Archive for November, 2013

Implantate werden immer beliebter

Donnerstag, November 28th, 2013

Ein unbeschwertes Lächeln und kräftiges Kauen nach Herzenslust – entweder mit den eigenen oder mit perfekten künstlichen Zähnen. Mit Implantaten lassen sich Zähne heute optimal ersetzen. Gut verträgliche Materialien und schonende Behandlungsverfahren tragen dazu bei, dass auf Implantaten fest verankerter Zahnersatz immer beliebter wird.

Rund 450.000 künstliche Zahnwurzeln setzen Zahnärzte jedes Jahr in Deutschland ein. Sie dienen als Basis für einzelne künstliche Zähne oder als Anker für Brücken, festsitzende oder herausnehmbare Prothesen. „Implantatgetragener Zahnersatz, kommt der Natur am nächsten, deshalb fühlen sich die Patienten damit auch sehr wohl“, beschreibt Dr. Silke Liebrecht, proDente-Expertin und Oberärztin im Zentrum für Zahn-,  Mund- und Kieferheilkunde der Universität Köln, den Wert der künstlichen Zahnwurzeln für den Patienten.

Verträglich und haltbar

Insgesamt besteht ein implantierter Zahnersatz aus drei Komponenten: einer künstlichen Wurzel, die vom Zahnarzt in den Kieferknochen eingesetzt wird, einem Verbindungsstück und einer künstlichen Zahnkrone bzw. der Brücke oder Prothese, die im zahntechnischen Labor von hoch qualifizierten Zahntechnikern gefertigt wird.

„Zum Einsatz kommen absolut bioverträgliche Materialien, die darüber hinaus funktional und haltbar sind“, so Dr. Liebrecht. Die künstliche Wurzel besteht in der Regel aus dem Metall Titan. Sie wird in Form einer Schraube oder eines Zylinders hergestellt und ist ca. zwischen acht und 16 Millimeter lang.

Auf dieser Zahnwurzel wird ein Verbindungsstück und anschließend der Zahn bzw. die Brücke oder Prothese befestigt. Das Verbindungsstück – auch Implantatpfosten genannt – ist meist aus Titan oder Keramik, die Zahnkrone oder -brücke wird wie eine herkömmliche Krone aus Metall mit einer Keramikverblendung oder Keramik gefertigt.

Schrittweise zu neuen Zähnen

Der Einsatz des Implantats erfolgt schrittweise: Am Anfang steht eine gründliche Untersuchung und Planung der Implantatposition. Stellt der Zahnarzt dabei Zahn- oder Zahnfleischerkrankungen fest, müssen diese zuerst behandelt werden und ausheilen, bevor die Implantation beginnen kann.

Außerdem muss der Kieferknochen genügend Substanz aufweisen. Ist er zu dünn, verpflanzt der Implantologe z.B. vom Kinn Knochensplitter, welche an der betreffenden Stelle um das Implantat wieder eingesetzt werden. Werden nur geringe Mengen Knochensplitter benötigt, können diese während der Implantation gewonnen werden, indem Knochenspäne beim Bohrvorgang mit speziellen Filtern aufgefangen werden.

Eine weitere Möglichkeit bietet künstlicher Knochenersatz. Er wird meist aus Hydroxylapatit im Labor synthetisch hergestellt. Bei größeren Knochendefekten muss Eigenknochen dazugemischt werden.

Erst wenn der Kieferknochen gesund und stark ist, wird die künstliche Zahnwurzel eingesetzt, in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung. In den folgenden drei bis acht Monaten muss das Implantat einheilen und fest mit dem Kieferknochen verwachsen. Diesen Prozess kontrolliert der Zahnarzt regelmäßig. Zum Schluss werden das Verbindungsstück und die neue Zahnkrone oder Brücke eingesetzt. „Eine sorgfältige Mundhygiene ist bei Implantaten mindestens genauso wichtig wie bei den eigenen Zähnen“, mahnt Dr. Liebrecht.

Etwa jedes halbe Jahr sollte eine professionelle Zahnreinigung stattfinden, um eine optimale Sauberkeit und damit eine lange Haltbarkeit des Implantates zu gewährleisten.

Eine lohnende Investition

Die Kosten eines Implantats sind individuell sehr unterschiedlich. Sie hängen von der Anzahl der ersetzten Zähne und vom Umfang des notwendigen Eingriffs ab. Durchschnittlich kostet die Implantation einer künstlichen Wurzel etwa 1.500 Euro. Darin sind die Materialkosten, das Arzthonorar und Begleitleistungen wie Röntgen enthalten. Dazu kommen noch einmal Kosten in ähnlicher Höhe für die künstliche Zahnkrone. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen den ‚befundorientierten Festzuschuss’. Das heißt, ob der Patient sich für eine Brücke oder ein Implantat entscheidet, er bekommt immer denselben Zuschuss. Für ein Einzelimplantat im Frontzahnbereich beträgt der Festzuschuss mit 20 % Bonus ca. 470.- Euro. „Trotz der vergleichsweise hohen Kosten ist ein Implantat eine lohnende Investition“, ist Dr. Liebrecht überzeugt. „Denn der Patient kann für viele Jahre so kauen und lachen wie mit seinen echten eigenen Zähnen.“

Zahnersatz von A bis Z

Donnerstag, November 28th, 2013

Implantatgetragene Kronen und Brücken sind in der modernen Zahnmedizin und Zahntechnik häufig die ideale Lösung. Für Implantologen längst ein Routineingriff, sind viele Patienten unsicher und haben viele Fragen. Hier einige davon:

Ist der Eingriff schmerzhaft?

