Archive for Mai, 2009

Implantate – Künstliche Zähne schaffen neue Lebensqualität

Dienstag, Mai 26th, 2009

Das Implantat – eine moderne Versorgung mit vielen Vorteilen

Die Idee ist simpel und faszinierend. Dort wo natürliche  Zähne – aus welchem Gründen auch immer – nicht mehr zur Verfügung stehen, werden sie einfach durch festsitzende künstliche Zähne ersetzt. Implantate haben das Spektrum der zahnärztlichen Behandlungsmöglichkeiten erheblich erweitert. Mit Hilfe von Implantaten lassen sich Vollprothesen fest im Knochen verankern, was für Patienten mit zahnlosem Kiefer eine ernorme Verbesserung der Lebensqualität bedeutet. Auch dort wo herkömmliche Versorgungen mit Brücken und Prothesen ebenfalls gute Ergebnisse erwarten lassen, bietet der Einsatz von Implantaten einige Vorteile.

Was ist ein Implantat?

So wie natürliche Zähne durch ihre Wurzel im Kiefer eingebettet sind und dadurch ihren Halt bekommen, muss auch der neue Zahnersatz mit einer künstlichen Zahnwurzel (Implantatkörper) im Kieferknochen verankert (implantiert) werden. Das Implantat besteht meist aus mehreren Teilen:

  1. einem dübelförmigen Implantatkörper, der Im Knochen verankert wird,
  2. einem Pfosten als Halsteil, das die Verbindung zum Zahnersatz herstellt und
  3. der Sogenannten Suprakonstruktion, dem prothetischen Aufbau (z.B. Krone, Brücke oder Stegkonstruktion).                                                                                                                                   

Implantate behindern Knochenabbau

Ähnlich wie Muskeln, die sich bei Nichtgebrauch zurückbilden, schwindet auch der Kieferknochen, wenn er nicht belastet wird, z.B. durch fehlende Zähne. Implantate leiten den Kaudruck direkt in die Kiefer und hemmen so den Knochenabbau.

Eigene Zähne werden besser geschützt

Ber der Versorgung mit Brücken oder Prothesen werden die verbliebenen eigenen Zähne zwangsläufig stärker belastet, was beim Einsatz von Implantaten vermieden wird.

Bessere Kauleistungen

Mit einer implantatgetragenen Vollprothese kann Nahrung wieder besser zerkleinert werden, wodurch Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes vorbeugt wird.

Biokompatibilität

Die Implantatkörper werden heute aus Materialien hergestellt, die als biokompatibel gelten (keine Abstoßungsreaktionen des Körpers.) Bei den meisten Implantaten wird Titan verwendet, das in der Orthopädie bereits seit Jahren erfolgreich angewendet wird. Alternativ kommen Implantate aus Zirkonium zum Eisatz.

Wichtig: Die Mundhygiene!

Eine regelmäßige und gründliche Zahnpflege ist für den langfristigen Erfolg von Implantaten von größter Bedeutung. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt über die notwendige Nachsorge bei Implantationen informieren.

Wann sollte nicht Implantiert werden?

Schwere Allgemeinerkrankungen

Bei schweren Herz – und Kreislauferkrankungen, Störungen der Blutgerinnung, Leukämie, Stoffwechselerkrankungen (z.B. nicht gut eingestellte Diabetes), der regelmäßigen Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Kortison) wird eine Implantation nicht empfohlen.

Krankhafte Veränderungen der Mundhöhle können ebenfalls gegen eine Implantation sprechen.

Rauchen ist ein wichtiger Risikofaktor für die Einheilphase. Untersuchungen haben gezeigt, dass durch Rauchen vermehrt Implantate nicht richtig einheilen und frühzeitig verloren gehen.

