Archive for August, 2013

Zahnersatz aus dem Computer

Mittwoch, August 28th, 2013

Cerec ist die Bezeichnung für ein computergesteuert hergestelltes Keramik-Inlay das direkt nach der Karies-Entfernung in einer Behandlung in den Zahn eingesetzt werden kann.

Mit einer speziellen Kamera wird nach dem Entfernen der Karies innerhalb von Sekunden eine 3D-Aufnahme des zu behandelnden Zahnes gemacht. Diese Aufnahme ermöglicht eine exakte Vermessung des gesamten Zahns und des entstandenen Lochs. Aus den gewonnen Daten konstruiert der geschulte Zahnarzt oder ein speziell ausgebildeter Zahntechniker eine passgenaue Füllung direkt am Bildschirm. Diese Daten gehen dann an eine Schleifeinheit, die die Füllung in etwa 10 Minuten aus einem Keramikblock, in der Zahnfarbe des Patienten, herausfräst. Damit ist in der gleichen Zahnarzt-Sitzung ein direktes Einsetzen des Inlays möglich.

Als Nachteil bei diesem Verfahren kommt es häufiger zu größeren Randspalten (Klebefugen), die bei einem im zahntechnischen Labor gefertigten Inlay, durch exakteres Arbeiten von qualifizierten Zahntechnikern, nicht auftreten.

Angst steigert den Schmerz

Montag, August 26th, 2013

So wird der Schmerz ausgeschaltet

Der Körper selbst verfügt über ein schmerzhemmendes System. In bestimmten Situationen, etwa bei Unfällen, werden Schmerzen verspätet oder auch gar nicht bemerkt. Dafür sorgen bestimmte Botenstoffe, die die Schmerzreaktion eine Zeit lang unterbinden, indem sie die Weiterleitung der Signale blockieren. Diese körpereigene „Betäubung“ funktioniert als Abwehrsystem in akut bedrohlichen Situationen. Bei einem medizinischen Eingriff kommen dagegen verschiedene Methoden der Anästhesie Anästhesie
Unter Anästhesie wird eine gezielte Betäubung verstanden, die Schmerzen stillt, lindert oder ihnen vorbeugt. Wird nur ein Nerv oder ein Bereich des Körpers ruhig gestellt, spricht man von lokaler Betäubung; wird der ganze Körper betroffen, von Vollnarkose. Das Anästhesiemittel wird bei der Vollnarkose über die Atemwege oder/und in die Venen gegeben. In der Zahnmedizin wird es am betroffenen Zahn oder Nerv in die Mundhöhle mit einer Spritze injiziert. Die Einstichstelle wird mitunter mit schmerzstillenden Mitteln vorbehandelt, um selbst den leichten Schmerz beim Einstich der Injektionsnadel zu verringern.
zum Einsatz. Bei größeren Operationen sorgt die Vollnarkose dafür, dass einige der höheren Hirnfunktionen wie Bewusstsein und Schmerzempfinden außer Kraft gesetzt werden. Die lokale Betäubung unterbricht durch bestimmte eingespritzte Substanzen die Schmerzleitung von den Nerven zum Rückenmark, der Schmerz Schmerz
Die Schmerzempfindung wird durch Schmerzreize (Kälte, Hitze, Stress…) ausgelöst, von Schmerzrezeptoren aufgenommen und über sensible Nervenfasern dem Gehirn zugeleitet. Allen Schmerzreizen gemeinsam ist eine Gewebeirritation, bei der körpereigene Stoffe (Histamin, Wasserstoffionen, Serotonin usw.) freigesetzt werden, die die Erregung der Schmerzrezeptoren – welche auch bei häufigen Reizungen nicht abstumpfen – herbeiführen. Man unterscheidet den gut lokalisierbaren Oberflächenschmerz (z.B. Zahnschmerzen), den ungenau lokalisierbaren, dumpfen Tiefenschmerz (nach Prellungen o. Quetschungen, Kopfschmerz usw.) und den zu Krämpfen neigenden Eingeweideschmerz (Herz, Darm, Gallenblase) sowie akute und chronische Schmerzzustände. Eine Sonderform stellt der Phantomschmerz dar. Starke schmerzhafte Vorgänge sind mit vegetativen Begleiterscheinungen verbunden, die sich in Blässe, Schweißausbrüchen, Erweiterung der Pupillen, Blutdruckschwankungen bis hin zum Kollaps äußern können.
kommt also im Gehirn nicht an und kann damit nicht bewusst wahrgenommen werden.

