Archive for Juni, 2012

Langfristiger Erfolg nach Parodontaltherapie

Dienstag, Juni 26th, 2012

Das Gemeinsame Ziel von Zahnarzt, Team und Patient sollte eine dauerhafte Mund-und Zahngesundheit sein. Nur so könnnen Zähne und hochwertige Versorgungen lange erhalten bleiben. Dazu sind entsprechend durchstrukturierte Prophylaxe-, Parodontitis-und Pflege-Konzepte erforderlich

Erfolg steht und fällt mit unter einer  konsequenten täglichen Zahnpflege! Darum steht das gesamte Zahnarzt-Team mit all seinem ,,Wissen und können“ den Prophylaxe-Patienten kompetent zur Seite. Ein gut aufgestelltes Praxisteam, das regelmäßig geschult wird, ist der erste Schritt zu optimalen Behandlungsergebnissen für den Patient. Dazu gehöhren Bereiche von Erfassung, Maßnahmenplanung, Recall und Förderung der Patienten-Eigenverantwortung im Parodontitis – Intensivprophylaxe-Programm. Alle im Team – von der Auszubildenden bis zur Verwaltungsexpertin – sollten über die Abläufe und Empfehlungen geschult sein.

Wertschätzung und Offenheit im Patientengespräch

Heutzutage werden Prophylaxe-Behandlungen oft noch nebenbei und umsonst angeboten oder zu Tiefstpreisen. Und das trotz hochqualifizierter Expertinnen! Der Wert einer Prophylaxe-Leistung wird somit ernorm gemindert. Kein Wunder, dass Patienten verunsichert reagieren, wenn sie zwischen kostenlosen Angeboten und durchdachten, hochwertigen Konzepten über mehrere Sitzungen von 300 Euro wählen sollen.

In einem persönlichen Patientenvorgespräch lässt sich jedoch schnell Klärung finden. Ein gelungenes Patientengespräch beginnt mit dem ,, Einstieg in die Welt des anderen“ und die bewusste Wahrnehmung der Körpersprache des Gegenübers. Gehen Sie dann erst ,,in Führung“, wenn eine gute Beziehung hergestellt ist. Der Patient ist so für das Anliegen aufgeschlossen und kann der Argumentation aufmerksam folgen. Als Experte seiner Symptomatik, seiner Wünsche und seiner Anforderungen in die Kommunikation und in eine mögliche Entscheidungsfindung wird er aktiv mit einbezogen.

Am Schluss des Gesprächs sollte das Ergebnis zusammengefasst werden, das heißt Vereinbarungen noch einmal auf den Punkt bringen oder einen Termin fixieren. Sprache steuert die Interaktion und Kommunikation mit unseren Mitmenschen.

Das meiden von Fachbegriffen bewirkt eine verständliche und sympathische Patientensprache und legt die Basis für ein wertschätzendes Gesrpäch auf allen Seiten. Auf diese Art und Weise fördern erfolgreiche Teams nicht nur das Patienteninteresse und -verständnis, sondern auch die Akzeptanz ihrer Dienstleistung.

Erstuntersuchung, Risikoklassifizierung und Anamnese

Mittels PSI Code (Parodontaler Screening Index) wird die Erstdiagnostik vom Zahnarzt aufgenommen, woran sich die weiteren Behandlungsschritte anlehnen, Dazu gehört auch die Abdeckung einer speziellen Anamnese unter Berücksichtigung iatrogener, systemischer und genetischer Faktoren.

Aspekte wie:
– Allergien
– genetische Disposition
– Medikamente (u.a. Antieleptika, Anorektika, Antiepileptika, Kalzium-Antagonisten, Anxiolytika, Neuroleptika)
– Diabetes
– Autoimmunerkrankung
– Candidiasis
– Viruserkrankung (Herpes/HIV)
– Leukämie
– Essverhalten
– Rauch- und Alkoholverhalten

Besonders Rauchen sowie Nikotin in Verbindung mit Alkohol sind die stärksten extrinsischen Risikofaktoren für Die Parodontitis.

Hinreichend dokumentiert und besprochen werden auch:

– Schleimhautveränderung
– subgingivale Mikroflora
– Furkationsbeteiligung
– Suppuration
– Erosionen
– Abrasionen
– Attritionen
– Rezessionen.

Risikofaktoren geben Aufschluss über Recall-Empfehlungen:

– niedriges Risiko ( alle 6 Monate)
– mittleres Risiko ( alle 4 Monate)
– hohes Risiko       (alle 3 Monate)

Tipp: Einmal jährlich den Intervall überprüfen und neu festlegen. Bei einer Veränderung – egal ob positiv oder negativ – müssen Behandlungsschritte und Patientenmotivation beachtet und angepasst werden.

Behandlungsablauf

Um Bakterien in der Mundhöhle und im Aerosol zu minimieren (Schutz vor Infektionen), spült der  Patient vor dem Schall- oder Ultraschall-Scaling für 60 Sekunden mit einer unverdünnten 0,12 bis 0,2 % CHX-Lösung. Nach der maschinellen Biofilmentfernung im Sulkus werden mit der feinen After Five Sonde (Hu-Friedy) noch vorhandene, tiefsitzende Zahnstein oder konkrementese geprüft. Diese werden schonend punktuell mit Handinstrument entfernt.

