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Fissurenversieglung - Wirksamer Kariesschutz für den Zahn

Karies - Gefahr für die Zähne !

Karies zerstört den Zahn

Karies ist eine Zahnkrankheit, in deren Verlauf die Zahnsubstanz durch Säureeinwirkung Zug um Zug zerstört wird. Die Säuren stemmen überwiegend von Bakterienstämmen, die den Mundraum besiedeln und die aufgenommene Nahrung (Kohlenhydrante-Zucker) zu Milchsäure vergären. Da sich diese Bakterien direkt auf der Zahnoberfläche in Zahnbelägen befinden, kann die produzierte Säure sofort den Zahn angreifen. Nahezu alle Menschen haben je nach individueller Konstitution mehr oder weniger “Kariesbakterien” im Mundraum. Der menschliche Organismus ist auf diese Gefahren vorbereitet. Durch den Speichel werden die von den Bakterien produzierten Säuren neutralisiert und die angegriffene Zahnsubstanz wieder repariert. Dieses natürliche Gleichgewicht aus Zerstörung und Wiederaufbau der Zahnsubstanz kommt aus der Balance, wenn z.B. durch ungenügende Zahnhygiene ( Ausbreitung von Zahnbelägen ) die Menge an Plaquebakterien zunimmt und damit die Säurebelastung steigt.

Die Zahnreinigung hat Grenzen

Selbst eine gute häusliche Zahnreinigung erreicht nicht alle Zahnflächen. Insbesondere die Kauflächen der großen Backenzähne (Molaren), auch aber Front- und Eckzähne sind von spaltartigen kleinen Furchen (Fissuren) und/oder rundlichen Vertiefungen (Grübchen) durchsetzt. Hier bleibt die Zahnbürste wirkungslos, so dass sich Zahnbeläge bilden und Bakterien ungestört ansiedeln können - beste Bedingungen für eine Karies.

Die Fissurenversieglung

Die Idee der Fissurenversieglung ist es, die Furchen und Grübchen mit einem Füllmaterial zu verschließen. Dadurch werden zerklüftete Zahnreliefs geglättet, Angriffsanflächen für die Karies reduziert und es entsteht eine für die Zahnbürste gut zu reinigende Zahnoberfläsche. Als Versiegler kommen heute überwiegend dünnfließende kunststoffbasierte Materialien zum Einsatz, die nach dem Auftragen am Zahn entweder chemisch oder unter sichtbarem Licht aus sogenannten Polymerisationslampen aushärten. Am Beginn einer Behandlung steht immer eine Untersuchung des Zahnes auf bereits vorhandene Karies, um eine unbeabsichtigte Versieglung kariöser Fissuren zu vermeiden (die Karies könnte sich unter der Versieglung weiter ausbreiten und den Zahn zerstören). Sind die Fissuren kariesfrei, kann der Zahn sofort versiegelt werden. Wird dagegen Karies festgestellt, hängt es von der Ausdehnung der befallenen Areale ab, ob eine sogenannte erweiterte Fissurenversieglung (Fissuren werden “aufgebohrt”, kariöses Zahnmaterial wird entfernt) oder eine Füllungstherapie angezeigt ist.

Lebensdauer von Fissurenversiegelungen

Versiegelungen halten im allgemeinen 7-10 Jahre, wobei diese Angabe eher als ein statstischer Wert verstanden werden muss. Im Einzelfall kann eine Versieglung durchaus 20 Jahre halten. Andererseits besteht selbst bei sorgfältiger Arbeit besonders in den ersten 6 Monaten ein erhöhtes Risiko, die Versieglung zu verlieren. Deshalb sollte nach dieser Zeit immer eine Nachkontrolle erfolgen. Im Falle einer Materialverlustes kann ohne Probleme nachversiegelt werden.

Wann sollte versiegelt werden ?

Überall dort, wo sich Zahnbeläge ablagern können, steigt die Kariesgefahr. Dennoch müssen nicht gleich wahllos alle Zähne versiegelt werden. Die Frage, wann eine Versieglung sinnvoll ist, orientiert sich an Ihrem individuellen Kariesrisiko. Wir empfehlen Versieglungen bei

  • gefährdeten Fissuren und Grübchen an Milch- und bleibenden Backenzähnen, Einstülpungen an den Innenseiten von Front- und Eckzähnen
  • schwer zu reinigende Zahnflächen (zerklüftetes Zahnrelief)
  • andere ausgeprägte Kariesrisikofaktoren (z.B. kieferorthopädische Apparaturen, Mundtrockenheit)

Empfehlung

Fissurenversiegelung bei Milchzähnen

Milchzähne sind nicht so widerstandfähig wie bleibende Zähne. Deshalb ist der Schutz der empfindlichen Milchzähne wichtig und sinnvoll. Milchzähne sind Platzhalter für die bleibenden Zähne. Ein vorzeitiger Milchzahnverlust kann beim Zahnwechsel dazu führen, dass bleibende Zähne falsch durchbrechen und es zu Zahnfehlstellungen kommt. Eine Fissurenversiegelung ist vor allem dann anzuraten, wenn ein hohes Kariesrisiko besteht und die Zähne tiefe Fissuren aufweisen.

 Fissurenversiegelung bei Jugendlichen

Karies an den Kauflächen ist die häufigste Form der Karies bei Kindern und Jugendlichen. Deshalb ist eine Fissurenversieglung der bleibenden Zähne in diesem Alter besonders sinnvoll. Wichtig ist, dass die Zähne möglichst zeitnahe nach dem vollständigen Durchbruch versiegelt werden, damit sich Karies gar nicht erst entwickeln kann.

Fissurenversiegelung bei Erwachsenen

Die zahnmedizinische Forschung hat den positiven Effekt den Fissuresversiegelung überwiegend für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen herausgearbeitet. Für die Gruppe der Erwachsenen fehlt umfangreiches Datenmaterial. Dementsprechend unentscheiden ist das Meinungsbild unter Fachleuten zum Nutzen der Fissurenversiegelung bei Erwachsenen. Einerseits wird argumentiert, dass ein Zahn, der im Erwachsenenalter noch kariesfrei ist, seine Widerstandfähigkeit bereits bewiesen hat und eine Versiegelung unnötig sei. Andererseits ist es unstrittig, dass die Schaffung glatter, gut zu reinigender Zahnpberflächen (Reduktion von Zahnbelag) vorteilhaft für die Mundhygiene ist. Wir empfehlen besonders den jüngeren Erwachsenen (kariesfreier Zahn, zerklüftes Zahnrelief), im Gespräch mit dem Zahnarzt den möglichen Nutzen einer Fissurenversiegelung zu prüfen.

Behandlungsablauf

1. Untersuchung

Am Beginn einer Behandlung steht immer die Untersuchung der Fissuren auf bereits vorhandene Karies. Ein Problem dabei ist die sogenannte “versteckte Karies”, die sich unter der Zahnoberfläche entwickelt und für den Zahnarzt nur schwer zu erkennen ist. Im Zweifel müssen Röntgenaufnahmen abgefertigt und/oder spezielle Messungen durch geführt werden, um eine Diagnose stellen zu können.

 2. Reinigung der Fissuren

Zuerst müssen die zu versiegelnden Fissuren gereinigt werden. Anhafte Zahnbeläge werden wahlweise mit Pulvergeräten, rotierenden Bürsten oder sonstigen geeingten Instrumenten entfernt.

3. Trockenlegung und Vorbereitung

Nach der Reinigung wird der Zahn trockengelegt und dann mit Phosphorsäure-Gel angeätzt. Das schafft eine rauhe Oberfläche, auf der das Versiegelungsmaterial gut haften kann.

4. Versiegelung

Ist der Zahn vorbereitet, wird das Versiegelungsmaterial aufgebracht und durch Belichtung mit einer Halogenlampe ausgehärtet (Lichtpolymerisation). Es erfolgt eine kurze Politur, um nicht ausgehärtet Reste des Versieglers zu entfernen. Danach wird der Zusammenbiss kontrolliert und ggf. überschüssiges Versiegelungsmaterial mit feinen Bohrern “wegpoliert”.

5. Fluoridierung

Der Zahn word fluoridiert, um die angeätzten , aber nicht versiegelten Bereiche zu remineralisieren.

6. Wichtig : Nachkontrolle

Eine Fissurenversiegelung sollte 4-6 Monate nach der Behandlung kontrolliert werden, da sich evtl. Beschädigungen meist in diesem Zeitraum zeigen. In solchen Fällen kann problemlos nachversiegelt werden.

Die Behandlung

Die Fissurenversiegelung ist im Vergleich zum Legen einer Füllung ein weniger zeitintensives Procedere. Die Behandlung dauert in der Regel nur wenige Minuten und ist normalerweise schmerzfrei.

Wann kann nicht versiegelt werden?

 Während der Behandlung muss der Zahn  für kurze Zeit trockengelegt werden. Ist eine Trockenlegung der Fissur nicht möglich (Kinder: unvollständige durchgebrochene Zähne, mangelnde Mitarbeit), muss auf die Versiegelung verzichtet werden.

Risiken & Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind extrem selten. Weltweit wurden nur wenige ernsthafte Fälle beschreiben (Allergien gegen das Versiegelermaterial).

Mundhygiene bleibt wichtig!

Die Fissurenversiegelung beseitigt einige, aber nicht alle Angriffspunkte für die Karies. Sie ersetzt daher nicht die tägliche Zahnreinigung! Auch die regelmäßige Kontrolluntersuchung ist wichtig, um frühzeitig Schäden an der Versiegelung zu erkennen unf ggf. die Fissur nachzuversiegeln.

Die Wirksamkeit der Fissurenversiegelung ist wissenschaftlich belegt.

Die Fissurenversiegelung ist seit langem eine bewährte Methode oder Kariesvorbeugung. Der kariesschutz Effekt ist  wissenschaftlich belegt: “Bis zu 90% aller versiegelten Molaren (Backenzähne) lassen sich vor einem kariösen Befall schützen. Seit die Fissurenversiegelung 1993 Kassenleistung wurde, die ist Zahl der Behandlungen stark angestiegen. Heute haben 71,7%  der 12-jährigen Kinder mindestens einen versiegelten Zahn. Den Erfolg dieser Maßnahme zeigen auch die Daten der aktuellen Deutschen Mundgesundheitsstudie. Bei Kindern ohne Versiegelung waren mit durchschnittlich 1,1 Zähnen fast doppelt so viele Zähne von Karies befallen als bei Kindern mit Versiegelung (0,6 Zähne).

Kosten und Kassenleistung

Die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Fissurenversiegelung unter folgenden Bedingungen:

  • nur bei 6-17jährigen  Patienten
  • nur an bleibenden Zähnen 6 und 7
  • nur an einer Fläche pro Zahn

Versiegelungen an Milchzähnen und allen anderen bleibenden Zähnen müssen Privat bezahlt werden.

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Gesunde Zähne für Mutter und Kind

Vor der Schangerschaft

Ein Kind wird erwartet - Denken Sie jetzt auch an ihre Zähne !                                                      Wenn ein Kind erwartet wird, ist das ein Grund zur Freude. Wer denkt da sofort an seine Zahngesundheit. Und doch: Wenn es um die Gesundheit von Mutter und Kind geht, gibt es aus zahnmedizinischer Sicht einige Punkte zu beachten, um eine optimale Entwicklung zu fördern. Das betrifft die rechtzeitige Prophylaxe, die Zahnpflege und die Frage, welche Behandlungen während der Schwangerschaft besser unterbleiben sollten. Deshalb haben wir Ihnen nachfolgend einige Tipps zusammengestellt.

