Archive for August, 2012

Gesunde Zähne – ein Leben lang

Dienstag, August 7th, 2012

Karies? Nein dank: Durch sorgfältiges Putzen und eine gesunde Ernährung beugen Sie Zahnschäden vor.

Die gute Nachricht : Karies befindet sich in Deutschland auf dem Rückzug. Bei den Erwachsenen ging die Zahl der Zahnverluste durch  Karies in den letzten Jahren  deutlich zurück. Besonders positiv ist die Entwicklung bei den Heranwachsenden –  inzwischen haben rund 70 Prozent der zwölfjährigen noch ein naturgesundes Gebiss. Naturgesund, das heiß: Sämtliche Zähne sind vorhanden, und kein einziger ist kariös oder mit einer Füllung behandelt worden. Für diese erfreuliche Entwicklung sind vorallem drei Faktoren verantwortlich:

1. erfolgreiche Vorsorgekonzepte bei Kindern und Jugendlichen;
2. eine sehr gute zahnärtzliche Versorgung;
3. die breite Anwendung fluoridhaltiger Zahncremes.

Die schlechte Nachricht: Trotz aller Fortschritte ist Karies noch immer die  mit Abstand häufigste Infektionskrankheit. Nach wie vor hat hierzulande kaum ein Erwachsener ein  naturgesundes Gebiss. Zwar sind große, sofort ins Auge fallende Defekte im Zahnschmelz seltener geworden – dafür treten aber umso häufiger Löcher in den Zahnzwischenräumen auf. Stark zugenommen hat auch die so genannte versteckte Karies. Sie ist die Schattenseite der fluoridhaltiger Zahnpasten: Der härtende Effekt des Fluorides lässt die Schmelzoberfläche noch intakt aussehen, obwohl sich darunter bereits Karies entwickelt hat. Darüber hinaus finden die Kariesbakterien in jüngster Zeit vermehrt eine neue Angriffsfläche: freiliegende Zahnhälse. Aufgrund der steigenden Zahl an Parodontitis-Erkrankungen weicht bei vielen Menschen das entzündete Zahnfleisch zurück und legt dabei die Wurzeloberfläche am Zahnhals frei. Hier fehlt von Natur aus der schützende Zahnschmelz, es können sich deshalb relativ leicht bakterielle Beläge bilden.

Speichel schützt den Schmelz

Trotz des allgemein positiven Trends bleibt Karies also eine Herausforderung. Dabei bestehen die Hauptristiken in den verschiedenen Altersgruppen an unterschiedlichen Stellen im Gebiss. So tritt bei Kleinkindern überwiegend die so genannte Nuckelflaschenkaries an den Schneidezähnen auf. Vom Vorschul- bis ins Teenageralter sind dagegen vor allem die Kauflächen der Backenzähne kariesgefährdet, Bei jüngeren Erwachsenen bis etwa zur Lebensmitte entwickelt sich Karies häufig in den Zahnzwischenräumen, während bei älteren Menschen oft die freiliegenden Zahnhälse betroffen sind. Wie ensteht Karies überhaupt? Als Haupterreger gelten Streptokokken und Lactobazillen. Diese Bakterien können sich selbst auf frisch gesputzen Zahnoberflächen schon nach wenigen Stunden wieder ansiedeln. Sie ernähren sich vorwiegend von den Kohlenhydraten in unserer Nahrung – speziell Zucker lieben sie  besonders. Die Mikrooranismen verdauen den süßen Stoff zu aggressiven Säuren, die wichtige Mineralstoffe aus dem Zahnschmelz lösen. Normalerweise sorgt der Speichel nach Säureattacken für eine baldige Reminalisierung und repariert so die  Zahnoberfläche. Seine Schutzwirkung ist allerdings begrenzt: Hat sich aufgrund unzureichender Mundhygiene ein dichter bakterieller Zahnbelag gebildet, kann der Speichel seine Reperaturfunktionen nicht mehr voll erfüllen – dem Zahnschmelz werden mehr  Mineralien entzogen, als durch Speichel und die Fluoride in der Zahncreme ersetzt werden können. Erfolgt der Säureangriff über längere Zeit, bilden sich zunächst Entkalkungen im Zahnschmelz. Die beginnende Karies ist für den Zahnarzt als weißer Fleck erkennbar. In dieser frühen Phase kann die Erkrankung in aller Regel noch ohne Bohrer – Einsatz  geheilt werden: Kleinere Defekte lassen  sich durch eine gezielte Remineralisierung mittels konzentrierter Fluorid-Präparate reparieren.