 Der Einsatz eines Soft Glycin Pulvers hat sich danach sehr bewährt. Nach der Anwendung wird der Sulkus noch einmal gut gespült, um Pulverreste zu beseitigen. Die Abschlusspolitur rundert das Ergebnis ab.. Erst nach den praktischen Pflegetipps wird ein  Fluorid oder CHX-Lack (Fluorprotector und/oder Cervitec) aufgetragen.

Aktive Mundhygieneberatung

Anhand der jeweiligen Ausgangssituation lernen Patienten durch eigene Erfahrungen (Einsatz von Einbüschelbürste, Zahnbürsten, Zahnpasten, Interdentalbürstschen), dass Mundpflege durchaus leicht und einfach durchführbar ist.
Das Ergebnis: Hochmotivierte Patienten mit guter Mundpflege.

Quelle: „DI“

Zahnpflege- Alles, was Sie wissen müssen

Donnerstag, Juni 21st, 2012

Alles, was Sie wissen müssen

Zähneputzen ist kinderleicht- sollte man meinen. Doch zur bestmöglichen Mundhygiene gehören sowohl das nötige Wissen als auch die richtigen Werkzeuge. Mit unseren Tipps schlagen Sie Karies und Parodontitis ein Schnippchen.

Zwei Minuten können ganz schön lang sein. Jedenfalls beim Zähneputzen: Da fällt es vielen Menschen schwer, die empfohlene Mindestzeit durchzuhalten. Zwar nehmen die allermeisten Bundesbürger ihre Zahnbürste brav morgens und abends in die Hand. Doch wenn sie nach gefühlten zwei Minuten den Mund ausspülen, ist tatsächlich oft erst die halbe Zeit vergangen- Studien zeigen, dass viele Menschen die Dauer ihrer Zahnpflege deutlich überschätzen und das Putzen deshalb zu früh beenden. Wer zu kurz bürstet, kann seine Zähne aber nicht gründlich genug reinigen.

Gehen Sie systematisch vor

Was können Sie tun, damit das „langweilige“ Ritual der Mundhygiene leichter von der Hand geht und zwei Minuten wie im Flug verstreichen? Ganz entscheidend ist vor allem ein systematisches Vorgehen. Indemm Sie sich ganz bewusst jeden Bereich im Kiefer vornehmen, kürzen Sie die Zeit subjetkiv ab. Wählen Sie dabei am besten jedes Mal die gleiche Reihenfolge. Putzen Sie zum Beispiel erst alle Kauflächen im Unterkiefer, dann die Außenflächen, dann die Innenflächen- und gehen Sie anschließend im Oberkiefer genauso vor. Ein weiterer Tipp: Mit einer elektrischen Zahnbürste fällt es leichter, die empfohlene Putzzeit einzuhalten. Das liegt nicht nur am eingebauten Timer – elektrische Bürstenführen rotierende oder schwingende Putzbewegungen automatisch aus, ihre Handhabungist daher weniger anstrengen.

Nicht schrubben, sondern wischen

Feilen Sie auch an Ihrer Putztechnik. Dabei kommt es vor allem auf drei Dinge an

1. Nicht schrubben !Führen Sie die Zahnbürste mit kreisenden oder wischenden Bewegungn über die Zähne, und zwar grundsätzlich „von Rot nach Weiß“- setzen Sie am Zahnfleisch an und putzen Sie in Richtung Kaufläche.

2. Bürste anwinkeln! Setzen Sie die Zahnbürste nicht ganz gerade auf die Zähne, sondern angewinkelt. Durch eine leichte Drehung in Richtung Zahnfleisch rutschen die Borsten ohne erhöhten Druck auch in die Nischen zwischen den Zähnen hinhein.

3. Nur leicht drücken! Viele Menschen putzen ihre Zähne sehr kräftig. Zuviel druck kann jedoch das Weichgewebe verletzen und das Zahnfleisch zurückdrängen, bei harten Borsten sind sogar Zahnschmelzschäden möglich. Ein gefühl für den richtigen Anpressdruck bekommen Sie, wenn Sie mit dem Kopf Ihrer Zahnbürste auf die Küchenwaage drücken, bis diese 150 Gramm anzeigt.

Der Zahnarzt hilft

Mit einer falschen  Putztechnik können Sie unter Umständen Verletzungen oder Schäden verursachen. Sprechen Sie daher ruhig Ihren Zahnarzt an, und lassen Sie sich in der Praxis die für Sie ideale Putztechnik zeigen. Zur optimalen Zahnpflege  gehört natürlich auch die Wahl einer geeigneten Zahnbürst. Egal, ob Sie von Hand oder elektrisch putzen: Empfehlenswert ist ein kleiner Bürstenkopf- damit können Sie im Mund besser „manövrieren“ und sowohl die Innenseiten als auch die Backenzähne gut erreichen.Grundsätzlich können harte Borsten mehr bakterielle Beläge entfernen als weiche. Die harten Modelle eignen sich aber nur für Menschen, die keine Probleme mit dem Zahnfleisch haben. Wer zu Zahnfleischentzündungen neigt oder freiliegende Zahnhälse hat, benutzt lieber eine weiche Bürste.

Zahnpasta mit Flourid wählen

Welche ist die richtige Zahnpasta? Grundsätzlich sind die handelsüblichen Marken heute fast alle gut geeignet. Es empfiehlt sich jedoch, auf Folgendes zu achten:

• Die Zahncreme sollte unbedingt Flourid enthalten. Flourid schützt vor Karies- und zwar am besten, wenn es von aussen auf die Zahn oberfläche einwirkt.

