Gesunde Zähne für Mutter und Kind

Vor der Schangerschaft

Ein Kind wird erwartet – Denken Sie jetzt auch an ihre Zähne !                                                      Wenn ein Kind erwartet wird, ist das ein Grund zur Freude. Wer denkt da sofort an seine Zahngesundheit. Und doch: Wenn es um die Gesundheit von Mutter und Kind geht, gibt es aus zahnmedizinischer Sicht einige Punkte zu beachten, um eine optimale Entwicklung zu fördern. Das betrifft die rechtzeitige Prophylaxe, die Zahnpflege und die Frage, welche Behandlungen während der Schwangerschaft besser unterbleiben sollten. Deshalb haben wir Ihnen nachfolgend einige Tipps zusammengestellt.

Was ihr Zahnarzt für Sie tun kann:

Vor der Schwangerschaft:

– Kontrolltermin vereinbaren: Zähne und Zahnfleisch in Ordnung bringen lassen, um Behandlungen während der Schwangerschaft zu vermeiden.                                                                                                                                                   

– Plaquetest durchführen lassen, um unsichtbare Zahnbeläge, die Karies auslösen können, zu erkennen                                                                                                                                                                

– Eine Professionelle Zahnreinigung entfernt gründlich hartnäckige Zahnbeläge und vermindert die Kariesgefahr:

Checkliste Schwangerschaftsvorsorge

– Karies entfernen: Wenn mit einem kariesfreien Gebiss in die Schwangerschaft starten, vermeiden Sie effektiv spätere Behandlungen.                                                                                          

– Zahnbeläge entfernen: Lassen Sie eine professionelle Zahnreinigung durchführung – hier werden hartnäckige Zahnbeläge auch an schwierigen Stellen entfernt und das Kariesrisiko sinkt.                                                                                                                                                                     

– Paradontitis behandeln: Paradontitis (im Volksmund: Paradontose) erhöht das Risiko von Frühgeburten und zu geringen Geburtsgewicht. Lassen Sie eine Paradontitis unbedingt behandeln.                                                                                                                                                             

– Zahnfüllungen überprüfen und gegebenenfalls erneuern: Ältere Füllungen können mit der Zeit „undicht“ werden. Über winzige Spalten zwischen Zahn und Füllung können dann Bakterien eindringen und Karies auslösen. Ein Ausbohren von Amalgamfüllungen ist wegen der damit verbundenen Quecksilberbelastung während der Schwangerschaft nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen zu empfehlen.                                                                                                        

 – Kronen, Brücken, Veneers: Wenn Sie Zahnersatz benötigen, schließen Sie die Behandlung möglichst bis zum Beginn der Schwangerschaft ab.

Während der Schwangerschaft

Mundhygiene ist immer wichtig                                                                                                                   

Durch den veränderten Hormonspiegel in der Schwangerschaft wird das Zahnfleisch stärker duchblutet und es kann zu Schwellungen, Entzündungen und Zahnfleischbluten kommen. Achten Sie jetzt besonders penibel auf Ihre Mundhygiene! Benutzen Sie weiche Zahnbürsten, um das Zahnnfleisch nicht unnötig zu reizen. Reinigen Sie die Zahnzwischenräume täglich mit Zahnseide, damit bakterieller Zahnbelag vermieden wird. Zusätzlich können Sie fluoridhaltige Mundspülungen verwenden, um die Remineralisation Ihrer Zähne zu unterstützen.

Erbrechen                                                                                                                                                                   

Viele Schwangere leiden in den ersten Monaten unter Übelkeit ud Bruchreiz. Beim Erbrechen gelangt aggressive Magensäure an die Zähne. Greifen Sie jetzt NICHT sofort zur Zahnbürste. Der durch die Säure angeätzte Zahnschmelz kann durch die Bürstenbewegungen abgetragen und beschädigt werden. Spülen Sie den Mund mit Wasser aus und warten Sie ab, bis sich der Zahnschmelz regeneriert hat. Nach ca. einer halben Stunde können Sie dann gefahrlos Zähne putzen.

Auf die Ernährung achten!                                                                                                                                 

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle in der Schwangerschaft. Durch die Veränderung der Essgewohnheiten (z.B. Heißhunger auf Süßigkeiten) wächst die Kariesgefahr. Der aufgenommene Zucker wird von Bakterien in der Mundhöhle in Säure verwandelt, die dann die Zahnsubstanz zersetzt. Da Zucker die Nahrungsgrundlage für die „Kariesbakterien“ ist, führt ein erhöhter Zuckerkonsum zu deren Vermehrung und in der Folge zu mehr Säurebelastung für die Zähne. Doch keine Sorge: Sie müssen nicht gänzlich auf Süßigkeiten verzichten. Essen Sie Süßes zu den Hauptmahlzeiten, nach denen Sie die Zähne putzen. Vermeiden Sie aber das häufige Naschen „zwischendurch“, um die Zähne vor langandauernder Säurebelastung zu schützen.