Hilfe durch Kommunikation

Montag, August 19th, 2013

Häufig kann dem Angst-Phänomen durch ein intensives Gespräch mit dem Zahnarzt der Garaus gemacht werden.

Ein einfaches Beispiel: Besonders im Kopfbereich werden trotz der lokalen Betäubung durch die Knochenleitung Geräusche hörbar übertragen und Manipulationen über Muskel- und Gelenkrezeptoren spürbar, was oft als Schmerz falsch interpretiert wird. Es ist ein Lernprozess, dass es sich bei diesem Erleben nicht um Schmerz handelt.

Stress für die Zähne in der Pubertät

Dienstag, August 13th, 2013

Die Eltern sind peinlich, die Schule nervt, lang bestehende Familienregeln werden gebrochen – ist das der Fall, hat die von vielen Eltern gefürchtete Pubertät, der Übergang vom Kindes- in das Erwachsenenalter, begonnen! Aber nicht nur die Familie leidet unter den hormonellen Stimmungsschwankungen der Pubertierenden, oftmals sind auch die Zähne in dieser Lebensphase erhöhtem Stress ausgesetzt.

Die Zähne von Jugendlichen in der Pubertät sind empfindlich, da die Reifung des Zahnschmelzes erst nach dem Durchbruch der bleibenden Zähne erfolgt und die Zahnhartsubstanz ihre volle Widerstandsfähigkeit erst nach mehreren Jahren erreicht. Zudem schließen sich im Jugendalter die Zahnreihen, was ein erhöhtes Kariesrisiko mit sich bringt.

Gerade in dieser Zeit schwindet der Einfluss der Eltern und die Versuchungen von Fast Food, Rauchen, Süßigkeiten und Alkohol nehmen zu. Die erste Zigarette oder der erste Rausch werden als die „erste erwachsene Handlung“ wahrgenommen. Für die Mundgesundheit ist das weniger schön. Denn Rauchen erzeugt nicht nur Krebs und verursacht Herzinfarkte, Schlaganfall oder schwere Lungenerkrankungen, sondern schädigt in vielfältiger Weise auch den Mundraum. „Raucher sind der erhöhten Gefahr ausgesetzt, an Parodontalerkrankungen, Entzündungen des Zahnhalteapparates, zu erkranken“, weiß Prof. Dietmar Oesterreich von der Initiative proDente. Je mehr geraucht wird, umso größer ist die Gefahr für Zahnverlust. Außerdem erkranken Raucher häufiger an Karies und Mundhöhlenkrebs. Schon nach dem Rauchen einer Zigarette finden sich enorme Mengen Krebs erzeugender Substanzen im Speichel. „Diese Substanzen können die Entstehung von Vorstufen des Mundhöhlenkrebses verursachen“, so Prof. Oesterreich. Das Risiko von Rauchern, an Krebs im Mundraum zu erkranken, ist fünf Mal so hoch wie bei Nichtrauchern. Wer dann noch zusätzlich regelmäßig Alkohol trinkt, steigert das Risiko auf das 13-Fache.

Eltern sollten ihre Kinder schon vor Beginn der Pubertät über die schädlichen Auswirkungen des Rauchens aufklären. Kinder, die dem Rauchen vor der Pubertät ablehnend gegenüberstehen, sind vor der Versuchung besser geschützt.

Alcopops, Cola und Co.