• Spezialpasten gegen hartnäckige Beläge oder zur Zahnaufhellung sollten Sie nicht täglich anwenden- bei Dauernutzung könnte der Zahnschmelz angegriffen werden. Bei empfindlichen Zahnhälsen tut vor allem der Verzehr kalter und heißer Speisen und Getränken weh, aber auch Schmerzen beim Zähneputzen sind möglich. Geeignete Pflegeprodukte können Abhilfe schaffen: Zahnbürsten für sensible Zähne verfügen über abgerundete Schonborsten. Spezielle Zahncremes für schmerzempfindliche Zähne enthalten zum Beispiel Inhaltsstoffe, die offene Dentinkanälchen verschließen sollen, um so die freiliegenden Nervenfasern von äußeren Reizen abzuschotten.

Denken Sie an die Zwischenräume 

Leider reicht sorgfältiges Putzen mit Zahnbürste und -creme allein nicht aus, um alle bakteriellen Beläge zu beseitigen. Denn in die Zahnzwischenräume kommt die normale Bürste nicht hinein, sie machen immerhin fast ein Drittel der gesamten Zahnoberfläsche aus. Und genau hier nistet sich ein Großteil der gefährlichen Keime ein: Die meisten Zahnschäden und Zahnfleischentzündungen gehen von der Plaque in den Zwischenräumen aus. Um wirksam vorzubeugen, müssen Sie auch diese Bereiche täglich säubern- am besten abends vor dem Zähneputze. Ohne spezielle Hilfsmittel geht das nicht: Zur Wahl stehen Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen. Ist das Zahnfleisch noch nicht zurückgewichen und stehen die Zähne eng nebeneinander, ist Zahnseide das Hilfsmittel der Wahl, um Beläge aus den Zwischenräumen zu entfernen. Wer Schwierigkeiten im Umgang mit Zahnseide hat, kann zur Not auf antibakterielle Mundspülunglösung zurückgreifen. Sie bieten zumindest einen gewissen Schutz vor Karies und Zahnfleischentzündungen, in dem sie die Ausbreitung der Plaque hemmen. Sind die Zahnzwischenräume etwas größer, werden sie am besten mit Interdentalbürstchen gesäubert. Ihre mikrofeinen Borsten sind bezüglich der Effektivität allen anderen Hilfsmitteln zur Reinigung der Zahnzwischenräume überlegen.

Mindestens zweimal täglich putzen

„Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen“- diese Regel lässt sich zwar leicht merke, im Alltag jedoch schwer umzusetzen. Immer direkt nach einer Mahlzeit die Zahnbürste zu zuücken, ist aber auch nicht nötig: Entscheidend ist, dass Sie ihre Zähne mindestens zweimal am Tag gründlich mit einer flouridhaltigen Zahncreme putzen, damit Beläge regelmäßig entfertn und die ähne ausreichend mit Flouriden versorgt werden. Auch bei optimaler  Pflege schaffen Sie es in der Regel nocht allein, ihre Zähne völlig frei von  Plaque zu halten. So entwickelt sich bei fast allen Menschen auch bei richtiger Putztechnik etwas Zahnstein. Dieser harte Belag lässt sich mit keiner Zahnbürste entfernen- an seiner rauen Oberfläche können sich Plaquebakterien jedoch besonders leicht ansiedeln. Nehmen Sie deshalb die halbjährlichen Kontrolluntersuchungen wahr, damit der Zahnarzt Munderkrankungen rechtzeitig erkennen und Risikofaktoren wie Zahnstein beseitigen kann.

Quelle: „Lückenlos“

Kopfschmerzen? Manchmal sind Zähne schuld

Donnerstag, Juni 21st, 2012

Haben Sie häufig Kopfschmerzen oder Rückenbeschwerdern? Falls kein anderes Arzt die Ursache findet könnte sich ein Besuch beim Zahnarzt lohnen- denn es wäre möglich, dass Ihr Biss nicht stimmt.

Mächtig unter Druck: Stress zählt zu den Hauptursachen eines zunehmend verbreiteten Krankheitsbildes- Zahnärzte sprechen von Craniomandibulärer Dysfunktion (CMD). Sie bezeichnen damit verschiedene Beschwerden, die auf einer Fehlstellung der Kiefergelenke oder auf Verspannungen der Kaumuskulatur beruhen. Funktionsstörungen im Kiefer beeinträchtigen nich nur den Kauvorgang und die Zahngesundheit, sie können sich darüber hinaus auf andere Körperbereiche auswirken. Zu den möglichen Folgen zählen vor allem Kopf- und Nackenschmerzen, aber auch Rückenbeschwerden oder Nervenschmerzen im Gesicht.

