Archive for Juli, 2013

Nischen, Lücken und Taschen

Freitag, Juli 26th, 2013

Auf den ersten Blick ist der Mundraum übersichtlich. Hier das rote Zahnfleisch, dort die weißen Zähne. Bei näherer Betrachtung entdeckt man allerdings eine Reihe schwer erreichbarer Stellen. Die Rede ist von Zahnzwischenräumen und Zahnfleischtaschen. Die Zahnbürste reinigt nur etwa 70 Prozent der Zahnoberfläche, der Rest liegt im Verborgenen. „Gerade hier, wo sich besonders leicht und nachhaltig Zahn- und Zahnfleischschäden entwickeln können, ist der Einsatz entsprechender Hygiene-Hilfsmittel nach wie vor viel zu niedrig“, erklärt Zahnarzt Joachim Hoffmann von der Initiative proDente.

Wissenschaftler empfehlen mindestens einmal täglich eine Pflege des sogenannten Interdentalraums mit Zahnseide und/oder speziellen Bürstchen, um das Erkrankungsrisiko zu mindern. Supermärkte, Drogerien und Apotheken bieten eine breite Palette verschiedenster Hilfsmittel für die spezielle Zwischenraumpflege: Es gibt gewachste, ungewachste, dünne und dicke Zahnseide oder spezielle biegsame Interdentalraumbürstchen, die in die Zahnzwischenräume eingeführt werden können. Die Bürstchen ähneln kleinen Pfeifenreinigern und sollten möglichst waagerecht in die Zwischenräume eingeführt werden.

Am seidenen Faden

Bei sehr engen Zwischenräumen bietet Zahnseide jedoch nach wie vor die beste und oftmals einzige Lösung, um Beläge zu entfernen. Die gängigste Form der Zahnseide wird auf kleinen Abreißrollen angeboten und ist gewachst oder ungewachst erhältlich.

Ungewachste Zahnseide fasert sich im Zahnzwischenraum auf und erfasst so die Beläge sehr gründlich. Gewachste oder spezielle teflonbeschichtete Zahnseide ist glatter und kann gerade von Anfängern leichter in den Zahnzwischenraum eingeführt werden. Sie fasert sich allerdings nicht auf, und es besteht die Gefahr, dass Wachs oder Teflon die Zahnzwischenräume verschließt. Zudem gibt es Zahnseide mit Fluorid oder Chlorhexidin, die den Bakterienbefall reduzieren.

Das Einfädeln

Zahnseide kommt bei der Zahnreinigung in Deutschland kaum zum Einsatz. Viele wissen nicht, wie sie mit dem dünnen Faden umgehen sollen. Für die richtige Handhabung bedarf es ein wenig Übung. Im Nachfolgenden erklärt proDente daher in kurzen Schritten ihren Gebrauch:

Zunächst schneidet man sich ein etwa 30 cm langes Stück Zahnseide ab. Dann wickelt man jeweils ein Ende der Zahnseide um einen Mittelfinger. Die Handflächen sollten sich dabei anschauen und etwa einen Abstand von 15 cm voneinander haben.

Sind die Enden fixiert, dreht man die Handflächen nach unten und hält mit den Zeigefingern die Zahnseide in Position. Jetzt ist auch schon der schwierigste Teil geschafft und das „Seideln” kann beginnen.

Unter leichtem Vor- und Zurückziehen bewegt man die Seide jetzt an der Seite des Zahns von unten nach oben. So verfährt man bei allen Zahnzwischenräumen jeweils an beiden angrenzenden Zahnseiten.

Tipp: Hilfestellung zur richtigen Anwendung von Zahnseide, Interdentalraumbürstchen & Co. gibt es natürlich beim regelmäßigen Prophylaxe-Termin in der Zahnarztpraxis.

