Putzen gegen Zucker

Parodontitis zählt zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt – mehr als 50 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden unter einer mindestens mittelschweren Form der Zahnbettentzündung. Sie bedroht nicht nur die Mundgesundheit, sondern wirkt sich auf den gesamten Körper aus. Infolge einer chronischen Infektion mit Parodontitiskeimen schüttet das Immunsystem bestimmte Entzündungsbotenstoffe aus, die spezialisierte Abwehrzellen in den Kampf gegen die Erreger schicken. Leider mindern die Botenstoffe jedoch die Wirkung des Hormons Insulin, das von der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Insulin fördert die Aufnahme des Blutzuckers in die Zellen. Wird seine Aktivität gehemmt, verbleiben mehr Zuckermoleküle im Blut – der Zuckerspiegel steigt. Eine fortgeschrittene Parodontitis erschwert die Einstellung des Blutzuckers, begünstigt starke Schwankungen des Zuckerspiegelsund erhöht so das Risiko für Folgeerkrankungen wie Nierenschäden oder eine Verkalkung der Herzgefäße. Umgekehrt gilt aber auch: Diabetes erhöht die Gefahr, an Parodontitis zu erkranken. Denn zu hohe Zuckerwerte schädigen auf Dauer vor allem die kleinen Blutgefäße – und das schwächt
unter anderem die Widerstandskraft des Zahnfleischs, Infektionen werden begünstigt. Untersuchungen zeigten: Langjährige Diabetiker erkranken häufiger und schwerer parodontal als Nichtdiabetiker. Falls Diabetiker unter Parodontitis leiden, verbessert eine effektive Therapie durch den Zahnarzt in Kombination mit guter häuslicher Mundhygiene nicht nur die Zahngesundheit, sondern auch die Stoffwechseleinstellung – das Insulin wirkt wieder besser. In wissenschaftlichen Studien konnten die Blutzuckerwerte nach wirksamer Behandlung einer Parodontitis gesenkt werden. Zweimal täglich mindestens zwei Minuten gründlich Zähneputzen – das ist die Grundregel.

Insbesondere älteren Patienten ist dazu eine elektrische Zahnbürste zu empfehlen. Viele Senioren haben aufgrund einer eingeschränkten manuellen Geschicklichkeit Probleme, mit der Handzahnbürste alle Gebissbereiche gut zu reinigen. Eine elektrische Bürste kann den Putzerfolg verbessern: Der rotierende Bürstenkopf führt die empfohlenen Putzbewegungen automatisch aus und erleichtert es, alle Zahnpartien zu erreichen.

Quelle:“Lückenlos“

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