Komplexe Diagnose

Wenn immer wieder der Schädel brummt, oder es im Rücken zwickt, denkt kaum ein Mensch zuerst an die Zähne. Oft auch der Hausrazt nicht. Viele Patienten haben deshalb schon eine kleine „Odysse“ hinter sich – vom Hausarzt zu verschiedenen Fachärzten-, bis sie schließlich dem Zahnarzt ihr Problem schildern. Er kann mit speziellen Diagnosemethoden feststellen, ob hinter den Beschwerden eine Fehlfunktion der Kiefergelenke steckt: Zahnmediziner sprechen von der so genannten Funktionsanalyse. Ziel dieser komplexen Methode ist es, mögliche krankmachende Veränderungen im Wechselspiel von Zähnen,Muskeln und Kiefergelenk festzustellen. Dazu untersucht der Zahnarzt zunächst manuell die Kaumuskulatur und Kieferbeweglichkeit; anschließend erfolgt eine instrumentelle Diagnose mit speziellen Messgeräten. Die Kosten einer Funktionsanalyse werden von den gesetzlichen Krankenkassen allerdings nicht erstattet- sie muss daher nach der Gebührenordnung für Zahnärzte als Privatleistung abgerechnet werden. Mögliche Ursachen einer Craniomandibulären Dysfunktion sind nicht nur Stress und ständige Anspannung.Die Gründe können durchaus auch im Mund zu finden sein- wie etwa Zahnfehlstellungen, zu hohe Füllungen oder Kronen, schlecht sitzender Zahnersatz oder schadhafter Zahnersatz sowie Lücken im Seitenzahnbereich.In  diesen Fällen kann der Zahnarzt schnell helfen,indem er zum Beispiel eine überstehende Füllung einschleift oder neuen,funktionsgerechten Zahnersatz eingliedert. Manchmal erweist sich aber auch eine kieferorthopädische Behandlung als nötig. Welche Therapie im Einzelfall erforderlich ist, stellt der Zahnarzt aufgrund der jeweiligen Diagnose fest.

Hauptsymptom- Zähneknirschen

Zu den häufigsten Symptomen der CMD zählt das Zähneknirschen. Viele Menschen beißen sich im wahrsten Sinne des Wortes durchs Leben- meistens in der Nacht und in aller Regel völlig unbewusst: Das Knirschen erfolgt  oft in Traumphasen, in denen das Gehirn seelische Belastungen verarbeitet. Die Betroffenen bemerken daher gar nichts von ihren nächtlichen Aktivitäten- sie spüren nur irgendwann Kopfschmerzen oder starke Verspannung der Kau- und Nackenmuskulatur. Wer im Schlaf mit den Zähnen knirscht,führt dabei stark pressende oder mahlende Kaubewegungen aus: Ihr Druck kann bis zu zehnmal höher sein als beim normalen Essen. Passiert das regelmäßig,leiden die Zähne enorm- an Kauflächen und Schneidekanten erfolgt starker Abrieb, es entstehen Risse im Zahnschmelz,einzelne Zähne, können sich lockern oder zerbrechen. Im schlimmsten Fall werden die Zähne über Jahre bis auf kleine Strümpfe abgeschliffen. Das unwillkürliche Zubeißen schadet aber nicht nur dem Gebiss. Die übermäßige Anspannung der Muskeln löst häufig auch Schmerzen in der Kaumuskulatur und den Kiefergelenken aus. Das kann dazu führen,dass sich der Mund nur noch eingeschränkt öffnen lässt – auch Reibe- oder Knackgeräusche im Kiefergelenk treten häufig auf.

Eine Schiene schützt

Die Behandlung der Craniomandibulären Dysfunktion hängt von der jeweiligen Diagnose ab. Knirscht der Betroffenen mit den Zähnen, kann der Zahnarzt Entlastung schaffe, indem er für seinen Patienten eine individuelle Aufbisschiene anfertigen lässt. Sie wird nachts auf die Zahnreihe gesetzt, um das Gebiss vor weiterem Abrieb zu schützen. Gleichzeitig vermindert die Schiene den Druck auf die Kiefergelenke und bewirkt so eine spürbare Entspannung der Kaumuskulatur. Eine Aufbissschiene verhindert zwar das <knirschen-gegen Stress und seelische Probleme kann sie jedoch nicht helfen. Der Zahnarzt wird daher oftmals zusätzlich eine Entspannungstherapie empfehlen. Bei hoher psychischer Belastung haben sich ergänzend zur zahnmedizinischen Behandlung eine Physiotherapie zur Lockerung der Kaumuskulatur sowie psychotherapeutische Unterstützung bewährt.

Manchmal knirschen schon Kinder 

Unter nächtlichem Zähneknirschen können bereits Kinder und Jugendliche leiden. Wenn sie über Schmerzen im Kieferbereich oder Schwierigkeiten beim Öffnen  des Mundes klagen, sollten die Eltern unbedingt den Zahnarzt zu Rate ziehen.Wird das Problem bei Kindern nicht rechtzeitig und fachgerecht behanelt, drohen langfristige Zahnschäden.  Auch bei jungen Menschen kann das nächtliche Zähneknirschen verschiedene Ursache haben- häufig stehen selbst sie schon unter Leistungsdruck und Stress. welche Behandlung der Zahnarzt vorschlägt, hängt unter anderem davon ab, wie alt der Patient ist und wie viele bleibende Zähne schon vorhanden sind.

Quelle: „Lückenlos“

Rettung für Kinderzähne

Donnerstag, Juni 21st, 2012

Jugendliche verlieren heute weit mehr Zähne durch einen Unfall als durch Karies. Das müsste nicht sen: Ausgeschlagene Zähne kann der Zahnarzt wieder einsetzen- wenn sie richtig gelagert werden. Vorbildlich ist das Zahnrettungskonzept in Hildesheim: Schulen, Schwimmbäder und Sportvereine halten Zahnrettungsboxen bereit.

Auf dem Schulhof geht es hoch her, die Kinder rennen,toben,rangeln- plötzlich Schreie: Zwei Schüler sind unglücklich zusammengestoßen, ein Mädchen blutet aus einer Zahnlücke. Es hat sich einen der oberen Schneidezähne samt Wurzel ausgeschlagen.Ist der Zahn jetzt für immer verloren? Nicht unbedingt: Mit entsprechender Vorsorge kann ihn ein Zahnarzt wiedereinsetzen. Der Zahn muss in der Zwischenzeit nur richtig gelagert werden. Ärzte haben eine Flüssigkeit entwickelt, in der Zahn ein mindestens 24 Stunden überleben kann. „Es handelt sich um ein Transportmedium, wie man es von Organtransplantationen kennt“, sagt Professor Dr. Andreas Fillipi, Oralchirurg an der Universität Basel. Die Spezialflüssigkeit enthält alles, was Zähne und vor allem die empfindlichen Wurzelzellen zum Überleben brauchen.

