Schlaf-Apnoe Nächtliche Atemnot

Schnarchen belastet nicht nur die Partnerschaft. Bei vielen Betroffenen kommt es immer wieder zu Atemaussetzern – mögliche Folgen sind Bluthochdruck, Herzrasen, kopfschmerzen und Tagesmüdigkeit. Oft kann der Zahnarzt helfen: Eine individuell angefertigte Zahnschiene hält nachts die Atemwege frei.

In vielen deutschen Schlafzimmern herrscht nur tagsüber Ruhe. Nachts hingegen tobt oft dröhnender Lärm – vor allem, wenn die Bewohner über 40 sind: Im mittleren und höheren Lebensalter schnarcht fast jeder zweite Mann und etwa jede vierte Frau. Wenn Menschen im Schlaf nach Luft ringen, kann das ziemlich laut werden – bis zu 90 Dezibel wurden gemessen, das entspricht dem Krach einer Hauptverkehrsstraße. Nächtliches ,,Sägen“ belastet aber nicht nur die Partnerschaft, es kann auch die Gesundheit beeinträchtigen.

Knatterndes Gaumensegel
Ursache der nervenden Geräusche ist eine Verengung der oberen Atemwege – dadurch beschleunigt sich der Luftstrom im Rachenraum, das Gaumensegel flattert hörbar. Bei vielen Schnarchen erschlafft die Muskelatur im Rachenbereich allmählich mehr und mehr, bis die Atemzüge schließlich immer wieder ganz blockiert werden. Stockt wegen der Atemaussetzer die Sauerstoffversorgung des Körpers, schlägt das Gehirn Alarm und löst einen Weckreiz aus: Der Schläfer wacht kurz auf, um aktiv Luft zu holen. Am Morgen kann er sich zwar an diese Weckereignisse nicht erinnern – doch sein normaler Schlafrhythmus ist gestört, das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt. Treten die nächtlichen ,,Atempausen“ wiederholt auf, gelingt es den Betroffenen nicht mehr, in den Tiefschlaf  zu fallen. Damit fehlen ihnen die entscheidenden Erholungsphasen – sie fühlen sich morgens wie gerädert und schon tagsüber müde.

Diagnose im Schlaflabor
Wenn nachts der Atem stockt, sprechen Mediziner von obstruktiver Schlafapnoe. Betroffene Menschen leiden häufig unter Bluthochdruck, ihr Infarkt- und Schlaganfallrisiko ist erhöht. Es empfiehlt sich daher, eine Schlafapnoe möglichst frühzeitig zu behandeln. Wer häufig schnarcht und sich tagsüber oft schlapp fühlt, sollte den Arzt oder Zahnarzt konsultieren. Zur Diagnose bekommt der Patient ein tragbares Messgerät, das nachts den Atemstrom, die Pulsfrequenz und den Sauerstoffgehalt im Blut misst. Ergeben sich dabei auffällige Werte, kann eine exakte Untersuchung im Schlaflabor erfolgen. Bei schweren Formen der Schlafapnoe hilft nur ein Beatmungsgerät. Der Patient trägt nachts eine Maske, durch die die Luft mit leichtem Überdruck in die Atemwege gepumpt wird. Im Bett eine Maske aufzusetzen, ist jedoch gewöhnungsbedürftig und wird von vielen Menschen als unangenehm empfunden.

Zahnschiene verschafft Luft
Eine mögliche Alternative in leichteren und mittelschweren Fällen ist die so genannte Unterkieferprotrusionsschiene: Diese Zahnschiene wird vom Zahnarzt verordnet und nach Abdruck individuell angefertigt. Sie wird nur nachts getragen und zieht dabei den Unterkiefer ein Stück nach vorne – die Zunge sinkt nicht mehr so weit nach hinten, der obere Luftweg erweitert sich. Studien zeigten die Wirksamkeit der individuell angepassten Zahnschienen bei Schlafapnoe: Eine konsequente Anwendung reduziert Kopfschmerzen und Blutdruck und beugt Herzproblemen vor. Die Methode wird von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin in einer Leitlinie anerkannt und empfohlen. Die Kosten der Behandlung werden von einigen gesetzlichen Krankenkassen auf Antrag ganz oder teilweise übernommen, wenn ein entsprechender schlafmedizinischer Befund vorliegt. 

Quelle:“Lückenlos“

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