Keine Schmerzen – keine Angst

Freitag, Juli 26th, 2013

Die Angst vor Zahnbehandlungen, fast jeder Mensch kennt sie. Doch während die meisten mit ein bisschen Magenkribbeln gut leben können, leiden echte Angstpatienten schon beim Betreten der Praxis unter Schweißausbrüchen. Viele vermeiden sogar bei starken Zahnschmerzen den Besuch beim Zahnarzt. Mitunter ihre größte Furcht: Schmerzen bei der Behandlung. Doch das muss heute nicht mehr sein, denn inzwischen gibt es sanfte Möglichkeiten der Betäubung, die, werden sie richtig eingesetzt, optimal auf den Patienten abgestimmt sind, dass der Schmerz Schmerz
Die Schmerzempfindung wird durch Schmerzreize (Kälte, Hitze, Stress…) ausgelöst, von Schmerzrezeptoren aufgenommen und über sensible Nervenfasern dem Gehirn zugeleitet. Allen Schmerzreizen gemeinsam ist eine Gewebeirritation, bei der körpereigene Stoffe (Histamin, Wasserstoffionen, Serotonin usw.) freigesetzt werden, die die Erregung der Schmerzrezeptoren – welche auch bei häufigen Reizungen nicht abstumpfen – herbeiführen. Man unterscheidet den gut lokalisierbaren Oberflächenschmerz (z.B. Zahnschmerzen), den ungenau lokalisierbaren, dumpfen Tiefenschmerz (nach Prellungen o. Quetschungen, Kopfschmerz usw.) und den zu Krämpfen neigenden Eingeweideschmerz (Herz, Darm, Gallenblase) sowie akute und chronische Schmerzzustände. Eine Sonderform stellt der Phantomschmerz dar. Starke schmerzhafte Vorgänge sind mit vegetativen Begleiterscheinungen verbunden, die sich in Blässe, Schweißausbrüchen, Erweiterung der Pupillen, Blutdruckschwankungen bis hin zum Kollaps äußern können.
keine Chance hat.

„Beim Zahnarzt muss kein Patient mehr Schmerzen aushalten“, erklärt Dr. Mats Mehrstedt, proDente-Experte und Leiter der Zahnärztlichen Angst-Ambulanz in Hamburg. „Die Betäubungsmittel von heute sind sehr sicher und völlig frei von Nebenwirkungen.“ Je nachdem, ob es sich um einen chirurgischen Eingriff handelt oder um rein erhaltende Maßnahmen wie Füllungen, kommen drei unterschiedliche Arten der Betäubung zum Einsatz:

  • die Oberflächenanästhesie Oberflächenanästhesie
    Ausschalten der oberflächlichen Sensibilität der Haut- / Schleimhaut durch Einpinseln oder Aufsprayen eines Oberflächenanästhetikums. Wird bei ängstlichen Patienten und Kindern vor der Lokalanästhesie angewendet, damit der Einstich der Spritze weniger stark spürbar ist.
    , bei der nur die Schleimhaut betäubt wird,
  • die Infiltrationsanästhesie Infiltrationsanästhesie
    Örtliche Betäubung zur Schmerzausschaltung durch Einbringen von Anästhesie-Lösung in das Operationsgebiet selbst oder durch Umspritzung dieses Bereiches. Standardverfahren in der Zahnheilkunde für die Anästhesie der Oberkieferzähne: Eine kleine Menge Anästhetikum wird in den Wurzelspitzenbereich des entsprechenden Zahnes infiltriert. Es dringt dann durch den Knochen zum Zahn (Wurzelspitze), so dass dieser betäubt wird. Nicht für die Betäubung der Unterkieferzähne geeignet, da hier die äußere Knochenwand zu kompakt ist und das Anästhetikum nicht tief genug eindringen kann.
    , die eine bestimmte Stelle im Mund unempfindlich macht und
  • die Leitungsanästhesie Leitungsanästhesie
    Örtliche Betäubung, bei der der Nerv an seinem Stamm mit Anästhetikum umspritzt wird, so dass die weiterführenden Nerven und das entsprechende Versorgungsgebiet betäubt sind. Im Gegensatz zur >>Infiltrationsanästhesie.
    , die einen ganzen Nervenbereich betäubt.