Zelltod im Taschentuch 

„Ein Zahn hängt am Kiefer wie ein Bungee-Springer am Seil“, erklärt Professor Dr. Christian Splieht, Zahnmediziner an der Universität Greifswald. Spezielle Zellen auf der Wurzel produzieren eine Art Zement, der die Befestigung für das „Bungeeseil“ am Zahn bildet. Andere Zellen stellen ebendieses Seil  her, also die Verbindung zum Knochen. „Wenn diese Zellarten absterbe, ist der Zahn verloren“,ergänzt  Prof.  Fillipi. Er kann nach dem Wiedereinpflanzen nicht mehr sicher anwachsen. Ohne spezielles Lagermedium haben die Zellen kaum eine Chance. „Ganz schlecht ist es, den Zahn in ein Taschentuch einzuwickeln“, warnt Filippi. „Dann sind die Zellen an der Wurzel sofort tot.“ Auch den Zahn bis zum Arztbesuch im Mund zu behalten, bringt nicht viel: Dort attackieren Bakterien die Wurzeloberfläche. Das passiert in H-Milch zwar nicht- aber auch darin kann ein Zahn höchstens zwei Stunden überleben.

Zahnrettungsboxen an jeder Schule

„Schafft man es, den Zahn wieder einzupflanzen, lassen sich vor allem bei Kindern weitreichende Folgeschäden und-kosten vermeiden“, sagt Dr. Theodor Rittmeier, Vorsitzender der Hildesheimer Initiative für Zahngesundheit e.V. (HIZ). Ende Oktober 2011 hat die HIZ zusammen mit der Firma „Zahnexperten24“ in Stadt und Landkreis Hildesheim in über 300 Schule, Schwimmbädern und Sportvereinen Zahnrettungsboxen deponiert und die Lehrer, Schwimm- und Sportwarte im Umgang damit geschult. Etwa 10.000 € Euro schätzt, Rittermeier, kostet die zahnmedizinische Behandlung im Laufe eines Lebens, wenn einem zwölfjährigen Kind ein ausgeschlagener Schneidezahn nicht wieder eingesetzt wird. Brücken wachsen nicht mit und müssen über die Jahre mehrmals ausgetauscht werden; außerdem bildet sich der Kiefer zurück, was der Zahnarzt ebenfalls häufig und aufwändig korrigieren muss. Demgegenüber stehen für die Kostenträger überschaubare 100 bis 200 € für die Zahnrettungsboxen und das Wiedereinsetzen beim Zahnarzt. „Das lohnt sich für eine Versicherung, die für alle Kosten aufkommt, die der Unfall eines Kindes in der Schule nach sich zieht“, so Rittermeiers Kosten-Nutzen-Analyse. Die Bundeszahnärztekammer spricht sich dafür aus, dass in ganz Deutschland in allen Kindertagesstätten, Schulen,Sportanlagen und medizinischen Einrichtungen eine Zahnrettungsbox vorhanden ist. Dieses Ziel verfolgt auch die Firma Zahnexperten24 mit ihrer Kampagne „Zähne retten und schützen“: Sie widmet sich seit 2009 intensiv der flächendeckenden Einführung eines nachhaltigen Zahnrettungskonzepts.

Quelle: „Lückenlos“

Entzündungen im Mund-Der Zahnarzt hilft

Donnerstag, Juni 21st, 2012

Entzündungen der Mundschleimhaut sind oft sehr schmerzhaft. Lassen Sie die Ursache für Rötungen, Schwellungen,gelbliche Bläschen oder weiße Beläge vom Zahnarzt abklären- er ist der Facharzt für Munderkrankungen.

Reden,Lahen,Trinken,Essen,Küssen: Unser Mund  ist eigentlich immer in Aktion. Doch manchmal möchte der Mensch am liebsten nur noch schweigen und auch nichts mehr zu sich nehmen- wenn die Mundschleimhaut entzündet ist und sich wunde Stellen oder Bläschen bilden,macht das Essen oder Trinken keinen Spaß mehr. Im Gegenteil: Es schmerzt und brennt im Mund, und manchmal fällt sogar das Schlucken schwer.

Die Schleimhaut ist empfindlich 

Entzündungen der Mundschleimhaut beruhen meistens auf einer bakteriellen Infektion,manchmal stecken aber auch Viren oder Pilze dahinter. Mögliche Ausgangspunkte der Infektion sind mechanische Reizungen oder Verletzungen, etwa durch

•Nahrungsbestandteile wie Krusten,Knochensplitter oder Gräten;

•schief stehende Zähne;

•zu harte Zahnbürsten;

•schlecht sitzende Prothesen;

•festsitzende Zahnspangen.

Davon abgesehen können Keime aus unzureichend entfernten Zahnbelägen die Schleimhaut infizieren und Zahnfleischentzündungen hervorrufen. Als Betroffener sollten Sie Schmerzen,Schwellungen, wunde Stellen oder auffällige Veränderungen im Mund sowie Zahnfleischbluten nicht ignorieren oder selbst behandeln, sondern die Ursache vom Zahnarzt klären lassen. Er ist der Facharzt für Munderkrankungen und kann beurteilen, was hinter den Symptomen steckt und wie die Beschwerden am besten gelindert werden.