Was ihr Zahnarzt für Sie tun kann:

Vor der Schwangerschaft:

- Kontrolltermin vereinbaren: Zähne und Zahnfleisch in Ordnung bringen lassen, um Behandlungen während der Schwangerschaft zu vermeiden.                                                                                                                                                   

- Plaquetest durchführen lassen, um unsichtbare Zahnbeläge, die Karies auslösen können, zu erkennen                                                                                                                                                                

- Eine Professionelle Zahnreinigung entfernt gründlich hartnäckige Zahnbeläge und vermindert die Kariesgefahr:

Checkliste Schwangerschaftsvorsorge

- Karies entfernen: Wenn mit einem kariesfreien Gebiss in die Schwangerschaft starten, vermeiden Sie effektiv spätere Behandlungen.                                                                                          

- Zahnbeläge entfernen: Lassen Sie eine professionelle Zahnreinigung durchführung - hier werden hartnäckige Zahnbeläge auch an schwierigen Stellen entfernt und das Kariesrisiko sinkt.                                                                                                                                                                     

- Paradontitis behandeln: Paradontitis (im Volksmund: Paradontose) erhöht das Risiko von Frühgeburten und zu geringen Geburtsgewicht. Lassen Sie eine Paradontitis unbedingt behandeln.                                                                                                                                                             

- Zahnfüllungen überprüfen und gegebenenfalls erneuern: Ältere Füllungen können mit der Zeit “undicht” werden. Über winzige Spalten zwischen Zahn und Füllung können dann Bakterien eindringen und Karies auslösen. Ein Ausbohren von Amalgamfüllungen ist wegen der damit verbundenen Quecksilberbelastung während der Schwangerschaft nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen zu empfehlen.                                                                                                        

 - Kronen, Brücken, Veneers: Wenn Sie Zahnersatz benötigen, schließen Sie die Behandlung möglichst bis zum Beginn der Schwangerschaft ab.

Während der Schwangerschaft

Mundhygiene ist immer wichtig                                                                                                                   

Durch den veränderten Hormonspiegel in der Schwangerschaft wird das Zahnfleisch stärker duchblutet und es kann zu Schwellungen, Entzündungen und Zahnfleischbluten kommen. Achten Sie jetzt besonders penibel auf Ihre Mundhygiene! Benutzen Sie weiche Zahnbürsten, um das Zahnnfleisch nicht unnötig zu reizen. Reinigen Sie die Zahnzwischenräume täglich mit Zahnseide, damit bakterieller Zahnbelag vermieden wird. Zusätzlich können Sie fluoridhaltige Mundspülungen verwenden, um die Remineralisation Ihrer Zähne zu unterstützen.

Erbrechen                                                                                                                                                                   

Viele Schwangere leiden in den ersten Monaten unter Übelkeit ud Bruchreiz. Beim Erbrechen gelangt aggressive Magensäure an die Zähne. Greifen Sie jetzt NICHT sofort zur Zahnbürste. Der durch die Säure angeätzte Zahnschmelz kann durch die Bürstenbewegungen abgetragen und beschädigt werden. Spülen Sie den Mund mit Wasser aus und warten Sie ab, bis sich der Zahnschmelz regeneriert hat. Nach ca. einer halben Stunde können Sie dann gefahrlos Zähne putzen.

Auf die Ernährung achten!                                                                                                                                 

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle in der Schwangerschaft. Durch die Veränderung der Essgewohnheiten (z.B. Heißhunger auf Süßigkeiten) wächst die Kariesgefahr. Der aufgenommene Zucker wird von Bakterien in der Mundhöhle in Säure verwandelt, die dann die Zahnsubstanz zersetzt. Da Zucker die Nahrungsgrundlage für die “Kariesbakterien” ist, führt ein erhöhter Zuckerkonsum zu deren Vermehrung und in der Folge zu mehr Säurebelastung für die Zähne. Doch keine Sorge: Sie müssen nicht gänzlich auf Süßigkeiten verzichten. Essen Sie Süßes zu den Hauptmahlzeiten, nach denen Sie die Zähne putzen. Vermeiden Sie aber das häufige Naschen “zwischendurch”, um die Zähne vor langandauernder Säurebelastung zu schützen.

Eine bewusste Ernährung ist auch für Ihr Kind sehr wichtig. Die Zahnentwicklung beginnt bereits im Mutterleib. In der 8. - 10. Schwangerschaftswoche entwickeln sich die Anlagen für die künftigen Milchzähne. Achten Sie deshalb auf eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse, die nicht zuletzt auch eine ausreichende Versorgung mit Mineralien für die Zähne des Kindes sichert.

Was Ihr Zahnarzt für Sie tun kann:

Während der Schwangerschaft:                                                                                                         

Auch während der Schwangerschaft sind Zahnbehandlungen möglich. Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach schonenden Behandlungsmethoden.

Nach Durchbruch der ersten Zähne:                                                                                             

Ein erster Vorsorgetermin ohne Spritzen und Bohren ermöglicht dem Kind eine angstfreie “Erkundung” des Praxisumfeldes und Ihr Zahnarztwird Ihnen wertvolle praktische Tipps für die Babyzahnpflege geben. Nutzen Sie auch die weitergehenden Vorsorgetermine, damit frühzeitig Probleme wie Zahnfehlstellungen oder Karies erkannt werden können. Übrigens: Vorsorgetermine werden von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Die ersten Zähnchen

Stillen ist für den Säugling die beste Ernährung in den ersten Lebensmonaten. Die Muttermilch enthält alles, was Ihr Kind braucht und passt sich in ihren Inhaltsstoffen dem Lebensalter des Kindes an. Aus zahnmedizinischer Sicht ist Stillen auch vorteilhaft für die Entwicklung des Kiefers und der Kaumuskulatur, denn der Säugling muss intensive Mundbewegungen ausführen, um an die Milch zu gelangen. Wenn Sie Flaschennahrung geben wollen/müssen, dann achten Sie auf Sauger, dei dem Kind das Trinken nicht zu leicht machen.

Zahnreinigung vom ersten Tag an                                                                                                                       

Der erste Milchzahn zeigt sich nach etwa 6 Monaten. Dann brechen bis zum Alter von 2 Jahren nach und nach alle anderen Zähne durch. Die Durchbruchzeiten können jedoch auch erheblich differieren. Milchzähne besitzen einen weichen, noch nicht vollständig ausgereiften Zahnschmelz und sind besonders anfällig für Karies. Deshalb ist tägliche Zahnpflege vom ersten Zahn an besonders wichtig. Reinigen Sie die kleinen Zähnhen mit einer weichen Finger- oder Kinderbürste.

Zahnkiller Zucker                                                                                                                                                      

Mit dem Durchbrechen der ersten Zähnchen beginnt auch meist die Zeit des Abstillens und des Zufütterns von Breien und Getränken. Eine Gefahr für die Milchzähne sind vor allem zuckerhaltige Getränke. Verzichten Sie am besten ganz auf gesüßte Tees. Bei Obstsäften ist Vorsicht angeraten, da selbst bei Etikettierungen wie “ohne Zuckerzusatz” Fruchtzucker enthalten sein kann. Übrigens: Auch Säuren aus Obstsäften greifen die Zähne an.

Verhindern Sie das Dauernuckeln!                                                                                                              

Zähne besitzen ein natürliches Regenerationspotential, das aber durch spezielle Essgewohnheiten und Ernährung überfordert werden kann. Das Dauernuckeln zuckerhaltiger Getränke führt zu einer Langzeitbelastung der Zähne und verhindert die Remineralisation des schützenden Zahnschmelzes. Kariesschäden werden so geradezu provoziert.

Fluoride                                                                                                                                                                    

Fluoride unterstützen die Regeneration des Zahnschmelzes und schützen so vor Karies. Aus zahnärztlicher Sicht ist die Gabe von Fluoriden in den ersten 6 Lebensmonaten nicht notwendig. Auch danach werden Fluoridtabletten nur empfohlen, wenn im Haushalt kein fluoridhaltiges Speisesalz und für das Zähneputzen keine fluoridhaltige Zahnpasta verwendet wird.

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn -, Mund- und Kieferheilkundehat Empfehlungen für den Einsatz und die Dosierung zusätzlicher Fluoridierungen veröffentlicht (www.dgzmk.de - Rubrik Patienteninformation). Ratsam ist eine maßvolle Fluoridzufuhr - unter Berücksichtigung möglichst aller Fluoridquellen (Trinkwasser, Zahnpasten, fluoridiertes Speisesalz, Nahrung und Getränke).

Zur Kariesprophylaxe der Milchzähne werden heute lokale Fluoridierungen (v. a. fluoridhaltige Zahnpasten) empfohlen - wegen der effektiven Wirkung durch den direkten Kontakt zum Zahn. Zu den Voraussetzungen der Kariesentstehung zählt das Vorhandensein spezieller Bakterien in der Mundhöhle. Der Säugling besitzt diese Kariesbakterien nicht von Geburt an, sondern erwirbt sie durch “Ansteckung” - meist von den Eltern. Achten Sie also auf die möglichen Infektionsquellen: Lecken Sie niemals den Nuckel des Kindes ab. Verwenden Sie zum Vorkosten von Breien nicht den Kinderlöffel. Jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit Kariesbakterien, aber je länger Sie die Ansteckung des Kindes hinauszögern, desto geringer ist das spätere Kariesrisiko.

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Milchzähne - Was Sie selbst und Ihr Zahnarzt für gesunde Milchzähne tun können.

Gesunde Milchzähne sind wichtig!

Häufig wird die Bedeutung eines gesunden Milchgebisses unterschätzt. Milchzähne seien ja nicht so wichtig, weil sie schon nach einigen Jahren durch die bleibenden Zähne ersetzt werden - so die landläufige Meinung. Aus zahnärztlicher Sicht ist das jedoch falsch. Es gibt gute Gründe, die Pflege der kleinen Zähnchen ernstzunehmen:

Das Milchgebiss

Das Milchgebiss besteht aus 20 Zähnen: pro Kiefer aus 4 Schneidezähnen, 2 Eckzähnen und 4 Milchzähnen. Beim Zahnwechsel wird jeder Milchzahn durch einn bleibenden Zahn ersetzt und es kommen jeweils 6 Mahlzähne (incl. Weisheitszahn) pro Kiefer hinzu.

Milchzähne sind Platzhalter für die bleibenden Zähne. Ein vorzeitiger Milchzahnverlust kann beim Zahnwechsel dazu führen, dass bleibende Zähne “falsch” durchbrechen und es zu Zahnfehlstellungen kommt. Besonders wichtig ist die Erhaltung des zweiten, hinteren Milchbackenzahns. Dieser Milchzahn wird beim Zahnwechsel erst im Alter zwischen 9-11 Jahren ersetzt, wobei schon ab dem 6. Lebensjahr der erste bleibende Backenzahn hinter dem letzten Milchzahn durchbricht. Fehlt nun der Milchzahn, kann der benachbarte, bleibende Zahn in die Lücke hineinwachsen und es kommt zu Fehlstellungen.

Gesunde und vollzählige Milchzähne sind für die sprachliche Entwicklung wichtig und ermöglichen dem Kind eine deutliche Aussprache. So bringen Experten z.B. das Lispeln in Verbindung mit zu früh verlorenen Milchzähnen.

Auf vernachlässigten Milchzähnen bildet sich schnell Zahnbelag, in dem sich Kariesbakterien vermehren und die später durchbrechenden bleibenden Zähne gefährden können.

Die größte Gefahr für Milchzähne ist die Karies (Zahnfäule)

Sowohl Milchzähne als auch bleibende Zähne in den ersten Jahren nach dem Zahnwechsel haben einen noch nicht ausgereiften Zahnschmelz und damit eine empfindliche Zahnoberfläche. Die größte Gefahr für Milchzähne ist die Karies. Bei fortgeschrittener Karies wird Zahnsubstanz irreparabel zerstört. Der Zahnarzt kann den entstandenen Schaden dann nur noch durch Füllungen begrenzen. Ursache von Karies sind oft Verunreinigungen an den Zähnen (Zahnbeläge - Plaque), in denen sich Kariesbakterien ansiedeln. Diese Bakterien “ernähren” sich von Nahrungsresten und scheiden säurehaltige Substanzen aus, die dann den Zahn angreifen.

Milchgebiss und bleibende Zähne:

Bereits im ersten Lebensjahr entwickeln sich Anlagen für einige der bleibenden Zähne. Sie wachsen langsam im Kiefer heran, bis sie schließlichab etwa dem 6. Lebensjahr durchbrechen. Der Zahnwechsel beginnt dann oft mit dem ersten bleibenden Backenzahn, der hinter dem letzten Milchzahn durchbricht, ohne dass dieser herausfallen muss.

