Archive for Oktober, 2013

Zahnersatz zum „TÜV“

Mittwoch, Oktober 30th, 2013

Beim Auto ist die Sache völlig klar –  einmal im Jahr kommt es zur Inspektion in die Werkstatt zum Fachmann. Doch wie sieht es bei der Zahnprothese aus? Die wenigsten Patienten wissen, dass sie zweimal jährlich Anspruch auf einen kostenlosen ‚Prothesen-Check’ durch ihren Zahnarzt haben. Dabei leben in Deutschland schätzungsweise 15 Millionen Prothesenträger. Sie können ohne Praxisgebühr zu bezahlen, beim Check den Sitz der Prothese überprüfen lassen.

Gerade Vollprothesen sitzen mit der Zeit oft nicht mehr so richtig und sicher wie am Anfang. Mögliche Gründe: Verlust  von Knochensubstanz, Abnutzung der Prothesenzähne, Gewichtszu-, oder abnahme sowie altersbedingte Veränderungen der Mundschleimhaut. „Wird eine schlecht sitzende Prothese nicht neu angepasst und die Bissverhältnisse nicht korrigiert und lediglich das Symptom mit Haftcremes behandelt, kann es zu langfristig zu Veränderungen am Zahnfleisch, sowie zum Abbau des Kieferknochens und zu Kiefergelenkbeschwerden kommen“, so Joachim Hoffmann, Zahnarzt und proDente-Experte.

Unterfütterung macht Prothesen neu

Der Zahnarzt kann solche schädlichen Folgen verhindern, indem er die Prothese vom Zahntechniker im Meisterlabor unterfüttern lässt.  In Deutschland werden im Schnitt jährlich 3 Millionen Prothesen unterfüttert und damit wieder ‚salonfähig’ gemacht. Der Patient hat einmal im Jahr Anspruch auf eine neue Unterfütterung mit anteiliger Kostenübernahme durch die Kasse. Je nach Bonus muss der gesetzlich versicherte Patient 35 % bis 50 % der Kosten selbst tragen. Private Versicherungen übernehmen je nach Vertragskonditionen bis zu 80 % der anfallenden Kosten.

Die Investition lohnt sich. Eine gut sitzende Prothese verhindert nicht nur Folgeschäden, sondern gibt dem Patienten auch Sicherheit und Lebensqualität. „Er kann frei Essen, Trinken und Sprechen ohne die ständige Befürchtung, seine Prothese zu verlieren“, weiß Zahnarzt Hoffmann aus seiner täglichen Praxiserfahrung.

Warum Anästhesie manchmal versagt

Mittwoch, Oktober 30th, 2013

Hilfe durch Kommunikation

Häufig kann dem Phänomen durch ein intensives Gespräch mit dem Zahnarzt der Garaus gemacht werden. Ein Beispiel: Besonders im Kopfbereich werden trotz der lokalen Betäubung durch die Knochenleitung Geräusche hörbar übertragen und Manipulationen über Muskel- und Gelenkrezeptoren spürbar, was oft als Schmerzfalsch interpretiert wird. Es ist ein Lernprozess, dass es sich bei diesem Erleben nicht um Schmerzhandelt.

Mund auf für Hightech-Keramik

Donnerstag, Oktober 24th, 2013

In vielen Patientenmündern versteckt sich eine Vielfalt an Materialien, die im Laufe eines Lebens bei diversen Zahnarztbesuchen für Brücken, Kronen oder Inlays zum Einsatz gekommen sind. Heute lohnt es sich, genauer hinzusehen, denn die Entwicklung der in der Zahnmedizin verwendeten Stoffe hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht.

Was im Weltall erforscht und angewendet wurde, kommt nicht selten auf der Erde zum Einsatz. Materialien, die den extremen Anforderungen in der Raumfahrt Stand halten, können sich auch in anderen medizinischen und technischen Bereichen bewähren. Eines dieser High-Tech-Materialien hat die moderne Zahntechnik für sich entdeckt: Keramik. Extreme Härte, hohe Abriebfestigkeit, Formstabilität und Beständigkeit gegenüber chemischen Einflüssen aller Art – das sind die Eigenschaften, mit denen sich Keramik auszeichnet.

Herstellung im Labor oder in der Praxis

Donnerstag, Oktober 24th, 2013

„Hergestellt wird keramischer Zahnersatz im Dentallabor oder auch direkt in der Praxis“, erläutert Dr. Ahlers die unterschiedlichen Verfahren. Der Werkstoff kann gepresst, infiltriert, gesintert, gefräst und geschliffen werden.