In manchen Fällen – wenn ein größerer Eingriff nötig ist oder die Angst des Patienten übergroß ist – kann der Zahnarzt die Behandlung auch unter Vollnarkose durchführen, ambulant oder in der Klinik.

Die Zahnbürste ist nicht alles

Freitag, Juli 26th, 2013

Seit die Menschen begonnen haben, mit zerfaserten Ästchen ihre Zähne zu reinigen, hat sich in der Mundhygiene die Zahnbürste als Pflegeinstrument Nummer eins behauptet. Doch sie allein reicht nicht aus. Mit der Zahnbürste sind die Zahnzwischenräume nicht komplett sauber zu bekommen, das fand auch die Stiftung Warentest im Praxistest heraus.

Für eine gründliche und effektive Zahnreinigung gibt es deshalb weitere praktische  Hilfsmittel. Sie gelangen auch an Stellen, die von der normalen Bürste nicht erreicht  werden. Das sind in erster Linie die Zahnzwischenräume. Sie machen etwa 30 Prozent der Zahnoberfläche aus, und gerade sie sind anfällig für Karies und Parodontitis.

„Das Zahnputzwerkzeug muss gut gewählt sein“, sagt Prof. Dr. Petra Ratka-Krüger, Oberärztin für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie an der Zahnklinik Freiburg. Wissenschaftler empfehlen ganz bestimmte Instrumente für die Zahnpflege.

Die Zahnbürste

  • Der Bürstenkopf sollte möglichst klein sein, damit auch schwer zugängliche Stellen erreicht werden.
  • Abgerundete Borsten aus Kunststoff sind ideal.
  • Auf keinen Fall zu harte Borsten verwenden, Stärke „weich“ bis „mittelweich“ wählen.
  • Sobald die Borsten sich nach außen biegen, muss die Zahnbürste erneuert werden, spätestens nach drei Monaten .

Zahnpasta

  • Sie sollte Fluoride enthalten.
  • Milde bis normal abrasive (Putzkörperanteil) Zahnpasten sind empfehlenswert.
  • Kein Chloroform – das greift Kunststofffüllungen und -kronen an.
  • Bei Bedarf können sie antibakterielle oder „zahnhärtende“ Zusätze, zum Beispiel Chlorhexidin, Amin- und Zinnfluoridlösung enthalten.
  • Sie sollte angenehm schmecken.

Hilfsmittel für die Zwischenraumreinigung

  • Zahnseide
  • Mundduschen
  • Interdentalbürsten

Das erste Mittel für Problemzonen: Zahnseide! Einmal täglich – so empfehlen es Wissenschaftler – sollte die zarte aber stabile Kunstfaser zum Einsatz kommen. Ob Natur, gewachst oder flauschig, ob mit Minzgeschmack, Fluor oder antibakteriellen Wirkstoffen – das hängt von individuellen Bedürfnissen ab. Bei sehr engen Zwischenräumen rutscht die gewachste Zahnseide besser durch, bei etwas weiteren ist die aufgebauschte Flausch-Zahnseide oft besser geeignet. Kunstfasern mit verstärkten Enden zum Einfädeln erleichtern den Einsatz unter Brücken.

Der Einsatz von Zahnseide erfordert im engen Mundraum etwas Übung und Geschick: Ein etwa 50 cm langer Faden wird bis auf ein rund zehn Zentimeter breites Stück um die beiden Mittelfinger gewickelt, zwischen den Zeigefingern gespannt und vorsichtig mit sägenden Bewegungen in den Zwischenraum geschoben. Dort bewegt man ihn mehrmals auf und ab und geht dabei auch etwas unter den Zahnfleischrand. Für jeden Zahn wickelt man den Faden etwas weiter.