Eine lokale Betäubung verhindert Schmerzen während des operativen Eingriffs. Danach reichen in den meisten Fällen  übliche Schmerzmittel aus.

Werden sich die neuen Zähne so anfühlen wie meine eigene?

Ja – sie funktionieren wie Ihre natürlichen Zähne, wenn Sie kauen, sprechen oder lachen. Die meisten Patienten spüren keinerlei Unterschied.

Werden die neuen Zähne so aussehen wie meine eigenen?

Ja – normalerweise kann nur das geschulte Auge eines Zahnarztes einen Unterschied erkennen. Es können aber  auch mit der Behandlung verbunden ästhetische Korrekturen vorgenommen werden.

Bleiben meine natürlichen Zähne unversehrt?

Ja – mit dem Zahnimplantat müssen Sie keine gesunden Zähne opfern, um die Fehlenden zu restaurieren.

Spielt mein Alter eine Rolle?

Nein – Ihre Gesundheit ist entscheidend. Wenn Sie unter 18 sind, muss sichergestellt sein, dass das Knochenwachstum abgeschlossen ist.

Wie sicher sind Zahnimplantate?

Zahnimplantate zeigten in weltweiten klinischen Studien hervorragende Ergebnisse im Hinblick auf Ästhetik und Haltbarkeit. Auch die Überlebenszeit liegt nach neuen Untersuchungen nach 7 Jahren immerhin bei 96 Prozent.

Muss ich während der Behandlungszeit ohne Zähne sein?

Nein – es gibt immer eine Möglichkeit einer provisorischen Versorgung, Ausnahmen bilden hier lediglich  Patienten mit frischen Knochentransplantaten.

Kann ich sofort wieder arbeiten gehen?

Die meisten Patienten sind in der Lage, am nächsten Tag wieder arbeiten zu gehen

Muss ich das Rauchen einstellen?

Es ist sehr empfehlenswert, das Rauchen einzustellen. Rauchen stört den Heilungsprozess und kann die Langzeitprognose verringern.

Implantatträger müssen Zahnpflege umstellen

Donnerstag, November 28th, 2013

Der Schwachpunkt jedes Implantates ist der Übergang von der Mundhöhle zum Kieferknochen – der Implantathals. Wenn der Zahnersatz nicht gründlich gepflegt wird, entsteht hier eventuell ein so genannter Biofilm. Der Biofilm dehnt sich bis zum Bereich der Schraube aus und führt zu einer Zahnfleischentzündung.  „Von den Gewindegängen und rauen Oberflächen den Biofilm zu entfernen ist viel schwieriger, als bei einem natürlichen Zahn“, so proDente-Experte Prof. Dr. Becker.

Umso mehr muss gerade dieses Gebiet besonders gut gereinigt und gepflegt werden, soll es nicht durch eindringende Bakterien zu der gefürchteten Periimplantitis mit einem möglichen Abstoßen des Implantates kommen.

Dreimal täglich zwei Minuten

Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürsten mit Kunststoffborsten und kurzem Kopf sind erste Wahl. Alle drei Monate gehört eine neue Kollektion in den Zahnputzbecher. Für die Zwischenräume sollten einmal täglich Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten eingesetzt werden.

Doch auch die Technik kommt es an: nicht zu stark oder zu lang putzen. Verbiegen sich nach einer Woche ihre Borsten, schrubben Sie zu fest. Das kann zu einem Zahnfleischrückgang führen oder den Zahnschmelz beschädigen. 150 g Druck genügen. Ein Test mit der Küchenwaage gibt darüber Aufschluss. Drücken Sie Ihre Bürste einfach in die Mitte der  Waage bis 150 g erreicht sind.
Ebenfalls kann der Einsatz Interdentalbürsten die Teile des Zahnfleisches beschädigen, die die Zahnzwischenräume ausfüllt und bedeckt. Vorzugsweise sollte eine solche Bürste entsprechend nur bei bereits zurückgegangenen Zahnzwischenräumen angewendet werden. Wird die Zahnzwischenraumbürste schräg in den Zwischenraum eingeführt, kann auch der Draht Beschädigungen der Zahnsubstanz oder am Implantat hervorrufen.

Kontrolle in der Praxis

Gerade nach einer erfolgreichen Implantation sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen extrem wichtig. Bei diesen Terminen beobachtet der Zahnarzt die Reaktionen des Mundraums auf die Fremdkörper. Es erfolgt im Einzelnen eine Untersuchung der Zahnfleischtaschentiefe, der Blutungsneigung, der Farbe und Konsistenz des Gewebes um das Implantat. Darüber hinaus sollte der Zahnarzt den Plaqueindex, die Eiterbildung und den Knochenverlust bestimmen. Ebenso wichtig ist eine eingehende Beratung über die nun angezeigte häusliche Zahnpflege. Denn vor Entzündungen im Bereich des Implantats schützte eine optimale Zahnpflege immer noch am Besten.