Eine bewusste Ernährung ist auch für Ihr Kind sehr wichtig. Die Zahnentwicklung beginnt bereits im Mutterleib. In der 8. – 10. Schwangerschaftswoche entwickeln sich die Anlagen für die künftigen Milchzähne. Achten Sie deshalb auf eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse, die nicht zuletzt auch eine ausreichende Versorgung mit Mineralien für die Zähne des Kindes sichert.

Was Ihr Zahnarzt für Sie tun kann:

Während der Schwangerschaft:                                                                                                         

Auch während der Schwangerschaft sind Zahnbehandlungen möglich. Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach schonenden Behandlungsmethoden.

Nach Durchbruch der ersten Zähne:                                                                                             

Ein erster Vorsorgetermin ohne Spritzen und Bohren ermöglicht dem Kind eine angstfreie „Erkundung“ des Praxisumfeldes und Ihr Zahnarztwird Ihnen wertvolle praktische Tipps für die Babyzahnpflege geben. Nutzen Sie auch die weitergehenden Vorsorgetermine, damit frühzeitig Probleme wie Zahnfehlstellungen oder Karies erkannt werden können. Übrigens: Vorsorgetermine werden von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Die ersten Zähnchen

Stillen ist für den Säugling die beste Ernährung in den ersten Lebensmonaten. Die Muttermilch enthält alles, was Ihr Kind braucht und passt sich in ihren Inhaltsstoffen dem Lebensalter des Kindes an. Aus zahnmedizinischer Sicht ist Stillen auch vorteilhaft für die Entwicklung des Kiefers und der Kaumuskulatur, denn der Säugling muss intensive Mundbewegungen ausführen, um an die Milch zu gelangen. Wenn Sie Flaschennahrung geben wollen/müssen, dann achten Sie auf Sauger, dei dem Kind das Trinken nicht zu leicht machen.

Zahnreinigung vom ersten Tag an                                                                                                                       

Der erste Milchzahn zeigt sich nach etwa 6 Monaten. Dann brechen bis zum Alter von 2 Jahren nach und nach alle anderen Zähne durch. Die Durchbruchzeiten können jedoch auch erheblich differieren. Milchzähne besitzen einen weichen, noch nicht vollständig ausgereiften Zahnschmelz und sind besonders anfällig für Karies. Deshalb ist tägliche Zahnpflege vom ersten Zahn an besonders wichtig. Reinigen Sie die kleinen Zähnhen mit einer weichen Finger- oder Kinderbürste.

Zahnkiller Zucker                                                                                                                                                      

Mit dem Durchbrechen der ersten Zähnchen beginnt auch meist die Zeit des Abstillens und des Zufütterns von Breien und Getränken. Eine Gefahr für die Milchzähne sind vor allem zuckerhaltige Getränke. Verzichten Sie am besten ganz auf gesüßte Tees. Bei Obstsäften ist Vorsicht angeraten, da selbst bei Etikettierungen wie „ohne Zuckerzusatz“ Fruchtzucker enthalten sein kann. Übrigens: Auch Säuren aus Obstsäften greifen die Zähne an.

Verhindern Sie das Dauernuckeln!                                                                                                              

Zähne besitzen ein natürliches Regenerationspotential, das aber durch spezielle Essgewohnheiten und Ernährung überfordert werden kann. Das Dauernuckeln zuckerhaltiger Getränke führt zu einer Langzeitbelastung der Zähne und verhindert die Remineralisation des schützenden Zahnschmelzes. Kariesschäden werden so geradezu provoziert.

Fluoride                                                                                                                                                                    

Fluoride unterstützen die Regeneration des Zahnschmelzes und schützen so vor Karies. Aus zahnärztlicher Sicht ist die Gabe von Fluoriden in den ersten 6 Lebensmonaten nicht notwendig. Auch danach werden Fluoridtabletten nur empfohlen, wenn im Haushalt kein fluoridhaltiges Speisesalz und für das Zähneputzen keine fluoridhaltige Zahnpasta verwendet wird.

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn -, Mund- und Kieferheilkundehat Empfehlungen für den Einsatz und die Dosierung zusätzlicher Fluoridierungen veröffentlicht (www.dgzmk.de – Rubrik Patienteninformation). Ratsam ist eine maßvolle Fluoridzufuhr – unter Berücksichtigung möglichst aller Fluoridquellen (Trinkwasser, Zahnpasten, fluoridiertes Speisesalz, Nahrung und Getränke).

Zur Kariesprophylaxe der Milchzähne werden heute lokale Fluoridierungen (v. a. fluoridhaltige Zahnpasten) empfohlen – wegen der effektiven Wirkung durch den direkten Kontakt zum Zahn. Zu den Voraussetzungen der Kariesentstehung zählt das Vorhandensein spezieller Bakterien in der Mundhöhle. Der Säugling besitzt diese Kariesbakterien nicht von Geburt an, sondern erwirbt sie durch „Ansteckung“ – meist von den Eltern. Achten Sie also auf die möglichen Infektionsquellen: Lecken Sie niemals den Nuckel des Kindes ab. Verwenden Sie zum Vorkosten von Breien nicht den Kinderlöffel. Jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit Kariesbakterien, aber je länger Sie die Ansteckung des Kindes hinauszögern, desto geringer ist das spätere Kariesrisiko.

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