Typische Anwendungsfälle für Implantate

Einzelzahnlücke

Die Einzelzahnlücke ist ein typischer Fall für die Versorgung mit einer Brücke. Allerdings müssen für die Verankerung der Brücke die Nachbarzähne massiv beschliffen werden, so dass unter Umständen völlig gesunde Zahnsubstanz verloren geht. Es lohnt sich also durchaus, auch bei Einzelzahnlücken von vornherein über ein Implantat nachzudenken. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Nachbarzähne vollkommen frei von Karies sind – ein Fall, der häufig bei unfallbedingten Zahnverlust eintritt.

Große Zahnlücken

Je größer die Zahnlücke ist, desto schwieriger wird es, diese noch mit festsitzendem Zahnersatz zu versorgen. Zahnärzte raten nicht selten von Brücken ab, die mehr als drei fehlende Zähne überspannen sollen. Wenn der Patient eine Teilprothese vermeiden will, bietet sich die Versorgung von Implantaten an. Dabei kommen Brückenkonstruktionen zum Einsatz, die entweder ausschließlich auf Implantaten oder kompiniert auf Implantaten und eigenen Zähnen befestigt sein können.

Verkürzte Zahnreihe

Bei verkürzten Zahnreihen, der Zahnarzt nennt sie Freiendsituationen, ist die Versorgung mit herkömmlichen Zahnersatz besonderst schwierig, da der für eine Brücke erforderliche hintere Pfeilerzahn fehlt. Man weicht daher auf Prothesen aus, die über teils quer durch den Mund gespannte Klammern an gesunden Zähnenbefestigt werden. (Nachteile: störender Metallbügel, kein 100%ig fester Sitz, u.U. ist das Metall der Klammern sichtbar). Hier bietet sich die Verwendung einer implantatgetragenen Brücke als Alternative an.

Zahnloser Kiefer

Bei Implantatgestützten Vollprothesen unterscheidet man zwischen herausnehmbarem und festsitzendem Zahnersatz. Für festsitzenden Zahnersatz werden insgesamt mehr Implantate benötigt (standardmäßig 6 Implantate, „wobei im Oberkiefer auch mehr als 6 Implantate, im Unterkiefer in Außnahmefällen auch lediglich 4 Inplantate notwendig sein können“ – DGZMK, 2005). Die genaue Anzahl der Implantate hängt von der individuellen Mundsituation des Patienten ab und sollte sorgfältig abgewogen werden.

Der Ablauf der Behandlung

Schritt 1: Voruntersuchung und gegebenfalls Vorbehandlung

Implantationen sind operative Eingriffe, die mit Sorgfalt vorbereitet werden müssen. Dabei muss zunächst einmal geklärt werden, ob in Ihrem konkreten Fall eine Implantation überhaupt möglich ist. Ihr Zahnarzt wird Sie nach Allgemeinerkrankungen und zur Ihrer zahnärztlichen Vorgeschichte befragen. Danach erfolgt eine Untersuchung der Mundhöhle (Zähne, Schleimhaut, Kieferknochen). Sollte bei dieser Untersuchung Karies, Zahnfleischentzündungen oder andere Erkrankungen gefunden werden, dann wird Ihr Zahnarzt erst diese behandeln, ehe die Implantation eingeleitet wird.

Schritt 2: Implantation

Erst wenn alle Vorbehandlungen abgeschlossen sind und keine sonstigen Bedenken bestehen, erfolgt die Implantation. Dabei wird der Implantatkörper unter lokaler Betäubung in den Kieferknochen eingepflanzt. In der Regel ist dieses Eingriff offen in die Mundhöhle hinein (sogenannter „einzeitiges“ Verfahren – hier kann sofort ein prothetischer Aufbau erfolgen) oder wird zunächst mit Schleimhaut bedeckt („zweizeitiges“ Verfahren, bei dem der prothetische Aufbau erst nach einer längeren Einheilphase erfolgt). Das zweizeitige Verfahren wird heute überweigend praktiziert, weil die Einheilung sicherer verläuft.