Zu viel Säure schadet den Zähnen! Häufig greifen Teenager in der Pubertät verstärkt zu säurehaltigen Getränken wie Alcopops, Softdrinks, Biermixgetränken, Mineralwässern mit Fruchtzusätzen sowie Limonade und Cola. Die Jugendlichen entscheiden jetzt selbst, was sie essen und trinken möchten. Der häufige Konsum von säurehaltigen Getränken begünstigt jedoch schwerwiegende Schäden der Zahnhartsubstanz. Zuerst ist der Zahnschmelz betroffen, dann das Zahnbein. Es ist daher ratsam, säurehaltige Getränke nur sparsam zu konsumieren und nicht in kleinen Portionen über den Tag verteilt zu sich zu nehmen.

Außerdem ist eine regelmäßige und sorgfältige Pflege der Zähne nötig, um Schäden zu verhindern. Hierbei sollte man beachten, dass die Zähne nicht direkt nach dem Genuss von säurehaltigen Speisen oder Getränken geputzt werden sollen. Es lohnt sich, mindestens eine halbe Stunde zu warten. Säuren aus Speisen und Getränken greifen den Zahnschmelz an. Der Körper ist in der Lage, bei ausreichender Zeit diese entmineralisierten Bereiche wieder zu remineralisieren. Somit kann sich der weich gewordene Zahnschmelz wieder regenerieren.

Piercing

Zungen- oder Lippenpiercings finden viele Jugendliche „cool“. Nicht selten lassen sie sich den Schmuck heimlich stechen. Die Empörung der Eltern ist dann umso größer. Nicht zu Unrecht, wie Studien von US-Zahnärzten zeigen: Dauerhafte Piercings schädigen Zähne, Nervenbahnen und den Mundraum. Dabei spielt es eine Rolle, an welcher Stelle sich das Piercing befindet. Ein Piercing in der Zunge kann zu irreparablen Rissen im Zahnschmelz führen, ein Piercing in der Unterlippe zum Rückgang des Zahnfleisches und des darunterliegenden Knochen an den unteren Frontzähnen. Die Schädigungen treten oftmals schon nach wenigen Monaten auf. Deshalb: Wer seine Zähne noch eine Weile behalten möchte, sollte die Finger von Piercings im Mundraum lassen.

Hormonelle Gingivitis

In der Pubertät kann es zu einem Hormonüberschuss kommen, der eine Zahnfleischentzündung, die sogenannte hormonelle Gingivitis, auslösen kann. Wird die Zahnfleischentzündung im Anfangsstadium nicht gestoppt, kann sie langfristig auf den Kieferknochen übergreifen und allmählich zu dessen Abbau führen. Dann geht die Gingivitis in eine Parodontitis über. „Als beste Vorbeugung gilt gründliche Zahnpflege, also täglich zweimal gründliches Zähneputzen und das Säubern der Zahnzwischenräume mit Zahnseide“, empfiehlt Prof. Oesterreich.

Außerdem sollte bei Beschwerden und Auffälligkeiten wie z.B. Zahnfleischbluten ein Zahnarzt aufgesucht werden. In der Zahnarztpraxis werden im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung die harten und weichen Beläge entfernt und wichtige Hinweise für eine optimale Mundhygiene gegeben. Nach dieser Behandlung klingt die Entzündung bei guter Pflege in der Regel nach ein paar Wochen ab.

Die zweite Garnitur

Dienstag, August 13th, 2013

Nur einmal bekommen wir Menschen nach den Milchzähnen eine zweite Garnitur Zähne. Diese bleibenden Zähne können uns – bei guter Pflege – bis ins hohe Alter erhalten bleiben. Unser Zahnwechsel findet etwa zwischen dem sechsten und dem 12. Lebensjahr in Abschnitten statt. Die Kaufunktion ist so immer gewährleistet.