Um die Milchzähne Ihres Kindes vor Karies zu schützen, haben Sie zunächst einmal alle Mittel selbst in der Hand. Der Eckpfeiler einer wirksamen Kariesvorbeugung sind:

  • Einhalten einiger Ernährungsregeln
  • Gründliche Zahnreinigung
  • Einsatz von Fluoriden
  • Regelmäßige Zahnarztbesuche

Ernährung - Zahnkiller Zucker

Süße Leckereien sind auch für Kariesbakterien eine besondere Delikatesse. Bereits wenige Minuten nach dem Essen von Süßigkeiten wird der darin enthaltene Zucker zu Säure verarbeitet. Der sonst harte Zahnschmelz wird “angeätzt” und weicher. Das natürliche Mundmilieu des Menschen reagiert jetzt auf solche Angriffe: Mit Hilfe des Speichels werden Säuren neutralisiert und der angegriffene Zahnschmelz remineralisiert (wiederaufgebaut). Dieses natürliche System kommt aber aus dem Gleichgewiht, wenn es oft und langanhaltend mit Zucker belastet wird. Entscheidend ist also nicht, WIEVIEL, sondern WIE OFT Süßigkeiten gegessen werden und WIE LANGE sie auf die Zähne einwirken können. Tipps:

  • Bei Säuglingen Dauernuckeln zuckerhaltiger Getränke aus Saugerflaschen vermeiden (auch Muttermilch enthält Zucker)
  • kein ständiges Naschen zwischendurch
  • keine klebrigen Süßigkeiten
  • keine “Betthupferl” abends nach dem Zähneputzen (vor allem keine Süßigkeiten und Obstsäfte)

Zahnreinigung

Eine gründliche Zahnreinigung beseitigt Zahnbeläge und schränkt so die Ausbreitung der Kariesbakterien ein. Beginnen Sie bereits nach dem Durchbruch der ersten Zähnchen mit der Zahnreinigung. Benutzen Sie dafür spezielle Kinderzahnbürsten oder Fingerzahnbürsten. In dem Maße, wie sich die motorischen Fähigkeiten Ihres Kindes entwickeln, sollten Sie ihm Schritt für Schritt Zahnputzaufgaben übertragen bis hin zum völlig eigenständigen Zähneputzen. Wichtig dabei ist, dass Ihr Kind ein positives Verhältnis zum Zähneputzen entwickelt und es als normalen Bestandteil seines Lebens begreifen lernt. Tipps:

  • ab dem 2. Geburtstag 2mal täglich Zähneputzen - morgens und abends NACH dem Essen
  • fluoridhaltige Kinderzahnpasta verwenden
  • möglichst 3 Minuten putzen
  • alle 6-8 Wochen Zahnbürste wechseln
  • Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt zu Putztechniken und Zahnbürsten beraten

Fluoride

Fluoride hemmen die Schädigung des Zahnschmelzes (Demineralisation) nach dem Essen und unterstützen gleichzeitig der Reparatur angegriffener Zahnoberflächen (Remineralisation). Sie werden deshalb gezielt zur Kariesprophylaxe eingesetzt. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse haben gezeigt, dass Fluoride vor allem lokal durch Anreicherung im Mundmilieu (Speichel, Zahnoberflächen) karieshemmend wirken. Deshalb ist gerade das regelmäßige Zähneputzen kariesvorbeugend. Fluoridtabletten werden dagegen nur noch in besonderen Fällen empfohlen.

Tipps:

  • Bis zum 6. Monat sind keine Fluoridierungsmaßnahmen notwendig
  • als Basisprophylaxe fluoridiertes Speisesalz verwenden
  • die ersten Milchzähne 1mal täglich mit einer erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta putzen (keine Zahnpasten mit Bonbongeschmack, um keinen Anreiz zum Verschlucken zu geben)
  • ab dem 2. Geburtstag 2mal täglich mit Kinderzahnpasta putzen
  • ab dem Schulalter können Zahnpasten mit höherem Fluoridgehalt verwendet werden
  • Fluoridgele,  -lacke und -wässer nur unter zahnärztlicher Kontrolle anwenden

Regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt

Die ersten Besuche beim Zahnarzt beschränken  sich auf die Kontrolle der Zahnstellung und die Einschätzung und Anwendung von Fluoriden. Sollte doch einmal gebohrt werden müssen, dann machen Sie dem Kind keine falschen Versprechungen. Sätze wie “Es tut gar nicht weh” sind fehl am Platze. Sagen Sie die Wahrheit und helfen Sie Ihrem Kind, die Unannehmlichkeiten zu meistern. Sparen Sie nicht mit anerkennenden Worten, wenn die Behandlung vorüber ist.

Vorsorgetermine

1. Termin    6.-8. Monat (nach dem Durchbruch der ersten Milchzähne)

2. Termin    16.-18. Monat (nach dem Durchbruch der ersten Milchbackenzähne)

3. Termin    ca. 30. Monat (wenn das Milchgebiss vollständig ausgebildet ist)

Ab dem 30. Monat werden viertel- bis halbjährliche Kontrolltermine empfohlen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) www.dgzmk.de

Fissuren sind Einkerbungen oder spaltartige Vertiefungen in der Zahnoberfläche, die bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Bei einem stark zerklüfteten Zahnrelief ist es praktisch unmöglich, die Fissuren vorbeugend mit einem Füllungsmaterial versiegelt werden. Es entsteht eine glatte Zahnoberfläche, die weniger kariesanfällig ist. Leider bezahlen die gesetzlichen Kassen nur Fissurenversiegelungen an bleibenden Zähnen.

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Füllungsmaterialien

Die beste Füllung ist die, die nicht gelegt werden muss.

Die Diskussion um Gesundheitsgefährdungen durch Amalgam hält unvermindert an. Das Problem dieser Debatte besteht darin, dass einerseits immer wieder neue Publikationen auftauchen, die auf einen Zusammenhang zwischen Amalgam und Gesundheitsgefährdungen hindeuten, andererseits aber wissenschaftlich anerkannte Belege für konkret durch Amalgam verursachte Krankheitsbilder bislang nicht erbracht werden konnten. Einzig die sehr seltene Amalgamallergie, ist ausreichend belegt. In einer solchen Situation können Spekulationen gedeihen und Amalgamängste aufkommen. Die weitreichenden Facetten der Amalgamdiskussion darzustellen, würde den Rahmen dieses Info Betrags sprengen.

Doch wie soll sich der Patient nun angesichts dieser unbefriedigenden Situation verhalten? Die besten Füllung ist diejenige, die nie gelegt werden muss. Durch konsequente Mundhygiene lassen sich Zahnschäden und damit auch so mache Füllungen vermeiden.

Dieser Beitrag soll als soll eine Orientierungshilfe sein und kann das Gespräch zwischen Patient und Zahnarzt nicht ersetzen. Bei der Auswahl des Füllungsmaterials sind verschiedene Aspekte zu berüchsichtigen : die individuelle Gebisssituation, der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten, ästhetische Ansprüche und nicht zuletzt der Zeit- und Kostenaufwand beim Legen einer Füllung. Das Risiko des Auftretens unerwünschter allgemeiner und lokaler Nebenwirkungen von zahnärztlichen Füllungsmaterialien ist gering, aber nicht völlig auszuschließen.

Für diejenigen, die kein Amalgam wollen, gibt es erfreuliche Entwicklungen: Mit den Komposit-Kunststoffen steht inzwischen eine starke Amalgamalternative als Füllungsmaterial zur Verfügung: Da Amalfamfüllungen die kostenfreie Standardversorgung der gesetzlichen Krankenkassen sind, muss für Kunststofffüllungen je nach Befund privat zugezahlt werden.

Nachfolgend stellen wir Ihnen die für eine hochwertige Versorgung relevanten Füllungsmaterialien vor. Auf die Diskussion von Glasionomerzementen und Kompomeren wird verzichtet, da sie eher als Provisorien bzw. im Milchgebiss Anwendung finden.

Amalgam

  • Zahnärtzliches Amalgam wird durch Vermischen etwa gleicher Teile eines Legierungspulvers und des flüssigen Quecksilber hergestellt. Im Ergebnis entsteht eine eine plastisch formbare Masse, die nach dem Einbringen in das Zahnloch (Kavität)  zu festem Amalgam aushärtet. Seit rund 150 Jahren werden Amalgame für Zahnfüllungen eingesetzt, nicht zuletzt wegen der hervorragenden Materialeingenschaften, der einfachen Verarbeitungstechnik und der geringen Kosten. Abgesehen von der Bioverträglichkeit hat Amalgam aber auch werkstoffbedingte Nachteile:
  • Amalgamfüllungen benötigen aus Stabilitätsgrunden eine Mindestdicke und so muss bei kleinen Kavitäten oft über das eigentliche Kariesloch hinau gesunde Zahnsubstanz weggebohrt werden, um die Füllung stabil legen zu können.
  • Ästhetik (silber-metalische Farbe)

Gesundheitsgefahren durch Amalgam?

Die Zahnärtzlichen Fachangestellten sehen bislang keine Belege für eine Gesundheitsgefährdung durch Amalgamfüllungen. Andererseits können Gefährdungen auch nicht explizit ausgeschlossen werden. Deshalb wird empfohlen, Amalgam in bestimmten Fällen nicht einzusetzten:

  • bei Schwangeren und Stillenden aus vorbeugenden Gesundheitsschutz
  • bei nachgewiesenen Allergien gegen Amalgambestandteile
  • ber Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen

Bei Allergien und schweren Nierenfunktionsstörungen bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen abweichend von der sonstigen Praxis auch die etwas teureren Kunststoffversorgungen. Bei Schwangeren und Stillenden sollten verhandene Amalgamfüllungen möglichst nicht ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen entfernt werden, da beim Ausbohren vermehrt Quecksilber freigesetzt wird. Der Einsatz vom Amalgam im Milchgebiss ist nicht mehr erforderlich. Hier stehen mit Glasionomerzementen und Kompomeren geeignete Alternativen zur Verfügung.

Komposit (Kunststoff)

Komposites sind zahnfarbende Kunststoffe, die in plastischer Form verarbeitet werden. Füllungen werden meist in der sogenannten Mehrschichttechnik ausgeführt:

Zuerst wird das zu füllende Loch leicht angeätzt und ein Haftmittel (Kleber) verteilt. Dann wird das Komposite in dünnen Schichten aufgetragen und Schicht für Schicht unter Lichteinwirkung gehärtet (Polymerisation). Ältere Komposites hatten 3 schwerwiegende Nachteile: 1. Beim Aushärten schrumpfte das Material so sehr, dass es zu Lücken zwischen Füllung und Zahn kommen konnte. 2. Ältere Komposites waren wenig kaudruckbeständig, sodass sie für Füllungen im Seitenzahnbereich schlecht einsetzbar  waren. 3. Sie waren nicht farbstabil. Moderne Komposites haben diese “Kinderkrankheiten” hinter sich gelassen. Was die Werkstoffeigenschaften betrifft, sind Komposites heute auf Augenhöhe mit dem Amalgam. In puncto Ästhetik, Einsetzbarkeit (Front- und Seitenzähne) und Schonung der Zahnsubstanz haben Komposites die Nase vorn. Einziger Wermutstropfen ist die aufwendigere Verarbeitung und der damit verbundene Preis.

Inlays

Inlays sind so genannte Einlagefüllungen. Im Unterschied zu den plastischen Materialien Amalgam und Komposit, die in die Kavität eingebracht werden und dort aushärten, wird die Inlay-Füllung nach den Vorgaben des Zahnarztes im zahntechnischen Labor  gefertigt und anschließend in die Kavität eingeklebt oder zementiert. Das Procedere ist sehr aufwendig und verlangt Zahnarzt und Zahntechniker höchste Präzision in der Ausführung ab.

Inlays können aus Metallen (z.B. Gold) oder aus Keramik gearbeitet sein. Goldinlays sind extrem stabil und langlebig. Nachteilig ist nur die Ästhetik: Gold ist nicht zahnfarben. Wer die Ästhetik aufbessern will, kann das Goldinlay zahnfarben verblenden lassen. Es bleibt aber immer ein dünner Metallrand sichtbar.