Früherkennung nur beim Zahnarzt
Besteht der Verdacht auf eine versteckte Karies – etwa im Zahnzwischenraum oder unter einer noch intakten Schmelzoberfläche -, machen geeignete Methoden dennoch die frühzeitige Diagnose möglich: Im Röntgenbild sieht der Zahnarzt dunkle Schatten, falls Kariesbakterien in den Zahn vorgedrungen sind. Ein relativ neues Verfahren zur Kariesfrüherkennung ist die Laserfluoreszenz. Dabei wird der Zahn mit violettem Licht bestrahlt – gesunde Bereiche leuchten grün, von Karies befallene Zahnsubstanz erscheint rot.

Putzen stoppt die Plaque
Wird Karies nicht schon im Anfangsstadium erkannt und behandelt, attackieren die Bakterien schließlich auch das unter dem Schmelz liegende  Zahnbein (Dentin). Es ist deutlich weicher als der Schmelz und deshalb anfälliger – im Dentin kann sich Karies schnell ausbreiten und ein Loch in den Zahn fressen. Ist es erst einmal so weit gekommen, muss der betroffene Bereich mit dem Bohrer gesäubert werden. Dank moderenen, feineren Instrumenten lässt sich dabei heute deutlich mehr gesunde Zahnsubstanz erhalten als früher. Nach schonender  Vorbehandlung wird das Loch mit  einer Füllung geschlossen. Dringen die Kariesbakterien sogar  bis ins  Zahnmark vor, kommt es zu einer schmerzhaften Nervenentzündung. Um den Zahn zu retten, ist dann meistens eine Wurzelbehandlung erforderlich. Zerstörte Zahnsubstanz kann der Körper nicht ersetzten. Jedes Loch im Zahn bleibt ein dauerhafter Schaden, den nur der Zahnarzt beheben kann. Vorbeugen ist besser als  Bohren: Durch konsequente Vorsorge lässt sich Karies im Keim ersticken. Entscheidende Maßnahme ist die tägliche und sorgfältige Mundhygiene mit Zahnbürste, fluoridhaltiger Zahncreme sowie Zahnseide oder Zwischenraumbürsten. Die Reinigung der Zahnzwischenräume ist dabei keinesfalls zweitranig – bilden sich hier bakterielle Beläge, wird die Enstehung von Karies besonders begünstigt.

Die Profis in der Praxis helfen Ihnen gerne
Eine optimale Zahnpflege gelingt allerdings nicht im Alleingang. Um zuverlässig vorzubeugen, braucht jeder Mensch die Hilfe seines Zahnarztes: Bei der halbjährlichen Kontrolluntersuchung erkennt er Problembereiche in der Regel so frühzeitig, dass Karies gar nicht erst entstehen kann. Als wirksame Unterstützung der Prophylaxe hat sich die Professionelle Zahnreinigung in  der Praxis bewährt . Dabei entfernt der Arzt oder eine speziell ausgebildete Fachkraft alle bakterielle Beläge besonderes gründlich – auch in Zahnzwischenräumen oder Nischen, die für den Patienten selbst nur schwer zugänglich sind. Darüber hinaus werden alle Zähne poliert und fluoridiert. Diese Maßnahme erschwert Karieskeimen die Ansiedlung erheblich. Besteht ein erhöhtes Kariesrisiko – etwa bei reduziertem Speichelfluss, Zahnfehlstellung, besonders eng stehenden Zähnen, beim Tragen von festsitzenden Zahnspangen oder bei pflegebedürftigen Personen -, bietet eine Extraportion Fluoride zusätzlichen Schutz. Sie wirken am besten über den direkten Kontakt am Schmelz, eine regelmäßige Anwendung fluoridhaltiger Gele oder Mundspüllösungen ist daher sinnvoll. In der Praxis kann der Zahnarzt Fluorid hochkonzentriert als Lack auftragen; er bietet Kariesschutz für mehrere Monate.