Im Alter zwischen sechs und acht Jahren lockern sich mit den mittleren unteren Schneidezähnen die ersten der insgesamt 20 Milchzähne. „Der erste Wackelzahn fällt gleich auf. Meistens haben aber Kinder und Eltern noch gar nicht bemerkt, dass bereits der Sechs-Jahr-Molar mit seiner großen, gefurchten Kaufläche hinter der Milchzahnreihe durchgebrochen ist“, erläutert Dirk Kropp von proDente. Der Backenzahn stabilisiert und erweitert den Seitenzahnbereich des Kindes, in dem die größten Kaukräfte auftreten. Das bleibende Gebiss vervollständigen die zwischen dem 17. und 30. Lebensjahr durchbrechenden vier Weisheitszähne. Unser Gebiss zählt dann insgesamt 32 Zähne. Doch häufig bleiben ein oder mehrere Weisheitszähne ganz oder teilweise im Kieferknochen stecken oder sind gar nicht vorhanden.

Große individuelle Unterschiede

Der Zahnwechsel läuft in zwei Abschnitten ab. In einer ersten Phase – zwischen dem sechsten und achten Lebensjahr – kommt der erste bleibende Backenzahn und es wechseln alle Schneidezähne oben und unten. Danach schließt sich eine Pause von etwa ein bis zwei Jahren an. In der zweiten Zahnwechselphase wechseln die Zähne der sogenannten Stützzone, das sind die kleinen Backen- und die Eckzähne. Der Durchbruch des zweiten großen Backenzahns schließt die zweite Zahnwechselphase mit 11 bis 14 Jahren ab. Die Wechselzeiten der einzelnen Zähne sind individuell sehr unterschiedlich, daher findet man in Übersichten oft breite Zeitspannen für den Wechsel bestimmter Zähne. Bei „Frühzahnern“ zum Beispiel sind schon mehr Milch- und später auch bleibende Zähne vorhanden, als es dem chronologischen Alter entspricht. „Spätzahner“ hinken bezüglich ihrer Zahnentwicklung ihrem Alter hinterher. 80 Prozent aller Kinder sind „Normalzahner“.
Lange bevor die bleibenden Zähne sich durch das Zahnfleisch schieben, hält der Körper sie schon bereit. Sie werden oberhalb der Milchzahnwurzeln im Kieferknochen gebildet, indem die Zähne langsam von der Krone bis zu den Wurzeln ausmineralisieren. Beim ersten bleibenden Backenzahn beginnt dieser Prozess bereits zum Zeitpunkt der Geburt.

Wann kommt welcher Zahn?

  • 6 Jahre: 1. großer Backenzahn (1. Molar oder 6-Jahr-Molar)
  • 6 bis 8 Jahre: mittlere Schneidezähne; als Erstes wechseln die unteren, etwa ein halbes Jahr später die oberen
  • 8 bis 9 Jahre: seitliche Schneidezähne
  • 9 bis 11 Jahre: Eckzahn im Unterkiefer
  • 10 bis 12 Jahre: 1. kleiner Backenzahn (1. Prämolar)
  • 11 bis 13 Jahre: Eckzahn im Oberkiefer und 2. kleiner Backenzahn (2. Prämolar)
  • 12 bis 14 Jahre: 2. großer Backenzahn (2. Molar)
  • 17 bis 30 Jahre: 3. großer Backenzahn (3. Molar oder Weisheitszahn)

proDente visualisiert den Zahnwechsel

Die Initiative proDente e. V. visualisiert auf ihren Internetseiten www.prodente.de den Zahnwechsel in einer übersichtlichen Grafik. Das Zahnwechselschema steht als PDF-Version zum Download oder zum Ausdruck bereit. Zusätzlich gibt es eine animierte Version, die beim Abfahren eines Zeitstrahls mit dem Cursor die in diesem Zeitraum wechselnden Zähne anzeigt.

LETZTE AKTUALISIERUNG 23.01.2013

AUTOR Dr. Kerstin Albrecht

QUELLE Initiative proDente e. V.