Seit einigen Jahren werden auch Inlays aus Keramikmaterial angeboten, die der individuellen Zahnfarbe angepasst werden können und selbst von Zahnärzten kaum von den natürlichen Zähnen zu unterscheiden sind.

Rechliches:

Urteil des Bundessozialgerichts: Krankenkassen sind nicht verpflichtet, den Austauch von Amalgamfüllungen zu bezahlen.Im Oktober 1999 stellte das BSG in einem Grundsatzurteil(Az.:B 1 KR 13/96 R) fest, dass die Krankenkassen den Austausch einer intakten Amalgamfüllung gegen eine andere Art Zahnfüllung nicht bezahlen müssen. Ein Zusammenhang gesundheitlicher Beschwerden mit dem Füllungsmaterial Amalgam sei wissenschaftlich nicht ausreichend nachgewiesen und hypothetisch.

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Bleaching - Zahnaufhellung

Strahlend weiße Zähne

Weiße Zähne gelten als Symbol für Kraft und Gesundheit des ganzen Körpers. Daher wünschen sich viele Menschen strahlend weiße Zähne. Die Zahnmedizin kennt heute verschiedene Verfahren zur Zahnaufhellung - aber wie so oft im Leben gibt es auch hier kein Patentrezept für alle Patienten gleichermaßen. Die Zahnfarbe ist ein individuelles Merkmal des Menschen und kann von verschiedensten Faktoren beeinflusst werden. Daher ist es sinnvoll, VOR jeder Behandlung den Zahnarzt aufzusuchen, um die Gründe für eine Gebissverfärbung ausfindig zu machen. Erst nach einer solchen Diagnose können auch erfolgversprechende Therapien empfohlen werden.

Was sind und wie entstehen Zahnverfärbungen?

Man unterscheidet interne und externe Verfärbungen der Zähne. Interne Verfärbungen entstehen, wenn der Zahn mit verfärbend wirkenden Substanzen durchdrungen wird. Bereits während der Zahnentwicklung des Kinders können sich Farbstoffe in den Zahn einlagern. Auch Erkrankungen wie z.B. Gelbsucht können die Zahnfarbe von Kindern und Jugendlichen verändern. Spätere Ursachen für Farbveränderungen sind z.B. Medikamenteneinnahme (Tetrazyklin), Blut-, Lebererkrankungen oder eine Mangelernährung (Vitamine, Kalzium, Phosphat).

Externe Zahnverfärbungen sind Auflagerungen an der Zahnoberfläsche, die oft durch den Genuß von Tabak, Rotwein, Kaffee oder Tee hervorgerufen werden. Aber auch Medikamente (eisen - oder nitrathaltige Präparate) können Ursache für externe Zahnverfärbungen sein.

Zahnverfärbungen können auch einfach nur altersbedingt sein: Im laufe der Zeit nutzt sich der Zahnschmelz allmählich ab und das darunter liegende gelbliche Dentin schimmert durch. 

Beim Bleaching wird ein Bleichmittel in Kontakt mit den “verschmutzenden” Farbpigmentenam oder im Zahn gebracht. Das Bleichmittel bewirkt über eine chemische Reaktion der Zerstörung der Farbpigmente.

Man unterscheidet zwischen dem Bleichen vitaler (lebender) und devitaler (toter) Zähne. Während lebende Zähne nur an den Zahnoberfläschen gebleicht werden können, ist bei wurzelbehandlten, toten Zähnen auch ein Bleaching von innen durch Einlage eines Bleichmitteln möglich.

Als Wirksubstanz in den Bleichmitteln wird überwiegend Wasserstoffperoxid (H2O2) eingesetzt. Das bedeutet, dass die Farbpigmente nicht durch säurehaltige Stoffe, die die Zahnsubstanz selbst angreifen können, bekämpft werden, sondern “schonend” durch Oxidation mit dem aus dem wasserstoffperoxid freigesetzten Sauerstoff - eine chemische Reaktion, die man auch zum Blondieren der Haare beim Friseur nutzt.

HOME BLEACHING:

Nach der Einweisung in der Zahnarztpraxis erhält der Patient die zum Bleaching erforderlichen Utensilien zur häuslichen Anwendung. dabei muss er täglich eine individuell angefertigte Schiene mit Bleichgel befüllen und dann eine bestimmte Zeit tragen (z.B. während der Nachtruhe) Anwendungsdauer : ca. 2-3 Wochen.

IN-OFFICE -BLEACHING:

Hier wird das Bleaching in der Zahnarztpraxis durchgeführt und es kommen hochkonzentrierte, schnell wirksame Bleichmittel zum Einsatz. Bei dieser Methode kann der Erfolg des Bleachings sofort kontrolliert werden.

Fragen und Antworten

Welche Erfolgschancen hat das Bleaching? Wie lange hält das Weiß?

Die in der zahnmedizinischen Literatur angegebenen Erfolgsquoten differieren sehr stark. Einige z.B. durch Medikamenteneinnahme verursachten Verfärbungen sind nicht immer vollständig zu beseitigen. Praktische Erfahrungen zeigen, dass während der Behandlung zumeist eine deutliche Aufhellung der Zähne feststellbar ist. Die anfängliche deutliche Aufhellung schwächt sich im Laufe der Zeit langsam wieder ab. Erfahrungswerte zeigen, dass das Bleachen nach ca. 1-3 Jahren wiederholt werden muss. Die Wiederholungszyklen können durch die regelmäßige professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis ausgedehnt werden.

Wann ist das Bleaching abzuraten?

Grundsätzlich sollten nur gesunde Zähne gebleicht werden. Patienten, deren Zahnschmelz Risse oder tiefe Einkerbungen aufweist, sollten nicht bleichen, da die Zähne empfindlich reagieren könnten.

Bei stark transparenten Zähnen hilft auch Bleaching nicht weiter, da die Zähne immer von dem Hintergrund der dunkleren Mundhöhle gräulich wirken. Raucher leiden meist über Zahnbeläge und sollten zunächst eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen, um die Beläge zu entfernen.

Das Bleachen bei Kindern ist nicht zu empfehlen, da der Zahnschmelz noch nicht ausgereift ist. Auch Schwangere und stillende Frauen sollten nicht bleachen.

Muss ich beim Bleaching mit Nebenwirkungen rechnen?

Während der Behandlung können Schmerzen, Schleimhautbrennen, erhöhte Temperaturempfindlichkeit und allgemein erhöhte Empfindlichkeit an Zahn und Zahnfleisch auftreten. Alle diese Symptome verschwinden jedoch in der Regel nach Abschluss der Behandlung

Das Bleaching sollte grundsätzlich unter Kontrolle des Zahnarztes stattfinden, um auf evtl. unvorhersehbare Komplikationen reagieren zu können. Sollte es während der Behandlung zu übermäßigen Schmerzen oder sonstigen ungewöhnlichen Symptomen kommen, wird der Zahnarzt die Behandlung abbrechen.

Bleaching - wie gehe ich vor?

1. Beratung

Vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch mit ihrem Zahnarzt. Fragen Sie nach den Ursachen ihrer Zahnverfärbungen. Sind es Auflagerungen auf der Zahnoberfläsche oder Einlagerungen von Farbstoffen im Zahn selbst, die für die Verfärbungen ihrer Zähne verantwortlich sind?

2. Professionelle Zahnreinigung

Wenn ihr Zahnarzt Auflagerungen auf der Zahnoberfläsche feststellt, ist erst einmal eine professionelle Zahnreinigung durch die Zahnarztpraxis zu empfehlen, um die Zahnoberfläshe gründlich zu reinigen. In den meisten Fällen sind nach dieser Behandlung grobe Verfärbungen bereits vermindert oder in einiges Fällen sogar auch ganz beseitigt.

3. Vorbereitung zum Bleachen und Aufklärung

Erst wenn die professionelle Zahnreinigung durch den Zahnarzt kein befriedigendes Ergebniss bringt, empfiehlt sich der Weg über das Bleaching.

Vor dem Bleaching sollten

  • vorhandene Karies beseitigt werden und
  • Symptome von Zahnfleischerkrankungen (Zahnfleischbluten, Zahnfleischtaschen) erfolgreich behandelt sein. Bedenken Sie, das Füllungen und Zahnersatz wie Kronen, Brücken etc. durch das Bleaching farblich nicht beeinflusst werden. Unter Umständen muss Ihr Zahnersatz nach dem Bleachen farblich angepasst werden, was - da die Kassen dafür nicht zahlen - sehr teuer werden kann. Fragen Sie ihren Zahnarzt, welche weiteren Maßnahmen nach dem Bleachen ergriffen werden müssen, um ein optimales Ergebnis zu erziehlen.

4. Bleaching

Besprechen Sie jede Bleaching-Maßnahme mit Ihrem Zahnarzt - auch das Bleaching in Eigenregie mit Drogerieprodukten. Nur so können Sie sich sicher sein, dass Enttäuschungen vermieden werden und das Bleaching wirklich zum gewünschten Erfolg führt.

Zahnaufheller aus dem Supermarkt

Seitdem sich das Bleaching zunehmender Beliebtheit erfreut, bieten Drogerien, Apotheken und Supermärkte diverse Gele, Lacke und Klebestreifen zur kostengünstigen Selbstbehandlung an. Diese Zahnaufheller unterscheiden sich von den “professionellen”, in den Zahnarztpraxis verwendeten Mitteln durch eine niedrige Konzentration der bleichenden Substanzen (”Bleaching-Light”). Das heißt: Auch mit Drogerieprodukten lassen sich in Eigenregie Zähne aufhellen. Wegen der niedrigen Konzentration ist der Effekt aber nicht so stark und die Haltbarkeit ist nach derzeitigen Erfahrungen auf ca. 6 Monate begrenzt. Zu beachten ist auch, das die Drogeriepräparate nur Verfärbungen an der zahnoberfläsche, nicht aber solche im Zahn selbst aufhellen.

Drogerieprodukte sind geeignet insbesondere für junge Patienten ohne sichtbaren Zahnersatz, gutem Zustand von Zähnen und Zahnfleisch und insgesamt gleichmäßig geringer Zahnverfärbung an der Zahnoberfläche.

Vorsicht bei “Raucherzahnpasten”

Zahnpasten, die eine Aufhellung versprechen, enthalten oft einen hohen Anteil an Putzkörpern zum “Abschleifen” von Ablagerungen auf dem Zahn. Diese Putzkörper können dann nicht nur den Schmutz, sondern auch die Zahnsubstanz abschleifen.

Was kann ich sonst noch ohne viel Aufwand für weiße Zähne tun?

Pflegen Sie regelmäßig und gründlich ihre Zähne. So kann man nicht nur die Mundgesundheit erhalten und kostspielige Behandlungen ersparen, sondern auch viel für das natürliche Weiß seiner Zähne tun.

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Implantate - auch etwas für mich?

Implantate - Zahnersatz mit Zukunft

Implantate haben die Versorgung mit Zahnersatz revolutioniert und gelten heute als zahnmedizinischer, funktionelle und ästhetischer Sicht als der Zahnersatz der Zukunft. Keine andere Methode ersetzt einen verloren gegangenen Zahn so naturnah wie ein Implantat - und manchmal noch ein bisschen schöner als zuvor.

“Implantation” bedeutet - frei Übersetz - “Einpflanzung”. Das Implantat im eigentlichen Sinn, ist meist schraubenförmig und aus Metall. Es wird im Knochen eingepflanzt bzw. verankert. Auf diese “künstliche Zahnwurzel” wird wie auf einen natürlichen Zahn eine “Krone” gesetzt, meist aus Keramik, einem zahnfarbenen Material, das dem natürlichen Zahnschmelz sehr nahe kommt.

Besseres Lebensgefühl

Implantatgetragener Zahnersatz hat einen festen Sitz - wie der eigene Zahn. Er wackelt nicht, vermittelt ein sicheres Gefühl, eine natürliche Mimik und ein attraktieves Aussehen und ist selbst für Patienten kaum von den eigenen Zähnen zu unterscheiden. Implantate sind langlebig und schützen Kieferknochen und Gewebe vor natürlichen und unnatürlichen Abbau-Vorgängen. Das Beschleifen von gesunden Nachbarzähnen und der damit einher gehende Verlust von Zahnsubstanz entfällt bei Implantaten.