Kauen gegen Karies
Ausgewogene und vollwertige Ernährung trägt wesentlich zur Zahngesundheit bei. Eine ganz wichtige Rolle spielt gründliches Kauen. Viele der heute üblichen Nahrungsittel sind jedoch zu weich – durch die relativ geringe Kausleistung wird zu wenig Speichel gebildet.  Zum Wohle seiner Zähne sollte der Mensch möglichst oft härtere und faserhaltige Lebensmittel verzehren wie zum Beispiel Rohkost, Vollkornbrot und Müsli. Auch zuckerfreie Kaugummis schützen die Zähne, in dem sie den Speichelfluss anregen. Zucker an sich muss nicht schädlich sein. Er wird nur dann zum Auslöser von Karies, wenn er zu oft verzehrt und die Mundhygiene vernachlässigt wird Die wichtigste Grundregel in Bezug auf Süßigkeiten lautet: nicht über den Tag verteilt immer wieder zugreifen (und damit die Kariesbakterien ständig füttern), sondern Süßes nur direkt nach den Hauptmahlzeiten naschen – und anschließend die Zähne putzen. Als besonderer Leckerbissen für Karieskeime entuppen sich Lebensmittel, die eine Kombination aus Stärke und Zucker enthalten. Aufgrund der klebrigen Stärke haften Cornflakes,  Cracker,  Kekse, Chips, und Salzstangen extrem hartnäckig am Zahnschmelz. Es ist daher empfehlenswert, auf den knabberkram zumindest dann zu verzichten, wenn danach keine Gelegenheit besteht, die Zähne zu putzen.

Quelle: „Lückenlos“

Rückenschmerzen – Wenn der Kiefer den Körper plagt

Dienstag, August 7th, 2012

,,Der Mund ist der Eingang aller Krankheiten und der Ausgang aller Leiden“, sagt ein chinesiches Sprichwort. Und da ist wirklich etwas dran: So können  Bissstörungen oder Zahnschäden zum Beispiel Rückenschmerzen hervorrufen.Die meisten Menschen kämen wahrscheinlich nicht auf die Idee, zu ihrem Zahnarzt zu gehen, wenn sie beständig unter Rückenschmerzen leiden. Doch ein  Besuch in der Praxis lohnt sich unter Umständen – denn die Ursache von Wirbelsäulen-Problemen könnten tatsächlich im Mund liegen. Das Kreuz mit dem Kreuz hat sich zur Volkskrankheit entwickelt: Wie eine Umfrage des Robert Koch-Instituts vor zehn Jahren ergab, litt schon damals jeder fünfte Erwachsene in Deutschland unter chronischen Rückenbeschwerden. In  vielen Fällen können  die Ärzte nicht sagen, was  die genaue Ursache ist – nur bei zehn bis 15 Prozent der Patienten sind tatsächlich die Bahndscheiben schuld. Meistens jedoch lautet die Diagnose ,,unspezifische Rückenschmerzen“, das heißt: Die Wirbelsäule weist keine ernsteren organischen Schäden auf. In  diesen Fällen werden im Allgemeinem krampfartige Muskelverspannungen für die Schmerzattacken verantwortlich gemacht.Durchbeißen im Alltag
Viele der Betroffenen erleben nicht nur eine Rückenschmerz – Episode. Die meisten Patienten leiden in mehr oder weniger großen Abständen wiederholt unter Kreuzbeschwerden – bei manchen tut die Wirbelsäule sogar ständig weh. Als wesentliche Ursache für chronische Beschwerden wird eine permanenter Spannungszustand der  Muskeln angenommen: Er entsteht nicht nur  durch Fehlhaltung oder Bewegungsmangel, sondern vielfach aufgrund einer hohen Stressbelastung. Bei Menschen, die  in ihrem  Alltag regelmäßig ,, unter Strom“ stehen, sind nicht nur die Nerven, sondern auch die Muskeln angespannt. Zu den möglichen Auslösern für Verspannungen und Schmerzen im Rücken zählen  außerdem Fehlfunktionen im Bereich der Kiefergelenke oder Zähne. Zahnärzte bezeichnen derartige Störungen als Cranio-Mandibuläre Dysfunktion (CMD) – der Name leitet sich ab  von den Begriffen ,,Cranicum“ (Schädel), ,, Mandibula“ (Unterkiefer) und ,, Dysfuntkion“ (Fehlfunktion). Das Krankheitsbild CMD beruht auf einem gestörten  Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer sowie auf Zahnfehlstellungen, die entweder natürlich bedingt sind oder durch nicht korrekt sitzenden Zahnertsatz. Ist das komplexe craniomandibuläre Gefüge aus Zähnen, Kiefergelenk, Muskeln, Sehnen und Bändern beieinträchtigt, kann es  zu Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich kommen, die schließlich auch in den Rücken ausstrahlen. Eine CMD kann außerdem folgende Symptome hervorrufen:

– Schmerzen in der Kiefermuskulatur beim Kauen;
– eingeschränkte Kieferöffnung;
– Reibe- oder Knackgeräusche im Kiefergelenk;
– eingeschränkte Kopfdrehung;
– Kopfschmerzen;
– plötzlich auftretende Bissprobleme wie das Gefühl, dass die Zähne nicht mehr richtig
aufeinanderpassen.

Ein sehr häufiges Symptom der CMD ist das Zähneknirschen. Viele Menschen beißen sich in wahrsten Sinne des Wortes durchs Leben – meistens in der Nacht und völlig unbewusst. Wer im Schlaf mit  den Zähnen knirscht, führt dabei stark pressende oder mahlende Kaubewegungen aus: Ihr Druck kann bis zu zehnmal höher sein als beim normalen Essen. Passiert das regelmäßig, leiden  die Zähne enorm – an Kauflächen und Schneidekannten erfolgt starker Abrieb, es entstehen Risse im Zahnschmelz, einzelne Zähne können sich lockern oder abbrechen.

Gezielte Behandlung
Der Zahnarzt kann mit speziellen Diagnosemethoden feststellen, ob hinter den Beschwerden seines Patienten eine Fehlfunktion der Kiefergelenke steckt: Fachleute sprechen von der so genannten Funktionsanalyse. Ziel dieser komplexen Methode ist es, mögliche krankmachende Veränderungen im Wechselspiel  von Zähnen, Muskeln und Kiefergelenk festzustellen. Die Kosten einer Funktionsanalyse werden von den gesetzlichen Krankenkassen allerdings nicht erstattet – sie muss daher nach der Gebührenordnung für Zahnärtze als Privatleistung abgerechnet werden. Die Therapie der Craniomandibulären Dysfunktion hängt von der jeweiligen Diagnose ab. Knirscht jemand mit den Zähnen, kann der  Zahnarzt Entlastung schaffen, indem  er für seine Patienten eine individuelle Aufbissschiene anfertigen lässt. Sie wird nachts auf die Zahnreihe gesetzt, um das Gebiss vor weiterem Abrieb zu schützen. Sind Zahnfehlstellungen, zu hohe Füllungen oder Kronen, schlecht sitzender oder schadhafter Zahnersatz oder Lücken im Seitenzahnbereich Ursache einer craniomandibulären Dysfunktion, kann der Zahnarzt schnell helfen: indem er zum Beispiel eine überstehende Füllung einschleift oder neuen, funktionsgerechten Zahnersatz eingliedert. Manchmal erweist sich aber auch eine kieferorthopädische Behandlung als nötig. Welche Therapie im Einzelfall zu empfehlen ist, stellt der Zahnarzt aufgrund der jeweiligen Diagnose fest.

