonders in sichtbaren Bereichen Teilkronen aus Keramik. Bei allen Teilkronen ist zu beachten, dass eine besonders gute Mundhygiene und ein ansonsten kariesresistentes Gebiss Voraussetzung ist. Der Vorteil einer Teilkrone: Die Zahnsubstanz wird geschont, die Stabilität des natürlichen Zahns ist annähernd wieder hergestellt.

Jede Lösung ist individuell

Freitag, Dezember 13th, 2013

Die tolle Brücke der Nachbarin muss nicht die ideale Lösung für das eigene Problem sein. Jede Zahnbehandlung ist individuell. Es gibt keine Standardlösung, denn bei allen Menschen sind die Voraussetzungen unterschiedlich. Ein gründlicher Befund und eine exakte Diagnose sowie die Erwartung und Mitarbeit des Patienten sind wichtige Faktoren bei der Planung von Zahnersatz. Oftmals kann der Patient zwischen verschiedenen Methoden und Möglichkeiten auswählen. Das persönliche Gespräch zwischen Patient und Zahnarzt ist von enormer Wichtigkeit. Zahnärzte müssen sich konkret mit jedem Patienten, seinem gesundheitlichen Zustand und eventuellen Vorerkrankungen auseinandersetzen. Nur so kann der behandelnde Zahnarzt die beste zahnmedizinische Versorgung für den Patienten gewährleisten. Der Patient sollte deshalb seinen Zahnarzt ausführlich über vorherige Zahnbehandlungen und eventuelle gesundheitliche Beschwerden informieren. Nur wenn der Zahnarzt über mögliche Unverträglichkeiten des Patienten Bescheid weiß, kann er allergische Reaktionen auf das gewählte Material ausschließen.

Immer den Zahnarzt ins Vertrauen ziehen

Es empfiehlt sich deshalb, vor einer komplizierten Behandlung mit den Zahnarzt, die Chancen und Risiken genau zu besprechen. Dabei kann es sein, dass bestimmte Behandlungsschritte von weiteren Experten durchgeführt werden sollen, der auf ein bestimmtes Gebiet spezialisiert ist. Dieser Experte wird im Rahmen eine Überweisung über die Behandlungsplanung und über mögliche vorherige Erkrankungen und Behandlungen fachgerecht unterrichtet. Der Zahnarzt muss bei seiner Entscheidung, welche Behandlungsmethode gewählt wird, immer auch Umstände berücksichtigen, die in der Erwartung und Mitarbeit des Patienten liegen. Mangelnde Pflege der Zähne und sporadische Besuche beim Zahnarzt beeinflussen die Behandlungsplanung des Zahnarztes.

Jedes Material ist unterschiedlich

Es gibt sehr vielfältige zahnmedizinische Lösungen. Insbesondere bei der Entscheidung, welches Material verwendet wird, ist der Rat des behandelnden Zahnarztes oder Zahntechnikermeisters gefragt. Materialien wie Keramik, Kunststoff oder Gold unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch in Haltbarkeit und Funktionalität. Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile, die im Vorfeld im Hinblick auf die individuellen Bedingungen ausgiebig erörtert werden sollten. Zudem ist es möglich, unterschiedliche Meinungen zur bevorstehenden Behandlung einzuholen. Hierbei bietet das Internet viele Informationen und auch Beratungsmöglichkeiten. Jedoch kann eine Information im Internet niemals das direkte Beratungsgespräch bei einem praktizierenden Zahnarzt ersetzen und dient nur zur Grund- oder als ergänzende Information. Bereits bei der Planung von Zahnersatz durch den Zahnarzt kann es sinnvoll sein, den Zahntechniker in die Beratung und Entscheidung einzubeziehen.