Wie lange gibt es Implantate schon?

Zähne waren früher Lebenswichtig: Wer nicht mehr kauen konnte, litt Unter- und Mangelernährung. Zahnlosigkeit ging außerdem einher mit dem Verlust von Ansehen und Macht. Verständlich also, dass seit jeher versucht wurde, verlorene Zähne zu ersetzten. Aber lange blieb es ein Traum, sich mit künstlichen Zähnen so sicher fühlen zu können wie mit den eigenen.

Wissenschaftliche Anerkennung

Erst die modernen Implantate brachten die Sicherheit. Mitte des 20. Jahrhunderts gab es erste Versuche, bald auch klinische Erfahrunge. 1982 erkannte die Dachgesellschaft der zahnärztlichen Wissenschaft in Deutschland, die “Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde” die Implantate als “bewährtes Verfahren” an. Heute werden allein in Deutschland schätzungsweise mehr als 500.000 Implantate pro Jahr gesetz. Und der Erfolg geht weiter.

Wie kommt das Implantat in den Mund?

Um die häuftigste Befürchtung zuerst zu beantworten: Ohne Schmerzen. Die Behandlung selbst erfolgt unter lokaler Betäubung - mehr ist in aller Regel nicht nötig. Der Eingriff ist vergleichbar mit einer Zahnentfernung, die Wunde heilt im Normalfall binnen weniger Tage.

Und so geht es:

Mit einem kleinen Schnitt wird die Mundschleimhaut geöffnet und der Knochen freigelegt. Dann schafft das Zahnarzt mit einem speziellen Bohrer das genau passende Lager im Knochen. Nach dieser Vorbereitung, wird das Implantat eingesetzt und die Mundschleimhaut meist wieder geschlossen. Nach ca. 3 Monaten ist das Implantat so fest im Knochen verwachsen, dass es belastet werden kann. Während dieser Zeit ermöglicht ein Provisorium das Kauen und Sprechen.

Sobald das Implantat eingeheilt ist, wird - wieder unter lokaler Betäubing - die Mundschleimhaut direkt über dem Implantat geöffnet und ein “Aufbau” auf das Implantat gebracht, geklebt oder verschraubt. Darauf wird dann - ebenfalls fest verbunden - der Zahnersatz gebracht also die Krone.

Geht es auch schneller?

In den Medien wird heute oft von “Sofortversorgung” und “Sofortbelastung” gesprochen. Manchmal können Implantate schon innerhalb weniger Stunden belastet werden - dabei kommt es aber vor allem auf den Patienten an. In den meisten Fällen ist eine unbelastete Einheilung erfolgssicherer.

Wie heilt ein Implantat ein?

Das Implantat ist meist aus Titan oder einer Titanlegierung und wird von den Körperzellen im Knochen fast immer ohne Probleme aufgenommen. Es bildet nach der Einheilung eine feste Einheit mit dem Knochen und ist damit belastbar. Auch Herzschrittmacher und künstliche Gelenke in der Medizin sind übrigens auch Titan.

Die Natur braucht ihr Zeit

Das Einheilen ist ein natürlicher Vorgang, den man nicht beschleunigen kann. Die Bohrung im Kochen wird durch das Implantat verschlosssen, das von Anfang an fest sitzen soll. Durch die ständigen An-und Abbauvorgänge der Körperzellen wird das Implantat im Knochen integriert. Wenn das Implantat sicher eingeheilt ist, kann es belastet und der endgültige Zahnersatz auf dem Implantat befestigt werden.

Immer häuftiger setzt man Implantate kurz nach Zahnentfernungen (verzögerte Sofortimplantation), manchmal auch sofort nach der Zahnentfernung (Sofortimplantation). Wenn solche Implantate auch gleich eine  provisorichen Zahnersatz erhalten, der zwar nicht belastet wird aber schon das Gefühl vermittelt “alle Zähne zu haben” spricht man von “Sofortversorgung”. Die Belastung des provisorichen Zahnersatzes beim Kauen direkt nach der Implantation wird als “Sofortbelastung” bezeichnet. Diese Schilderung macht schon deutlich: es müssen ideale Voraussetztungen beim Patienten bestehen, damit eine Sofortversorgung bzw. Sofortbelastung durchgeführt werden kann. Hervorragende Knochenverhältnisse und ein gesundes Zahnbett müssen vorhanden sein. Diese Methode kommt also nur bei sehr wenigen Implantatpatienten in Frage.

Worauf muss ein Patient besonderst achten?

Auf Ruhe und Hygiene.

Um den Einheilprozess nicht zu stören, sollte man in den ersten Tagen,

  • die Implantatstelle nicht belasten, auch nicht durch das Provisorium
  • keine harte Nahrung kauen
  • nicht rauchen
  • und anstrengende körperliche Belastung vermeiden (kein Sport)

Immerhin handelt es sich um eine Operationswunde, die geschont werden muss. In Einzelfällen können weitere Verhaltensregeln notwendig sein, die mit dem Zahnarzt besprochen werden sollten.

Um Infektionen zu vermeiden, sollte man

  • bei der Mundhygiene schonend aber effektiv vorgehen. Anfangs reicht eine -oft antibakterielle- Mundspülung,
  • nach wenigen Tagen vorsichtig mit einer Zahnbürste nachputzen und an der Implantatstelle sanft aber sorgfältig die Beläge entfernen,
  • später wieder ganz normal die elektrische oder Handzahnbürste benutzen - und wirklich nie die Zahnpflege vergessen.

Auch wenn es manchen Patientin verwundert: Der Erfolg jeder Implantation hängt letztlich ab von der Qualität der Mundhygiene und damit der Vermeidung von bakteriellen Infektionen durch Zahnbelag. Individuelle Hygienetipps geben alle prophylaxeorientierten Zahnarztpraxen und selbstverständlich alle Zahnärzte und Implantologen. Für allgemeine Hygieneinformationen gibt es eine spezielle Broschüre des BDIZ EDI.

Wann ist ein Implantat sinnvoll?

Zunächst sollte klar sein: Kein Zahnersatz ist so gut wie eigene Zähne. Deshalb gilt das Interesse von Zahnarzt und Patient vor allem der Gesunderhaltung der natürlichen Zähne. Für viele der althergebrachten Zahnersatz-Lösungen gilt: Je mehr eigene Zähne vorhanden sind, umso komfortabler kann der Zahnersatz dann sein. Das ist bei Implantaten anders: Grundsätzlich kann jeder Zahn, der verloren gegangen ist, durch ein Implantat ersetzt werden, ohne dass Nachbarzähne beschliffen werden müssen. Auch eine Brücke allein auf Implantaten kann mehrere verloren gegangene Zähne ersetzen. Implantate sind so die modernste und variabelste Form von Zahnersatz.

Welche Risiken gibt es?

Manche Krankheiten oder gesundheiltliche Belastungen stellen ein Risiko dar, Beispiele:

  • Diabetes mellitus in besonders schweren Fällen,
  • ständige Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Psychopharmaka, Blutgerinnungsmedikamente, Osteoporosemedikamente u. a.)
  • Strahlungstheraphie an Kopf und Hals,
  • durch Krankheit oder Alter eingeschränkte Fähigkeit zur Mundhygiene.

Auch manches Verhalten ist riskant:

  • Starkes Rauchen
  • übermäßiger Alkoholismus
  • mangelhafte Mundhygiene
  • wenig Gedult

Biologische Vorraussetzungen

Der Kieferknochen muss ausreichend und gesund sein: Reicht die Knochenmenge nicht aus, muss sie aufgebaut werden. Eine bestehende Zahnbettentzündung (Parodontitis) muss vor der Implantation behandelt werden.

Wann ist das Implantat die beste Lösung?

Einzelner Zahn

Das Implantat ist der beinahe perfekte Ersatz eines gezogenen oder eines verloren gegangenen Zahns. Der Verlust wird quasi 1:1 ersetz. Nachbarzähne müssen nicht beschliffen werden, ein Implantat ersetz die sonst notwendige Brücke.

Freiendsituation

Die aus zahnmedizinischer Sicht bestmögliche Lösung ist ein Implantat auch dann, wenn die letzten Zähne am Ende der Zahnreihe fehlen. Implantate werden als Ersatz der verloren gegangenen Zähne gesetzt und als feste Brücke verbunden. Sie verhindern damit Abnutzung am Kieferknochen, Fehlbelastung der natürlichen Zähne bis hin zu Lockerung und Zahnverlust, sowie Reizungen am Zahnfleisch und Erkrankungen am Kiefergelenk.

Welche Vorraussetzungen sind nötig?

Ein sicheres Fundament, spricht ausreichend vorhandener Kieferknochen, ist für ein Implantat wichtig. Im Einzelfall entscheidet der Zahnarzt, ob ein Implantat sofort gesetz werden kann oder ob der Knochen zuvor entsprechend aufgebaut werden muss und kann. Heute gibt es zum Knochenaufbau verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Der Zahnarzt entscheidet mit seinem jeweiligen Patienten, ob und welche Möglichkeiten machbar und sinnvoll sind. Meist kann körpereigener Knochen an geeigneter Stelle entnommen und an den Ort der Implantation transplantiert werden. Als Alternative gibt es sogenannte Knochenersatzmaterialien, die als Ersatz für verloren gegangenen Knochen dienen.

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Parodontitis - Vorbeugen - Früherkennung und Behandlung

Parodontitis  - die schleichende Gefahr

War früher vor allem die Karies Hauptursache für Zahnverlust, so ist es heute die Parodontitis (im Volksmunde Parodontose genannt) - eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates - die zum Zahnverlust führen kann. Zahlen aus einer groß angelegten wissenschaftlichen Untersuchung, der Deutschen Mundgesundheitsstudie IV aus dem Jahr 2006, belegten, dass die Parodontitis eine weit verbreitete Krankheit ist, Experten sprechen sogar von einer Volkskrankheit:  75 Prozent der Bevölkerung über 35 Jahre haben Parodontitis, 40 Prozent der Bevölkerung zeigen Symptome einer mittelschweren Erkrankung und 6 Prozent der 35 - bis 44 - Jährigen, 18 Prozent der Senioren im Alter von 65 bis 74 Jahren leiden gar an einer schweren Erkrankungsform. Das Heimtückische an der Erkrankung ist, dass sie meist ohne Schmerzen schleichend fortschreitet und oftmals zunächst nicht vom Patienten erkannt wird. Gefährlich wird es dadurch, dass eine unbehandelte Parodontitis zum Teil schwerwiegende Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit haben kann.

Zu wenig ist in der Bevölkerung über die Parodontitis, ihre Folgen und Möglichkeiten der der Vorbeugung bekannt. Hier soll dieser Beitrag Abhilfe schaffen, Wissenslücken schließen und praktische Informationen geben, die es leichter machen, Parodontitis rechtzeitig zu erkennen und erfolgreich zu behandeln.

Was ist eine Parodontitis?

 Bei einer Parodontitis handelt es sich um eine Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontium). Nicht der Zahn ist also krank, sondern viel mehr das Gewebe, das ihn im Kieferknochen verankert und ernährt. Die Parodontitis zerstört die Fasern, die den Zahn festhalten; setzt sich der Prozess ungehindert fort, lockert sich der Zahn und fällt schließlich aus. In den meisten Fällen schreitet die Parodontitis nur langsam fort (chronische parodontitis), manchmal kann es aber schon im Jugendlichen Alter zu einem rasch sich entwickelnden Gewebeverlust kommen (aggressive Parodontitis).

