Zahnpflege- Alles, was Sie wissen müssen

Alles, was Sie wissen müssen

Zähneputzen ist kinderleicht- sollte man meinen. Doch zur bestmöglichen Mundhygiene gehören sowohl das nötige Wissen als auch die richtigen Werkzeuge. Mit unseren Tipps schlagen Sie Karies und Parodontitis ein Schnippchen.

Zwei Minuten können ganz schön lang sein. Jedenfalls beim Zähneputzen: Da fällt es vielen Menschen schwer, die empfohlene Mindestzeit durchzuhalten. Zwar nehmen die allermeisten Bundesbürger ihre Zahnbürste brav morgens und abends in die Hand. Doch wenn sie nach gefühlten zwei Minuten den Mund ausspülen, ist tatsächlich oft erst die halbe Zeit vergangen- Studien zeigen, dass viele Menschen die Dauer ihrer Zahnpflege deutlich überschätzen und das Putzen deshalb zu früh beenden. Wer zu kurz bürstet, kann seine Zähne aber nicht gründlich genug reinigen.

Gehen Sie systematisch vor

Was können Sie tun, damit das „langweilige“ Ritual der Mundhygiene leichter von der Hand geht und zwei Minuten wie im Flug verstreichen? Ganz entscheidend ist vor allem ein systematisches Vorgehen. Indemm Sie sich ganz bewusst jeden Bereich im Kiefer vornehmen, kürzen Sie die Zeit subjetkiv ab. Wählen Sie dabei am besten jedes Mal die gleiche Reihenfolge. Putzen Sie zum Beispiel erst alle Kauflächen im Unterkiefer, dann die Außenflächen, dann die Innenflächen- und gehen Sie anschließend im Oberkiefer genauso vor. Ein weiterer Tipp: Mit einer elektrischen Zahnbürste fällt es leichter, die empfohlene Putzzeit einzuhalten. Das liegt nicht nur am eingebauten Timer – elektrische Bürstenführen rotierende oder schwingende Putzbewegungen automatisch aus, ihre Handhabungist daher weniger anstrengen.

Nicht schrubben, sondern wischen

Feilen Sie auch an Ihrer Putztechnik. Dabei kommt es vor allem auf drei Dinge an

1. Nicht schrubben !Führen Sie die Zahnbürste mit kreisenden oder wischenden Bewegungn über die Zähne, und zwar grundsätzlich „von Rot nach Weiß“- setzen Sie am Zahnfleisch an und putzen Sie in Richtung Kaufläche.

2. Bürste anwinkeln! Setzen Sie die Zahnbürste nicht ganz gerade auf die Zähne, sondern angewinkelt. Durch eine leichte Drehung in Richtung Zahnfleisch rutschen die Borsten ohne erhöhten Druck auch in die Nischen zwischen den Zähnen hinhein.

3. Nur leicht drücken! Viele Menschen putzen ihre Zähne sehr kräftig. Zuviel druck kann jedoch das Weichgewebe verletzen und das Zahnfleisch zurückdrängen, bei harten Borsten sind sogar Zahnschmelzschäden möglich. Ein gefühl für den richtigen Anpressdruck bekommen Sie, wenn Sie mit dem Kopf Ihrer Zahnbürste auf die Küchenwaage drücken, bis diese 150 Gramm anzeigt.

Der Zahnarzt hilft

Mit einer falschen  Putztechnik können Sie unter Umständen Verletzungen oder Schäden verursachen. Sprechen Sie daher ruhig Ihren Zahnarzt an, und lassen Sie sich in der Praxis die für Sie ideale Putztechnik zeigen. Zur optimalen Zahnpflege  gehört natürlich auch die Wahl einer geeigneten Zahnbürst. Egal, ob Sie von Hand oder elektrisch putzen: Empfehlenswert ist ein kleiner Bürstenkopf- damit können Sie im Mund besser „manövrieren“ und sowohl die Innenseiten als auch die Backenzähne gut erreichen.Grundsätzlich können harte Borsten mehr bakterielle Beläge entfernen als weiche. Die harten Modelle eignen sich aber nur für Menschen, die keine Probleme mit dem Zahnfleisch haben. Wer zu Zahnfleischentzündungen neigt oder freiliegende Zahnhälse hat, benutzt lieber eine weiche Bürste.