 Einzelheiten

Beim sogenannten „zweizeitigen“ Verfahren liegt zwischen der Einpflanzung des Implantatkörpers und dem späteren prothetischen Aufbau eine Einheilphase. Für den Unterkiefer rechnet man mit Einheilzeiten von 3 Monaten, beim Oberkiefer mit 6-8 Monaten (KZBV – www. kzbv.de). Während dieser Zeit sollte das Implantat möglichst nicht belastet werden und Sie müssen penibel auf Ihre Mundhygiene achten.

Schritt 3: Prothetischer Aufbau

Nach erfolgreicher Einheilphase kann nun der neue Zahnersatz (Kronen, Brücken, Prothesen) auf den Implantatkörper befestigt werden.

Risiken & Prognose

Risiken & Nebenwirkungen

Als direkte Operationsfolge können Wundschmerzen, Schwellungen, Blutergüsse und weiter Symptome auftreten, die sich aber in der Regel nach wenigen Tagen zurückbilden. Die folgenden, schwereren Komplikationen treten selten auf :

  1. Gefahr der Schädigung von Nerven im Unterkiefer mit Dauerhaftem Taubheitsgefühl in der Unterlippe
  2. Knochenentzündungen
  3. Kieferhöhlenentzündungen
  4. Implantatverlust    

Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt gründlich auch über die Risiken einer Implantation informieren.

Wie lange hält ein Implantat?

Da die Implantologie eine vergleichsweise junge Disziplin ist, fehlen bislang Daten zur Langzeitbetrachtung. Die Deutsche Gesellschaft für Zahn -, Mund -, und Kieferheilkunde ( DGZMK – www.dgzmk.de) hat Daten veröffentlicht, die sich auf Zeiträume von 5-10 Jahren beziehen und den Anteil der nach dieser Zeit noch intakten Implantate mit 71-91% angeben (ja nach Indikation, Kiefer, Implantatsystem und statistischer Betrachtung).

Wurzelkanalbehandlungen

Dienstag, Mai 26th, 2009

Wurzelkanäle

Die Frontzähne besitzen meist nur einen Wurzelkanal hingegen besitzen die Backenzähne in der Regen 2-3 Würzelkanäle. Da jeder Zahn ein „Naturprodukt“ ist, kann sowohl die Zahl als auch die Form der Wurzelkanäle individuell verschieden sein. Selbst 5 Wurzelkanäle in einem Zahn sind möglich. Wichtig für den Erfolg einer Behandlung ist, dass der Zahnarzt alle Wurzelkanäle findet, damit keine bakteriellen Infektionsherde im Zahn zurück bleiben. Wurzelkanäle können stark gekrümmt sein und diverse Hohlräume, Verengungen und Verbindungskanäle ausbilden, so dass die Aufbereitung, Desinfektion und Reinigung sehr schwierig werden. Besonderst im Bereich der Wurzelspitze findet sich oft ein ganzes Netzwerk kleiner Seitenkanälchen, aus denen Bakterien kaum restlos zu entfernen sind und die deshalb mit einer Wurzelfüllung dicht „eingemauert“ werden müssen.

Die Wurzelkanalbehandlung

Teif im Inneren des Zahnes – gut geschützt durch Zahnschmelz und Dentin – befindet sich in einem Hohlraum die Pulpa (Zahnmark), ein Mischgewebe aus Blutgefäßen, Nervenfasern und Bindegewebszellen. Gelangen Bakterien in dieses Gewebe – in den weitaus häufigsten Fällen passiert das durch eine Karies, die sich durch die Zahnhartsubstanz „durchgefressen“ hat – kann sich die Zahnpulpa irreparabel entzünden. In dieses Situation gibt es im Wesentlichen nun zwei Möglichkeiten : 

  1. Der Zahn wird entfernt (und damit die Entzündung)
  2. Eine Wurzelkanalbehandlung, bei der das entzündete Gewebe aus dem Wurzelkanal entfernt und dieser dann mit Füllungsmaterial verschlossen wird. Unter der Voraussetzung, dass der Zahn noch über genügend Stabilität verfügt, ist die Wurzelkanalbehandlung die einzigste Möglichkeit, den Zahn zu retten.