Bei klassischer Herstellungtechnik wird die Keramik schrittweise aufgetragen und in speziellen High-Tech-Öfen gebrannt. Für das moderne Pressverfahren stellt der Zahntechniker nach dem Gebissabdruck des Patienten zunächst eine Hohlform her. Die Keramik wird verflüssigt und unter hohem Druck in die Form gepresst und so entsteht die Restauration. In den letzten Jahren wurden moderne computergestützte CAD/CAM-Verfahren entwickelt, die mittels rechnergesteuerter Fräsmaschinen die Herstellung der Restauration aus einem industriell vorgefertigten Keramikblock ermöglichen.

Reinigen

Dienstag, Oktober 22nd, 2013

Zweimal im Jahr untersucht der Zahnarzt kostenlos Zähne, Zahnfleisch und Mundraum. Einmal im Jahr kann dabei Zahnstein entfernt werden. Aufwendiger ist die professionelle Zahnreinigung bei der alle harten und weichen Beläge entfernt werden. Zudem werden die Zähne poliert und fluoridiert, damit sich Plaque nicht so schnell neu bilden kann. Diese Leistung ist allerdings kostenpflichtig.

Zahnstress für Jugendliche

Dienstag, Oktober 22nd, 2013

Nicht alles, was Teenagern Spaß macht, bleibt ohne Konsequenzen. Eine britische Studie mit mehr als 1.000 Kindern hat einen direkten Zusammenhang zwischen dem Limonadenkonsum und der Zahnerosion nachgewiesen. Bei 14-Jährigen stieg mit über 4 Gläsern Limonade das Risiko zu erkranken um über 500%. Neben der Limo können auch Mixgetränke, Alkohol und Zigaretten bleibende Spuren an den Zähnen hinterlassen.

Genau in der Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein, wo Teenager für Argumente zuweilen schwer zugänglich sind, nimmt die Verantwortung für den eigenen Körper und damit auch die Gesundheit zu. Besonders die Zähne werden dabei oftmals vernachlässigt. Schäden durch Karies kann der Zahnarzt zwar reparieren, einen neuen Satz Zähne erhält man jedoch nicht. Alles, was jetzt „kaputt“ geht, kann nur noch repariert und muss im schlimmsten Fall ersetzt werden. Wichtiger als rein kosmetische Maßnahmen wie etwa Bleaching ist die grundlegende Mundhygiene.

Saure Attacken

Säure in Lebensmitteln greift die Zähne ohne Umwege an und weicht sie auf. Vor allem Lebensmittel mit einem Übermaß an sauren Komponenten wie säurehaltige Softdrinks, Säfte und Cocktails machen den Zähnen zu schaffen. Bei häufigem Konsum scheinen schwerwiegende Schäden der Zahnhartsubstanz vorprogrammiert.

Denn zu allem Übel halten Softdrinks den pH-Wert im Mund lange Zeit auf saurem Niveau – beste Bedingungen für Kariesbakterien.
ProDente-Tipp: Solche Getränke sollten nicht zwischendurch und in regelmäßigen Abständen, sondern nur zu den Hauptmahlzeiten getrunken werden. Wasser oder Milch puffern das saure Milieu ab. Keinesfalls gleich nach säurehaltigen Getränken und Speisen die Zähne putzen, sondern mindestens eine halbe Stunde warten. Der weich gewordene Zahnschmelz kann sich so wieder regenerieren.

Alcopops, Biermixgetränke und Cocktails

Neben den allgemein bekannten Folgen des Alkoholkonsums können auch langfristige Gesundheitsprobleme auftreten. Forscher der Universität Birmingham haben einen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Zahnschäden bei Jugendlichen festgestellt. Dabei handelt es sich um eine chemische Zersetzung der Zahnhartsubstanz, bei der zuerst der Zahnschmelz und dann das Zahnbein betroffen sein können. Die Effekte können nicht rückgängig gemacht werden. Kommt bei Alcopops und Cocktails noch eine größere Menge Zucker hinzu, kann sich bei ungenügender Zahnpflege Karies ungehindert ausbreiten. Kein oder gemäßigter Alkoholkonsum und vor allem eine regelmäßige und gründliche Zahnreinigung kann solchen Schäden vorbeugen.

Der blaue Dunst

Rauchen ist vielfach gleichbedeutend mit „erwachsen sein“. Erwachsen werden wird an bestimmten Ereignissen gemessen: der erste Kuss, die erste Zigarette, der erste Vollrausch, die erste Fahrstunde. Auch das Gefühl, dazuzugehören, spielt eine wichtige Rolle. Was viele Jugendliche nicht wissen: Rauchen schadet auch den Zähnen. Nach einer Studie der „University of Helsinki“ gefährdet Rauchen bereits in jungen Jahren die Gesundheit von Zahnfleisch und Zähnen. Auch Mundschleimhautveränderungen und Mundhöhlenkrebs hängen stark mit dem Tabakgenuss zusammen. Zudem beeinflussen Teer und Nikotin die Zahnfarbe. Ein gelbes Lächeln und schlechter Atem sind die Folge. Damit wird übrigens die Lust aufs Küssen erheblich eingeschränkt.