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Kinder & Jugendliche

Gesunde Zähne in der Schwangerschaft

Dienstag, August 13th, 2013

„Jedes Kind ein Zahn“ – der bis heute noch existierende Volksglaube stimmt zum Glück nicht mehr. Vorausgesetzt man legt in der Schwangerschaft besonderen Wert auf die Zahnpflege, eine ausgewogene Ernährung und den regelmäßigen Gang zum Zahnarzt. Denn durch die hormonellen Veränderungen und den Mehrbedarf an Mineralstoffen sind die Zähne besonders anfällig für Karies und Zahnfleischentzündungen. Außerdem ist in dieser Zeit eine gute Mundhygiene enorm wichtig, weil Erkrankungen der Mundhöhle zu gesundheitlichen Problemen des gesamten Körpers führen und insbesondere entzündliche Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) sogar Frühgeburten auslösen können.

Probleme mit dem Zahnfleisch

Die Hormonumstellung während der Schwangerschaft wirkt sich auf das Zahnfleisch aus: Es wird stärker durchblutet, ist dadurch weicher und manchmal leicht angeschwollen. Bakterien können sich in dieser Zeit schneller ansiedeln und zu Entzündungen führen. Frauen klagen oft über blutendes Zahnfleisch, obwohl sich ihre Zahnputzgewohnheiten nicht verändert haben. Hier helfen nur eine intensive Mundpflege und professionelle Zahnreinigungen dreimal während der Schwangerschaft und einmal danach. Es ist sinnvoll, eine Zahnbürste mit weichen Borsten zu verwenden und besondere Aufmerksamkeit auf die Pflege der Zahnzwischenräume zu legen. Hier eignen sich Zahnseide oder spezielle Bürstchen.

In seltenen Fällen können geschwulstartige Zahnfleischwucherungen auftreten, die bei Berühung meist schmerzunempfindlich sind. Selten müssen diese chirurgisch entfernt werden.

Zahngesunde Ernährung

Wichtig ist die ausreichende Mineralstoffversorgung der werdenden Mutter. So ist z.B. der Bedarf an Kalzium (wichtig für Knochenbau und Zähne) in der Schwangerschaft wesentlich erhöht – im Laufe der neun Monate muss der Organismus des Babys 30 g davon einbauen, die er nur über die Mutter bekommen kann. Wenn bei der Schwangeren ein Mangel besteht, wird das Baby trotzdem versuchen, seinen Bedarf zu decken. Um vorzubeugen, empfiehlt es sich, regelmäßig Milchprodukte zu sich zu nehmen. Außerdem sollten täglich frisches Obst und vitaminreiches Gemüse auf dem Speiseplan stehen. Stark zuckerhaltige Nahrungsmittel sollten nicht nur der Zähne, sondern auch der übermäßigen Gewichtszunahme wegen vermieden werden.
Übrigens entwickeln sich bereits in der 6. bis 8. Schwangerschaftswoche die „Zahnleisten“, die die Keimanlage für die 20 Milchzähne und die später nachwachsenden 32 bleibenden Zähne enthalten.

Morgendliches Erbrechen

Ein besonderes Problem in der Schwangerschaft ist das Erbrechen. Tritt es gehäuft auf, kann es für die Zähne zu einer Gefahr werden, da die erbrochene Magensäure den Zahnschmelz angreift. Wer es gut meint und direkt zur Zahnbürste greift, richtet noch mehr Schaden an: Er schrubbt die aus dem Zahnschmelz säurebedingt herausgelösten Mineralien direkt mit weg. Deshalb ist es besser, den Mund nach dem Erbrechen mit Wasser oder einer Mundspüllösung auszuspülen und erst frühestens nach einer halben Stunde zur Zahnbürste zu greifen.

Zahnärztliche Behandlung während der Schwangerschaft

Es ist ratsam, zu Beginn einer Schwangerschaft den Zahnarzt zur Vorsorge und zur Durchführung einer professionellen Zahnreinigung aufzusuchen. Der Zahnarzt kontrolliert die Zähne und das Zahnfleisch und beugt durch die Reinigung Karies und Parodontitis vor. Dies ist besonders wichtig, da neuere Studien gezeigt haben, dass Erkrankungen des Zahnhalteapparates Frühgeburten auslösen können.

