Implantatträger müssen Zahnpflege umstellen

Der Schwachpunkt jedes Implantates ist der Übergang von der Mundhöhle zum Kieferknochen – der Implantathals. Wenn der Zahnersatz nicht gründlich gepflegt wird, entsteht hier eventuell ein so genannter Biofilm. Der Biofilm dehnt sich bis zum Bereich der Schraube aus und führt zu einer Zahnfleischentzündung.  „Von den Gewindegängen und rauen Oberflächen den Biofilm zu entfernen ist viel schwieriger, als bei einem natürlichen Zahn“, so proDente-Experte Prof. Dr. Becker.

Umso mehr muss gerade dieses Gebiet besonders gut gereinigt und gepflegt werden, soll es nicht durch eindringende Bakterien zu der gefürchteten Periimplantitis mit einem möglichen Abstoßen des Implantates kommen.

Dreimal täglich zwei Minuten

Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürsten mit Kunststoffborsten und kurzem Kopf sind erste Wahl. Alle drei Monate gehört eine neue Kollektion in den Zahnputzbecher. Für die Zwischenräume sollten einmal täglich Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten eingesetzt werden.

Doch auch die Technik kommt es an: nicht zu stark oder zu lang putzen. Verbiegen sich nach einer Woche ihre Borsten, schrubben Sie zu fest. Das kann zu einem Zahnfleischrückgang führen oder den Zahnschmelz beschädigen. 150 g Druck genügen. Ein Test mit der Küchenwaage gibt darüber Aufschluss. Drücken Sie Ihre Bürste einfach in die Mitte der  Waage bis 150 g erreicht sind.
Ebenfalls kann der Einsatz Interdentalbürsten die Teile des Zahnfleisches beschädigen, die die Zahnzwischenräume ausfüllt und bedeckt. Vorzugsweise sollte eine solche Bürste entsprechend nur bei bereits zurückgegangenen Zahnzwischenräumen angewendet werden. Wird die Zahnzwischenraumbürste schräg in den Zwischenraum eingeführt, kann auch der Draht Beschädigungen der Zahnsubstanz oder am Implantat hervorrufen.

Kontrolle in der Praxis

Gerade nach einer erfolgreichen Implantation sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen extrem wichtig. Bei diesen Terminen beobachtet der Zahnarzt die Reaktionen des Mundraums auf die Fremdkörper. Es erfolgt im Einzelnen eine Untersuchung der Zahnfleischtaschentiefe, der Blutungsneigung, der Farbe und Konsistenz des Gewebes um das Implantat. Darüber hinaus sollte der Zahnarzt den Plaqueindex, die Eiterbildung und den Knochenverlust bestimmen. Ebenso wichtig ist eine eingehende Beratung über die nun angezeigte häusliche Zahnpflege. Denn vor Entzündungen im Bereich des Implantats schützte eine optimale Zahnpflege immer noch am Besten.

Reinigung vom Profi

Ziel ist eine schonende und gründliche Entfernung von Plaque und Zahnstein (PZR) an allen Zahn- und Implantatoberflächen einschließlich der Suprakonstruktionen. Um Zahnstein an Implantatoberflächen zu entfernen, werden statt Metallinstrumenten spezielle Kunststoff- oder Karbon-Aufsätz verwandt. Mit dem Einsatz von Pulver-Wasser-Strahlgeräten wird eine glattere Oberfläche erreicht, als bei als herkömmlichen Instrumenten.

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