Quelle. „Lückenlos“

Auch Pflegebedürftige brauchen den Zahnarzt

Dienstag, August 7th, 2012

Deutschland altert: Immer mehr Menschen sind dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen. Die Zahnmedizinische Versorung von Pflegebedürftigen ist aber leider  noch nicht flächendeckend gesichert.

Wie ist  die Betreuung von Pflegebedürftigen zurzeit geregelt?
Geregelt ist noch garnichts. Handelt es sich um pflegebedürftige, die mobil sind – unter Umständen mit Begleitung -, wird  die  Behandlung wie bei allen anderen Patienten in der Praxis durchgeführt. Besteht die dazu nötige Mobilität jedoch nicht mehr, ist eine zahnmedizinische Betreuung nur möglich, indem der Zahnarzt den Patienten zuhause oder im Heim besucht. Das bedeutet ein erheblich größeren Personal- und Zeitaufwand. Es können auch nicht alle Behandlungen am Pflegebett durchgeführt werden. Eine generelle ,,aufsuchende Betreuung“ durch den Zahnarzt ist  in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht vorgesehen und wird auch nicht vergüte

Wird der  Wunsch  nach einem Hausbesuch oft herangetragen?
Die Nachfrage steigt – auch aufgrund der demographischen Entwicklung. Nur etwa 30 Prozent der Pflegebedürftigen leben in stationären Einrichtungen. Die zahnmedizinische Betreuung ist dort natürlich leichter zu organisieren als in einem Privathaushalt. Doch da lebt die Mehrheit der Pflegebedürftigen. Eine regelmäßige Zahnmedizinische Versorgung bekommen viele von Ihnen nicht. Es gibt in einigen Bundesländern zwar Modellprojekte, die mit Pflegeeinrichtungen oder einzelnen Krankenkassen durchgeführt werden, doch von einer flächendeckenden Versorgung sind wir weit entfernt.

Kümmert sich nicht auch das Pflegepersonal um die Zahngesundheit?
Es ist allgemein bekannt, dass das Personal meistens unter einer enorm hohen Arbeitsbelastung leidet. Die Mundpflege steht deshalb vielfach nicht an erster Stelle. Hinzu kommt: Die Pflegekräfte sind oft nicht ausreichend über die Bedeutung der Zahngesundheit informiert. Es wird zwar versucht, entsprechende Schulungen anzubieten, aber das kostet Zeit und Geld.

Warum ist die Mundhygiene auch im forgeschrittenen Alter so wichtig ?
Der Erhalt einer Kaufähigkeit und ein keimarmes Mundmilieu sind auch von großen allgemeinmedizinischer Bedeuutung: Eine hohe Keimbelastung der Mundhöhle, Parodontitis oder Zahnverlust mit fehlender Kaufunktion erhöhen das Risiko bei Diabetes, Herz- und Kreislauferkankungen sowie Magenleiden. Die ohnehin angegriffene Allgemeingesundheit wird zusätzlich enorm belastet.

Was kann der Zahnarzt bei einem Besuch am Krankenbett leisten?
Sehr Viel! Er kann Befunde aufnehmen, den Zustand von Zähnen und Zahnersatz prüfen und zum Beispiel Abdrücke für Prothesenreperaturen vornehmen, um die Kaufähigkeit zu erhalten. Es gibt zwar mobile Behandlungseinheiten, mit denen man am Bett sogar Zahnstein entfernen oder Füllungen legen kann. Die hat aber nicht jeder Zahnarzt zur Verfügung, weil sie sehr teuer sind.