Eine umfangreiche Zahnbehandlung während der Schwangerschaft ist nicht immer sinnvoll. Dringend erforderliche Zahnbehandlungen sollten jedoch durchgeführt werden, am besten im zweiten Schwangerschaftsdrittel. Im Idealfall sollten Frauen, die eine Schwangerschaft planen, ihren Mundgesundheitszustand untersuchen lassen und über die Wichtigkeit der Mundgesundheit während einer Schwangerschaft informiert werden – zu ihrem eigenen und zum Schutz ihres Kindes. Am besten wäre es, das Gebiss der werdenden Mutter, falls notwendig, noch vor Eintreten der Schwangerschaft gründlich zu sanieren.

Kein Mut zur Lücke – Zahnverletzungen in der Wachstumsphase nach Möglichkeit vermeiden

Donnerstag, August 8th, 2013

Rennen, spielen, toben: Das tut Kindern gut – und richtige Rabauken nehmen dabei tapfer auch mal ein blutendes Knie in Kauf. Pflaster drauf, fertig. Nicht ganz so einfach ist es, wenn die Zähne betroffen sind und ein Stück oder sogar ein ganzer Zahn ausgeschlagen wurde. Das Milchgebiss ist zwar nicht fürs ganze Leben gedacht, hat aber eine wichtige Funktion. Deshalb muss auch bei Verletzungen an den ersten Zähnen immer der Zahnarzt entscheiden, ob eine Behandlung erforderlich ist.

Bei Sechs- bis Achtjährigen hat das Lächeln mit Zahnlücke echten Charme. Allerdings macht es einen großen Unterschied, ob die Milchzähne normal ausgefallen oder bei einem Unfall verloren gegangen sind. „Ein Milchzahn fällt aus, wenn es Zeit dafür ist: nämlich wenn der bleibende Zahn schon fast aus dem Zahnfleisch herausgewachsen ist“, erläutert Dr. Yango Pohl von der Initiative proDente. Vorher ist jeder gesunde Milchzahn ein wichtiger Platzhalter für sein bleibendes Pendant. Wird er vorzeitig ausgeschlagen, etwa durch einen Sturz, lässt sich ein Milchzahn oft nicht wieder einsetzen. So entsteht frühzeitig eine Lücke, in die der bleibende Zahn hineinwachsen kann. Allerdings besteht die Gefahr, dass sich in der Zwischenzeit die Nachbarzähne verschieben und mit einer Klammer wieder an die richtige Stelle gerückt werden müssen.

Werden Milchzähne verschoben oder in den Kiefer gedrückt, muss der Zahnarzt schnell handeln und sie wieder an ihren Platz setzen. Sonst besteht große Gefahr für die nächsten Zähne – auch wenn die noch gar nicht durchgebrochen sind und noch im Kiefer liegen.

Mundschutz zur Vorbeugung

Auch bei größeren Kindern und Jugendlichen sind Zahnverletzungen nicht selten: Bis zu 35 Prozent erleiden Zahnunfälle im bleibenden Gebiss. „Besonders ungünstig ist es, wenn Zähne im Wachstum verloren gehen“, so Dr. Pohl. Denn dabei wird die natürliche Ausbildung des Gebisses gestört. Außerdem ist bis zum Ende des Wachstums keine endgültige Versorgung der Zahnlücken möglich. Die Jugendlichen müssen also immer wieder zur Behandlung und erhalten Provisorien, die an die jeweilige Situation angepasst werden.

