„Zahnärztliche Behandlungen sind keine Handelsware!“

Zahnersatz- Auktionen im Internet sind nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes legal. Die Zahnärzte in Deutschland kritisieren dieses Urteil: Ihrer Meinung nach ist Medizin keine Ware, die man versteigern kann.

 

Für Kritik bei den Zahnärzten sorgt ein Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) zu Zahnersatz-Auktionsportalen im Internet. Zwei Zahnärzte aus Bayern hatten gegen die Betreiber des Portals www.2te-zahnarztmeinung.de geklagt, auf dem Patienten den Heil- und Kostenplan ihres Zahnarztes „versteigern“ können. Zahnärzte können sich auf diesem Portal gegenseitig bei den Behandlungskosten unterbieten. In zwei Instanzen hatten die Kläger Recht bekommen: Die Richter teilten ihre Auffassung, dass eine medizinische Leistung keine Ware ist, die man im Internet vertreiben kann. Der BGH sah das anders und lässt nun zu, dass medizinische Behandlungen versteigert werden. „Das Urteil ist ein grundfalsches Signal. Patienten und zahnärztliche Behandlungen sind keine Handelsware. Kein seriöser Zahnarzt kann einen Preis nennen, ohne vorher einen Blick in den Mund des Patienten geworfen zu haben“, betont Dr. Janusz Rats aus München. Außerdem  lasse der BGH zu, dass Beitragsgelder in Form von Provisionen an die Betreiber der Auktionsportale fließen. „2te- Zahnarztmeinung.de ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, das sein Geschäft auf dem Rücken von Zahnärzten und Patienten macht. Die Gewinne, die dort erzielt werde, fehlen bei der Patientenversorgung“, kritisiert Rat. Nahezu alle zahnärztlichen Organisationen in Deutschland teilen die Kritik an dem Urteil. Sie respektieren aber auch das Informationsbedürfnis der Menschen vor einer Zahnersatzbehandlung. Deshalb bieten die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und Zahnärztekammern allen gesetzlich versicherten Patienen seit langem an, sich kostenlos bei ihren Patientenberatungsstellen zu informieren.

Quelle: Magazin“Lückenlos“

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