Wie kann man die Zahnmedizinische Betreuung von Pflegebedürftigen verbessern?
Der Bedarf wird weiter steigern. Der Gesetzgeber hat darauf reagiert, indem er die Krankenkassen verpflichtet, zusätzliche Mittel für die Versorgung von Pflegebedürftigen bereitzustellen. Die Organisation der Betreuung muss den regionalen Besonderheiten Rechnung tragen: Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Ich weiß, dass Zahnärztinnen und Zahnärtze bereit sind, sich der Herausforderung ,,Versorgung von Pflegebedürftigen“ zu stellen!

Quelle: „Lückenlos“

Erste Klasse, zweite Zähne

Dienstag, August 7th, 2012

Mit dem Start in die Schulzeit beginnt nicht nur ein neuer Lebensabschnitt, sondern auch der Zahnwechsel. Damit die bleibenden Zähne möglichst das ganze Leben halten, sollte sie von Anfang an richtig gepflegt werden.

Der erste Wackelzahn ist ein unübersehbares Signal: Die Milchzähne verabschieden sich und werden von den bleibenden Zähnen verdrängt . Um den Zeitpunkt der Einschulung, im Alter zwischen sechs und acht Jahren, lockern sich zunächst die mittleren unteren Schneidezähne. Wenn der erste von ihnen wackelt, hat der Zahnwechsel aber eigentlich schon längst begonnen: Oft sogar vom Kind und auch von den Eltern unbemerkt, sind bereits die ersten großen Backenzähne erschienen – ihr Durchbruch erfolgt gewöhnlich unauffällig, da sie hinter der Milchzahnreihe heranwachsen und keinen Vorgänger hinauswerfen müssen.

Kauflächen gut putzen

Eltern sollten etwa ab dem sechsten Geburtstag immer mal wieder überprüfen, ob schon ,, heimlich“ ein bleibender Backenzahn erschienen ist. Denn die gefurchte Kaufläche dieser so genannten Sechsermolaren ist besonders anfällig für Karies und sollte deshalb von Anfang an gründlich geputzt werden. Sind alle Sechser-Backenzähne durchgebrochen, empfiehlt sich zudem ein Besuch beim Zahnarzt: Er kann die Grübchen (Fissuren) in den Kauflächen mit einer dünnen Kunststoffschicht versiegeln – sie schützt für mehrere Jahre vor Karies. Die Fissurenversiegelung zählt zu den kassenzahnärtzlichen Leistungen, die gesetzlich versicherte Patienten im Alter zwischen 6 – 17 Jahren zuzahlungsfrei in Anspruch nehmen dürfen.

Ein Durchbruch in Phasen
Der Zahnwechsel verläuft in mehreren Abschnitten. In der ersten Phase brechen alle Schneidezähne durch. Die zweite Phase beginnt etwa mit 9 Jahren: Zunächst erscheinen im Oberkiefer die ersten kleinen Backenzähne, während der Milcheckzahn dort noch stehen bleibt. Im Unterkiefer brechen dagegen erst die Eckzähne und dann  die ersten kleinen Backenzähne durch. Weiter geht es mit den zweiten kleinen Backenzähnen – zunächst oben, dann unten. Erst danach folgen die oberen Eckzähne. Als letzte Milchzähne fallen die zweiten kleinen Backenzähne unten aus: Das geschieht durchschnittlich im zwölften Lebensjahr. Ganz zum Schluss kommen dann die großen Molaren ganz am Ende der Zahnreihe. Normalerweise ist das bleibende Gebiss im Alter von zwölfeinhalb Jahren vollständig – abgesehen von den Weisheitszähnen. Die beschriebene Reihenfolge ist der Normalfall, Abweichungen davon sind jedoch nicht unüblich. Damit die bleibenden Zähne möglichst lange gesund bleiben, sollten sie von  Anfang an sorgfältig gepflegt werden. Der Zahnarzt und sein Team erklären, welche Putztechnik jetzt die richtige ist. Weil die durchbrechenden Zähne, Lücken und engere Zwischenräume die Zahnpflege erschweren, sollten Eltern weiterhin regelmäßig den Putzerfolg kontrollieren.

Quelle: „Lückenlos“