Es gibt auch spezielle Sticks mit aufgespanntem Floss, die leichter zu handhaben sind. Allerdings erreicht die herkömmliche Zahnseide eine größere Auflagefläche, weil man sie gut etwas um den Zahn herumlegen kann.
Eine große Bandbreite, um die Zwischenräume zu reinigen, bieten Zahnzwischenraumbürsten. Ihr Einsatz erfolgt im zunehmenden Lebensalter, da dann die Zahnzwischenräume bereits offener sind. Die Größe sollte durch eine Prophylaxeassistentin bestimmt werden.

Mundduschen technisch unterschiedlich

Bei den Mundduschen konkurrieren verschiedene technische Systeme gegeneinander. Allen gemeinsam: Sie versprühen gezielt und mit Druck Wasser. Die aktuellen Modelle bieten weitere Funktionen. Es gibt spezielle Aufsätze, bei denen der Wasserstrahl nicht nur zur Beseitigung der Essensreste verwendet wird. Die Aufsätze massieren gleichzeitig das Zahnfleisch und/oder bringen spezielle Lösungen in die Zahnfleischtaschen ein, die für die Mundhygiene vorteilhaft sind. Auch Aufsätze zur Zungenreinigung sind erhältlich. Es gibt verschiedene Kombinationen von Zahnbürste mit Munddusche, die auch platzsparend gegenüber den Einzelgeräten aufgestellt werden können. Trotzdem beseitigen sie die vorhandene Plaque im Zahnzwischenraum nicht ausreichend.

Welches Hilfsmittel für die Zwischenraumreinigung auch immer verwendet wird – der Einsatz macht sich bezahlt. Das bestätigt die Untersuchung der Stiftung Warentest: „Der Pflegezustand des Gebisses besserte sich bei allen Probanden“.
Zahnhölzchen können keines dieser Instrumente ersetzen. Sie sind eher etwas fürs „Grobe“, um beispielsweise Speisereste zu entfernen. Mundspülungen unterstützen die Mundhygiene, wenn sie Wirkstoffe gegen Bakterien oder Fluoride enthalten. Sie stabilisieren eine gesunde Mundflora, hemmen die Neubildung von Plaque und beugen Karies vor. Das Putzen ersetzen können sie allerdings nicht.

Ebenfalls zur Reduzierung der Bakterien setzen sich Zungenschaber oder -bürsten immer mehr durch. Denn auf der rauen Zungenoberfläche macht sich gern ein Bakterienteppich breit. Für die Zahnpflege zwischendurch und unterwegs sind zuckerfreie Kaugummis eine praktische Ergänzung zur Zahnpflege, vor allem nach dem Essen. Sie regen den Speichelfluss an und unterstützen die Selbstreinigungskräfte im Mund bis zum nächsten Zähneputzen.

Zahnpflege im Alter

Montag, Juli 22nd, 2013

In Deutschland ist jeder zwölfte Einwohner schwerbehindert. Mehr als die Hälfte dieser Menschen sind über 65 Jahre alt. Dazu kommen über zwei Millionen Pflegebedürftige und mehr als eine Million Demenzkranke. Die Bewegungsfähigkeit dieser Menschen ist sehr stark eingeschränkt, sodass selbstständige Zahnpflege meist nicht mehr möglich ist und die Betroffenen auf Hilfe von Angehörigen und Pflegepersonal angewiesen sind. Gründliche Mundhygiene verhindert Zahnverlust und beugt Folgekrankheiten vor.

Aber auch bei alten Menschen ohne offensichtliche Behinderung kann die Mundreinigung zum Problem werden. Aufgrund abnehmender Sehkraft oder reduzierten Geruchsinns sind ältere Menschen häufig nicht mehr in der Lage, Beläge zu erkennen. Oft ist es auch die mit dem Alter abnehmende Geschicklichkeit, die es dem älteren Patienten unmöglich macht, Zähne, Implantate, Brücken und herausnehmbaren Zahnersatz ausreichend zu reinigen. Gerade für Zahnersatz ist jedoch eine besonders sorgfältige Hygiene wichtig.