Vom Abdruck zur Krone

Freitag, Dezember 13th, 2013

Ein Besuch beim Zahnarzt bringt es an den Tag: Der Backenzahn ist so tief geschädigt, dass eine Füllung als Behandlung nicht mehr ausreicht. Um den Zahn zu retten muss die fehlende Zahnsubstanz ersetzt werden  – eine Krone muss her. Zwischen dieser Diagnose und dem perfekt angepassten Zahnersatz aus Metall oder Keramik liegen in der Regel zwei Sitzungen beim Zahnarzt – und eine Menge Feinarbeit im Labor.

In der erste Sitzung ist ein wenig Zeit und Geduld gefragt, denn der Zahnarzt muss gründliche Vorarbeit leisten: Zuerst macht er Abdrücke von beiden Kiefern, um das Gebiss genau abzubilden – das ist später wichtig für die exakte Ausformung der Krone. Dann wird der betroffene Zahn vorbereitet: Der Arzt entfernt die kranke Zahnsubstanz vollständig und schleift den Zahn so weit wie nötig ab, um Platz für die Krone zu schaffen. Anschließend wird von dem beschliffenen Zahn ein genauer Abdruck angefertigt, der dem Zahntechniker später als Vorlage für die Krone dient. Diesen  Abdruck schickt die Zahnmedizinische Fachangestellte dann ins Labor.

Um den Zahn zu schützen fertigt der Zahnarzt einen provisorischen Verschluss des Zahns aus Kunststoff an, bis die passgenaue Krone nach einigen Tagen fertig ist und eingesetzt werden kann.

Zahntechniker modellieren naturgetreu

Treffen die Abdrücke im zahntechnischen Labor ein, beginnt für den Zahntechniker Meister die filigrane Präzisionsarbeit. Aus den Abdrücken wird zunächst ein Gipsmodell gefertigt, das die Situation im Mund des Patienten möglichst exakt wiedergibt.  Diese Modelle werden dann in ein Gerät eingesetzt, das die Kaubewegungen simuliert und dem Zahntechniker zeigt, wie der Zahnersatz aussehen muss, damit er sich passgenau in das Gebiss einfügt – den so genannten Artikulator. Je nach Patientenwunsch kann die Krone aus Keramik, Gold oder einer Kombination beider Materialien bestehen.

Keramik nachgefragt

Auf Grund der natürlichen Zahnästhetik entscheiden sich immer mehr Patienten gerade im sichtbaren Zahnbereich für die „unsichtbare“ Keramik-Krone. Dafür wird der Zahnersatz im Labor erst aus Wachs modelliert und dann in Keramik gepresst. Ein Metallgerüst sorgt für die Stabilität, eine darüber liegende Schicht aus Keramik (Porzellan) stellt die Ästhetik wieder her. Dabei wird vom Zahntechniker das Farbenspiel des natürlichen Zahnes durch eine Kombination unterschiedlich eingefärbter Keramikmassen täuschend echt nachgeahmt.

Spezielle Instrumente für Feinarbeit

Mit speziellen Instrumenten geht es danach an die Feinarbeit: Der Zahntechniker schleift und fräst mit höchster Präzision. Er gestaltet die Krone so, dass sie sich harmonisch in die Zahnreihe einfügt. Der Zahnersatz muss einen nahtlosen Übergang zur gesunden Zahnsubstanz und natürliche Kontakte zu den Nachbarzähnen sowie zu den gegenüberliegenden Zähnen haben. Gerade die Gestaltung der Kauflächen ist wichtig, damit das Kauen und Beißen nicht beeinträchtig wird. „Für den Zahntechniker ist jede einzelne Krone eine neue Herausforderung, denn er fertigt immer ein individuelles Einzelstück an, das exakt und ausschließlich dem jeweiligen Patienten passt“, weiß Zahntechnikermeister Roland Unzeitig von der Initiative proDente, der regelmäßig intensiven Kontakt zu seinen Partnern aus dem zahntechnischen Labor hält.