Lästige Bläschen

Zu den häufigsten Veränderungen der Mundschleimhaut gehören die so genannten Aphthen. Diese kleinen Bläschen entwickeln sich vorwiegend am Zahnfleisch, in der Wangengegend, am Gaumen oder auf der Zungenspitze. Aphthen sind in der Regel leicht erkennbar: Typischerweise zeigen sie sich als scharf begrenzter,weißer oder gelblicher Fleck, der von einem roten Hof umgeben ist. Die lästigen Geschwüre tun höllisch weg, bei jedem Schluck und jedem Bissen machen sie sich brennend bemerkbar. Eine ursächliche Behandlung von Aphthen gibt es bisher nicht. In der Therapie stehen daher schmerzlindernde Maßnahmen im Vordergrund. Hilfreich sind unter anderem Mundspülungen,Sprays, Gele oder Salben, zum Beispiel mit örtlich betäubenden Substanzen. Eine alternative stellen Lösungen oder Tinkturen auf pflanzlicher Basis dar. Auch Lutschtabletten können die Beschwerden erträglicher machen.

Wenn die Prothese drückt

Entzündungen im Mund gehen häufig von herausnehmbarem Zahnersatz aus. Selbst bei optimalem Sitz der Prothese lassen sich Druckstellen nicht immer vermeiden. Denn mit den Zähnen verliert der Kiefer auch seine ursprüngliche Struktur: Ein allmählicher Knochenabbau setzt ein. Weil die Veränderung kontinuierlich fortschreitet, entstehen zwischen dem zurückweichenden Kieferkamm und der Prothese immer wieder Hohlräume, die an anderer stelle zu einer erhöhten Druckbelastung führen. Gleichzeitig wird das Bindegewebe dünner und reagiert empfindlich auf mechanische Reize. Deshalb kann es leicht zu Druckstellen und Entzündungen kommen, die unter der ständigen Belastung durch die Dritten schlecht abheilen.

Auch die Dritten brauchen Pflege

Falls eine Prothese spürbar drückt, sollte der Patient in jedem Falle seinen Zahnarzt aufsuchen, um ihren korrekten Sitz prüfen zu lassen. Grundsätzlich gilt: Auch die Dritten brauchen Pflege- und der halbjährliche Kontrollbesuch beim Zahnarzt ist genauso wichtig wie zu vor. Leider lassen sich viele ältere Menschen zu selten in der Zahnarztpraxis blicken: Mehr als ein Drittel der Prothesenträger über 75 nimmt die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen nicht wahr. Wird die Prothese zu selten überprüft, ist ein optimaler Sitz nicht gewährleistet- es besteht dann die Gefahr einer chronischen Entzündung oder Schleimhaut.

Heiß und kalt vermeiden

Patienten mit entzündeter  Mundschleimhaut sollten auf sehr heiße und ganz kalte Speisen und Getränke verzichten. Durch die Wahl von weichen,weniggewürzten und nicht-sauren Nahrungsmitteln lassen sich die Schmerzen beim Essen und Trinken etwas mildern. Gut geeignet sind Milchprodukte,pürierte Speisen und Suppen. Zuckerfreie Kaugummis regen den Speichelfluss an und können so zu einer Linderung der Beschwerden beitragen. Es empfiehlt sich, den Konsum von Alkohol und Zigaretten zumindest einzustellen, bis die Entzündung vollständig abgeklungen ist- beide Genussmittel sind Gift für die geschädigte Mundschleimhaut. Eine regelmäßige Spülung der Mundhöhle kann den Heilungsprozess unterstützen, zum Beispiel mit Salbei – oder Kamillentee. Oder auch mit einer antiseptischen Mundspüllösung- sie sollte allerdings keinen Alkohol enthalten. Mit einer weichen Zahnbürste vermeiden Sie zusätzliche Verletzungen des Zahnfleischs.

Gute Mundhygiene beugt vor

Falls Sie zu wiederkehrenden Mundinfektionen oder Aphthen neigen, sollten Sie auf eine besondere sorgfältige Mundhygiene achten. Putzen Sie mindestens zweimal täglich gründlich die Zähne, und reinigen Sie jeden Abend auch die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder einer Interdentalbürste. Fragen Sie Ihren Zahnarzt, welche Maßnahmen außerdem sinnvoll sind. Lassen Sie Plaque und Zahnstein vorbeugend halbjährlich bei einer professionellen Zahnreinigung in der Praxis entfernen. Vor einem Pilzbefall auf der Zunge können Sie sich die Zungenoberfläche täglich mit einem speziellen Zungenschaber reinigen.

Quelle:“Lückenlos“

Die Parodontalprophylaxe

Donnerstag, Juni 21st, 2012

Indizes: Parodontalprophylaxe, Ultraschall, PSI, Putztechnik, Biofilm
Prophylaxe verfolgt das Ziel, dem Auftreten und der Verbreitung einer Krankheit vorzubeugen. Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts hat die Mund- und Zahnprophylaxe aktiv zu einer Verminderung von Karies und zu einer gesunden Zahnpflege beigetragen. Dennoch waren präventive oder kurative Parodontalbehandlungen sehr begrenzt und blieben von den Krankenkassen geradezu unbeachtet. Infolgedessen weisen 80 bis 90 % der Erwachsenen mindestens ein Anzeichen auf eine Parodontalerkrankung auf.

