Füllungsmaterialien

Die beste Füllung ist die, die nicht gelegt werden muss.

Die Diskussion um Gesundheitsgefährdungen durch Amalgam hält unvermindert an. Das Problem dieser Debatte besteht darin, dass einerseits immer wieder neue Publikationen auftauchen, die auf einen Zusammenhang zwischen Amalgam und Gesundheitsgefährdungen hindeuten, andererseits aber wissenschaftlich anerkannte Belege für konkret durch Amalgam verursachte Krankheitsbilder bislang nicht erbracht werden konnten. Einzig die sehr seltene Amalgamallergie, ist ausreichend belegt. In einer solchen Situation können Spekulationen gedeihen und Amalgamängste aufkommen. Die weitreichenden Facetten der Amalgamdiskussion darzustellen, würde den Rahmen dieses Info Betrags sprengen.

Doch wie soll sich der Patient nun angesichts dieser unbefriedigenden Situation verhalten? Die besten Füllung ist diejenige, die nie gelegt werden muss. Durch konsequente Mundhygiene lassen sich Zahnschäden und damit auch so mache Füllungen vermeiden.

Dieser Beitrag soll als soll eine Orientierungshilfe sein und kann das Gespräch zwischen Patient und Zahnarzt nicht ersetzen. Bei der Auswahl des Füllungsmaterials sind verschiedene Aspekte zu berüchsichtigen : die individuelle Gebisssituation, der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten, ästhetische Ansprüche und nicht zuletzt der Zeit- und Kostenaufwand beim Legen einer Füllung. Das Risiko des Auftretens unerwünschter allgemeiner und lokaler Nebenwirkungen von zahnärztlichen Füllungsmaterialien ist gering, aber nicht völlig auszuschließen.

Für diejenigen, die kein Amalgam wollen, gibt es erfreuliche Entwicklungen: Mit den Komposit-Kunststoffen steht inzwischen eine starke Amalgamalternative als Füllungsmaterial zur Verfügung: Da Amalfamfüllungen die kostenfreie Standardversorgung der gesetzlichen Krankenkassen sind, muss für Kunststofffüllungen je nach Befund privat zugezahlt werden.

Nachfolgend stellen wir Ihnen die für eine hochwertige Versorgung relevanten Füllungsmaterialien vor. Auf die Diskussion von Glasionomerzementen und Kompomeren wird verzichtet, da sie eher als Provisorien bzw. im Milchgebiss Anwendung finden.

Amalgam

  • Zahnärtzliches Amalgam wird durch Vermischen etwa gleicher Teile eines Legierungspulvers und des flüssigen Quecksilber hergestellt. Im Ergebnis entsteht eine eine plastisch formbare Masse, die nach dem Einbringen in das Zahnloch (Kavität)  zu festem Amalgam aushärtet. Seit rund 150 Jahren werden Amalgame für Zahnfüllungen eingesetzt, nicht zuletzt wegen der hervorragenden Materialeingenschaften, der einfachen Verarbeitungstechnik und der geringen Kosten. Abgesehen von der Bioverträglichkeit hat Amalgam aber auch werkstoffbedingte Nachteile:
  • Amalgamfüllungen benötigen aus Stabilitätsgrunden eine Mindestdicke und so muss bei kleinen Kavitäten oft über das eigentliche Kariesloch hinau gesunde Zahnsubstanz weggebohrt werden, um die Füllung stabil legen zu können.
  • Ästhetik (silber-metalische Farbe)

Gesundheitsgefahren durch Amalgam?

Die Zahnärtzlichen Fachangestellten sehen bislang keine Belege für eine Gesundheitsgefährdung durch Amalgamfüllungen. Andererseits können Gefährdungen auch nicht explizit ausgeschlossen werden. Deshalb wird empfohlen, Amalgam in bestimmten Fällen nicht einzusetzten:

  • bei Schwangeren und Stillenden aus vorbeugenden Gesundheitsschutz
  • bei nachgewiesenen Allergien gegen Amalgambestandteile
  • ber Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen

Bei Allergien und schweren Nierenfunktionsstörungen bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen abweichend von der sonstigen Praxis auch die etwas teureren Kunststoffversorgungen. Bei Schwangeren und Stillenden sollten verhandene Amalgamfüllungen möglichst nicht ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen entfernt werden, da beim Ausbohren vermehrt Quecksilber freigesetzt wird. Der Einsatz vom Amalgam im Milchgebiss ist nicht mehr erforderlich. Hier stehen mit Glasionomerzementen und Kompomeren geeignete Alternativen zur Verfügung.

Komposit (Kunststoff)

Komposites sind zahnfarbende Kunststoffe, die in plastischer Form verarbeitet werden. Füllungen werden meist in der sogenannten Mehrschichttechnik ausgeführt:

Zuerst wird das zu füllende Loch leicht angeätzt und ein Haftmittel (Kleber) verteilt. Dann wird das Komposite in dünnen Schichten aufgetragen und Schicht für Schicht unter Lichteinwirkung gehärtet (Polymerisation). Ältere Komposites hatten 3 schwerwiegende Nachteile: 1. Beim Aushärten schrumpfte das Material so sehr, dass es zu Lücken zwischen Füllung und Zahn kommen konnte. 2. Ältere Komposites waren wenig kaudruckbeständig, sodass sie für Füllungen im Seitenzahnbereich schlecht einsetzbar  waren. 3. Sie waren nicht farbstabil. Moderne Komposites haben diese „Kinderkrankheiten“ hinter sich gelassen. Was die Werkstoffeigenschaften betrifft, sind Komposites heute auf Augenhöhe mit dem Amalgam. In puncto Ästhetik, Einsetzbarkeit (Front- und Seitenzähne) und Schonung der Zahnsubstanz haben Komposites die Nase vorn. Einziger Wermutstropfen ist die aufwendigere Verarbeitung und der damit verbundene Preis.

Inlays

Inlays sind so genannte Einlagefüllungen. Im Unterschied zu den plastischen Materialien Amalgam und Komposit, die in die Kavität eingebracht werden und dort aushärten, wird die Inlay-Füllung nach den Vorgaben des Zahnarztes im zahntechnischen Labor  gefertigt und anschließend in die Kavität eingeklebt oder zementiert. Das Procedere ist sehr aufwendig und verlangt Zahnarzt und Zahntechniker höchste Präzision in der Ausführung ab.

Inlays können aus Metallen (z.B. Gold) oder aus Keramik gearbeitet sein. Goldinlays sind extrem stabil und langlebig. Nachteilig ist nur die Ästhetik: Gold ist nicht zahnfarben. Wer die Ästhetik aufbessern will, kann das Goldinlay zahnfarben verblenden lassen. Es bleibt aber immer ein dünner Metallrand sichtbar.

Seit einigen Jahren werden auch Inlays aus Keramikmaterial angeboten, die der individuellen Zahnfarbe angepasst werden können und selbst von Zahnärzten kaum von den natürlichen Zähnen zu unterscheiden sind.

Rechliches:

Urteil des Bundessozialgerichts: Krankenkassen sind nicht verpflichtet, den Austauch von Amalgamfüllungen zu bezahlen.Im Oktober 1999 stellte das BSG in einem Grundsatzurteil(Az.:B 1 KR 13/96 R) fest, dass die Krankenkassen den Austausch einer intakten Amalgamfüllung gegen eine andere Art Zahnfüllung nicht bezahlen müssen. Ein Zusammenhang gesundheitlicher Beschwerden mit dem Füllungsmaterial Amalgam sei wissenschaftlich nicht ausreichend nachgewiesen und hypothetisch.

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