Doch was kann man tun, um diese Prozedur zu vermeiden? „Man kann einen Unfall nicht ganz ausschließen – aber zumindest lassen sich die Risiken minimieren“, weiß Dr. Pohl. So kann beispielsweise beim Freizeitsport ein Mundschutz die Zähne effektiv vor Schäden bewahren. Die Kunststoffschiene wird individuell angepasst und über die Zähne geschoben. „Die Eltern achten ja auch darauf, dass ihr Kind beim Radfahren einen Helm trägt“, sagt Dr. Pohl. Wäre der Mundschutz bereits ähnlich selbstverständlich, ließen sich wohl viele Verletzungen und aufwendige Behandlungen vermeiden. Deshalb wünscht sich der Zahnarzt, „dass mehr Kinder und Jugendliche mit gutem Beispiel vorangehen und so vielleicht einen echten Trend setzen.“

Behandlung in zwei Schritten

Donnerstag, August 1st, 2013

Patientin F.S. ist bereit, sich die dauerhaft schöne Füllung ihrer Zähne etwas kosten zu lassen, und vereinbart zwei Behand­lungs­termine. Beim ersten bereitet der Zahnarzt ihre Zähne vor: Er entfernt die Karies und beschleift den Zahn so, dass das Inlay später perfekt sitzt. Dann fertigt er einen Abdruck an und setzt ein Provisorium in die Löcher ein. Anhand des Ab­drucks werden die beiden Inlays für Renate Bender im zahntechnischen Labor exakt gefertigt und beim zweiten Termin eingesetzt. Dazu benutzt der Zahnarzt spezielle Kleber und sorgt während des Einklebens mit Spanngummis dafür, dass der betroffene Bereich trocken bleibt. Nur so ist später ein sicherer Halt des Inlays gewähr­leistet.

Welche Methoden werden heute zum Erhalt eines durch Kariesbakterien zerstörten Zahns eingesetzt?

Donnerstag, August 1st, 2013

Grundsätzlich ist es das Ziel beim Aufbau eines durch Karies zerstörten Zahnes die Form, Funktion und ästhetischen Belange wiederherzustellen. Für die Auswahl der verschiedenen Methoden sind der Umfang der Zerstörung, die individuelle Mundgesundheitssituation, aber auch die Erwartungshaltung des Patienten von zentraler Bedeutung. Die eingesetzte Methodik bestimmt daher auch sehr den Umfang und die Auswahl der notwendigen Maßnahmen. Die präventionsorientierte Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde fordert ein minimalinvasives und substanzschonendes Vorgehen, das heißt, dass so viel wie möglich eigene Zahnhartsubstanz bei der Restauration des zerstörten Zahnes erhalten werden soll. Vor diesem Hintergrund haben minimalinvasive Methoden auf Grundlage der Kunststofffüllungstechnik in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Unabhängig davon besitzen aber auch Füllungen aus Amalgam, Inlays aus Gold und Keramik, Onlays, Teilkronen und Kronen weiterhin ihre Bedeutung im Versorgungsalltag.

Was versteht man in der Zahnmedizin unter einem Onlay, Overlay oder einer Teilkrone?

Donnerstag, August 1st, 2013

Für die Herstellung dieser drei Restaurationsarten kommen die gleichen Methoden zur Anwendung wie bei einem Inlay. Der wesentliche Unterscheid zu einem Inlay besteht darin, dass bei allen drei genannten Formen größere Teile der Kaufläche, einschließlich der kautragenden Höcker, teilweise oder vollständig einbezogen werden. Die Übergänge zwischen diesen Restaurationsformen sind fließend und nicht exakt abgrenzbar. Grundsätzlich werden diese Restaurationsformen angewendet, wenn Zähne stark zerstört sind, allerdings noch ausreichend Zahnhartsubstanz vorhanden ist, die nicht eine vollständige Überkronung des Zahnes erfordert. Sie erfüllen somit ebenso die Kriterien einer zahnhartsubstanzschonenden und minimalinvasiven Therapie.

Amalgam ist nicht mehr so stark in der Diskussion, wie noch vor einigen Jahren. Trotz allem besteht nach wie vor eine große Verunsicherung über seine Auswirkungen und der Wunsch vieler Patienten bestehende Amalgamfüllungen zu ersetzen.