  • Als einfache Grundregel gilt: 2x täglich gründlich Zähne und Zahnersatz mit der Zahnbürste reinigen.
  • Neben dem regelmäßigen Zähneputzen sollten die Zahnzwischenräume einmal am Tag mit einer speziellen Zahnzwischenraumbürste oder Zahnseide von Belägen befreit werden.
  • Am besten verwendet man eine fluoridhaltige Zahnpasta.
  • Zur Reinigung sollte man sich Zeit nehmen und sich nach Möglichkeit hinsetzen.
  • Für ältere Menschen, deren Geschicklichkeit abgenommen hat, sind individuell gestaltete Griffe der Zahnbürsten, ein auf den Griff aufgesteckter Tennisball oder eine elektrische Zahnbürste oftmals eine Hilfe.
  • Bei manuell behinderten Patienten und älteren Personen, die in ihrer Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt sind, müssen unter Umständen Pflegekräfte oder Angehörige bei der Zahnpflege unterstützend eingreifen.
  • Wichtig ist die regelmäßige Vorsorge. Die halbjährliche Kontrolle beim Zahnarzt ist auch mit Zahnersatz notwendig und kostenfrei. Selbst wenn Röntgenbilder angefertigt werden und einmal im Jahr Zahnstein entfernt wird, fallen keine weiteren Kosten an.

Pflege für herausnehmbare Vollprothesen

Die herausnehmbaren Dritten müssen genauso wie die eigenen Zähne gründlich geputzt werden.

  1. Den Zahnersatz möglichst nach jedem Essen unter fließendem Wasser abspülen.
  2. Die Prothese zweimal täglich gründlich bürsten. Spezielle Prothesenbürsten erreichen auch schwer zugängliche Stellen. Eine spezielle Zahnpasta für Prothesen enthält schonende Schleifkörper, welche die Oberfläche der Prothese nicht aufrauen. Achtung: gerade die unteren Flächen, die auf dem Gaumen und dem Zahnfleischkamm aufliegen, gründlich putzen.
  3. Besonders Vollprothesenträger sollten ihr Zahnfleisch täglich mit einer weichen Zahnbürste reinigen und massieren. Die Prothese bedeckt die Mundschleimhaut ständig und behindert so die natürliche Selbstreinigung durch den Speichel und die Zunge. Das kann dazu führen, dass die Mundschleimhaut anfälliger für Entzündungen ist.

proDente Tipp

Donnerstag, Juli 18th, 2013

Verschenken Sie ein Lächeln – mit einem Gutschein für eine professionelle Zahnreinigung verschenken Sie zum Geburtstag oder Weihnachten eine Wellnessbehandlung für den schönsten Schmuck eines Menschen – strahlend und gesunde Zähne.

Kokastrauch – Vorläufer moderner Betäubung

Mittwoch, Juli 17th, 2013

Viele bekannte Persönlichkeiten aus der Geschichte haben unter Zahnschmerzen gelitten. Schon die Pharaonen waren betroffen, wie Untersuchungen an Mumien gezeigt haben. Weitere berühmte Beispiele sind Johann Wolfgang von Goethe und George Washington. Vieles wäre Ihnen erspart geblieben, hätte es damals schon die Möglichkeit einer lokalen Schmerzausschaltung bei Zahnbehandlungen gegeben. Doch der Durchbruch gelang erst 1884.

Kokain war der erste Wirkstoff, den man zur örtlichen Betäubung in der Zahnheilkunde eingesetzt hat. Es entstammte ursprünglich dem in Südamerika beheimateten Kokastrauch. Schon den spanischen Eroberern fielen dessen vielfältige Wirkungen auf – kauten doch die Einheimischen Kokablätter zur Überwindung von Hunger, Kälte und Müdigkeit. Ein Nebeneffekt: Beim Kauen stumpfte das Gefühl in der Zunge ab.