Anpassen beim Zahnarzt ist Maßarbeit

Die fertige Krone schickt das Labor zurück an den Zahnarzt. Hier wird sie im zweiten Behandlungsschritt eingesetzt und angepasst: Der Zahnarzt schleift vorsichtig kleine Unebenheiten ab und kontrolliert, ob Ober- und Unterkiefer richtig aufeinander passen. Sobald die Krone passt und der Patient ein natürliches Gefühl mit dem Zahnersatz hat, wird er endgültig einzementiert. Arzt und Zahntechniker müssen sehr exakte Arbeit leisten und eng zusammenarbeiten, um individuell jedem Patienten die optimale Lösung zu bieten, die Jahrzehnte lang hält – immer vorausgesetzt, der Zahnersatz wird so gründlich gepflegt, wie es auch für die eigenen Zähne erforderlich ist.

Provisorien

Freitag, Dezember 13th, 2013

Ein Provisorium ist ein vorläufiger Zahnersatz, der einen Zahn nach der Präparation für eine Teilkrone, Krone oder Brücke bis zur endgültigen Eingliederung dieser schützt. Auch Lücken werden mit Hilfe von Provisorien geschlossen, bevor richtiger Zahnersatz eingesetzt wird. Das Provisorium beugt einer möglichen Infektion vor und stützt den Biss des Patienten. Provisorien werden entweder direkt im Mund oder nach Abdruck in einem Dentallabor individuell angefertigt.

Perfekter Zahnersatz mit Grenzen

Freitag, Dezember 13th, 2013

Gehen ein oder mehrere Zähne verloren – ob durch Erkrankung oder Unfall – soll möglichst perfekter Ersatz her, um dem Patienten ein ganz normales Leben zu ermöglichen. „Implantatgetragene Kronen, Brücken und Prothesen sind häufig die ideale Lösung und können auch bei schwierigen Fällen zum Einsatz kommen“, erklärt Dr. Silke Liebrecht, proDente-Expertin und Oberärztin  im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Köln. Trotzdem sind auch die künstlichen Zahnwurzeln nicht für jeden Patienten geeignet.

Mit Implantaten lassen sich einzelne Zähne, Brücken und herausnehmbare Prothesen fest im Kiefer verankern. „Ihre großen Vorteile sind der sichere Halt und die Lebensqualität, die sie dem Patienten damit bieten: Jungen wie Älteren“, so Dr. Liebrecht. Denn eine Altersgrenze für Implantationen gibt es nicht. Grundsätzlich sind sie nach Abschluss des Wachstums – bei Frauen etwa ab 18, bei Männern ab 20 Jahren – jederzeit möglich. „Wenn der Patienten gesundheitlich fit genug für den Eingriff ist, steht dem auch im hohen Alter nichts im Weg“, erläutert Dr. Liebrecht.

Einschränkungen durch Krankheiten

Dennoch sind auch dem Einpflanzen künstlicher Zahnwurzeln Grenzen gesetzt: Bei bestimmten Erkrankungen kommen Implantate nicht in Frage. Dazu zählen unter anderem Störungen der Blutgerinnung, bestimmte Knochenleiden, eine unbehandelte oder nicht gut eingestellte Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sowie schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Einschränkungen gibt es auch im Falle von Drogen- und Medikamentenmissbrauch sowie bei Rauchern: „Dann ist das Risiko erheblich größer, dass die künstliche Wurzel nicht richtig einwächst oder nach dem Einheilen vorzeitig verloren geht.“

Zahnarzt sorgt für gewissenhafte Vorbereitung

Vor einer Implantation müssen Entzündungen an Zähnen, Zahnfleisch oder Mundschleimhaut unbedingt behandelt werden und ganz ausheilen. Alle geschädigten Zähne sollten saniert sein, außerdem untersucht der Zahnarzt besonders gründlich den Kieferknochen: Denn, wenn nicht genügend Knochensubstanz vorhanden ist, kann die künstliche Zahnwurzel nicht fest verankert werden. Altersbedingter Knochenschwund (Osteoporose) spricht allerdings nicht grundsätzlich gegen eine Implantation.