Zahnpasta mit Flourid wählen

Welche ist die richtige Zahnpasta? Grundsätzlich sind die handelsüblichen Marken heute fast alle gut geeignet. Es empfiehlt sich jedoch, auf Folgendes zu achten:

• Die Zahncreme sollte unbedingt Flourid enthalten. Flourid schützt vor Karies- und zwar am besten, wenn es von aussen auf die Zahn oberfläche einwirkt.

• Spezialpasten gegen hartnäckige Beläge oder zur Zahnaufhellung sollten Sie nicht täglich anwenden- bei Dauernutzung könnte der Zahnschmelz angegriffen werden. Bei empfindlichen Zahnhälsen tut vor allem der Verzehr kalter und heißer Speisen und Getränken weh, aber auch Schmerzen beim Zähneputzen sind möglich. Geeignete Pflegeprodukte können Abhilfe schaffen: Zahnbürsten für sensible Zähne verfügen über abgerundete Schonborsten. Spezielle Zahncremes für schmerzempfindliche Zähne enthalten zum Beispiel Inhaltsstoffe, die offene Dentinkanälchen verschließen sollen, um so die freiliegenden Nervenfasern von äußeren Reizen abzuschotten.

Denken Sie an die Zwischenräume 

Leider reicht sorgfältiges Putzen mit Zahnbürste und -creme allein nicht aus, um alle bakteriellen Beläge zu beseitigen. Denn in die Zahnzwischenräume kommt die normale Bürste nicht hinein, sie machen immerhin fast ein Drittel der gesamten Zahnoberfläsche aus. Und genau hier nistet sich ein Großteil der gefährlichen Keime ein: Die meisten Zahnschäden und Zahnfleischentzündungen gehen von der Plaque in den Zwischenräumen aus. Um wirksam vorzubeugen, müssen Sie auch diese Bereiche täglich säubern- am besten abends vor dem Zähneputze. Ohne spezielle Hilfsmittel geht das nicht: Zur Wahl stehen Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen. Ist das Zahnfleisch noch nicht zurückgewichen und stehen die Zähne eng nebeneinander, ist Zahnseide das Hilfsmittel der Wahl, um Beläge aus den Zwischenräumen zu entfernen. Wer Schwierigkeiten im Umgang mit Zahnseide hat, kann zur Not auf antibakterielle Mundspülunglösung zurückgreifen. Sie bieten zumindest einen gewissen Schutz vor Karies und Zahnfleischentzündungen, in dem sie die Ausbreitung der Plaque hemmen. Sind die Zahnzwischenräume etwas größer, werden sie am besten mit Interdentalbürstchen gesäubert. Ihre mikrofeinen Borsten sind bezüglich der Effektivität allen anderen Hilfsmitteln zur Reinigung der Zahnzwischenräume überlegen.

Mindestens zweimal täglich putzen

„Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen“- diese Regel lässt sich zwar leicht merke, im Alltag jedoch schwer umzusetzen. Immer direkt nach einer Mahlzeit die Zahnbürste zu zuücken, ist aber auch nicht nötig: Entscheidend ist, dass Sie ihre Zähne mindestens zweimal am Tag gründlich mit einer flouridhaltigen Zahncreme putzen, damit Beläge regelmäßig entfertn und die ähne ausreichend mit Flouriden versorgt werden. Auch bei optimaler  Pflege schaffen Sie es in der Regel nocht allein, ihre Zähne völlig frei von  Plaque zu halten. So entwickelt sich bei fast allen Menschen auch bei richtiger Putztechnik etwas Zahnstein. Dieser harte Belag lässt sich mit keiner Zahnbürste entfernen- an seiner rauen Oberfläche können sich Plaquebakterien jedoch besonders leicht ansiedeln. Nehmen Sie deshalb die halbjährlichen Kontrolluntersuchungen wahr, damit der Zahnarzt Munderkrankungen rechtzeitig erkennen und Risikofaktoren wie Zahnstein beseitigen kann.

Quelle: „Lückenlos“

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