Ursachen für die Entstehung einer Parodontitis

In der Mundhöhle gibt es mehr als 600 unterschiedliche Bakterien, die meisten von ihnen harmlose natürliche Bewohner des Mundes, die unsere Gesundheit nicht gefährden. Einige wenige jedoch greifen aktiv durch Enzyme und Giftstoffe des Zahnfleisch an und können zu deutlich sichtbaren Entzündungen führen. Wirklich gefährlich können diese Bakterien jedoch nur dann werden, wenn sie sich - meist durch nachlässiges Zahnputzen begünstigt - in großer Zahl als zäh anhaftender Belag auf den Zahnoberfläschen festgesetzt haben. Die nun einsetztende Entzündung ist äußerlich an einer Schwellung und Blutungsneigung des Zahnfleischs gut zu erkennen. Sie reicht tief unter das Zahnfleisch bis in den Bereich des Kieferknochens hinein und wird als Gingivitis bezeichnet. Werden die bakteriellen Beläge nachfolgend nicht rasch durch gründliches Zähnputzen entfernt, kann die Entzündung zu einem nicht wieder umkehrbaren Verlust von Zahnhaltefasern und Teilen des Kieferknochens führen und wird dann als Parodontitis bezeichnet. Beläge, die ungestört längere Zeit auf den Zähnen haften bleiben, können darüber hinaus zu Zahnstein mineralisieren. Dieser wird dabei so fest, dass er nicht mehr mir der Zahnbürste wegggeputzt, sondern nur noch vom Zahnarzt und seinen Assistenzkräften mit speziellen Reinigungsgeräten vollständig entfernt werden kann.

Verlauf einer Parodontitis

  1. Bildung von bakerieller Plaque am Zahn und am umgebenden Zahnfleisch
  2. Infektion
  3. Entzündung an Zahnfleisch und Zahnhalteapparat
  4. Zahnfleischtaschenbildung
  5. Gewebeabbau

Die Rolle des Immunsystems

Der Krankheitsverlauf ist individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Eine entscheidende Rolle spielt das Immunsystem des Körpers. Intakte Abwehrkräfte schützen sehr wirksam gegen aggresive Mundhöhlenbakterien. Doch jede Schwächung des Immunsystems kann zu einer starken Zunahme bakterieller Plaque am Zahn und damit zu einer schädlichen Entzündungsreaktion führen. Risikofaktoren, die die natürlichen Schutzmechanismen des Körpers beeinträchtigen können, sind das Rauchen, ein unbehandelter Diabetes mellitus (Zuckererkrankung), Stress, Übergewicht und Mangel- bzw. Fehlernährung. Aber auch hormonelle Schwankungen (wie z.B. in der Pubertät, Schwangerschaft oder in den Wechseljahren) und eine Reihe vererbter Funktionsstörungen können die körperlichen Abwehrkräfte schwächen und so eine Parodontitiserkrankung fördern.

 Risikofaktoren für eine Parodontitis

  1. Unzureichende Mundhygiene
  2. Rauchen
  3. Stress
  4. Hormonelle Veränderungen
  5. Unbehandelter Diabetes mellitus
  6. Übergewicht
  7. Mangel- bzw. Fehlernährung
  8. Übermäßiger Alkoholkonsum
  9. Vererbte Funktiosstörungen

Woran erkennt man eine Parodontitis?

Obwohl eine Parodontitis meist lange Zeit schmerzlos verläuft, gibt es dennoch einige Warnsignale, die auf eine Erkrankung des Zahnhalteapparates hindeuten:

  1. Zahnfleischbluten (beim Zähneputzen, oder auch spontan)
  2. Rötungen und Schwellungen des Zahnfleischs
  3. Rückgang vom Zahnfleischs
  4. Empfindliche Zahnhälse
  5. Dauerhafter Mundgeruch oder fortwährend unangenehmer Geschmack im Mund
  6. Zahnfleischtaschen
  7. Änderung der Zahnstellung
  8. Länger werdende, gelockerte Zähne (im späteren Erkrankungsstadium)
  9. Eiteraustritt am Zahnfleischrand bei Massieren des Zahnfleischs (im späteren Erkrankungsstadium)

Die gesicherte Diagnose einer Parodontitis kann letztendlich nur der Zahnarzt stellen. Viele Menschen messen Zahnfleischbluten beim täglichen Zähneputzen keine Bedeutung bei - ein fataler Irrtum, denn werden die Frühsymptome nicht behandelt, schreitet die Erkrankung voran und kann zu einem Gesundheitsrisiko für den ganzen Körper werden. Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie schätzt, dass ca. 30 Mio. Erkrankungsfälle in Deutschland bislang unbehandelt geblieben sind. Je früher eine Parodontitis erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Schon mit einfachen Mitteln lässt sích die Erkrankung stoppen. Auch im fortgeschrittenen Stadium ist die Parodontitis noch erfolgreich behandelbar. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Zahnarzt sind deshalb sehr wichtig.

Diagnostik beim Zahnarzt

Mit einem speziellen Messinstrument, der Parodontalsonde, kann der Zahnarzt weitgehend schmerzfrei die Blutungsneigung des Zahnfleischs feststellen und die Tiefe von Zahnfleischtaschen messen. Bei dieser Methode - Erhebung des Parodontalen Sceening Index (PSI) - wird des Gebiss in sechs verschiedene Abschnitte eingeteilt und jeder Zahn mit seinem umliegenden Gewebe systematisch mit der Sonde untersucht. Die Befunde werden in Codes von 0 bis 4 zusammengefasst. Code 0 bedeutet, dass das Zahnfleisch gesund ist, bei Code 1 und 2 liegt eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) vor, Code 3 und 4 stehen für flache und tiefe Zahnfleischtaschen und deuten auf eine mittelschwere bis schwere Parodontitis-Erkrankung hin. Für jeden der sechs Abschnitte ist jeweils der höchste Code maßgebend. Zeigt der PSI parodontale Probleme, untersucht der Zahnarzt den Zahnhalteapparat gründlich und erhebt den sog. Parodontalstatus. Dabei werden Röntgenaufnahmen gemacht, die zeigen, ob sich der Kiefer zurückgebildet hat.  Die Untersuchung klärt, welche Form der Parodontitis letzendlich vorliegt. Aufgrund der Diagnose wird dann gezielt die behandlung eingeleitet. Ergibt die zahnärztliche Untersuchung eine schwere Form der Parodontitis, kann man zusätzlich einen Bakterientest durchführen. Dieser Test gibt Aufschluss darüber, ob in den Zahnfleischtaschen resistente Keime oder ungünstige Bakterienkombinationen vorhanden sind. Wenn ja, kann zusätzlich eine gezielte Antibiotika-Therapie oder die Desinfektion der Zahnfleischtaschen mit einer antibakteriellen Spüllösung erforderlich sein. Der Bakterientest wird auch schon bei mittelschweren Parodontitisformen durchgeführt, wenn gleichzeitig Allgemeinerkrankungen vorliegen oder die Abwehrkräfte geschwächt sind.

Einfluss der Parodontitis auf die Allgemeingesundheit

Parodontal kranke Zähne können eine gefährliche Eintrittspforte für schädliche Bakterien in den Körper werden. Gelangen diese Keime in die Blutbahn, können sie unter Umständen die Entstehung chronisch-entzündlicher Erkrankung begünstigen. So zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass eine unbehandelte bleibende Parodontitis auch ein Risikofaktor für die Entstehung von Herz- bzw. Herz-Kreislauferkrankungen (allen voran Herzinfakt und Endokarditis), Atemwegserkrankungen (z.B. Lungenerkrankung) und Diabetes mellitus sein kann. Bei bereits vorgeschädigten Blutgefäßen verstärkt die Parodontitis das Risiko für einen Schlaganfall. Außerdem kann eine unbehandelte Parodontitis zu Komplikationen in der Schwangerschaft führen. Es werden auch wechselwirkungen zwischen Parodontitis und Osteoporose (Knochenschwund), rheumatoider Arthritis, Alzheimer sowei der Entstehung von Krebserkrankungen diskutiert.

Diabetes und Parodontitis

Die Wechselbeziehung zwischen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und Parodontitis werden bereits seit vielen Jahren untersucht. Inzwischen belegen viele Studien, dass das verstärkte Auftreten von Entzündungen am Zahnhalteapparat nicht nur eine der vielfältigen Komplikationen des Diabetes mellitus darstellt, sondern das umgekehrt eine unbehandelte Parodontitis die Einstellung der Blutzuckerspiegels massiv erschwert und somit die Folgen des Diabetes verschlimmern kann. Menschen, bei denen der Hausarzt eine Zuckerkrankheit festgestellt hat, sollten daher im Rahmen der Behandlung auch unbedingt den Zahnarzt aufsuchen. Diabetiker sollen besonders gewissenhaft auf ihre Mundgesundheit achten und die zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen zweimal im Jahr wahrnehmen.

Schwangerschaft und Parodontitis

Frauen sind in der Schwangerschaft anfälliger für Entzündungen des Zahnfleischs.  Eine schon vor der Schwangerschaft bestehende leichte Gingivitis kann sich zu einer heftigen Schwangerschaftsgingivitis ausweiten. Um dies zu vermeiden, sollten Zahnfleischentzündungen am besten schon vor einer Schwangerschaft therapiert und ausgeheilt sein. In der Schwangerschaft ist eine gründliche häusliche Mundhygiene besonders wichtig, um vor Emtzündungen geschützt zu werden. Liegt bei einer Schwangeren eine schwere Form der Parodontitis vor, so erhöht sich laut wissenschaftlicher Erkenntnis das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft. In der Wissenschaft wird diskutiert, on parodontitisauslösende Bakterien, wenn sie in die Blutbahn gelangen, durch frühzeitige Stimulation der Wehen eine Frühgeburt auslösen können. Sollte bei der werdenden Mutter eine Parodontitis festgestellt werden, sollte sie in jedem Fall - in Absprache mit dem Frauenarzt - behandelt werden. 

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Wurzelspitzenresektion

Was ist eine Wurzelspitzenresektion?

Wörtlich beudeutet “Resektion” soviel wie Abschneiden. Bei einer Wurzelspitzenresektion (WSR) wird also die entzündete Spitze einer Zahnwurzel gekappt. Dies geschieht normalerweise in einem kleinen operativen Eingriff unter örtlicher Betäubung. Dabei wird das entzündete Gewebe entfernt, der innenraum des Zahnes gereinigt und der verbleibende Hohlraum versiegelt.

Welche Untersuchungen sind für die Entscheidung über eine WSR nötig?

Der allgemeine Gesundheitszustand wird überprüft. Vor einer WSR muss Klarheit über die Schwere der Entzündung an der Zahnwurzel und deren Ausdehnung bestehen. Es wird geprüft, ob nicht auch eine Wuzelbehandlung zum Ziel führen kann. Zur Kärung werden Röntgenbilder erstellt. Schließlich werden die Risiken bei einem Eingriff mit Erfolgsaussicht einer Wurzelbehandlung abgewogen. Erst dann fällt die Entscheidung für eine WSR.

Welche Gefahren können von Zahnentzündungen ausgehen?

Zahnentzündungen können dauerhafte Entzündungen des Kieferknochens hervorrufen oder zur Bildung vom umkapselten Eiteransammlungen (Abszess) und Gewebehohlräumen (Zyste) führen. Auch Allgemeinerkrankungen des Körpers können durch Knochenentzündungen beeinflusst werden. Entzündungsherde der Zahnwurzel können gefährlich werden, wenn Erkrankungen oder Behandlungen das körpereigene Abwehrsystem ohnehin schwächen.

Welche Risiken birgt die WSR?

Zunächst gelten die üblichen Risiken eines operativen Eingriffs. Dazu zählen etwa die Wundinfektion oder -selten- Blutungskomplikationen. Darüber hinaus entstehen weitere Risiken, die mit dem genauen Entzündungsort (also etwas Ober- oder Unterkiefer) und der eigenen Zahnstellung zutun haben.

Durch den Unterkiefer läuft beispielsweise ein Nerv, der bei der WSR geschädigt werden kann. Dadurch kann ein - in seltenen Fällen dauerhaftes - Taubheitsgefühl entstehen. Im Oberkiefer können Reizungen oder Entzündungen der Kieferhöhle die Folge sein. Bei sehr eng stehenden Zahnwurzeln können benachbarte Zahnwurzeln bei der Operation beschädigt werden.

Ein Risiko lässt sich auch mit sorgfältigster Behandlung nicht ausschließen: erneut auftretende Entzündungen können die Entfernung des Zahnes nötig machen. Die Häufigkeit solche Komplikationen ist insgesamt gering. Dennoch sollten Sie ihren Zahnarzt/ ihre Zahnärztin um eine Einschätzung ihrer persönlichen Risiken bei einer WSR bitten.