Bei Entzündungen unbedingt zum Zahnarzt gehen

Ein entzündeter Zahnnerv macht sich durch mehr oder weniger starke Schmerzen bemerktbar. Häufig treten eine Aufbissempfindlichkeit und eine ausgeprägte Heiß – Kalt – Sensibilität hinzu. Wird nun diese Entzündung nicht behandelt, weil die Schmerzen „erträglich“ bleiben und sogar nach einiger Zeit wieder abklingen, dann können sich eitrige Abzesse an der Wurelspitze bilden („dicke Backe“). Eingedrungene Bakterien könne sich nun über das angrenzende Weichgewebe im ganzen Körper verteilen und dort Erkrankungen hervorrufen.

Der Behandlungsablauf

Ursachen der Entzündungen im Wurzelkanal sind fast immer eingedrungene Bakterien. Ziel der Wurzelkanalbehandlung ist es daher, den Wurzelkanal mit Füllmaterial vollkommen dicht zu verschließen, so dass eine Wiederbesiedlung mit Keimen verhindert wird. Der Behandlungsablauf gliedert sich im Wesentlichen in folgende Schritte:

  1. Auffinden/Freilegen der Wurzelkanäle
  2. Entfernung des Pulpengewebes
  3. Aufbereiten, Desinfektion, Reinigung
  4. Verschlieben der Wurzelkanäle mit einem Füllungsmaterial
  5. Abschließende Versorgung (z.B. Krone)

Die Behandlung kann sich über mehrere Sitzungen erstrecken und viel Zeit beanspruchen, da in den Kanälchen mit winzigen Instrumenten gearbeitet wird und jeder Arbeitsschritt äußerst sorgfältig ausgeführt werden muss. Für den Patienten ist die Behandlung weitgehend schmerzfrei.

Risiken

Bei jeder Wurzelkanalbehandlung gibt es immer ein Risiko des Therapieversagens, da Undichtigkeiten selbst bei sorgfältigster Arbeit nicht ausgeschlossen werden können.

Vorteile der Wurzelkanalbehandlung

Alternative zum Zahnverlust – Der natürliche Zahn wird erhalten – die auch aus kauphysiologischen Gründen (gleichmäßige Kieferbelastung) beste Lösung

Keine Weitergehende Behandlung nötig – Sie benötigen keinen, möglicherweise teuren Zahnersatz zum Schließen der sonst entstandenen Zahnlücke.

 Der erhaltene Zahn kann als Stützelement für Brücken und Prothesen dienen.

Wann wird eine Wirzelkanalbehandlung notwendig?

Ursache: Sichtbare Karies: 

Am einfachsten lassen sich Wurzelkanalbehandlungen vermeiden, die durch sichtbare Karies hervorgerufen werden. Vorbeugen Nr. 1 : Gute Mundhygiene. TIPP : Gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt und lassen Sie ihre Zähne kontrollieren. Selten wird sich eine Karies innerhalb eines Jahres bereits bis an den Zahnnerv durchgefressen haben, so dass hier immer genug Zeit bleibt, kariöse Stellen durch eine einfache Zahnfüllung zu behandeln.

Ursache: Unsichtbare Karies

Heimtückisch dagegen ist Karies, die sich – von außen nicht sichtbar – unter Zahnfüllungen und Kronen entwickelt. Über undichte Füllungs und – Kronenränder können Bakterien eindringen und dort unbemerkt den Zahn zerstören.  TIPP 1: Bei Kunststofffüllungen auf Füllungsmaterial achten, das in Mehrschichttechnik aufgebracht wird – auch wenn der Zahnarzt dafür mehr Kosten berechnet. Hochwertiges Material dichtet besser ab und schützt vor Karies unter der Füllung. Eine Investition. die sich auszahlt. TIPP 2: Achten Sie auf Qualität bei der Versorgung mit Zahnersatz. Billig-Kronen aus dem Ausland sind bereits des Öffteren durch Randundichtungen aufgefallen, duch die eindringliche Bakterien Karies verursachen können. Übrigens: Auch ein zu schnelles Beschleifen der Zähne, kann den Zahnnerv durch Überhitzung beschädigen.

