Langfristiger Erfolg nach Parodontaltherapie

Das Gemeinsame Ziel von Zahnarzt, Team und Patient sollte eine dauerhafte Mund-und Zahngesundheit sein. Nur so könnnen Zähne und hochwertige Versorgungen lange erhalten bleiben. Dazu sind entsprechend durchstrukturierte Prophylaxe-, Parodontitis-und Pflege-Konzepte erforderlich

Erfolg steht und fällt mit unter einer  konsequenten täglichen Zahnpflege! Darum steht das gesamte Zahnarzt-Team mit all seinem ,,Wissen und können“ den Prophylaxe-Patienten kompetent zur Seite. Ein gut aufgestelltes Praxisteam, das regelmäßig geschult wird, ist der erste Schritt zu optimalen Behandlungsergebnissen für den Patient. Dazu gehöhren Bereiche von Erfassung, Maßnahmenplanung, Recall und Förderung der Patienten-Eigenverantwortung im Parodontitis – Intensivprophylaxe-Programm. Alle im Team – von der Auszubildenden bis zur Verwaltungsexpertin – sollten über die Abläufe und Empfehlungen geschult sein.

Wertschätzung und Offenheit im Patientengespräch

Heutzutage werden Prophylaxe-Behandlungen oft noch nebenbei und umsonst angeboten oder zu Tiefstpreisen. Und das trotz hochqualifizierter Expertinnen! Der Wert einer Prophylaxe-Leistung wird somit ernorm gemindert. Kein Wunder, dass Patienten verunsichert reagieren, wenn sie zwischen kostenlosen Angeboten und durchdachten, hochwertigen Konzepten über mehrere Sitzungen von 300 Euro wählen sollen.

In einem persönlichen Patientenvorgespräch lässt sich jedoch schnell Klärung finden. Ein gelungenes Patientengespräch beginnt mit dem ,, Einstieg in die Welt des anderen“ und die bewusste Wahrnehmung der Körpersprache des Gegenübers. Gehen Sie dann erst ,,in Führung“, wenn eine gute Beziehung hergestellt ist. Der Patient ist so für das Anliegen aufgeschlossen und kann der Argumentation aufmerksam folgen. Als Experte seiner Symptomatik, seiner Wünsche und seiner Anforderungen in die Kommunikation und in eine mögliche Entscheidungsfindung wird er aktiv mit einbezogen.

Am Schluss des Gesprächs sollte das Ergebnis zusammengefasst werden, das heißt Vereinbarungen noch einmal auf den Punkt bringen oder einen Termin fixieren. Sprache steuert die Interaktion und Kommunikation mit unseren Mitmenschen.

Das meiden von Fachbegriffen bewirkt eine verständliche und sympathische Patientensprache und legt die Basis für ein wertschätzendes Gesrpäch auf allen Seiten. Auf diese Art und Weise fördern erfolgreiche Teams nicht nur das Patienteninteresse und -verständnis, sondern auch die Akzeptanz ihrer Dienstleistung.

Erstuntersuchung, Risikoklassifizierung und Anamnese

Mittels PSI Code (Parodontaler Screening Index) wird die Erstdiagnostik vom Zahnarzt aufgenommen, woran sich die weiteren Behandlungsschritte anlehnen, Dazu gehört auch die Abdeckung einer speziellen Anamnese unter Berücksichtigung iatrogener, systemischer und genetischer Faktoren.

Aspekte wie:
– Allergien
– genetische Disposition
– Medikamente (u.a. Antieleptika, Anorektika, Antiepileptika, Kalzium-Antagonisten, Anxiolytika, Neuroleptika)
– Diabetes
– Autoimmunerkrankung
– Candidiasis
– Viruserkrankung (Herpes/HIV)
– Leukämie
– Essverhalten
– Rauch- und Alkoholverhalten

Besonders Rauchen sowie Nikotin in Verbindung mit Alkohol sind die stärksten extrinsischen Risikofaktoren für Die Parodontitis.

Hinreichend dokumentiert und besprochen werden auch:

– Schleimhautveränderung
– subgingivale Mikroflora
– Furkationsbeteiligung
– Suppuration
– Erosionen
– Abrasionen
– Attritionen
– Rezessionen.

Risikofaktoren geben Aufschluss über Recall-Empfehlungen:

– niedriges Risiko ( alle 6 Monate)
– mittleres Risiko ( alle 4 Monate)
– hohes Risiko       (alle 3 Monate)

Tipp: Einmal jährlich den Intervall überprüfen und neu festlegen. Bei einer Veränderung – egal ob positiv oder negativ – müssen Behandlungsschritte und Patientenmotivation beachtet und angepasst werden.

Behandlungsablauf

Um Bakterien in der Mundhöhle und im Aerosol zu minimieren (Schutz vor Infektionen), spült der  Patient vor dem Schall- oder Ultraschall-Scaling für 60 Sekunden mit einer unverdünnten 0,12 bis 0,2 % CHX-Lösung. Nach der maschinellen Biofilmentfernung im Sulkus werden mit der feinen After Five Sonde (Hu-Friedy) noch vorhandene, tiefsitzende Zahnstein oder konkrementese geprüft. Diese werden schonend punktuell mit Handinstrument entfernt.

 Der Einsatz eines Soft Glycin Pulvers hat sich danach sehr bewährt. Nach der Anwendung wird der Sulkus noch einmal gut gespült, um Pulverreste zu beseitigen. Die Abschlusspolitur rundert das Ergebnis ab.. Erst nach den praktischen Pflegetipps wird ein  Fluorid oder CHX-Lack (Fluorprotector und/oder Cervitec) aufgetragen.

Aktive Mundhygieneberatung

Anhand der jeweiligen Ausgangssituation lernen Patienten durch eigene Erfahrungen (Einsatz von Einbüschelbürste, Zahnbürsten, Zahnpasten, Interdentalbürstschen), dass Mundpflege durchaus leicht und einfach durchführbar ist.
Das Ergebnis: Hochmotivierte Patienten mit guter Mundpflege.

Quelle: „DI“

Leave a Reply