Schmerzfrei – ohne lang anhaltende Taubheit

Montag, Oktober 21st, 2013

Das wäre praktisch: Morgens vor der Arbeit oder zwischen zwei Terminen schnell zum Zahnarzt, eine kleine Kariesstelle entfernen lassen und dann sofort wieder voll im Einsatz ohne ein lang anhaltendes Taubheitsgefühl. Adrenalinfreie Substanzen machen es möglich. Mit ihnen schaltet der Zahnarzt Schmerzen nicht nur zuverlässig aus, sondern verkürzt das sonst über Stunden anhaltende, unangenehme Taubheitsgefühl nach der Behandlung auf Minuten. Die Substanzen sind nur bei kurzen und nicht sehr großen Eingriffen geeignet.

Welche Betäubungsmethode der Zahnarzt auswählt, ist abhängig davon, an welcher Stelle im Mund behandelt wird und wie umfangreich der Eingriff ist. Bei der örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie Lokalanästhesie
Örtliche Betäubung zur Ausschaltung sensibler Nerven (Schmerzausschaltung) eines bestimmten Körpergebietes vor operativen Eingriffen und/oder bei starken Schmerzen. Nur geringe Beeinflussung des Zentralennervensystems. Je nach Art und Technik unterscheidet man die Infiltrationsanästhesie, die Leitungsanästhesie und die Oberflächenanästhesie. Die pharmakologischen Substanzen zur Lokalanästhesie wirken chemisch auf die Leitfähigkeit der Nervenströme.
) werden durch bestimmte eingespritzte Substanzen die Schmerzen nicht mehr zum zentralen Nervensystem geleitet. In Bereichen, in denen die Knochenschicht nicht so dick ist, also im Oberkiefer und im Frontzahnbereich des Unterkiefers, hat sich die so genannte Infiltrationsanästhesie Infiltrationsanästhesie
Örtliche Betäubung zur Schmerzausschaltung durch Einbringen von Anästhesie-Lösung in das Operationsgebiet selbst oder durch Umspritzung dieses Bereiches. Standardverfahren in der Zahnheilkunde für die Anästhesie der Oberkieferzähne: Eine kleine Menge Anästhetikum wird in den Wurzelspitzenbereich des entsprechenden Zahnes infiltriert. Es dringt dann durch den Knochen zum Zahn (Wurzelspitze), so dass dieser betäubt wird. Nicht für die Betäubung der Unterkieferzähne geeignet, da hier die äußere Knochenwand zu kompakt ist und das Anästhetikum nicht tief genug eindringen kann.
bewährt. Sie schaltet den Schmerz Schmerz
Die Schmerzempfindung wird durch Schmerzreize (Kälte, Hitze, Stress…) ausgelöst, von Schmerzrezeptoren aufgenommen und über sensible Nervenfasern dem Gehirn zugeleitet. Allen Schmerzreizen gemeinsam ist eine Gewebeirritation, bei der körpereigene Stoffe (Histamin, Wasserstoffionen, Serotonin usw.) freigesetzt werden, die die Erregung der Schmerzrezeptoren – welche auch bei häufigen Reizungen nicht abstumpfen – herbeiführen. Man unterscheidet den gut lokalisierbaren Oberflächenschmerz (z.B. Zahnschmerzen), den ungenau lokalisierbaren, dumpfen Tiefenschmerz (nach Prellungen o. Quetschungen, Kopfschmerz usw.) und den zu Krämpfen neigenden Eingeweideschmerz (Herz, Darm, Gallenblase) sowie akute und chronische Schmerzzustände. Eine Sonderform stellt der Phantomschmerz dar. Starke schmerzhafte Vorgänge sind mit vegetativen Begleiterscheinungen verbunden, die sich in Blässe, Schweißausbrüchen, Erweiterung der Pupillen, Blutdruckschwankungen bis hin zum Kollaps äußern können.
in der Umgebung der Einstichstelle aus. Das Betäubungsmittel dringt in den Knochen ein und betäubt die Zähne und ihre nahe Umgebung. Ist der Knochen zu dick oder sind umfangreichere Maßnahmen geplant, wie insbesondere im Seitenzahnbereich des Unterkiefers, kommt die Leitungsanästhesie Leitungsanästhesie
Örtliche Betäubung, bei der der Nerv an seinem Stamm mit Anästhetikum umspritzt wird, so dass die weiterführenden Nerven und das entsprechende Versorgungsgebiet betäubt sind. Im Gegensatz zur >>Infiltrationsanästhesie.
zum Einsatz. Dabei wird das Anästhetikum in die Nähe des Knochenaustrittspunktes des Nervs gespritzt, der den zu betäubenden Kieferbereich versorgt.