Wann sollte eine WSR durch geführt werden?

Einfach gesagt: wenn Ihr Zahnarzt / Ihre Zahnärztin dies vorschlägtund Sie gemeinsam Nutzen und Risiken geprüft haben. Die Grundlage für die Entscheidung zu einer WSR bieten Expertenempfehlungen, wissenschaftliche Fachliteratur und die klinische Erfahrung die Ihr Zahnarzt / Ihre Zahnärztin mit Ihrem Befund vergleicht. Grundsätzlich kann das Ergebnis des Befundes zu einer Empfehlung für die WSR führen. Da hier sehr viel vom Einzelfall abhängt, sollten Sie sich von Ihrem Zahnarzt / Ihrer Zahnärztin genau beraten lassen.

Wird wird eine WSR überlicherweise durchgeführt?

Üblicherweise handelt es sich um eine ambulante Behandlung unter örtlicher Betäubung. Eine weitere gehende Schmerz - oder auch Angstausstrahlung (Dämmerschlaf/Narkose) richtet sich nach dem Umfang der chirugischen Maßnahmen und nach allgemeinmedizinischen Gesichtspunkten. Bei besonderen OP-Verläufen oder schwerwiegenden Allgemeinerkrankung kann eine stationäre Behandlung nötig sein.

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Implantate - Künstliche Zähne schaffen neue Lebensqualität

Das Implantat - eine moderne Versorgung mit vielen Vorteilen

Die Idee ist simpel und faszinierend. Dort wo natürliche  Zähne - aus welchem Gründen auch immer - nicht mehr zur Verfügung stehen, werden sie einfach durch festsitzende künstliche Zähne ersetzt. Implantate haben das Spektrum der zahnärztlichen Behandlungsmöglichkeiten erheblich erweitert. Mit Hilfe von Implantaten lassen sich Vollprothesen fest im Knochen verankern, was für Patienten mit zahnlosem Kiefer eine ernorme Verbesserung der Lebensqualität bedeutet. Auch dort wo herkömmliche Versorgungen mit Brücken und Prothesen ebenfalls gute Ergebnisse erwarten lassen, bietet der Einsatz von Implantaten einige Vorteile.

Was ist ein Implantat?

So wie natürliche Zähne durch ihre Wurzel im Kiefer eingebettet sind und dadurch ihren Halt bekommen, muss auch der neue Zahnersatz mit einer künstlichen Zahnwurzel (Implantatkörper) im Kieferknochen verankert (implantiert) werden. Das Implantat besteht meist aus mehreren Teilen:

  1. einem dübelförmigen Implantatkörper, der Im Knochen verankert wird,
  2. einem Pfosten als Halsteil, das die Verbindung zum Zahnersatz herstellt und
  3. der Sogenannten Suprakonstruktion, dem prothetischen Aufbau (z.B. Krone, Brücke oder Stegkonstruktion).                                                                                                                                   

Implantate behindern Knochenabbau

Ähnlich wie Muskeln, die sich bei Nichtgebrauch zurückbilden, schwindet auch der Kieferknochen, wenn er nicht belastet wird, z.B. durch fehlende Zähne. Implantate leiten den Kaudruck direkt in die Kiefer und hemmen so den Knochenabbau.

Eigene Zähne werden besser geschützt

Ber der Versorgung mit Brücken oder Prothesen werden die verbliebenen eigenen Zähne zwangsläufig stärker belastet, was beim Einsatz von Implantaten vermieden wird.

Bessere Kauleistungen

Mit einer implantatgetragenen Vollprothese kann Nahrung wieder besser zerkleinert werden, wodurch Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes vorbeugt wird.

Biokompatibilität

Die Implantatkörper werden heute aus Materialien hergestellt, die als biokompatibel gelten (keine Abstoßungsreaktionen des Körpers.) Bei den meisten Implantaten wird Titan verwendet, das in der Orthopädie bereits seit Jahren erfolgreich angewendet wird. Alternativ kommen Implantate aus Zirkonium zum Eisatz.

Wichtig: Die Mundhygiene!

Eine regelmäßige und gründliche Zahnpflege ist für den langfristigen Erfolg von Implantaten von größter Bedeutung. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt über die notwendige Nachsorge bei Implantationen informieren.

Wann sollte nicht Implantiert werden?

Schwere Allgemeinerkrankungen

Bei schweren Herz - und Kreislauferkrankungen, Störungen der Blutgerinnung, Leukämie, Stoffwechselerkrankungen (z.B. nicht gut eingestellte Diabetes), der regelmäßigen Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Kortison) wird eine Implantation nicht empfohlen.

Krankhafte Veränderungen der Mundhöhle können ebenfalls gegen eine Implantation sprechen.

Rauchen ist ein wichtiger Risikofaktor für die Einheilphase. Untersuchungen haben gezeigt, dass durch Rauchen vermehrt Implantate nicht richtig einheilen und frühzeitig verloren gehen.

Typische Anwendungsfälle für Implantate

Einzelzahnlücke

Die Einzelzahnlücke ist ein typischer Fall für die Versorgung mit einer Brücke. Allerdings müssen für die Verankerung der Brücke die Nachbarzähne massiv beschliffen werden, so dass unter Umständen völlig gesunde Zahnsubstanz verloren geht. Es lohnt sich also durchaus, auch bei Einzelzahnlücken von vornherein über ein Implantat nachzudenken. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Nachbarzähne vollkommen frei von Karies sind - ein Fall, der häufig bei unfallbedingten Zahnverlust eintritt.

Große Zahnlücken

Je größer die Zahnlücke ist, desto schwieriger wird es, diese noch mit festsitzendem Zahnersatz zu versorgen. Zahnärzte raten nicht selten von Brücken ab, die mehr als drei fehlende Zähne überspannen sollen. Wenn der Patient eine Teilprothese vermeiden will, bietet sich die Versorgung von Implantaten an. Dabei kommen Brückenkonstruktionen zum Einsatz, die entweder ausschließlich auf Implantaten oder kompiniert auf Implantaten und eigenen Zähnen befestigt sein können.

Verkürzte Zahnreihe

Bei verkürzten Zahnreihen, der Zahnarzt nennt sie Freiendsituationen, ist die Versorgung mit herkömmlichen Zahnersatz besonderst schwierig, da der für eine Brücke erforderliche hintere Pfeilerzahn fehlt. Man weicht daher auf Prothesen aus, die über teils quer durch den Mund gespannte Klammern an gesunden Zähnenbefestigt werden. (Nachteile: störender Metallbügel, kein 100%ig fester Sitz, u.U. ist das Metall der Klammern sichtbar). Hier bietet sich die Verwendung einer implantatgetragenen Brücke als Alternative an.

Zahnloser Kiefer

Bei Implantatgestützten Vollprothesen unterscheidet man zwischen herausnehmbarem und festsitzendem Zahnersatz. Für festsitzenden Zahnersatz werden insgesamt mehr Implantate benötigt (standardmäßig 6 Implantate, “wobei im Oberkiefer auch mehr als 6 Implantate, im Unterkiefer in Außnahmefällen auch lediglich 4 Inplantate notwendig sein können” - DGZMK, 2005). Die genaue Anzahl der Implantate hängt von der individuellen Mundsituation des Patienten ab und sollte sorgfältig abgewogen werden.

Der Ablauf der Behandlung

Schritt 1: Voruntersuchung und gegebenfalls Vorbehandlung

Implantationen sind operative Eingriffe, die mit Sorgfalt vorbereitet werden müssen. Dabei muss zunächst einmal geklärt werden, ob in Ihrem konkreten Fall eine Implantation überhaupt möglich ist. Ihr Zahnarzt wird Sie nach Allgemeinerkrankungen und zur Ihrer zahnärztlichen Vorgeschichte befragen. Danach erfolgt eine Untersuchung der Mundhöhle (Zähne, Schleimhaut, Kieferknochen). Sollte bei dieser Untersuchung Karies, Zahnfleischentzündungen oder andere Erkrankungen gefunden werden, dann wird Ihr Zahnarzt erst diese behandeln, ehe die Implantation eingeleitet wird.

Schritt 2: Implantation

Erst wenn alle Vorbehandlungen abgeschlossen sind und keine sonstigen Bedenken bestehen, erfolgt die Implantation. Dabei wird der Implantatkörper unter lokaler Betäubung in den Kieferknochen eingepflanzt. In der Regel ist dieses Eingriff offen in die Mundhöhle hinein (sogenannter “einzeitiges” Verfahren - hier kann sofort ein prothetischer Aufbau erfolgen) oder wird zunächst mit Schleimhaut bedeckt (”zweizeitiges” Verfahren, bei dem der prothetische Aufbau erst nach einer längeren Einheilphase erfolgt). Das zweizeitige Verfahren wird heute überweigend praktiziert, weil die Einheilung sicherer verläuft.

 Einzelheiten

Beim sogenannten “zweizeitigen” Verfahren liegt zwischen der Einpflanzung des Implantatkörpers und dem späteren prothetischen Aufbau eine Einheilphase. Für den Unterkiefer rechnet man mit Einheilzeiten von 3 Monaten, beim Oberkiefer mit 6-8 Monaten (KZBV - www. kzbv.de). Während dieser Zeit sollte das Implantat möglichst nicht belastet werden und Sie müssen penibel auf Ihre Mundhygiene achten.

Schritt 3: Prothetischer Aufbau

Nach erfolgreicher Einheilphase kann nun der neue Zahnersatz (Kronen, Brücken, Prothesen) auf den Implantatkörper befestigt werden.

Risiken & Prognose

Risiken & Nebenwirkungen

Als direkte Operationsfolge können Wundschmerzen, Schwellungen, Blutergüsse und weiter Symptome auftreten, die sich aber in der Regel nach wenigen Tagen zurückbilden. Die folgenden, schwereren Komplikationen treten selten auf :

  1. Gefahr der Schädigung von Nerven im Unterkiefer mit Dauerhaftem Taubheitsgefühl in der Unterlippe
  2. Knochenentzündungen
  3. Kieferhöhlenentzündungen
  4. Implantatverlust    

Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt gründlich auch über die Risiken einer Implantation informieren.

Wie lange hält ein Implantat?

Da die Implantologie eine vergleichsweise junge Disziplin ist, fehlen bislang Daten zur Langzeitbetrachtung. Die Deutsche Gesellschaft für Zahn -, Mund -, und Kieferheilkunde ( DGZMK - www.dgzmk.de) hat Daten veröffentlicht, die sich auf Zeiträume von 5-10 Jahren beziehen und den Anteil der nach dieser Zeit noch intakten Implantate mit 71-91% angeben (ja nach Indikation, Kiefer, Implantatsystem und statistischer Betrachtung).

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Wurzelkanalbehandlungen

Wurzelkanäle

Die Frontzähne besitzen meist nur einen Wurzelkanal hingegen besitzen die Backenzähne in der Regen 2-3 Würzelkanäle. Da jeder Zahn ein “Naturprodukt” ist, kann sowohl die Zahl als auch die Form der Wurzelkanäle individuell verschieden sein. Selbst 5 Wurzelkanäle in einem Zahn sind möglich. Wichtig für den Erfolg einer Behandlung ist, dass der Zahnarzt alle Wurzelkanäle findet, damit keine bakteriellen Infektionsherde im Zahn zurück bleiben. Wurzelkanäle können stark gekrümmt sein und diverse Hohlräume, Verengungen und Verbindungskanäle ausbilden, so dass die Aufbereitung, Desinfektion und Reinigung sehr schwierig werden. Besonderst im Bereich der Wurzelspitze findet sich oft ein ganzes Netzwerk kleiner Seitenkanälchen, aus denen Bakterien kaum restlos zu entfernen sind und die deshalb mit einer Wurzelfüllung dicht “eingemauert” werden müssen.

