Die synthetische Alternative ohne biologische Vorgeschichte

Die Entwicklung von Knochenersatzmaterialien hat in den letzten Jahren stark zugenommen, da bei fast jedem 2. Patienten von einer Implantation aufgrund starker Kieferkammatrophie ein Knochenaufbau nötig ist. Den Anwendern steht mittlerweile eine Vielzahl an Knochenersatzmaterialien organischen oder anorganischen Ursprungs zur Verfügung. Nach ihrer Herkunft werden sie in autologe, xenogene oder alloplastische Materialien unterteilt.

Neben dem autologen Knochen als sog. Goldstandart entscheiden sich inzwischen viele Anwender auch für alloplastische/vollsynthetische Produkte, wie beispielsweise Materialien auf Hydroxylapatitbasis. Diese bergen keinerlei potenzielles Infektions-oder Allergierisiko und können allein oder auch in Kombination mit autologem Knochen appliziert werden. Die synthetischen Hydroxylapatite früherer Generationen zeigten allerdings wegen ihrer geringen Porosität oft unzureichende biokompatible Eigenschaften. Moderne Hydroxylapatite, können inzwischen in einer Struktur hergestellt werden, die dem menschlichen Knochen genauestens nachempfunden sind. Diese Materialien sind ist als biokompatible, stabile Knochenersatzmaterialien für die MKG-Chirurgier, Implantologie und Parodontologie zur Auffüllung größerer Defekte entwickelt worden und stellen so als synthetisches Hydroxylapatit eine zeitgemäße Alternative zu Hydroxylapatiten allogenen oder xenogenen Ursprungs dar. Aufgrund moderner Herstellungsverfahren sind diese Produkte biokompatibel, ermöglichen so eine schnelle Osseointegration und damit ein stabiles Implantatlager. Dazu liegen jetzt erste Ergebnisse einer Großstudie mit Schafen vor, die nach 3 Monaten eine gute Durchdringung des syntetischen Hydroxylapatits mit neugebildetem Knochen zeigen. Sowohl in der Peripherie des Defekts als auch zentral in einer Geflechtknochenbildung um die Partikel und in deren Poren in Kombination mit einem hohen Maß an direktem Knochen-Partikelkontakt sichtbar. Die Partikel zeigen sowohl nach 1 als auch nach 3 Monaten einen stimulierenden Effekt auf die Osteoblastenaktivität, Matrixmineralisation und Knochenbildung an ihrer Oberfläche.Dabei ist die Osteokalzinexpression in den mit Partikeloberfläche in Kontakt stehenden Markräumen stark ausgeprägt. Somit zeichnet sich das synthetische Hydroxylapatit nach 3 Monaten Implantationszeit durch eine sehr gute Osteokonduktion aus, was auch in Mikro-CT-Bilder gut erkennbar ist. Die bisherigen histologischen Auswertungen zeigen, dass die Hauptvorderung an ein Knochenersatzmaterial, gute Osseokonduktion und Osseointegration, von vollsynthetischen Hydroxylapatit erfüllt wird. Darüber hinaus bringt es aufgrund seiner syntetischen Herstellung keine Risiken für Infektionen oder Allergien, wie sie bei Materialien biologischen Ursprungs potenziell immer bestehen können. Für Anwender und Patient bedeutet das mehr Sicherheut und Transparenz.

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