Chirurgische Zahnbehandlungen von A bis Z

Montag, Oktober 21st, 2013

Zahnfleisch wird rekonstruiert

Als ergänzende Maßnahme ist der Zahnarzt oftmals in ästhetischen Fragen als Chirurg gefordert. So kann er z.B. zurückgewichenes Zahnfleisch Zahnfleisch
Siehe unter Gingiva.
rekonstruieren. Oft liegen infolge einer Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
die Zahnhälse frei. Auch die kleinen Zahnfleischausbuchtungen in den Zahnzwischenräumen, die so genannten Papillen, können sich zurückbilden. An den Zahnzwischenräumen erscheinen dann so genannte „schwarze Dreiecke“. Um die Defekte zu decken, werden mikrochirurgisch kleine Gewebeanteile aus anderen Bereichen der Mundschleimhaut transplantiert. Ziel ist es, dem Patienten wieder zu einem strahlenden Lächeln zu verhelfen.

Schmerzfrei – ohne lang anhaltende Taubheit

Montag, Oktober 21st, 2013

Auch für Kinder und Schwangere

Im Übrigen werden adrenalinfreie Substanzen auch eingesetzt, um Heilungsprozesse positiv zu beeinflussen, wie beispielsweise einen chronischen Gesichtsschmerz oder eine Nerventzündung. Sie eignen sich für Kinder und Schwangere ebenso wie für Menschen mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Sulfit-Allergien.

Schmerzfrei – ohne lang anhaltende Taubheit

Montag, Oktober 21st, 2013

Kurzfristiger punktgenauer Eingriff

Mit adrenalinfreiem Articain schaltet der Zahnarzt heute im Rahmen der eingangs beschriebenen Infiltrations- und Leitungsanästhesie Leitungsanästhesie
Örtliche Betäubung, bei der der Nerv an seinem Stamm mit Anästhetikum umspritzt wird, so dass die weiterführenden Nerven und das entsprechende Versorgungsgebiet betäubt sind. Im Gegensatz zur >>Infiltrationsanästhesie.
den Schmerz Schmerz
Die Schmerzempfindung wird durch Schmerzreize (Kälte, Hitze, Stress…) ausgelöst, von Schmerzrezeptoren aufgenommen und über sensible Nervenfasern dem Gehirn zugeleitet. Allen Schmerzreizen gemeinsam ist eine Gewebeirritation, bei der körpereigene Stoffe (Histamin, Wasserstoffionen, Serotonin usw.) freigesetzt werden, die die Erregung der Schmerzrezeptoren – welche auch bei häufigen Reizungen nicht abstumpfen – herbeiführen. Man unterscheidet den gut lokalisierbaren Oberflächenschmerz (z.B. Zahnschmerzen), den ungenau lokalisierbaren, dumpfen Tiefenschmerz (nach Prellungen o. Quetschungen, Kopfschmerz usw.) und den zu Krämpfen neigenden Eingeweideschmerz (Herz, Darm, Gallenblase) sowie akute und chronische Schmerzzustände. Eine Sonderform stellt der Phantomschmerz dar. Starke schmerzhafte Vorgänge sind mit vegetativen Begleiterscheinungen verbunden, die sich in Blässe, Schweißausbrüchen, Erweiterung der Pupillen, Blutdruckschwankungen bis hin zum Kollaps äußern können.
bei kleineren Eingriffen, wie Kariesentfernung, Füllungsmaßnahmen oder kleineren chirurgischen Eingriffen in der Frontzahn- oder Gaumenregion punktgenau aus. Er setzt die Spritze und kann ein bis drei Minuten später mit der Behandlung beginnen. Voraussetzung: Der Eingriff ist begrenzt und kurz. Wenige Minuten nach einer 20-minütigen Behandlung – ein Großteil der zahnärztlichen Eingriffe bewegen sich in diesem Zeitrahmen – ist das Taubheitsgefühl verschwunden. Das heißt, nach der Behandlung fühlt der Patient sich wieder einsatzbereit. Allerdings beschreiben einige Patienten eine nicht ausreichende Anästhesietiefe, die auf ein sehr schnelles Abfluten des Anästhetikums hinweisen kann. Der besseren Wundheilung steht zudem eine längere Blutungsphase entgegen. Hier sollten Patienten und Zahnärzte intensiv abwägen.