Hat sich der Knochen bereits zurückgebildet – beispielsweise durch das langfristige Tragen einer herausnehmbaren Prothese –, kann der Zahnarzt den Kieferknochen sogar wieder aufbauen. Dazu eignet sich neben Knochenersatzmaterial besonders gut körpereigener Knochen, der in kleineren Mengen in einem ambulanten Eingriff aus dem benachbarten Kieferknochen oder aus dem Kinn entnommen werden kann. Größere Mengen werden dagegen aus dem Becken des Patienten gewonnen und an  der betroffenen Stelle eingesetzt. Diese Behandlung ist aber mit einem stationären Aufenthalt verbunden. Im Unterkiefer besteht die Möglichkeit, Kieferknochen über Dehnungsschrauben zu gewinnen. Erst wenn der transplantierte Knochen nach mehreren Monaten eingeheilt ist, kann der Zahnarzt die künstliche Zahnwurzel einsetzen.

Gute Erfolgsaussichten

Bei einer guten Vorbereitung wächst die künstliche Zahnwurzel in der Regel problemlos ein und bleibt dem Patienten viele Jahre lang erhalten.  „Langzeituntersuchungen zeigen, dass nach 15 Jahren noch 75-90% der Implantate und der darauf verankerte Zahnersatz erfolgreich im Mund sind“, so Dr. Liebrecht. „Dazu ist natürlich eine sorgfältige  Pflege des Zahnersatzes durch den Patienten erforderlich.“ Dann können die künstlichen genau wie die eigenen Zähne benutzt werden und der Patient nimmt seinen Zahnersatz gar nicht mehr wahr.

Interview „Neue Knochen gewinnen“

Montag, Dezember 9th, 2013

Mit Zahnimplantaten erhalten viele Menschen ihr Lächeln zurück, können wieder fest zubeißen und gut kauen. Voraussetzung für ein Zahnimplantat ist jedoch ein gesunder und ausreichend vorhandener Kieferknochen. Ist dies nicht der Fall, kann die moderne Zahnmedizin gezielt nachhelfen. Dr. Silke Liebrecht, Oberärztin im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Köln, schildert im Interview mit proDente welche Möglichkeiten es gibt.

Manchen Patienten fehlt genügend Kieferknochen für ein Implantat. Müssen sie darauf verzichten?

Nein. Wenn für eine Implantation nicht genügend Knochenhöhe und –breite zur Verfügung steht, um eine ausreichend lange und breite Implantatschraube verankern zu können, kann beispielsweise mit Hilfe der Augmentation neuer Knochen in der Region gewonnen werden. Positiv daran ist, dass mit dieser Methode eine Implantatverankerung auch bei wenig Knochenangebot möglich geworden ist. Kritisch ist, dass dies mit einem größeren chirurgischen Aufwand verbunden ist, der natürlich zum einen mehr Operationsrisiken in sich birgt, zum anderen aber auch mit mehr Kosten verbunden ist.

Die moderne Zahnmedizin verwendet neben eigenem Knochenmaterial vom Patienten künstliches  Knochenersatzmaterial oder gar gezüchtete Knochen zum Kieferaufbau. Was kann man sich darunter vorstellen?

Es sind inzwischen zahlreiche Knochenersatzmaterialien entwickelt worden.
Das Knochenersatzmaterial wird dabei aus Tierknochen, Korallen und  Algen gewonnen oder synthetisch hergestellt. Es dient als Stützmaterial und wird zusätzlich mit speziellen Folien oder Membranen abgedeckt. Die Knochenneubildung geht vom körpereigenen Restknochen aus. Da Knochen die Fähigkeit zur Regeneration und Neubildung haben, heilen diese Defekte knöchern aus. Es gibt inzwischen auch erste Versuche körpereigenen Knochen außerhalb des Körpers zu züchten. Allerdings sind diese Methoden noch nicht hinreichend klinisch nachuntersucht worden.