Die präventive Parodontalbehandlung verfolgt zwei Ziele:                                  

1. Dem Patienten ein Leben lang gesunde Zähne oder gesunden Zahnersatz zu erhalten.
2. Zur Prävention von systemischen Erkrankungen beizutragen, die durch Entzündungen oder Infekte entstehen.

Die drei Etappen der prophylaktischen Behandlung sind:         
1. Primärpräventation (anfänglich)
2. Sekundärpräventation (die Behandlung erster Anzeichen)
3. Tertiärprävention oder auch Erhaltung.

Diese drei Etappen befolgen denselben Ablauf:            
1. Informieren.
2. Unterweisen.
3. Die ätiologischen Faktoren entfernen.

Informieren
Als Therapeut ist es unsere höchste Pflicht, den Patienten bezüglich der Anzeichen,  der Risiken und des Verlaufs einer oft unbekannten und schmerzlosen Krankheit zu informieren. Im Laufe der Untersuchung müssen wir jedes Anzeichen auf eine Parodontalerkrankung, und sei es noch schwach, diagnostizieren und über Blutungen, Zahnfleischrückgang oder Taschen informieren.

Das Auftreten von mindestens einem Anzeichen an einem Zahn muss den Zahnarzt dazu veranlassen, den Patienten darauf hinzuweisen und einen einfachen PSI-Test nahezulegen (Parodontaler Screening Index oder Zahnfleisch- und Parodontose-Index). Der PSI-Test basiert auf drei Kriterien: Blutung, Zahnstein und Taschentiefe.

Der Nachweis durch den PSI-Test kann in nur drei Minuten anhand einer Parodontalsonde erfolgen. Diese ist im Abstand von 3 mm skaliert. Für den Test müssen die zahnmedizinischen Hygienevorgaben befolgt werden.

Daraufhin werden die Patienten in drei Kategorien unterteilt, die drei Behandlungsabläufen entsprechen:

Kategorie A                                                                                                                              
Index 0: keine Tasche, keine Blutung bei Sondierung, kein Zahnstein, keine übermäßige Restauration.       

Index 1: wie Index 0, aber mit Blutung bei Sondierung.

Index 2: wie Index 1, aber mit Auftreten von Zahnstein und/oder übermäßiger Restauration
Kategorie B
Index 3-: eine oder mehrere Taschen von 4 bis 5 mm, mit Blutung bei Sondierung, mit Zahnstein und/oder übermäßiger Restauration, ohne Zahnfleischrückgang.

Kategorie C
Index 3+: eine oder mehrere Taschen von 4 bis 5 mm, mit Blutung bei Sondierung, mit Zahnstein und/oder übermäßiger Restauration, mit Zahnfleischrückgang an den tiefsten Taschen. Zahnfleischrückgang und Taschentiefen werden für             Jeden Zahn gemessen; der Zahnfleischrückgang wird in mm von Zahnübergang/Zahnschmelz und Zahnfleischrand ausgehend gemessen.

Index 4 : eine oder mehrere Taschen von mindesten 6 mm Tiefe mit Blutung  bei Sondierung, Auftreten von Zahnstein und/oder übermäßiger Restauration, mit oder ohne Zahnfleischrückgang.

Unterweisung zur häuslichen Zahnpflege 

Der Zusammenhang zwischen den Bakterien und der Erkrankung ist ganz offensichtlich: Sämtliche parodontale Erkrankungen  beruhen auf Entzündungen, deren Verlauf aus dem Zusammenspiel von Mund und Bakterien hervorgeht. Der Erfolg einer Parodontalbehandlung hängt weitgehend von der täglichen Entfernung der supragingivalen Bakterien durch den Patient ab.

Deshalb muss der Zusammenhang zwischen dem Belag und der Erkrankung (Blutung, Tasche und Zahnfleischrückgang) dem Patienten veranschaulich werden. Er soll  hierdurch die wichtige Bedeutung dieses Zusammenhangs verstehen. Der Schlüssel zum Erfolg: Unsere Patienten zum Hauptakteur der Behandlung machen. Unsere Aufgabe besteht darin, ihn in seiner schwierigen Rolle ,,Entferner“ des Zahnbelags zu begleiten. In der Parodontoseprophylaxe muss die Aufmerksamkeit auf die zervikalen und proximalen Zahnbeläge gerichtet werden. 

Die Unterweisung in einer speziellen Putztechnik ist erforderlich: Die perfektionierte BASS-Putztechnik hat ihre Wirksamkeit bewiesen, sowohl bei Personen mit gesundem Zahnfleisch, als auch bei Patienten, die unter parodontalen Erkrankungen leiden. Durch die Ausrichtung der Bürste können die Borsten auch die Zahnzwischenräume, die Zahnhalswölbung sowie die Zahnfleischfurche erreichen. 

Die Technik

Die Grundbewegung erfolgt in drei Abläufen:                                                                              

1. Die Bürste über die Zahnseiten gleiten lassen, bis sie mit dem Zahnfleisch in Berührung kommt. Die Borsten stehen in   einem Winkel von 45 zu der Zahnfleischfurche.               

2. Durch eine Abfolge von zehn kleinen Bewegungen massieren. Dabei bleiben die Borsten an den Zähnen. Durch diese Massage wird der Biofilm aufgelöst und das Zahnfleischgewe angeregt.