Ursache: Parodontitis

Parodontitis (im Volksmund Parodontose) entsteht, wenn Bakterien aus Zahnbelägen das Zahnfleisch und schließlich den Kieferknochen angreifen. Bei einer unbehandelten Parodontitis können Bakterien am Zahnhals entlang über Seitenkanäle und die Wurzelspitze zum Zahnnerv vordringen und diesen schädigen. Ergebnis sind eitrige Abzesse an der Zahnwurzel, gekoppelt mit Entzündungen des Zahnnervs, die sich – wenn überhaupt – noch sehr aufwendig (und teuer!) behandeln lassen. TIPP: Lassen Sie alle 2 Jahre die Parodontitis-Früherkennung (PSI) durchführen. Damit kann Parodontitis, die sich oft über lange Zeiträume entwickelt, frühzeitig erkannt und einer Therapie zugeführt werden.

Ursache: Unfälle

Durch Unfälle kann der Zahnnerv derart geschädigt werden, dass eine Wurzelkanalbehandlung notwendig wird. Bei Kindern und Jugendlichen muss nicht immer der gesamte Zahnnerv entfernt werden, so dass der Zahn zumindestens teilweise vital erhalten werden kann.

Vor der Versorgung mit Zahnersatz

Wurzelkanalbehandlungen können auch vor der Versorgung mit Zahnersatz notwedig sein. So muss z.B. vor dem Überkronen eines Zahnes viel Zahnsubstanz abgetragen werden, wobei die Pulpa geschädigt oder freigelegt werden kann. Um die Gefahr eine bakteriellen Infektion auszuschließen, weden dann vorsorglich die Pulpa entfernt und die Wurzelkanäle verschlossen.

Moderne Techniken

Auch schwierige Wurzelkanäle können heute mit Hilfe moderner Techniken erfolgversprechend behandelt werden. Leider müssen solche Leistungen überwiegend privat bezahlt werden.

Kassenleistung oder Privatleistung?

Einschränkungen der Kassenleistungen

Seit 2004 gelten neue Richtlinien, die den Leistungsumfang der gesetzlichen Kassen einschränken. Das bedeutet für Sie als Patient: Nicht jeder Zahn, der durch eine Wurzelkanalbehandlung erhalten werden kann, darf auf Kassenkosten behandelt werden. Es kann also vorkommen, dass Sie vor der Wahl stehen, den Zahn zu verlieren oder die Kosten für eine medizinisch sinnvolle Wuzelkanalbehandlung selbst tragen müssen.

Wann ist eine Wurzelkanalbehandlung Kassenleistung?

Eine Wurzelkanalbehandlung als Kassenleistung ist möglich, wenn der zu behandelnde Zahn im Sinne der Richtlinien BEHANDLUNGSWÜRDIG oder BEHANDLUNGSFÄHIG ist. Daüber hinaus spielen auch die Beurteilung der Gebisssituation und Fragen, ob der Zahn eine wichtige Funktion im Gesamtsystem hat oder ob eine Gegenbezahnung vorhanden ist, eine Rolle. Ob in ihrem Einzelfall die Behandlung auf Kassenkosten möglich ist, kann aber nur im Gespräch mit ihrem Zahnarzt abschließend geklärt werden.

Ist der Zahn Erhaltungswürdig?