Was ist der Unterschied zwischen ‚Augmentation’ und ‚Sinuslift’?

Beide Methoden dienen der Knochengewinnung für eine Implantation. Bei der Augmentation wird Knochen (vom Patienten) oder Knochenersatzmaterial auf den Kieferkamm in der zu implantierenden Region aufgelagert. Bei größeren Mengen wird dies häufig mit patienteneigenem Knochen z.B. aus dem Kinn oder auch Beckenkamm durchgeführt. Nach einer Heilungszeit von bis zu ca. 6 Monaten wird anschließend implantiert. Bei kleineren Defekten kann die Augmentation zusammen mit der Implantation erfolgen.

Der Sinuslift ist eine Methode der Augmentation, der nur im Oberkiefer im Bereich der Kieferhöhle zum Einsatz kommt. Bei stark ausgewölbten Kieferhöhlen ist meist nicht genügend eigener Knochen vorhanden, um das Implantat fest darin zu verankern. Um hier Knochen zu gewinnen, wird die Kieferhöhlenschleimhaut von der knöchernen Kieferhöhlenwand über einen seitlichen Zugang gelöst und der Zwischenraum mit eigenem Knochen oder Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Der so gewonnene Knochen dient der zusätzlichen Implantatverankerung.

Wieviel Zeit liegt zwischen der Einheilung des Knochenersatzmaterials und dem Setzen des Implantates?

Die Einheilungszeit des Knochenersatzmaterials hängt u.a. von der Größe des Knochendefektes und der Struktur des eingesetzten Füllmateriales ab. Sie kann bis zu sechs Monate dauern. Dagegen ist es bei kleinen Knochendefekten möglich, das Knochenersatzmaterial zusammen mit dem Implantat einzubringen, so dass hier keine zusätzliche Einheilungszeit erforderlich ist.

Ist der Patient in der Zwischenzeit ohne prothetische Versorgung?

Nein. In der Zwischenzeit kann der Patient beispielsweise mit einer provisorischen Brücke oder Prothese versorgt werden. Der aufgebaute Kieferkamm soll allerdings während der Einheilungszeit möglichst wenig belastet werden, um eine optimale Knochenregeneration zu erzielen. Aus diesem Grund müssen vor allem Prothesen in der Einheilungszeit gut kontrolliert werden.

Ist eine Sofortimplantation möglich, wenn ein Knochenaufbau erfolgen muss?

Bei kleinen Knochendefekten kann die Sofortimplantation zusammen mit der Augmentation durchgeführt werden. Dabei ist es wichtig, dass das Implantat ausreichend stabil im Knochen verankert werden kann (Primärstabilität). Fehlt das Knochenangebot vor allem in der Höhe, muss auf die Sofortimplantation verzichtet und zunächst Knochen aufgebaut werden.

Hält ein aufgebauter Kieferknochen für die Ewigkeit?

Das hängt von dem verwendeten Knochenersatzmaterial und der Größe des Defektes ab. Klinische Studien konnten aber zeigen, dass beispielsweise der neu gebildete Knochen bei der Verwendung von patienteneigenem Knochen in Kombination mit Knochenersatzmaterial auch langfristig stabil war und mit dem nichtaufgebauten Knochen bei Implantaten zu vergleichen war.

Müssen aufgebaute Kiefer und implantierte Zähne besonders gepflegt werden?

Die Mundhygiene entspricht den Anforderungen eines natürlichen Zahnes, das heißt die Implantate sind mit Zahnbürste und Interdentalbürste zu reinigen.
Etwas schwieriger erweist sich oft die Reinigung  implantatgetragener Stegprothesen, da die Implantatoberfläche auch unter dem Steg gut gesäubert werden muss. Bei den regelmäßigen Implantatkontrollen hat der Zahnarzt natürlich ein besonderes Augenmerk auf die Mundhygiene. Sollte diese nicht perfekt sein, wird der Patient von seinem Zahnarzt erneut unterwiesen.