3. Anhand einer kreisenden Bewegung die Bakterien vom Zahnfleisch in Richtung Zahn entfernen.

Das Putzen

Immer mit den hintersten und am schwersten erreichbaren Molaren beginnen. Anschließend von Tasche zu Tasche dem Bogen folgen. Mit den Zahnaußenseiten beginnen, anschließend die Zahninnenseiten und schließlich die Kauoberflächen putzen. Mit einer Handzahnbürste erfolgt diese Bewegung jeweils für Zahngruppen; mit einer elektrischen Zahnbürste wird jeder Zahn einzeln geputzt, ohne Horizontalbewegung. Eine gute Putztechnik reicht jedoch nicht aus. Die Wahl der Instrumente ist ebenso wichtig. Die ideale Zahnbürste muss über Folgendes verfügen:

-Einen kleinen Kopf, um auch die hinteren Zähne im Mund zu erreichen.

-Weiche Borsten, die sanft reinigen, ohne Ihr Zahnfleisch zu verletzen. 

Verwenden Sie eine Handzahnbürste oder eine elektrische Zahnbürste (,,sensitiv“) , deren Borstendichte möglichst hoch ist. Bei Zahnzwischenräumen sollten Sie geeignete Bürstchen verwendet werden, deren Bürstchendurchmesser in der Zahnarztpraxis ausgewählt wird. Für eine optimale Wirkung müssen wir dauerhaft die Rolle eines ,,Trainers“ einnehmen. Bitten Sie Ihren Patienten darum, zu jedem Termin seine Zahnbürste mitzubringen. So können Sie einschätzen, wie motiviert der Patient ist, und Ihre Trainer Rolle erfüllen.

Die prophylaktische Parodontalbehandlung beruht auf dem mechanischen Auflösen der Biofilme sowie auf der Zahnsteinentfernung. Dank der Vibrationen der Instrumente durch Ultraschall konnte die Methode vereinfacht werden. Die Verbindung der Vibrationen und der Wasserspülung ermöglicht die Entfernung der bakteriellen Beläge ohne Verletzungen; es handelt sich um einen nicht Invasiven Eingriff, bei dem das Gewebe erhalten bleibt. Dank der ausgerichteten Mikro-Ansätze kann die gesamte Zahnoberfläche im Kronen- und Wurzelbereich erreicht werden, enge und tiefe Berreiche eingeschlossen. Ihre Form wird je nach Art der bakteriellen Beläge ausgewählt. Für die Biofilme empfehlen wir die runden Mikro-Ansätze für die mineralisierten Beläge (Zahnstein) die Mikro-Ansätze Kürette. Die Stärke wird sehr niedrig eingestellt, um das Gewebe nicht zu verletzen. In Abhängigkeit von der Härte der  Beläge kann diese erhöht werden. Die Spülung mit Wasser muss sorgfältig eingestellt werden, sodass sie auch das Ende des Ansatzes erreichen kann. Die Ultraschallbehandlung, sei sie supra- oder subgingival, entspricht dem Ablauf der Ultraschallbehandlung der Taschen. Das Debridement der Biofilme, die Zahnsteinentfernung sowie die örtliche Desinfektion erfolgen mit derselben instrumentalen Sequenz. 

Ein Behandlungstermin für die Ultraschallbehandlung der Taschen erfolgt in vier Etappen:
1. Prüfung der Diagnoseuntersuchung.
2. Wiederholung der Zahnputzunterweisung
3. Ultraschallbehandlung: Wahl des Instruments, Einstellung der Stärke und der Wasserspülung, Debridement mit erstem
Ansatz.
4. Besprechung der häuslichen Zahnpflege.

In Abhängigkeit vom PSI-Ergebnis ist die Arbeitszeit unterschiedlich lang. Wir empfehlen ein in Etappen unterteiltes Vorgehen, falls mehrere Termine erforderlich sind. Dies hat eine progressive Verminderung der bakteriellen Belastung zur Folge und somit auch der Entündung, wodurch der Patient geringere Schmerzen ertragen muss.

Schlussfolgerung

Ziel der Prophylaktischen Parodontalbehandlung ist es, die Gesundheit, die Funktionsfähigkeit sowie die Ästhetik der parodontalen Gewebe und Strukturen zu  bewahren, die wiederum für den Zahnerhalt erforderlich sind. Die Behandlung muss mit jeder unserer Handlungen in Verbindung gebracht werden. Denn bedauerlicherweise ist auch unter den besten Bedingungen eine vollständinge Restauration eines ekrankten Zahnbettes nicht möglich. die Parodontalprophylaxe ist notwendig, da sie für den Patienten und die Gesellschaft weniger kostenaufwendig ist. Tatsächlich wurde bewiesen, dass Patienten mit einer ausgeprägten Parodontitis höhere Gesundheitskosten zu tragen haben. Dank neuer Instrumente können die allgemeinen Prinzipien der präventiven und nicht-invasiven Zahnmedizin auf die Parodontologie ausgeweitet werden. Die Erfahrung des behandelnden Arztes sowie das Maß, in dem er die  Behandlungsabläufe einhält, sind ausschlaggebend für die Entfernung der Beläge und des Zahnsteins. Damit die Präventivbehandlungen von parodontalen Erkrankungen in die tägliche Arbeit des Zahnchirurgen integriert werden können, bedarf es seiner Standardisierung. Die Behandlungen  beruhen auf dem Wissen und Verständnis dafür, dass die Erkrankung durch einen Infekt verursacht wird, auf der Art, wie der Betroffene reagiert sowie auf der Handhabung der Ultraschallintrumente.

Quelle:“Lückenlos“