Entzündungen im Mund-Der Zahnarzt hilft

Entzündungen der Mundschleimhaut sind oft sehr schmerzhaft. Lassen Sie die Ursache für Rötungen, Schwellungen,gelbliche Bläschen oder weiße Beläge vom Zahnarzt abklären- er ist der Facharzt für Munderkrankungen.

Reden,Lahen,Trinken,Essen,Küssen: Unser Mund  ist eigentlich immer in Aktion. Doch manchmal möchte der Mensch am liebsten nur noch schweigen und auch nichts mehr zu sich nehmen- wenn die Mundschleimhaut entzündet ist und sich wunde Stellen oder Bläschen bilden,macht das Essen oder Trinken keinen Spaß mehr. Im Gegenteil: Es schmerzt und brennt im Mund, und manchmal fällt sogar das Schlucken schwer.

Die Schleimhaut ist empfindlich 

Entzündungen der Mundschleimhaut beruhen meistens auf einer bakteriellen Infektion,manchmal stecken aber auch Viren oder Pilze dahinter. Mögliche Ausgangspunkte der Infektion sind mechanische Reizungen oder Verletzungen, etwa durch

•Nahrungsbestandteile wie Krusten,Knochensplitter oder Gräten;

•schief stehende Zähne;

•zu harte Zahnbürsten;

•schlecht sitzende Prothesen;

•festsitzende Zahnspangen.

Davon abgesehen können Keime aus unzureichend entfernten Zahnbelägen die Schleimhaut infizieren und Zahnfleischentzündungen hervorrufen. Als Betroffener sollten Sie Schmerzen,Schwellungen, wunde Stellen oder auffällige Veränderungen im Mund sowie Zahnfleischbluten nicht ignorieren oder selbst behandeln, sondern die Ursache vom Zahnarzt klären lassen. Er ist der Facharzt für Munderkrankungen und kann beurteilen, was hinter den Symptomen steckt und wie die Beschwerden am besten gelindert werden.

Lästige Bläschen

Zu den häufigsten Veränderungen der Mundschleimhaut gehören die so genannten Aphthen. Diese kleinen Bläschen entwickeln sich vorwiegend am Zahnfleisch, in der Wangengegend, am Gaumen oder auf der Zungenspitze. Aphthen sind in der Regel leicht erkennbar: Typischerweise zeigen sie sich als scharf begrenzter,weißer oder gelblicher Fleck, der von einem roten Hof umgeben ist. Die lästigen Geschwüre tun höllisch weg, bei jedem Schluck und jedem Bissen machen sie sich brennend bemerkbar. Eine ursächliche Behandlung von Aphthen gibt es bisher nicht. In der Therapie stehen daher schmerzlindernde Maßnahmen im Vordergrund. Hilfreich sind unter anderem Mundspülungen,Sprays, Gele oder Salben, zum Beispiel mit örtlich betäubenden Substanzen. Eine alternative stellen Lösungen oder Tinkturen auf pflanzlicher Basis dar. Auch Lutschtabletten können die Beschwerden erträglicher machen.

Wenn die Prothese drückt

Entzündungen im Mund gehen häufig von herausnehmbarem Zahnersatz aus. Selbst bei optimalem Sitz der Prothese lassen sich Druckstellen nicht immer vermeiden. Denn mit den Zähnen verliert der Kiefer auch seine ursprüngliche Struktur: Ein allmählicher Knochenabbau setzt ein. Weil die Veränderung kontinuierlich fortschreitet, entstehen zwischen dem zurückweichenden Kieferkamm und der Prothese immer wieder Hohlräume, die an anderer stelle zu einer erhöhten Druckbelastung führen. Gleichzeitig wird das Bindegewebe dünner und reagiert empfindlich auf mechanische Reize. Deshalb kann es leicht zu Druckstellen und Entzündungen kommen, die unter der ständigen Belastung durch die Dritten schlecht abheilen.

Auch die Dritten brauchen Pflege

Falls eine Prothese spürbar drückt, sollte der Patient in jedem Falle seinen Zahnarzt aufsuchen, um ihren korrekten Sitz prüfen zu lassen. Grundsätzlich gilt: Auch die Dritten brauchen Pflege- und der halbjährliche Kontrollbesuch beim Zahnarzt ist genauso wichtig wie zu vor. Leider lassen sich viele ältere Menschen zu selten in der Zahnarztpraxis blicken: Mehr als ein Drittel der Prothesenträger über 75 nimmt die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen nicht wahr. Wird die Prothese zu selten überprüft, ist ein optimaler Sitz nicht gewährleistet- es besteht dann die Gefahr einer chronischen Entzündung oder Schleimhaut.

Heiß und kalt vermeiden

Patienten mit entzündeter  Mundschleimhaut sollten auf sehr heiße und ganz kalte Speisen und Getränke verzichten. Durch die Wahl von weichen,weniggewürzten und nicht-sauren Nahrungsmitteln lassen sich die Schmerzen beim Essen und Trinken etwas mildern. Gut geeignet sind Milchprodukte,pürierte Speisen und Suppen. Zuckerfreie Kaugummis regen den Speichelfluss an und können so zu einer Linderung der Beschwerden beitragen. Es empfiehlt sich, den Konsum von Alkohol und Zigaretten zumindest einzustellen, bis die Entzündung vollständig abgeklungen ist- beide Genussmittel sind Gift für die geschädigte Mundschleimhaut. Eine regelmäßige Spülung der Mundhöhle kann den Heilungsprozess unterstützen, zum Beispiel mit Salbei – oder Kamillentee. Oder auch mit einer antiseptischen Mundspüllösung- sie sollte allerdings keinen Alkohol enthalten. Mit einer weichen Zahnbürste vermeiden Sie zusätzliche Verletzungen des Zahnfleischs.

Gute Mundhygiene beugt vor

Falls Sie zu wiederkehrenden Mundinfektionen oder Aphthen neigen, sollten Sie auf eine besondere sorgfältige Mundhygiene achten. Putzen Sie mindestens zweimal täglich gründlich die Zähne, und reinigen Sie jeden Abend auch die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder einer Interdentalbürste. Fragen Sie Ihren Zahnarzt, welche Maßnahmen außerdem sinnvoll sind. Lassen Sie Plaque und Zahnstein vorbeugend halbjährlich bei einer professionellen Zahnreinigung in der Praxis entfernen. Vor einem Pilzbefall auf der Zunge können Sie sich die Zungenoberfläche täglich mit einem speziellen Zungenschaber reinigen.

Quelle:“Lückenlos“

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