Reinigung vom Profi

Ziel ist eine schonende und gründliche Entfernung von Plaque und Zahnstein (PZR) an allen Zahn- und Implantatoberflächen einschließlich der Suprakonstruktionen. Um Zahnstein an Implantatoberflächen zu entfernen, werden statt Metallinstrumenten spezielle Kunststoff- oder Karbon-Aufsätz verwandt. Mit dem Einsatz von Pulver-Wasser-Strahlgeräten wird eine glattere Oberfläche erreicht, als bei als herkömmlichen Instrumenten.

Zahnersatz hält lang

Montag, November 25th, 2013

Die Haltbarkeit von Zahnersatz ist ein wichtiger Aspekt für Patienten. Eine durch proDente in Auftrag gegebene repräsentative Erhebung ergab 2005, dass für 73% der Befragten die Qualität eine wichtige Rolle spielt. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Zahnmedizin und Zahntechnik in Deutschland dieser Erwartung genügen können. Eine Studie der Universität Köln über 25 Jahre bewies schon im Jahr 2000 die hohe Haltbarkeit und von Kronen und Brücken. Nach 20 Jahren ist noch die Hälfte in Funktion.

Basis dieser Untersuchung von Prof. Dr. Thomas Kerschbaum waren rund 34.000 Rechnungen, die systematisch verfolgt wurden. Nach diesen Zahlen funktionieren nach zehn Jahren mehr als 80 Prozent, nach 15 Jahren rund 70 Prozent und selbst nach 20 Jahren rund die Hälfte aller ursprünglich angefertigten Einzelkronen und Brücken.

Kerschbaum schließt daraus, dass die überwiegende Mehrheit der Zahnärzte und die zahntechnischen Meisterlabore hochwertig arbeiten.&nbs

Zeit nach
Eingliederung
in Funktion (%)
Kronen
Brücken
     
1 Jahr 99,8 99,7
5 Jahre 94,1 97,5
10 Jahre 83,3 86,6
15 Jahre 68,3 72,2
20 Jahre 48,4 50,2
25 Jahre 28,6 27,7

Periimplantitis: wenn das Implantat entzündet ist

Montag, November 25th, 2013

Annähernd eine Million Zahnimplantate werden jährlich in Deutschland eingepflanzt. Ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen. Implantate zählen mit einer Erfolgsrate von über 90 Prozent zu den sehr sicheren Formen des Zahnersatzes. Doch der zunehmende Erfolg hat auch eine Schattenseite. Mit dem Erfolg der Implantate kommt es vermehrt zu entzündlichen Erkrankungen des Zahnfleisches rund um das Implantat – der Periimplantitis.

Die Krankheit ähnelt im Verlauf der Volkskrankheit Parodontitis (Parodontose). Doch was genau löst ein Periimplantitis aus?

Mangelnde Pflege

Eine der Hauptursachen ist eine mangelnde Pflege des implantierten Zahnersatzes. Hinzu kommt das ähnlich wie bei den natürlichen Zähnen das Rauchen dem Zahnersatz schadet. Nach Untersuchungen der Charité in Berlin steigt das Risiko, innerhalb von 10 Jahren Implantate zu verlieren, bei Rauchern um den Faktor 10. Auch eine schlecht eingestellte Zuckerkrankheit (Diabetes) kann ein Zahnimplantat gefährden. Ältere Menschen sind grundsätzlich nicht gefährdeter. Allerdings führen körperliche Beeinträchtigungen – beispielsweise bei behinderten Menschen oder im hohen Alter – zu einer schlechteren Zahnpflege. Auch das stellt eine mögliche Gefahr dar. Zudem kann die Krankheit durch eine vererbte Veranlagung ausgelöst werden.

Im schlimmsten Fall Verlust

Die möglichen Komplikationen führen im schlimmsten Fall zum Verlust des Implantates. Daher wird Patienten neben einer individuellen häuslichen Zahnpflege geraten, konsequent auf die Nachsorge zu achten. Treten dennoch Entzündungen rund um das Implantat auf, sollte frühzeitig eine Therapie eingeleitet werden.

Prothesen

Montag, November 25th, 2013

Herausnehmbarer Zahnersatz wird gemeinhin als Prothese bezeichnet. Dabei unterscheidet man zwischen totalen Prothesen und Teilprothesen. Prothesen können als Modellgussvariante mit Hilfe von Klammern an verbliebenen Zähnen befestigt werden. Vollprothesen werden für Patienten angefertigt, die keine Zähne mehr haben. Auf zahnfleischfarbenem Kunststoff ist die Zahnreihe verankert.

Im Gegensatz dazu sind Geschiebe- oder Teleskopprothesen eine Kombination aus festsitzendem und herausnehmbarem Zahnersatz.