Die Wurzelkanalbehandlung

Teif im Inneren des Zahnes - gut geschützt durch Zahnschmelz und Dentin - befindet sich in einem Hohlraum die Pulpa (Zahnmark), ein Mischgewebe aus Blutgefäßen, Nervenfasern und Bindegewebszellen. Gelangen Bakterien in dieses Gewebe - in den weitaus häufigsten Fällen passiert das durch eine Karies, die sich durch die Zahnhartsubstanz “durchgefressen” hat - kann sich die Zahnpulpa irreparabel entzünden. In dieses Situation gibt es im Wesentlichen nun zwei Möglichkeiten : 

  1. Der Zahn wird entfernt (und damit die Entzündung)
  2. Eine Wurzelkanalbehandlung, bei der das entzündete Gewebe aus dem Wurzelkanal entfernt und dieser dann mit Füllungsmaterial verschlossen wird. Unter der Voraussetzung, dass der Zahn noch über genügend Stabilität verfügt, ist die Wurzelkanalbehandlung die einzigste Möglichkeit, den Zahn zu retten.

Bei Entzündungen unbedingt zum Zahnarzt gehen

Ein entzündeter Zahnnerv macht sich durch mehr oder weniger starke Schmerzen bemerktbar. Häufig treten eine Aufbissempfindlichkeit und eine ausgeprägte Heiß - Kalt - Sensibilität hinzu. Wird nun diese Entzündung nicht behandelt, weil die Schmerzen “erträglich” bleiben und sogar nach einiger Zeit wieder abklingen, dann können sich eitrige Abzesse an der Wurelspitze bilden (”dicke Backe”). Eingedrungene Bakterien könne sich nun über das angrenzende Weichgewebe im ganzen Körper verteilen und dort Erkrankungen hervorrufen.

Der Behandlungsablauf

Ursachen der Entzündungen im Wurzelkanal sind fast immer eingedrungene Bakterien. Ziel der Wurzelkanalbehandlung ist es daher, den Wurzelkanal mit Füllmaterial vollkommen dicht zu verschließen, so dass eine Wiederbesiedlung mit Keimen verhindert wird. Der Behandlungsablauf gliedert sich im Wesentlichen in folgende Schritte:

  1. Auffinden/Freilegen der Wurzelkanäle
  2. Entfernung des Pulpengewebes
  3. Aufbereiten, Desinfektion, Reinigung
  4. Verschlieben der Wurzelkanäle mit einem Füllungsmaterial
  5. Abschließende Versorgung (z.B. Krone)

Die Behandlung kann sich über mehrere Sitzungen erstrecken und viel Zeit beanspruchen, da in den Kanälchen mit winzigen Instrumenten gearbeitet wird und jeder Arbeitsschritt äußerst sorgfältig ausgeführt werden muss. Für den Patienten ist die Behandlung weitgehend schmerzfrei.

Risiken

Bei jeder Wurzelkanalbehandlung gibt es immer ein Risiko des Therapieversagens, da Undichtigkeiten selbst bei sorgfältigster Arbeit nicht ausgeschlossen werden können.

Vorteile der Wurzelkanalbehandlung

Alternative zum Zahnverlust - Der natürliche Zahn wird erhalten - die auch aus kauphysiologischen Gründen (gleichmäßige Kieferbelastung) beste Lösung

Keine Weitergehende Behandlung nötig - Sie benötigen keinen, möglicherweise teuren Zahnersatz zum Schließen der sonst entstandenen Zahnlücke.

 Der erhaltene Zahn kann als Stützelement für Brücken und Prothesen dienen.

Wann wird eine Wirzelkanalbehandlung notwendig?

Ursache: Sichtbare Karies: 

Am einfachsten lassen sich Wurzelkanalbehandlungen vermeiden, die durch sichtbare Karies hervorgerufen werden. Vorbeugen Nr. 1 : Gute Mundhygiene. TIPP : Gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt und lassen Sie ihre Zähne kontrollieren. Selten wird sich eine Karies innerhalb eines Jahres bereits bis an den Zahnnerv durchgefressen haben, so dass hier immer genug Zeit bleibt, kariöse Stellen durch eine einfache Zahnfüllung zu behandeln.

Ursache: Unsichtbare Karies

Heimtückisch dagegen ist Karies, die sich - von außen nicht sichtbar - unter Zahnfüllungen und Kronen entwickelt. Über undichte Füllungs und - Kronenränder können Bakterien eindringen und dort unbemerkt den Zahn zerstören.  TIPP 1: Bei Kunststofffüllungen auf Füllungsmaterial achten, das in Mehrschichttechnik aufgebracht wird - auch wenn der Zahnarzt dafür mehr Kosten berechnet. Hochwertiges Material dichtet besser ab und schützt vor Karies unter der Füllung. Eine Investition. die sich auszahlt. TIPP 2: Achten Sie auf Qualität bei der Versorgung mit Zahnersatz. Billig-Kronen aus dem Ausland sind bereits des Öffteren durch Randundichtungen aufgefallen, duch die eindringliche Bakterien Karies verursachen können. Übrigens: Auch ein zu schnelles Beschleifen der Zähne, kann den Zahnnerv durch Überhitzung beschädigen.

Ursache: Parodontitis

Parodontitis (im Volksmund Parodontose) entsteht, wenn Bakterien aus Zahnbelägen das Zahnfleisch und schließlich den Kieferknochen angreifen. Bei einer unbehandelten Parodontitis können Bakterien am Zahnhals entlang über Seitenkanäle und die Wurzelspitze zum Zahnnerv vordringen und diesen schädigen. Ergebnis sind eitrige Abzesse an der Zahnwurzel, gekoppelt mit Entzündungen des Zahnnervs, die sich - wenn überhaupt - noch sehr aufwendig (und teuer!) behandeln lassen. TIPP: Lassen Sie alle 2 Jahre die Parodontitis-Früherkennung (PSI) durchführen. Damit kann Parodontitis, die sich oft über lange Zeiträume entwickelt, frühzeitig erkannt und einer Therapie zugeführt werden.

Ursache: Unfälle

Durch Unfälle kann der Zahnnerv derart geschädigt werden, dass eine Wurzelkanalbehandlung notwendig wird. Bei Kindern und Jugendlichen muss nicht immer der gesamte Zahnnerv entfernt werden, so dass der Zahn zumindestens teilweise vital erhalten werden kann.

Vor der Versorgung mit Zahnersatz

Wurzelkanalbehandlungen können auch vor der Versorgung mit Zahnersatz notwedig sein. So muss z.B. vor dem Überkronen eines Zahnes viel Zahnsubstanz abgetragen werden, wobei die Pulpa geschädigt oder freigelegt werden kann. Um die Gefahr eine bakteriellen Infektion auszuschließen, weden dann vorsorglich die Pulpa entfernt und die Wurzelkanäle verschlossen.

Moderne Techniken

Auch schwierige Wurzelkanäle können heute mit Hilfe moderner Techniken erfolgversprechend behandelt werden. Leider müssen solche Leistungen überwiegend privat bezahlt werden.

Kassenleistung oder Privatleistung?

Einschränkungen der Kassenleistungen

Seit 2004 gelten neue Richtlinien, die den Leistungsumfang der gesetzlichen Kassen einschränken. Das bedeutet für Sie als Patient: Nicht jeder Zahn, der durch eine Wurzelkanalbehandlung erhalten werden kann, darf auf Kassenkosten behandelt werden. Es kann also vorkommen, dass Sie vor der Wahl stehen, den Zahn zu verlieren oder die Kosten für eine medizinisch sinnvolle Wuzelkanalbehandlung selbst tragen müssen.

Wann ist eine Wurzelkanalbehandlung Kassenleistung?

Eine Wurzelkanalbehandlung als Kassenleistung ist möglich, wenn der zu behandelnde Zahn im Sinne der Richtlinien BEHANDLUNGSWÜRDIG oder BEHANDLUNGSFÄHIG ist. Daüber hinaus spielen auch die Beurteilung der Gebisssituation und Fragen, ob der Zahn eine wichtige Funktion im Gesamtsystem hat oder ob eine Gegenbezahnung vorhanden ist, eine Rolle. Ob in ihrem Einzelfall die Behandlung auf Kassenkosten möglich ist, kann aber nur im Gespräch mit ihrem Zahnarzt abschließend geklärt werden.

Ist der Zahn Erhaltungswürdig?

Schneidezähne, Eckzähne und die anderen anschließenden “kleinen” Seitenzähne (Prämolaren) gelten als erhaltungswürdig, wenn die Wurzelkanalbehandlung den langfristigen Erhalt der Zähne erwarten lässt (gute Prognose). Das Kriterium ist auch erfüllt, wenn der Zahn als Anker für Zahnersatz dienen soll. Für die großen Seitenzähne (Molaren) gibt es weitere Bedingungen : Erhaltungswürdigkeit liegt vor, wenn :

  • der Erhalt einer geschlossenen Zahnreihe möglich ist oder
  • der Erhalt von funktionstüchtigen Zahnersatz möglich ist
  • oder eine einseitige Freiendsituation vermieden wird.

Es gelten Zahnreiche zusätzliche Regelungen.

Nicht die gesamte Behandlung muss Privat finanziert werden

Ist der Zahn Behandlungsfähig?

Ein zahn gilt als behandlungsfähig, wenn er einerseits medizinisch sinnvoll im Sinne der Richtlinien und anderseits unter dem Gebot der Wirtschaftlichkeitversorgt werden kann. Beide Bedingungen müssen erfüllt sein. Ist ein Zahn nur noch unter Ersatz teurer moderner Methoden zu behandeln, wird häufig das Wirtschaftlichkeit gebot verletzt und der Zahn gilt als nicht behandlungsfähig. Auch hier gibt es zahlreiche Detailregelungen, Definitionen, Ausnahmen etc.

Ein Teil der Behandlung wird von der Krankenkasse übernommen, den anderen Teil muss der Patient als Eigenanteil privat zahlen.

Bestimmte Leistungen, wie z.B. eine elektronische Längenmessung des Wurzelkanals oder die Laser-Sterilisation verbessern im Einzelfall die Qualität der Versorgung und damit die Chance auf eine langfristigen Erhalt des Zahnes. Diese Leistungen werden zwar nicht von den Gestzlichen Krankenkassen übernommen, können aber privat vereinbart werden.

 

Ärgerlich für den Patienten

Durch die komplizierten Regelungen stellt sich nicht selten erst während der Behandlung heraus, ob die Wurzelkanalbehandlung Kassenleistung ist oder nicht. Ein Beispiel : Ein kleiner Backenzahn im Oberkiefer hat einen entzündeten Zahnnerv und wäre nach der ersten Untersuchung auch dauerhaft zu erhalten. Im Sinne der Richtlinien ist der Zahn erhaltungswürdig und nichts spricht in dieser Phase gegen die Kassenleistung. Im Verlaufe der Behandlung stellt sich jedoch heraus, dass die Wurzelkanäle stark verästelt und nur unter Einsatz moderner Techniken aufzubereiten sind. In diesem Fall wird das Wirtschaftlichkeitsgebot der Kassen verletzt (Bahndlung zu teuer) und der Zahn gilt nun nach den Richtlinien als nicht behandlungsfähig. Konsequenz: Die Wurzalkanalbehandlung ist keine Kassenleistung mehr! Plötzlich steht der Patient vor der Situation, entweder die Behandlung abbrechen zu müssen (Zahn wird entfernt) oder die GESAMTEN Kosten selbst zu tragen. Besonders unglücklich ist die Situation auch deshalb, weil durch diesen klinischen Befund schnell Mißtrauen entstehen und das Vertrauensverhältnis zwischen Zahnarzt und Patient belastet werden kann.

 

Privatleistung

Mit neuen Techniken, Füllunsmethoden und Werkstoffen lassen sich heute auch schwierige Wurzelkanäle erfolgsprechend behandeln. Diese Therapien sind jedoch oft zeitaufwendiger und/oder teurer als die “Kassenleistung”. Dennoch lohnt die Inverstition, wenn dadurch die eigenen Zähne möglichst lange erhalten bleiben.

 

Vorsorge ist die beste Therapie !

Bedenken Sie, dass viele Ursachen für Wurzalkanalbehandlungen vermeidbar sind. Die beste und billigste Form der Zahnbehandlung haben Sie selbst in der Hand: Gründlich Zähne putzen und regelmäßig zum Zahnarzt gehen. Nutzen Sie die Chance!