Besonders Kinder sensibel behandeln

Montag, Juli 15th, 2013

Gerade bei Kindern ist ein schmerzfreies Spritzen von lokalen Betäubungsmitteln besonders wichtig – sollen doch die kleinen Patienten nicht schon vor der eigentlichen Zahnbehandlung verprellt werden. Zahnmediziner machen daher vor dem Einstich die Einstichstelle mit einem in einer Anästhesielösung getränkten Wattebausch oder einem betäubenden Gel gefühllos. Eine extrem dünne Kanüle und langsames Einspritzen der Lösung machen eine lokale Betäubung im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Kinderspiel. Eltern müssen im Anschluss an eine Zahnbehandlung ihres Kinders sehr darauf achten, dass die Kleinen nicht auf der tauben Lippe oder Wange herum beißen. Denn das tut spätestens dann weh, wenn die Betäubung nachlässt.

Immer über Vorerkrankungen informieren

Freitag, Juli 12th, 2013

Vielen lokalen Betäubungslösungen ist Adrenalin beigemengt. Es verengt die Blutgefäße und hält das Betäubungsmittel dort, wo es wirken soll und verhindert gleichzeitig, dass es allzu rasch abtransportiert wird. Genau dieser Adrenalinzusatz kann bei schweren Herzerkrankungen allerdings zu Problemen führen. Bestimmte Formen von Herzrhythmusstörungen oder plötzlich auftretendes Herzrasen gehören dazu. Ebenfalls problematisch sind ein erhöhter Augeninnendruck, ein sehr hoher Blutdruck und wenn Patienten bestimmte Medikamente einnehmen müssen, zum Beispiel sogenannte Betablocker und blutverdünnende Medikamente. Bei Diabetikern ist ebenfalls Vorsicht in Bezug auf Adrenalin-Zusätze geboten. Es sollten keine Betäubungslösungen mit hohem Adrenalin-Zusatz verwendet werden, was in der Regel in der Praxis bereits regelmäßig geschieht. Egal welche Erkrankungen vorliegen, der Zahnarzt muss darüber und über die aktuelle Medikamenteneinnahme seines Patienten immer unterrichtet sein. Nur so kann er Art und Dosierung der lokalen Betäubung korrekt anpassen.

Lokale Anästhesie – nicht mehr als nötig

Mittwoch, Juli 10th, 2013

Die lokale Oberflächenanästhesie dient der Vorbereitung einer Betäubungsspritze, um das Gewebe vorab unempfindlich zu machen. Der Zahnarzt gibt eine Flüssigkeit auf die Mundschleimhaut, wodurch sie sich taub anfühlt. Danach führt er die Injektion, am besten auf zwei Stiche verteilt, völlig schmerzfrei durch.
Bei der so genannten Infiltrationsanästhesie injiziert der Zahnarzt die betäubende Flüssigkeit unter die Haut im Oberkiefer. Dabei werden nicht nur die oberen Schmerzpunkte der Haut betäubt, sondern auch kleinere Nervenäste. „Im Unterkiefer injiziert der Zahnarzt dagegen meist eine Leitungsanästhesie“, erläutert Dr. Mehrstedt. Diese betäubt gleich eine ganze Hälfte im Unterkiefer.

Vorsicht bei Asthma

Dienstag, Juli 9th, 2013

Allergische Reaktionen auf einen Wirkstoff aus dem Bereich der lokalen Betäubungsmittel oder einen Zusatzstoff können vorkommen, sind aber sehr selten.

Sulfit ist in manchen lokalanästhetischen Lösungen als Stabilisator enthalten. Asthmatiker könnten darauf empfindlich reagieren.

Als Konservierungsmittel wird Methylparaben eingesetzt, das ebenfalls allergische Reaktionen auslösen kann. Grundsätzlich sollten Patienten ihren Zahnarzt oder ihre Zahnärztin im Vorfeld über bestehende Allergien informieren, damit er oder sie im Zweifel auf andere Präparate ausweichen kann.