Schneidezähne, Eckzähne und die anderen anschließenden „kleinen“ Seitenzähne (Prämolaren) gelten als erhaltungswürdig, wenn die Wurzelkanalbehandlung den langfristigen Erhalt der Zähne erwarten lässt (gute Prognose). Das Kriterium ist auch erfüllt, wenn der Zahn als Anker für Zahnersatz dienen soll. Für die großen Seitenzähne (Molaren) gibt es weitere Bedingungen : Erhaltungswürdigkeit liegt vor, wenn :

  • der Erhalt einer geschlossenen Zahnreihe möglich ist oder
  • der Erhalt von funktionstüchtigen Zahnersatz möglich ist
  • oder eine einseitige Freiendsituation vermieden wird.

Es gelten Zahnreiche zusätzliche Regelungen.

Nicht die gesamte Behandlung muss Privat finanziert werden

Ist der Zahn Behandlungsfähig?

Ein zahn gilt als behandlungsfähig, wenn er einerseits medizinisch sinnvoll im Sinne der Richtlinien und anderseits unter dem Gebot der Wirtschaftlichkeitversorgt werden kann. Beide Bedingungen müssen erfüllt sein. Ist ein Zahn nur noch unter Ersatz teurer moderner Methoden zu behandeln, wird häufig das Wirtschaftlichkeit gebot verletzt und der Zahn gilt als nicht behandlungsfähig. Auch hier gibt es zahlreiche Detailregelungen, Definitionen, Ausnahmen etc.

Ein Teil der Behandlung wird von der Krankenkasse übernommen, den anderen Teil muss der Patient als Eigenanteil privat zahlen.

Bestimmte Leistungen, wie z.B. eine elektronische Längenmessung des Wurzelkanals oder die Laser-Sterilisation verbessern im Einzelfall die Qualität der Versorgung und damit die Chance auf eine langfristigen Erhalt des Zahnes. Diese Leistungen werden zwar nicht von den Gestzlichen Krankenkassen übernommen, können aber privat vereinbart werden.

 

Ärgerlich für den Patienten

Durch die komplizierten Regelungen stellt sich nicht selten erst während der Behandlung heraus, ob die Wurzelkanalbehandlung Kassenleistung ist oder nicht. Ein Beispiel : Ein kleiner Backenzahn im Oberkiefer hat einen entzündeten Zahnnerv und wäre nach der ersten Untersuchung auch dauerhaft zu erhalten. Im Sinne der Richtlinien ist der Zahn erhaltungswürdig und nichts spricht in dieser Phase gegen die Kassenleistung. Im Verlaufe der Behandlung stellt sich jedoch heraus, dass die Wurzelkanäle stark verästelt und nur unter Einsatz moderner Techniken aufzubereiten sind. In diesem Fall wird das Wirtschaftlichkeitsgebot der Kassen verletzt (Bahndlung zu teuer) und der Zahn gilt nun nach den Richtlinien als nicht behandlungsfähig. Konsequenz: Die Wurzalkanalbehandlung ist keine Kassenleistung mehr! Plötzlich steht der Patient vor der Situation, entweder die Behandlung abbrechen zu müssen (Zahn wird entfernt) oder die GESAMTEN Kosten selbst zu tragen. Besonders unglücklich ist die Situation auch deshalb, weil durch diesen klinischen Befund schnell Mißtrauen entstehen und das Vertrauensverhältnis zwischen Zahnarzt und Patient belastet werden kann.

 

Privatleistung

Mit neuen Techniken, Füllunsmethoden und Werkstoffen lassen sich heute auch schwierige Wurzelkanäle erfolgsprechend behandeln. Diese Therapien sind jedoch oft zeitaufwendiger und/oder teurer als die „Kassenleistung“. Dennoch lohnt die Inverstition, wenn dadurch die eigenen Zähne möglichst lange erhalten bleiben.

 

Vorsorge ist die beste Therapie !

Bedenken Sie, dass viele Ursachen für Wurzalkanalbehandlungen vermeidbar sind. Die beste und billigste Form der Zahnbehandlung haben Sie selbst in der Hand: Gründlich Zähne putzen und regelmäßig zum Zahnarzt gehen. Nutzen Sie die Chance!